{"id":7587,"date":"2025-04-17T16:37:46","date_gmt":"2025-04-17T14:37:46","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7587"},"modified":"2025-04-17T16:37:46","modified_gmt":"2025-04-17T14:37:46","slug":"dirk-serries-zonal-disturbances-ii-zoharum-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dirk-serries-zonal-disturbances-ii-zoharum-2025\/","title":{"rendered":"Dirk Serries \u2013 Zonal Disturbances II \u2013 Zoharum 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Dirk-Serries-Zonal-Disturbances-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Dirk-Serries-Zonal-Disturbances-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7588\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.04.2025)<br><br>Verr\u00fcckt: Allein mit seiner E-Gitarre und einem un\u00fcberblickbar hohen Stapel an Effektger\u00e4ten, verliert sich Dirk Serries selbst und l\u00e4sst dazu das Aufnahmeger\u00e4t laufen. Seine \u201eZonal Disturbances\u201c enthalten eine Art Ambient, die Musik m\u00e4andert ohne rhythmische Konturen durch den Raum und nimmt die H\u00f6renden mit zwar dunklen, aber durchaus entspannenden Sounds auf eine Reise. Die auch was l\u00e4nger dauert: Aktuell liegt \u201eZonal Disturbances II\u201c vor, und der Antwerpener k\u00fcndigt an, dass dies eine Serie aus f\u00fcnf Teilen werden soll. Nur zu!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Dunkelheit dominiert diese \u201eSt\u00f6rungen\u201c, die T\u00f6ne sind tiefer gehalten, lediglich im Hintergrund oder in Ausnahmen schimmert es mal etwas heller, als Riss in den Wolken \u2013 oder auch als Ank\u00fcndigung von noch mehr Dunkelheit. Serries l\u00e4sst seine Gitarre dr\u00f6hnen, er entringt ihr durchgehende Sounds, die er leicht variiert, aber von anderen Sounds begleiten l\u00e4sst. So hat man nie das Gef\u00fchl, permanent nur ein Ger\u00e4usch zu h\u00f6ren, sondern etwas Lebendigem, aber Langsamem zu folgen.<br><br>Der erste von vier Tracks schunkelt wie ein dunkelgraues Meer aus fl\u00fcssigem Metall in der Nacht, dessen Wellen Ger\u00e4usche abgeben, die nicht nach Wasser klingen, sondern fester, wenn auch nicht greifbar. Eine Viertelstunde lang wogt dieses handzahme Unget\u00fcm und schafft es, gleichzeitig den Eindruck von unterschwelliger Bedrohlichkeit und deren behutsame Abwendung auszustrahlen. Etwas mehr Helligkeit begleitet den zweiten Viertelst\u00fcnder, dessen Basis-Drone angenehm fuzzy erklingt und der mehrere Begleitger\u00e4usche transportiert. Von denen sind einige tats\u00e4chlich in hoffnungsvoll h\u00f6heren Lagen gehalten, binden sich aber mit allen Sounds zu einem Geflecht zusammen, so dass keine der Stimmungen dominiert, sondern man von diesem Fluss einfach irgendwie beh\u00fctet getragen wird.<br><br>An dritter Stelle wird es beinahe klassisch, das St\u00fcck klingt anfangs nach Streichinstrumenten, die \u00fcber einen Drone kratzen, wischen, geistern, und danach wie gehauchte Blasinstrumente, ein Saxophon oder Didgeridoo, in das jemand ohne Kraftanstrengung hineinpustet. In diesem Zweiungdzwanzigmin\u00fcter finden mehr atmosph\u00e4rische Wechsel statt als in den beiden Tracks davor, die in sich geschlossener ein Thema abbilden. Hier ver\u00e4ndern sich die Sounds best\u00e4ndig, denn bald schon bedient Serries seine Gitarre so behutsam, dass ihr lediglich ein milder Ton entfleucht, in dem man sich betten mag. Was er dem hinzuf\u00fcgt, l\u00e4sst die Ahnung von Synthesizern aufkommen, die jemand zaghaft bedient, nur einen Ton, vielleicht zwei, ein bisschen herumprobiert, vorsichtig, dass es auch ja niemand mitbekommt. Ab und zu rutscht der Experimentierende dann und wann aus, dann dr\u00f6hnt ein intensiver Ton, aber hey, das verleiht dem Bild nur Konturen und bindet die Aufmerksamkeit der Betrachtenden.<br><br>Der letzte Track, abermals 22 Minuten lang, erh\u00f6ht wieder den Fuzz-Anteil im Drone. Mancher Sound knarzt gar wie ein alter analoger Synthesizer, dadurch bekommt der gesamte Track eine angenehme W\u00e4rme, trotz der eher aufgekratzten Sounds, denn die setzt der Gitarrist stressfrei ein, wellenartig, sinuskurvig. So sind Wiederholungen und Loops ohnehin ein fester Teil dieser \u201eZonal Disturbances\u201c. Zudem variiert er auch hier die Ger\u00e4usche, er entlockt seiner Gitarre unter anderem gelegentlich den Klang einer Orgel und zuletzt sogar den einer Sirene. Damit holt er die H\u00f6renden freundlich aus der Trance wieder heraus, in die er sie in den 70 Minuten davor versetzte.<br><br>R\u00e4tselhaft sind die Titel der vier Tracks: Sie lauten \u201e594ZEY8P\u201c, \u201eKG209NCF\u201c, \u201eXDY8756C\u201c und \u201eAHOFS58Z\u201c. Was auch immer sie bedeuten, sie sind origin\u00e4r, eine Internetsuche f\u00fchrt direkt auf dieses Album zur\u00fcck. Auch scheinen es keine codierten Koordinaten zu sein, Google Maps wirft da nichts aus. Zeitangaben sind es nicht, Hexadezimalzahlen nicht, allenfalls ein kryptischer Dialog mit Richard D. James f\u00e4llt dazu ein, dessen Tracktitel sind ja bisweilen \u00e4hnlich nebul\u00f6s. Auf dem ersten Teil der \u201eZonal Disturbances\u201c begannen alle Tracktitel mit dem Buchstaben I, gefolgt von weiteren Buchstaben und Zahlen, aber selbst solch eine minimale Konstante bietet Teil II nicht an. Auch ergeben Online-Decodierer keine sinnvollen Ergebnisse.<br><br>Drei weitere Teile der \u201eZonal Disturbances\u201c will Serries noch folgen lassen. Die spielt er vermutlich ein, w\u00e4hrend man den zweiten Teil noch h\u00f6rt, und dazu gleichzeitig noch 161 weitere Projekte mit Freunden, die dann im Mai als Mitschnitt erscheinen. Verr\u00fcckt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.04.2025) Verr\u00fcckt: Allein mit seiner E-Gitarre und einem un\u00fcberblickbar hohen Stapel an Effektger\u00e4ten, verliert sich Dirk Serries selbst und l\u00e4sst dazu das Aufnahmeger\u00e4t laufen. Seine \u201eZonal Disturbances\u201c enthalten eine Art Ambient, die Musik m\u00e4andert ohne rhythmische Konturen &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dirk-serries-zonal-disturbances-ii-zoharum-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7587","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7587"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7589,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7587\/revisions\/7589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}