{"id":7595,"date":"2025-04-23T21:16:55","date_gmt":"2025-04-23T19:16:55","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7595"},"modified":"2025-04-23T21:16:55","modified_gmt":"2025-04-23T19:16:55","slug":"neil-young-coastal-soundtrack-reprise-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/neil-young-coastal-soundtrack-reprise-records-2025\/","title":{"rendered":"Neil Young \u2013 Coastal (Soundtrack) \u2013 Reprise Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Neil-Young-Coastal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Neil-Young-Coastal.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7596\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (22.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLarger Than Life: Die Filmemacherin Daryl Hannah hat ihren Mann Neil Young f\u00fcr ein filmisches Portr\u00e4t auf seiner ersten Tour nach Corona begleitet.\u201c So schrieb die taz vor einigen Tagen, und ich konnte mir ein Schmunzeln, ach was, ein gr\u00f6hlendes Gel\u00e4chter nicht verkneifen. W\u00e4re Daryl Hannah vor ca. 1.000 Jahren schon am Leben gewesen und wie der Autor dieser Zeilen ins Harzgebirge verzogen, um dortselbst zu heiraten, und w\u00e4re ihr Auserw\u00e4hlter dann der K\u00f6nig und sp\u00e4tere Kaiser Heinrich der Vierte gewesen, jahaa \u2013 dann h\u00e4tte sie ihn wohl auf seiner ersten Tour nach Canossa und nicht nach Corona begleitet. Mettwurst statt Bier, Schwamm dr\u00fcber. Spielt keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber genug des platten Witzes \u2013 den \u201eCoastal\u201c-Film w\u00fcrde ich wahrlich gerne mal sehen, aber ob der komplett hirnverbrannten Ver\u00f6ffentlichungspolitik (\u201eOne Night Only \u2013 April 17th\u201c) kann mich der kanadische Wahl-US-Amerikaner mal gepflegt an die F\u00fc\u00dfe fassen, der 17. April ist l\u00e4ngst Geschichte, ich habe mir den Film an seinem wohl einzigsten (sic!) Ausstrahlungstag nicht angesehen und werde das auch in Zukunft nicht tun, sondern lieber weiterhin damit fortfahren, in einer freien Welt zu rocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Soundtrack-Album h\u00f6re ich mir nat\u00fcrlich schon an, weil ich ja nicht genug davon bekommen kann, wie es sich anh\u00f6rt, wenn Young seine alten Lieder neu interpretiert, etwas, dass er seit gef\u00fchlt 20 Millennien immer wieder tut, wenn er nicht gerade unver\u00f6ffentlichte Alben aus den 70er Jahren nun endlich doch ver\u00f6ffentlicht, deren Material er nur wenige Monate sp\u00e4ter auf anderen Alben aus den 70er Jahren dann doch ver\u00f6ffentlicht hat, und schei\u00df die Wand an \u2013 offiziell ver\u00f6ffentlichte und kurz vorher unver\u00f6ffentlichte Versionen unterscheiden sich meistens nur um ein M\u00fc oder ein Jota, also quasi um einen Fliegenschiss voneinander. Und dann haut er auch noch Jahr um Jahr neue bislang unver\u00f6ffentlichte Live-Aufnahmen aus eben diesen 70er Jahren raus, die bislang unver\u00f6ffentlicht und in unglaublich gro\u00dfartiger Qualit\u00e4t in irgendeinem Keller unter seiner Ranch die Jahrzehnte \u00fcberdauert haben wie irgendein unterbewerteter Rotwein in unetikettierten und maximal verstaubten gr\u00fcn get\u00f6nten Glasflaschen \u2013 Neil Young \u00fcberschwemmt die M\u00e4rkte mit \u00fcberaus \u00fcberzeugenden Kostproben seines mittlerweile \u00fcber sechs Jahrzehnte andauerndes musikalischen Schaffens, und daf\u00fcr lieben wir ihn. Nein, Schei\u00dfe, nicht nur f\u00fcr das, sondern vor allem auch daf\u00fcr, wie er sich alle paar Jahre immer wieder neu erfindet: Nach einigen wenigen Jahren des Folkrocks mit Buffalo Springfield, noch gro\u00dfartigeren Soloalben mit Folk, Rock, Folkrock, CSN&amp;Y-Erwachsenenfolk, Country und dann dem ersten und gr\u00f6\u00dften Stadionrock aller Zeiten (\u201eHey Hey, My My\u201c), Elektro-Folk, nochmal Country, Rock\u2019n\u2019Roll wandte sich Young dann der Patenschaft des Grunge zu, nur um in den Jahrzehnten danach wieder mehr Folk und noch mehr Rock zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt also \u201eCoastal\u201c \u2013 und hier erfahren wir wahren Young Believers, warum es sich lohnt, allem, was