{"id":7579,"date":"2025-04-16T21:12:59","date_gmt":"2025-04-16T19:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7579"},"modified":"2025-04-16T21:12:59","modified_gmt":"2025-04-16T19:12:59","slug":"lt-salts-shitty-liver-pool-rope-pschyrembel-rezension-bandbio-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/lt-salts-shitty-liver-pool-rope-pschyrembel-rezension-bandbio-interview\/","title":{"rendered":"Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope \u2013 \u201ePschyrembel\u201c-Rezension + Bandbio + Interview"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7580\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k-300x200.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k-768x512.jpg 768w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k-450x300.jpg 450w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/LSSLPR-by-ChatGPT-k.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide &amp; Matthias Bosenick (15.04.2025)<br><br>Was kaum jemand wei\u00df: Guido und Matze bestreiten seit \u00fcber 30 Jahren die Band Lt. Salt\u2019s Shitty Liver Pool Rope. Es gibt halbverschollene Demo-Tapes sowie einen Livemitschnitt auf Video, der es bei Youtube zu herrlich vernichtenden Reaktionen schaffte. Angesichts neuer Perspektiven durch neue Technologien baten wir ChatGPT, eine Rezension zum inexistenten LSSLPR-Album \u201ePschyrembel\u201c zu verfassen. Die Bandbio und das Interview gab\u2019s obendrauf. Wollen wir euch nicht vorenthalten:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich! Hier ist eine fiktive Rezension des Albums &#8222;Pschyrembel&#8220; von Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope im Stil von Guido D\u00f6rheide \u2013 also irgendwo zwischen kluger Verspieltheit, selbstironischem Ernst und einem Hang zur feinsinnigen Destruktion:<br><br><br>&#8212;<br><br><strong>Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope \u2013 Pschyrembel<\/strong><br>Rezension von Guido D\u00f6rheide (nachempfunden)<br><br>Es beginnt mit einem Quietschen, das klingt wie eine Zahnarztbohrung unter Wasser \u2013 und so viel sei vorweggenommen: Pschyrembel ist kein Album, das gefallen will. Es ist eines, das sich h\u00e4utet. Und das nicht in Ruhe.<br><br>Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope \u2013 schon der Name klingt wie ein dysfunktionaler Britpop-Remix auf Speed \u2013 liefern mit Pschyrembel ein Werk ab, das sich irgendwo zwischen dadaistischem Kunstgeklimper und pr\u00e4ziser, fast schon obsz\u00f6ner Musikarch\u00e4ologie bewegt. Man h\u00f6rt, dass hier Leute am Werk sind, die zu viel Zeit mit medizinischen Fachlexika und Gitarrenpedalen verbracht haben \u2013 oder beides gleichzeitig.<br><br>Der Opener \u201eGallertiger Auswurf\u201c ist eine Hymne auf das Abseitige, als h\u00e4tten Captain Beefheart und die fr\u00fchen Tocotronic gemeinsam ein Krankenhaus besetzt und sich \u00fcberlegt, wie man Polyrhythmik mit Magen-Darm-\u00c4sthetik fusioniert. Was folgt, ist ein Fiebertraum aus fragmentierten Textzitaten, versprengten Synthesizer-Sch\u00fcben und einer Stimme, die klingt, als w\u00fcrde sie aus einem Blechkeller in Castrop-Rauxel zu uns durchdringen.<br><br>Track drei, \u201eDie Harnr\u00f6hrensonate in E-Dur\u201c, markiert den semantischen Kulminationspunkt: Hier wird gesungen, geschrien, gest\u00f6hnt \u2013 immer kurz vorm Lachen, nie ohne Zynismus. Die Textzeile \u201eLunge links, Gef\u00fchl rechts, alles dazwischen ein ICD-10-Kuddelmuddel\u201c bleibt h\u00e4ngen wie ein postfaktisches Mantra f\u00fcr die Generation Krankenschein.<br><br>Doch bei aller Absurdit\u00e4t: Das Album ist kein Gag. Es ist konzeptionell dicht, fast schon akademisch \u2013 eine Art Klang gewordener Pschyrembel-Eintrag unter dem Begriff \u201eHyperironische Gegenwartsbew\u00e4ltigung mittels Klangkunsttherapie\u201c. Man muss das nicht m\u00f6gen. Aber man muss anerkennen, dass hier jemand mehr will als Applaus: Verwirrung, Verst\u00f6rung, vielleicht sogar ein bisschen Hoffnung. Oder einen allergischen Ausschlag.