{"id":7661,"date":"2025-05-05T20:49:02","date_gmt":"2025-05-05T18:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7661"},"modified":"2025-05-05T20:49:02","modified_gmt":"2025-05-05T18:49:02","slug":"doctor-livingstone-notes-du-paradis-whoop-whoop-whee-whee-overstage-imperator-productions-coups-de-couteau-2008-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/doctor-livingstone-notes-du-paradis-whoop-whoop-whee-whee-overstage-imperator-productions-coups-de-couteau-2008-2025\/","title":{"rendered":"Doctor Livingstone \u2013 Notes du Paradis (Whoop Whoop Whee Whee) \u2013 Overstage Imperator Productions\/Coups de Couteau 2008\/2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Doctor-Livingstone-Notes-du-Paradis-Whoop-Whoop-Whee-Whee.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Doctor-Livingstone-Notes-du-Paradis-Whoop-Whoop-Whee-Whee.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7662\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2025)<br><br>Black Metal ist eine ernsthafte Angelegenheit. Da gibt man seinen Alben keine Titel wie \u201eNotes du Paradis \u2013 Whoop Whoop Whee Whee\u201c. Es sei denn \u2013 vielleicht ist das, was Doctor Livingstone machen, ja gar kein Black Metal. Jedenfalls nicht ausschlie\u00dflich. Wenn man sowieso schon keinen Bock auf Regeln hat und einen L\u00e4rmcocktail aus Hardcore, Crust-Punk und sonstiger geschrei- und gitarrendominierten Krachmusik macht, dann darf man das wohl. Die seit 1998 aktive Band aus Montpellier bringt nun ihr 2008er-Album \u2013 unklar, ob Deb\u00fct oder Zweitling \u2013 remastert erstmals auf Vinyl sowie als Stream heraus. Zeitlos! Und sicherlich nicht bierernst gemeint.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Was kuriose Titel betrifft, ist \u201eNotes du Paradis \u2013 Whoop Whoop Whee Whee\u201c schon richtig harmlos gegen den des Vorg\u00e4ngers, der da lautete: \u201eNotre niveau est trop \u00e9lev\u00e9 pour que vous, mis\u00e9rables cr\u00e9atures bip\u00e8des pour lesquelles nous n&#8217;\u00e9prouvons que du m\u00e9pris, puissiez porter un jugement \u00e0 l&#8217;encontre de nos d\u00e9licieuses cr\u00e9ations\u201c, also: \u201eUnser Niveau ist zu hoch f\u00fcr euch, ihr erb\u00e4rmlichen zweibeinigen Kreaturen, f\u00fcr die wir nichts als Verachtung aufbringen, um \u00fcber unsere delizi\u00f6sen Kreationen urteilen zu k\u00f6nnen\u201c. Das ist mindestens selbstbewusst. Und sicherlich auch nicht so weit hergeholt: Zumindest auf diesem vorliegenden Nachfolger strukturiert die Band ihre St\u00fccke komplex und unvorhersehbar, die Mucke ist zwar l\u00e4rmend, aber nicht ausschlie\u00dflich in die Fresse, sondern l\u00e4sst immer wieder Raum f\u00fcr Raffinessen.<br><br>Nat\u00fcrlich nehmen weite Passagen das Gepr\u00fcgel und Gekn\u00fcppel ein, das man von etwas erwartet, auf dem Etiketten wie Hardcore oder Black Metal prangen. Dazu spielt die Band ihre Gitarren nicht metallisch tieft\u00f6nend, sondern in h\u00f6heren Lagen schrammelnd, und passt den keifenden Gesang daran an. Tiefe erreicht daf\u00fcr der Bass, der zusammen mit dem Schlagzeug versucht, etwas Dynamik und Struktur aufrecht zu halten. Das schaffen die Kompositionen aber von sich aus: Zwischen den Brettern l\u00e4sst die Band Platz f\u00fcr Fugen, in denen das Gerumpel nachhallen und die Zuh\u00f6rerschaft durchatmen kann. Au\u00dferdem ist die Band durchaus dazu in der Lage, ihr Instrumentarium zur Grooveerzeugung zu verwenden; bei dem hohen Tempo ihrer St\u00fccke kommt der Nacken mit dem Nicken kaum hinterher, f\u00fchlt sich aber dazu befeuert.<br><br>Vom Sound her mag man an mancher Stelle an Sleepytime Gorilla Museum denken, sobald die mal energisch losbrettern. Das leicht Angeschr\u00e4gte, Unglatte in den \u2013 nun \u2013 Melodien, Licks, Riffs, was auch immer, l\u00e4sst an Steel Pole Bath Tub denken. Die punkige K\u00e4lte mancher St\u00fccke der Dead Kennedys sickert auch mal durch, sobald \u2013 und das ist paradox genug \u2013 Doctor Livingstone das Tempo mal drosseln.<br><br>So richtig eindeutig ist nicht, wer bei Doctor Livingstone alles mitmacht. Offenbar sind dieses Album, das kurioserweise als Deb\u00fct gehandelt wird, ob wohl es ja den zitierten Vorg\u00e4nger gibt, sowie ebenjener von nur einer Person eingespielt worden, und zwar von Patrice Duthoo. Anders hingegen die 2005 erschienene erste EP \u201eBeneath It Devores\u201c, da waren Doctor Livingstone ein Trio, und dessen Drummer taucht in manchen Credits zum vorliegenden Album ebenfalls auf. Das n\u00e4chste Album nach diesem, \u201eContemptus Saeculi\u201c, erschien erst 2014, verschob den Schwerpunkt mehr zum Black Metal hin und listet wiederum mehr Mitmusizierende auf, ebenso das bislang letzte Album \u201eTriumphus Haeretici\u201c aus dem Jahr 2017. Jener Duthoo nennt sich auch mal PLCD, weil er voll ausformuliert Patrice L\u00e9on Christophe Duthoo hei\u00dft, oder auch mal Rel. Ein Nebenschauplatz von Doctor Livingstone ist das Trio Sektemtum, zu dem neben Duthoo auch die Afrikaforschenden Six (alias Azk.6, in echt Jonathan Boyer) und Reverend Prick (alias James Prick, in echt Rapha\u00ebl Glatz) geh\u00f6ren. Wenn man bei all den Beteiligten noch die weiteren Aktivit\u00e4ten durchgeht, komm man auf eine gewaltige Lebensspanne an zu entdeckender Musik. \u201eNotes du Paradis \u2013 Whoop Whoop Wee Wee\u201c, frisch in neuem Cover und auf blauem Vinyl herausgegeben, w\u00e4re ein schicker Einstieg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2025) Black Metal ist eine ernsthafte Angelegenheit. Da gibt man seinen Alben keine Titel wie \u201eNotes du Paradis \u2013 Whoop Whoop Whee Whee\u201c. 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