der Meister an Ver\u00f6ffentlichungen heraushaut, geh\u00f6rig Tribut zu zollen, weil meistens denkt er sich was dabei und in 100% der F\u00e4lle liegt er mit allem richtig, was er macht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCoastal\u201c ist kurz (41 Minuten) und komplett von Young alleine (mit einer kleinen Hilfe von Bob Rice am zweiten Klavier und am Vibrafon) eingespielt und enth\u00e4lt KEINE HITS. Kein \u201eHeart Of Gold\u201c, kein \u201eRockin\u2019 In A Free World\u201c, kein \u201ePocahontas\u201c, kein nichts \u00fcberhaupt irgendwie. Witzigerweise erh\u00e4lt das 1995er Album \u201eMirror Ball\u201c, das Young zusammen mit Pearl Jam aufgenommen hat, auf \u201eCoastal\u201c viel Aufmerksamkeit: \u201eCoastal\u201c startet mit \u201eI\u2019m The Ocean\u201c, das in den sp\u00e4ten 1990er Jahren mein apselutes Lieblingsneilyoungst\u00fcck war \u2013 damals sehr grungig in Szene gesetzt und hypnotisch vor sich hin m\u00e4andernd. In der Neuaufnahme weicht der Grunge dem Folk, es gibt viel Mundharmonika und Young presst sich qu\u00e4kend die Strophen heraus, dass es eine wahre Freude ist, ihm dabei zuzuh\u00f6ren. So gesehen hat er mich schon mit dem ersten Song des Albums komplett in der Tasche, sp\u00e4ter folgen dann noch \u201eSong X\u201c, der Opener von \u201eMirror Ball\u201c, und \u201eThrow Your Hatred Down\u201c. Und dann diese Stimme! Es gibt K\u00fcnstler, deren Stimme in den sp\u00e4teren Jahren (Neil Young ist mittlerweile immerhin 79 Jahre alt!!!) auf eine knarzige Art und Weise gealtert ist (Bob Dylan), oder welche, deren Stimme br\u00fcchiger und schw\u00e4cher, aber umso mitrei\u00dfender geworden ist (Johnny Cash, Leonard Cohen), w\u00e4hrend wieder andere ihre Stimme aus den 1960er Jahren behalten haben (Paul Simon), aber bei Neil Young ist es nochmal besonders: Er singt immer noch so hoch wie damals in den 1960ern und 1970ern (unvergessen seine Performance auf \u201eAfter The Gold Rush\u201c, DEHEEEEEEM Young-Album aller Zeiten), klingt trotzdem \u00e4lter und weiser, falls das \u00fcberhaupt geht, und komplett einzigartig. Niemand singt wie Neil Young, au\u00dfer Neil Young, und niemand spielt so Gitarre wie er.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eCoastal\u201c gibt es den typischen Neil-Young-Folkgitarrensound zu h\u00f6ren, aber auch seine krachige Seite, f\u00fcr die er keine Begleitband braucht \u2013 wenn Neil Young die W\u00e4nde zum Einsturz bringen will, reicht ihm dazu eine einzelne verzerrte E-Gitarre. Auf dem oben schon erw\u00e4hnten \u201eSong X\u201c ist das besonders gut zu sp\u00fcren. Hier h\u00f6rt man viel Gitarre, auf anderen Songs h\u00f6rt man umso mehr Gesang. Wie zum Beispiel auf \u201ePrime Of Life\u201c vom 1994er Album \u201eSleeps With Angels\u201c, das eigentlich auch ein rockigeres war. Hier steht Youngs Stimme im Vordergrund, und dazu gibt es im Hintergrund viel stark verzerrte Gitarre zu h\u00f6ren \u2013 auf dem damaligen Album ist mir der Song kaum aufgefallen, hier sticht er komplett heraus und bringt alles, was Young kann, sch\u00f6n zum Vorschein. Und so geht es mir beim H\u00f6ren des gesamten Albums die ganze Zeit: Unkonventionelle Songauswahl, toller Sound, zutiefst ber\u00fchrender Gesang \u2013 Neil Young wird nie schlechter und nie unbedeutend, und mit \u201eCoastal\u201c f\u00fchrt er tolle Songs aus den 1970ern mit seinem Sp\u00e4twerk seit sagen wir mal 1995 zusammen. Gro\u00dfartig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (22.04.2025) \u201eLarger Than Life: Die Filmemacherin Daryl Hannah hat ihren Mann Neil Young f\u00fcr ein filmisches Portr\u00e4t auf seiner ersten Tour nach Corona begleitet.\u201c So schrieb die taz vor einigen Tagen, und ich konnte mir ein Schmunzeln, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/neil-young-coastal-soundtrack-reprise-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7595","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7595"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7597,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7595\/revisions\/7597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}