<br><br>Pschyrembel ist kein Album, das man h\u00f6rt. Es ist eines, das einen h\u00f6rt. Und dann lachen beide \u2013 du und das Album \u2013 \u00fcber die Diagnose.<br><br>Fazit:<br>Ein klanggewordener Fu\u00dfnotenapparat zwischen L\u00e4rm und Liebe. Zug\u00e4nglich wie ein medizinisches Gutachten, aber mit dem Charme eines auf LSD verfassten Poetry-Slams. Wenn das keine Therapie ist, was dann?<br><br><br>&#8212;<br><br>Wenn du willst, kann ich noch eine fiktive Bandbio oder ein Interview nachreichen \u2013 oder eine noch absurdere Version schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr gern \u2013 hier kommt eine fiktive, stilecht \u00fcberdrehte Bandbio zu Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope, nat\u00fcrlich im Geiste von krautnick.de und mit einem Hauch von D\u00f6rheide\u2019scher Dekonstruktion:<br><br><br>&#8212;<br><br><strong>Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope \u2013 Ein Organigramm des Wahnsinns<\/strong><br><br>Gegr\u00fcndet wurde Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope im Sp\u00e4tsommer 2017, angeblich w\u00e4hrend einer misslungenen Gruppentherapie-Sitzung in der psychosomatischen Abteilung der Uniklinik Bonn. Damals noch unter dem Namen The Cystic Fibrosis Jazz Unit, entschied sich das Kollektiv nach einer durchgefeierten Nacht in einem leerstehenden OP-Saal zur Umbenennung \u2013 aus \u00e4sthetischen, juristischen und vermutlich auch philosophischen Gr\u00fcnden.<br><br>Im Zentrum steht Lt. Salt selbst, b\u00fcrgerlich m\u00f6glicherweise J\u00f6rg oder auch nicht, ein Mann, der einmal vier Semester Medizin studierte, dann aber zur Erkenntnis kam, dass der menschliche K\u00f6rper besser klingt, wenn man ihn als Instrument versteht. Um ihn herum rotiert ein loses Netzwerk aus Klangalchemisten, Textfragmentzertr\u00fcmmerern und Leuten, die sich in Krankenakten besser auskennen als in Akkordfolgen.<br><br>Die Einfl\u00fcsse? Eine wilde Mischung aus Postpunk, Free Jazz, Lehrbuch-Psychiatrie, audiophiler K\u00f6rperverletzung und Restmengen von Krautrock-DNA. Ihre Auftritte sind rar, oft unangek\u00fcndigt, gelegentlich nur als Audiodatei eines EKGs dokumentiert. Einmal traten sie bei einem Kongress f\u00fcr Gastroenterologie auf \u2013 versehentlich, wie es hei\u00dft.<br><br>Was Lt. Salt\u2019s Shitty Liver Pool Rope jedoch ausmacht, ist nicht der schr\u00e4ge Name, nicht der absurde Sound, sondern die totale Verweigerung gegen\u00fcber dem Erwartbaren. Wo andere Bands Refrains schreiben, sezieren sie Harmonien. Wo andere provozieren wollen, rezitieren sie aus dem Arzneimittelverzeichnis. Und wo andere Kunst machen, machen sie: Symptome.<br><br>Mit dem Album Pschyrembel ist der Band ein Manifest gelungen \u2013 kein Werk im klassischen Sinn, sondern ein klingendes Kompendium medizinischer Metaphern, ein akustisches Symptomregister unserer Zeit.<br><br>Wer verstehen will, was es mit dem postmodernen Menschen auf sich hat, der sollte weniger Podcasts h\u00f6ren und stattdessen Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope konsultieren. Oder wie sie selbst in einem ihrer selteneren Interviews sagten: \u201eWir sind nicht therapierbar \u2013 aber vielleicht seid ihr es.\u201c<br><br><br>&#8212;<br><br>Wenn du willst, kann ich noch ein fiktives Interview im gleichen Stil drauflegen \u2013 oder dir ein absurdes Bandfoto basteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Na wunderbar \u2013 hier kommt ein fiktives Interview mit Lt. Salt\u2019s Shitty Liver Pool Rope, gef\u00fchrt von einem (geduldig bleibenden) Musikjournalisten, irgendwo zwischen Unterk\u00fchlung, Unterwanderung und Unterzucker. Nat\u00fcrlich im gewohnt dekonstruierten D\u00f6rheide-Stil \u2013 also: halb Ernst, halb Unsinn, ganz Wahrheit.<br><br><br>&#8212;<br><br><strong>&#8222;Wir spielen nicht \u2013 wir dekompensieren.