{"id":7518,"date":"2025-04-07T21:17:35","date_gmt":"2025-04-07T19:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7518"},"modified":"2025-04-07T21:17:35","modified_gmt":"2025-04-07T19:17:35","slug":"black-country-new-road-forever-howlong-ninja-tune-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/black-country-new-road-forever-howlong-ninja-tune-2025\/","title":{"rendered":"Black Country, New Road \u2013 Forever Howlong \u2013 Ninja Tune 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Black-Country-New-Road-Forever-Howlong.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Black-Country-New-Road-Forever-Howlong.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7519\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (06.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4h? Das sollen Black Country, New Road sein, klingt zwar \u00e4hnlich wie die, aber warum singt da nicht Isaac Wood, wie bisher gew\u00f6hnt? Ach so, ja, er ist ja bereits 2022 bei dem bisherigen Septett aus London ausgestiegen, und den Gesang \u00fcbernehmen seitdem die Keyboarderin May Kershaw, die Bassistin Tyler Hyde und die Violinistin Georgia Allery. Kann das hinhauen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ja, kann es und tut es. Und das haben Black Country, New Road auch schon auf dem 2023er Live-Album \u201eLive At Bush Hall\u201c unter Beweis gestellt (mit einer kleinen Hilfe von Saxofonist Lewis Evans am Gesang). Und so sehr ich Isaac Woods Gesang auf den ersten beiden BCNR-Studioalben \u201eFor The First Time\u201c und \u201eAnts From Up There\u201c auch feierte und sch\u00e4tzte \u2013 auf \u201eForever Howlong\u201c fehlt er an keiner Stelle. Das Er\u00f6ffnungsst\u00fcck \u201eBesties\u201c beginnt mit dem typischen BCNR-Mischmasch aus Gitarren, B\u00e4ssen, Geigen, Saxofonen, Keyboards und einem Schlagzeug, die ganze Gemengelage klingt manchmal schr\u00e4g und anstrengend, nicht so aber hier, da sich die H\u00f6renden nicht noch zus\u00e4tzlich mit Isaac Woods eigenartiger Stimme anfreunden m\u00fcssen. Das soll jetzt nicht hei\u00dfen, dass ich Isaac Wood als S\u00e4nger nicht gut fand \u2013 ganz im Gegenteil, er war gro\u00dfartig, aber der Schwenk zum nunmehr durchweg weiblichen Gesang verleiht der multiinstrumentalen Vielfalt, die sich auf jedem BCNR-Album \u00fcber die H\u00f6renden ergie\u00dft, zu einer ganz neuen Qualit\u00e4t, mit der man erstmal klarkommen muss: Ich habe bislang alles geliebt, was von dieser Band kam, brauchte aber auch immer erstmal mindestens ein Vierteldutzend Durchl\u00e4ufe, um mich reinzuh\u00f6ren. Bei \u201eForever Howlong\u201c gelang es mir schon beim zweiten Durchh\u00f6ren, das Album komplett ins Herz zu schlie\u00dfen, und ich denke, der Gesang hat da einen gewichtigen Anteil daran.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer noch begeistern Black Country, New Road mit ihrem obwaltenden Pand\u00e4monium auf mehr gleichzeitig gespielten Instrumenten, als der durchschnittlich gebildete wei\u00dfe Mann zu benennen imstande ist. Und auch das Songwriting ist weiterhin \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Dennoch denke ich: Das hier und Isaac Wood vielleicht bei jedem dritten Song am Mikro, das w\u00e4re das Optimum.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Optimum her und Wurscht alles: Was kann \u201eForever Howlong\u201c und macht es Spa\u00df oder was?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, tut es definitiv und es kann eine Menge:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber \u201eBesties\u201c hatte ich mich ja schon ausgelassen, hier will ich nur noch erg\u00e4nzen, dass es mich an die sp\u00e4ten Beatles erinnert, irgendwie aus dem Bauch heraus. \u201eThe Big Spin\u201c geht in eine \u00e4hnliche Richtung, aber mit \u201eSocks\u201c bekommt das Album eine andere Richtung: Um die zwei Minuten baut das St\u00fcck ausschlie\u00dflich auf dem wunderbaren Gesang auf, keine instrumentalen Pand\u00e4monien nirgends, zur Mitte des \u00fcber