{"id":7509,"date":"2025-04-06T20:59:40","date_gmt":"2025-04-06T18:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7509"},"modified":"2025-04-06T20:59:40","modified_gmt":"2025-04-06T18:59:40","slug":"deafheaven-lonely-people-with-power-roadrunner-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/deafheaven-lonely-people-with-power-roadrunner-records-2025\/","title":{"rendered":"Deafheaven \u2013 Lonely People With Power \u2013 Roadrunner Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Deafheaven-Lonely-People-With-Power.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Deafheaven-Lonely-People-With-Power.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7510\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (05.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Jahaa \u2013 Deafheaven. Die Helden des Blackgaze, des Post Black Metal, die uns mit tollen Albumtiteln wie \u201eSunbather\u201c (dem 2013er Durchbruch-Album) oder \u201eOrdinary Corrupt Human Love\u201c (2018, immer noch einer meiner Lieblings-Albumtitel und ein gro\u00dfartiges obendrein) versorgten, melden sich mit \u201eLonely People With Power\u201c (meinen die jetzt Trump, Musk, den Rambo-Zambo-Man oder diesen Typen aus Bayern, der sich gerade einen Bart stehen l\u00e4sst?) zur\u00fcck und lassen das irgendwie tolle, aber mit zu viel Klargesang und akustischer Instrumentation \u00fcberfrachtete \u201eInfinite Granite\u201c aus 2021 vergessen. Das macht schon das Albumcover deutlich: Gab es auf \u201eInfinite Granite\u201c noch irgendeine pseudoaussagekr\u00e4ftige Gemengelage aus Blau, Schwarz und groben Pixeln zu sehen, ziert \u201eLonely People With Power\u201c eine Frau mit blauem Lidschatten, die sich auf eine Autot\u00fcr st\u00fctzt und eine in diesem offenkundig der Malaise-Era zurechenbaren Fahrzeug (zumindest vermute ich das anhand des dunkelroten Kunstlederbezugs auf dem Armaturenbrett) befindlichen weiteren Frau ansieht. Das l\u00e4sst Raum f\u00fcr Herumr\u00e4tseleien (Wer sind die zwei? Was verbindet sie? Und was zum Teufel ist das f\u00fcr ein Auto?) und es sieht vor allem voll sch\u00f6n aus. Und all Jenen, die dachten, die gro\u00dfen Deafheaven-Zeiten seien vorbei und nun mache sich Klargesang mit akustischer Instrumentierung breit, sei gesagt: Deafheaven sind zur\u00fcck, und zwar mehr als jemals zuvor.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eIncidental I\u201c ist ein Instrumental, das mich aufgrund des Titelbestandteils \u201eDental\u201c an einen Besuch beim Zahnarzt erinnerte und auch in der Tat so klingt, aber mit \u201eDoberman\u201c fangen einen die f\u00fcnf San Franziskaner dann sch\u00f6\u00f6n behutsam auf: Die Gitarren bilden eine hell t\u00f6nende und d\u00fcster wirkende Wand, George Clarke singt \u2013 nein, singt nicht, sondern screamt und growlt, yee-haw, kein Klargesang, Hosiannah!!! \u2013 so, wie man es auf einem Deafheaven-Album nunmehr wohl anscheinend wieder erwarten darf, die Melodie nimmt die H\u00f6renden gefangen, ja super, es passt alles und geht hoffentlich so weiter. Der Song ist \u00fcber sechseinhalb Minuten lang und darf das auch, hier ist nichts zu viel und au\u00dferdem ben\u00f6tigt man auch etwas Zeit, um sich in das Schlagzeug einzuh\u00f6ren. Hammer, wie Daniel Tracy es schafft, die schleppende Atmosph\u00e4re des Songs nicht zu zerst\u00f6ren und dennoch in so hoher Geschwindigkeit auf seine Trommeln einzuschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und musikalisch geht es gottlob so weiter, wie Deafheaven es auf \u201eDoberman\u201c vorgeben: \u201eMagnolia\u201c haut exakt in dieselbe Kerbe, beginnt mit einem unterbrochen ratterndem Riff, setzt mit dem verst\u00f6rend abgehackten Laut-Leise-Schema aber auch eigene Akzente und rattert dann nach einer Minute fr\u00f6hlich vor sich hin. OK, eigentlich nicht wirklich fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eThe Garden Route\u201c kommen dann tats\u00e4chlich sehr sch\u00f6ne akustische und melodi\u00f6se Instrumentalpassagen zum Tragen, aber kaum hat man sich damit angefreundet, keift George Clarke wieder drauflos, und das harmoniert mit den nach Gothic klingenden Instrumenten um so vieles besser als der Klargesang auf dem vorherigen Album. Ein ruhiges, gotisches St\u00fcck mit abartigem Gekreische \u2013 Herz, was willst Du mehr?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun \u2013 zum Beispiel die Fortsetzung des einleitenden Instrumentals \u201eIncidental I\u201c mit mehr L\u00e4nge und vor allem Gesang. Der siebte Song des Albums braucht lange, um in die G\u00e4nge zu kommen, wir h\u00f6ren kein Schlagzeug, aber eine kratzende E-Gitarre und einen wundersch\u00f6nen Gesang. Klargesang, und trotzdem wundersch\u00f6n! Was nicht verwundert, wenn man mal in die Credits schaut: Auf \u201eIncidental II\u201c singt n\u00e4mlich nicht George Clarke, sondern Jae Matthews, die im normalen Leben beim d\u00fcsteren Elektronik-Duo Boy Harsher t\u00e4tig ist. Wunderbar, wie sie den Song einleitet und dann ab Minute 3 von Clarkes Gebr\u00fcll eindrucksvoll unterst\u00fctzt wird. Auf dem folgenden \u201eRegulator\u201c br\u00fcllt Clarke von Anfang an und die Riffs begeistern total. Wenn schon der Gesang keine Melodie liefert, tun es die Gitarrenriffs, und dazu quietscht es alle Naselang atonal rein, dann kommen Momente des Djent, Clarke kreischt munter weiter und \u201eInfinite Granite\u201c verschwindet als winzig kleiner Nachgeschmack am Firmament.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBody Behavior\u201c ist eine wundersame Melange aus Gothic Rock und Post Metal und wartet auch wieder mit dieser seltsamen Abgehacktheit aus \u201eMagnolia\u201c auf. Und mit dem Gesang Clarkes, an dem ich mich nicht satth\u00f6ren kann und der um so vieles besser ist als auf dem Vorg\u00e4nger-Album. Dann folgt \u201eIncidental III\u201c, diesmal mit Paul Banks von Interpol am Gesang. Eigentlich ist es ein weiteres, aber sehr sch\u00f6nes Instrumental-Interlude und Banks singt nicht, sondern sabbelt nur. Aber gut. \u201eWinona\u201c ist dann ein sehr sch\u00f6n langes (7:28 Minuten lang) St\u00fcck melancholischen Gekeifes mit wundersch\u00f6nen Akustikpassagen und auf \u201eThe Marvelous Orange Tree\u201c wechseln sich ebenfalls gotische Instrumentalpassagen und Clarksche Kreischexzesse ab, ein w\u00fcrdevoller Abschluss f\u00fcr ein Album, das soo viel besser ist als sein Vorg\u00e4nger und das deutlich macht, dass Klargesang im Metal manchmal apselut nicht notwendig ist. Au\u00dfer eben zwischendurch von Jae Matthews nat\u00fcrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (05.04.2025) Jahaa \u2013 Deafheaven. 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