&#8220;<\/strong><br>Ein Gespr\u00e4ch mit Lt. Salt\u2019s Shitty Liver Pool Rope<br><br>Ort: Ein fensterloser Proberaum in der N\u00e4he von Euskirchen. Es riecht nach Desinfektionsmittel und Bohnerwachs. Anwesend: Lt. Salt (Stimme, Konzept), Rieke von der Retikula (Frequenzorgel), Mucus M. (perkussive Intervention), und ein stummer Bassist, den niemand namentlich nennen m\u00f6chte. Das Gespr\u00e4ch wird begleitet von einem konstanten St\u00f6rger\u00e4usch, das niemand zu erkl\u00e4ren vermag.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Euer neues Album Pschyrembel klingt wie der akustische Nachhall einer Obduktion. Was genau war der Impuls?<br><br>Lt. Salt:<br>Das ist korrekt. Aber es war eine Selbstobduktion. Wir wollten herausfinden, wie tief Klang eigentlich in den K\u00f6rper eindringen kann, bevor es klinisch wird. Die meisten Tracks basieren auf echten Vitaldaten. Track 4 etwa \u2013 \u201eKolik der Herzen\u201c \u2013 ist der originale Puls eines Schlagzeugers w\u00e4hrend einer Panikattacke auf der B9.<br><br>Rieke:<br>Und ich hab das dann \u00fcber eine defekte Krankenhausorgel gejagt, die wir aus einer Entsorgung geholt haben. Sie spielt nur in Halbt\u00f6nen und l\u00e4sst sich nicht stimmen. Das fanden wir passend.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Die Texte wirken wie aus alten ICD-Katalogen zusammengeschnitten. Ist das Satire?<br><br>Lt. Salt:<br>Wir machen keine Satire. Wir machen Realit\u00e4t. Die Texte sind Zitate aus tats\u00e4chlichen Arztbriefen. Mit Einwilligung. Meistens. Der Rest ist Selbstdiagnose. Wir sehen uns als Transmissionsriemen zwischen dem Inneren des Menschen und dem, was Spotify daf\u00fcr h\u00e4lt.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Wie reagiert das Publikum bei euren Konzerten?<br><br>Mucus M.:<br>Zun\u00e4chst mit Irritation. Dann mit k\u00f6rperlichen Symptomen. Einmal ist jemand in der dritten Reihe einfach eingeschlafen und hat 45 Minuten durchgeschnarcht. Das war unser bestes Feedback bislang. In K\u00f6ln hat jemand angefangen zu weinen, aber wir glauben, das lag am Licht.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Warum der Bandname?<br><br>Lt. Salt:<br>Wir wollten einen Namen, der in kein Line-up passt, auf kein Festivalposter passt, und den kein Algorithmus jemals fehlerfrei lesen kann. Das ist Punk, nur mit mehr Silben. Und ja, es ist ein Anagramm f\u00fcr nichts. Ganz bewusst.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Was ist das Ziel von Lt. Salt&#8217;s Shitty Liver Pool Rope?<br><br>Rieke:<br>Ein einziger Song, der gleichzeitig Therapie, Diagnose und Entlassungsbericht ist.<br><br>Lt. Salt:<br>Oder dass uns irgendwann jemand verklagt. Dann w\u00fcssten wir, wir haben etwas Bedeutendes getan.<br><br><br>&#8212;<br><br>krautnick.de:<br>Letzte Frage: Was w\u00fcrdet ihr jungen Bands raten?<br><br>Lt. Salt:<br>Holt euch ein Stethoskop. H\u00f6rt auf euch selbst. W\u00f6rtlich.<br><br><br>&#8212;<br><br>Wenn du magst, bastel ich dir auch ein absurdes Pressefoto oder ein Fake-Konzertplakat zur Band \u2013 irgendwas, das aussieht wie ein Flyerversehen aus einem Paralleluniversum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide &amp; Matthias Bosenick (15.04.2025) Was kaum jemand wei\u00df: Guido und Matze bestreiten seit \u00fcber 30 Jahren die Band Lt. Salt\u2019s Shitty Liver Pool Rope. Es gibt halbverschollene Demo-Tapes sowie einen Livemitschnitt auf Video, der es bei Youtube &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/lt-salts-shitty-liver-pool-rope-pschyrembel-rezension-bandbio-interview\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15],"tags":[],"class_list":["post-7579","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7579"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7581,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7579\/revisions\/7581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}