sechsmin\u00fctigen St\u00fccks spielen dann wieder alle Instrumente um die Wette, Queen treffen auf Siouxsie And The Banshees, der Gesang bezaubert, und dann wird es wieder ruhiger, bleibt aber gro\u00dfartig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSalem Sisters\u201c wird vom Klavier eingeleitet, ein bei NCBR gerne genommenem Instrument, und zu einem, wie ich als Banause sagen w\u00fcrde, Tango-Rhythmus nimmt es munter seinen Lauf. \u201eTwo Horses\u201c ist dann mit seinen knapp sechseinhalb Minuten eins der l\u00e4ngsten St\u00fccke auf dem Album. Und eventuell auch das beste. Georgia Ellery singt heiser, hauchend und \u00fcberaus mitrei\u00dfend \u00fcber James Dean und irgendwelche Blutsauger, die einem die Pferde t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das darauf folgende \u201eMary\u201c mit allen drei S\u00e4ngerinnen ist noch ber\u00fchrender: Es handelt von einem M\u00e4dchen, das in der Schule gemobbt wird, was in eindringlichen Worten und sparsam instrumentalisiert in Szene gesetzt wird, haupts\u00e4chlich sind hier die Gitarren am Werk, und die Stimmen, und wie!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eHappy Birthday\u201c bleibt es ruhig, klavierlastig, zumindest zun\u00e4chst. Gegen Ende setzen alle anderen Instrumente ein, und wenn ich dann in den Text hineinh\u00f6re, scheint der Birthday, der hier besungen wird, nicht so wirklich happy zu sein. Die Besungene wird beschuldigt, jemanden des Geldes wegen geheiratet zu haben und nun auf seinen Tod zu warten, w\u00e4hrend viele andere einen Arm und ein Bein (im Text \u201ean arm and a limb\u201c oder wie meine Freundin Katja aus Schottland immer sagt \u201ecosts you an arm and a leg\u201c) gegeben h\u00e4tten, um dort zu leben, wo die Besungene lebt. Alles ist aber nicht die Schuld der Besungenen, sondern diejenige der Welt, in der sie hineingeboren wurde, was die ganze Gemengelage nicht einfacher macht. Anstrengender zu verstehen als \u201eI\u2019ve Come To Wish You An Unhappy Birthday\u201c von den Smiths, aber sch\u00f6ner und differenzierter.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell lohnt es sich bei Black Country, New Road immer, in die Texte reinzulesen, und ich gebe zu, sie nicht immer so richtig oder zumindest nicht auf den ersten Blick zu verstehen oder mir nicht so manches Mal w\u00fctend an den Kopf zu fassen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist \u201eNancy Tries To Take The Night\u201c, es geht um die Beschimpfung einer Frau, die wohl Nancy hei\u00dft und an der die Beschimpfende zu wundersch\u00f6nen Saxofonkl\u00e4ngen kein gutes Haar l\u00e4sst. Muss was Pers\u00f6nliches sein, irgendwann kommt ein wundersch\u00f6n monotones und hartes Schlagzeug dazu, der Gesang bleibt lieblich, obwohl die Beschumpfene immer fieser beschimpft wird. Nancy hat irgendwie die Nacht weggenommen, mehr verstehe ich nicht. Hmpf.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend kommt das Titelst\u00fcck des Albums, wieder einmal mehr ruhig beginnend und sich dann steigernd und abgesehen vom apselut beeindruckenden Gesang bekommen wir Streicher geboten. Und das ist gut. Mit \u201eGoodbye (Don\u2019t Tell Me)\u201c schlie\u00dft das Album, ein weiterer ruhiger Song \u00fcber Schmerz und gro\u00dfe Verwirrung (zumindest geht es mir so beim H\u00f6ren des Textes).<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt jetzt vielleicht alles nicht sehr \u00fcberzeugend, aber \u201eForever Howlong\u201c ist bislang das Album von Black Country, New Road, das mir am besten gef\u00e4llt, einerseits wegen des wundervollen Gesangs, und andererseits, weil es mich sehr oft an die anstrengenden Stellen bei den Beatles erinnert, ohne dabei kompliziert oder inhomogen zu wirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (06.04.2025) W\u00e4h? Das sollen Black Country, New Road sein, klingt zwar \u00e4hnlich wie die, aber warum singt da nicht Isaac Wood, wie bisher gew\u00f6hnt? 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