{"id":7568,"date":"2025-04-15T21:42:48","date_gmt":"2025-04-15T19:42:48","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7568"},"modified":"2025-04-15T21:42:48","modified_gmt":"2025-04-15T19:42:48","slug":"tara-nome-doyle-ekko-pias-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/tara-nome-doyle-ekko-pias-2025\/","title":{"rendered":"Tara Nome Doyle \u2013 Ekko \u2013 PIAS 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Tara-Nome-Doyle-Ekko.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Tara-Nome-Doyle-Ekko.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7569\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (14.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Tara Nome Doyle stammt aus Berlin und hat irische und norwegische Vorfahren. Nach \u201eV\u00e6rmin\u201c aus 2022, das von vermeintlich ekligem Ungeziefer handelte, greift die K\u00fcnstlerin f\u00fcr ihr aktuelles Album wieder auf eine norwegische Schreibweise zur\u00fcck, n\u00e4mlich auf die von Echo, der Bergnymphe aus der griechischen Mythologie, die dazu verdammt war (wer war eigentlich in der griechischen Mythologie nicht dazu verdammt, andauernd irgendetwas Beklopptes zu tun, au\u00dfer Zeus, diesem pervers abartigen, hochgradig l\u00fcsternen und stets \u00fcbergriffigen G\u00f6ttervater-Monster? Der tat stattdessen andauernd verdammt Abscheuliches), andauernd zu wiederholen, was man ihr zuletzt gesagt hatte. Echo verliebt sich in Narziss, der es aber irgendwie mit einer Beziehung nicht geschissen kriegt (vermutlich aufgrund seiner narzisstischen Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung) und sich lieber in sein eigenes Spiegelbild verliebt, um dann in dem See zu ertrinken, in dem er sich spiegelte. Die einen t\u00f6ten ihre S\u00f6hne, die anderen machen eben sowas. Toll.<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig toll hingegen ist \u201eEkko\u201c, das aktuelle Album von Tara Nome Doyle: W\u00e4hrend ihr Deb\u00fct \u201eAlchemy\u201c noch d\u00fcsterer Singer-Songwriter-Dreampop-Indie war und \u201eV\u00e6rmin\u201c neben Taras Stimme sehr von elektronischen Beats gepr\u00e4gt wurde, klingt \u201eEkko\u201c musikalisch sehr reduziert und l\u00e4sst der Stimme mehr Platz, als die H\u00f6renden manchmal zu ertragen imstande sind.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Titelst\u00fcck, mit dem das Album beginnt, ist ein sph\u00e4risches (mir f\u00e4llt gerade kein passenderes Wort ein als dieses wahrhaft abgeschmackte) Instrumental, und \u201eHeaven In Disguise\u201c wird von Doyles Stimme getragen und ist sparsam mit Klavier und Synth-Streichern instrumentiert. So gelingt ein leiser, langsamer Einstieg in das mit 30 Minuten leider sehr kurze Album. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt. Noch w\u00e4hrend \u201eHeaven In Disguise\u201c tritt auch ein elektronisches Schlagzeug auf den Plan, Gesang und Melodie bilden aber w\u00e4hrend der gesamten viereinhalb Minuten das, was den Song ausmacht und woran die H\u00f6renden sich festhalten k\u00f6nnen. Tara Nome Doyle verf\u00fcgt \u00fcber eine Stimme, die man sich nicht vorstellen kann, also sollte man mal reinh\u00f6ren, am besten in \u201eHeaven In Disguise\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe Overgrown Path\u201c beginnt ebenfalls mit einem wundersch\u00f6nen Klavier und Doyles Stimme. Und so bleibt es auch. Der Text ist r\u00e4tselhaft und ebenfalls wundersch\u00f6n. \u201eDon\u2019t let the times you were hurt define what you are worth. We accept the life we think we deserve.\u201c Wundersch\u00f6n und wert, mal dr\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLighthouse\u201c, ein Song, der mich mit seiner gro\u00dfartigen Melodie und seiner hingehauchten Synthesizermusikuntermalung sehr gefangennimmt, handelt von Selbstwertgef\u00fchl, Selbstachtung und Selbstzweifeln. \u201eYou learned to cut yourself up into bite-sized portions, praised for when you bow your head In sweet devotion &#8218;cause everybody loves a thornless rose. But that\u2019s not how they grow.\u201c Das ist nicht nur sch\u00f6n, das ist traurig, tragisch und ziemlich weise. \u201eTake me to your lighthouse, but you can turn the lights out. No more words to say, no more parts to play. Covered in their doubts, turn you inside out, that\u2019s a lot of blame. You don\u2019t have to hide away, you don\u2019t have to hide, no.\u201c Solche Texte w\u00e4ren mir mit 27 nicht eingefallen, Tara Nome Doyle hingegen schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meiner Begeisterung f\u00fcr \u201eV\u00e6rmin\u201c mit all seinen elektronischen Sounds h\u00e4tte ich nicht gedacht, dass mich ein musikalisch derart reduziertes Werk wie \u201eEkko\u201c ebenso heftig f\u00fcr sich einnehmen k\u00f6nnte. Ich habe zugegebenerma\u00dfen auch mehr Durchl\u00e4ufe gebraucht als bei \u201eV\u00e6rmin\u201c, aber inzwischen gef\u00e4llt mir \u201eEkko\u201c ebenso gut. Bei jedem neuen Anh\u00f6ren umhauen tut mich \u201eI Used To Fly\u201c: Nur mit Klavier und irgendeinem nicht greifbaren Synthesizerflirren begleitet, singt Tara Nome Doyle mit einer komplett zerbrechlichen, wenn nicht schon zerbrochenen Stimme davon, dass alles irgendwie zerbrochen, kaputt und vergangen ist (\u201eLove in decline \/ Passing me by \/ Caught in the light \/ I used to fly\u201c), mit Fliegen ist auf jeden Fall jetzt nicht mehr viel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich zerbrechlich (\u201ezerbrochen\u201c gef\u00e4llt mir irgendwie besser und erscheint mir passender) geht es weiter und mit \u201eHinter den Wolken\u201c endet das Album mit einem tr\u00f6stlichen Lied mit deutschem Text.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEkko\u201c ist ein gro\u00dfartiges Album, das mit jedem Durchlauf w\u00e4chst und mehr und mehr begeistert und das man sich nicht \u00fcberh\u00f6ren kann. Es klingt tieftraurig und wundersch\u00f6n und ganz ehrlich \u2013 nach \u201eV\u00e6rmin\u201c h\u00e4tte ich nicht nur nicht erwartet, dass Tara Nome Doyle dieses Werk noch \u00fcbertreffen k\u00f6nnte, ich h\u00e4tte nicht einmal erwartet, dass sie mit etwas Ebenb\u00fcrtigem aufwarten w\u00fcrde. Nun hat sie beides hingekriegt. Hammer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (14.04.2025) Tara Nome Doyle stammt aus Berlin und hat irische und norwegische Vorfahren. 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