{"id":7506,"date":"2025-04-06T20:58:48","date_gmt":"2025-04-06T18:58:48","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7506"},"modified":"2025-04-06T20:58:48","modified_gmt":"2025-04-06T18:58:48","slug":"the-waterboys-life-death-and-dennis-hopper-sun-label-group-llc-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-waterboys-life-death-and-dennis-hopper-sun-label-group-llc-2025\/","title":{"rendered":"The Waterboys \u2013 Life, Death And Dennis Hopper \u2013 Sun Label Group, LLC 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/The-Waterboys-Life-Death-And-Dennis-Hopper.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/The-Waterboys-Life-Death-And-Dennis-Hopper.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7507\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (05.04.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind ein Unikum, die Waterboys: 1983 auf dem selbstbetitelten Deb\u00fct-Album mit wunderbarem Folk-Rock gestartet, haben sie mit dem mit einem \u00fcberaus ikonischen Cover versehenen sophomoren Zweitlingswerk \u201eA Pagan Place\u201c das Musikgenre \u201eThe Big Music\u201c begr\u00fcndet und mit dem darauf folgenden \u201eThis Is The Sea\u201c perfektioniert, um dann auf ihrem wie ich finde apseluten Meisterwerk \u201eFisherman\u2019s Blues\u201c den Celtic Folk aus der Taufe zu heben. Seitdem hat Mike Scott Narrenfeiheit und kann machen, was er will. Was er auch gl\u00fccklicherweise alle ein bis drei Jahre tats\u00e4chlich tut. Heuer beschenkt er all diejenigen, die es h\u00f6ren wollen, mit einem rund einst\u00fcndigen, 25 St\u00fccke enthaltenden Konzeptalbum zum Thema \u201eDas Leben, Dennis Hopper und der ganze Rest\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und bereits auf dem ersten St\u00fcck macht Scott deutlich, dass das hier kein langer dunkler F\u00fcnfuhrtee der Easy-Rider-Nostalgie werden wird, sondern eine Begegnung mit der Seele des Dennis Hopper und allem, was diese repr\u00e4sentiert. F\u00fcr Scott repr\u00e4sentiert Hopper nichts anderes als die Popkultur der letzten 70 Jahre, und genau diese pfropft er in diese Wundert\u00fcte von einem Album hinein, mit einer kleinen Hilfe einer illustren Schar von Co-Musikern wie Steve Earle, Bruce Springsteen, Fiona Apple und einigen wenigen mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Scott (liebe Lesenden, diejenigen, die meine Rezension \u00fcber \u201eAll Souls Hill\u201c (2022) gelesen haben, wissen, dass ich die The Waterboys weitestgehend mit Mike Scott gleichsetze) erz\u00e4hlt auf dem vorliegenden Tontr\u00e4ger nicht die Hoppers Lebensgeschichte, das w\u00e4re f\u00fcr einen Mike Scott in all seiner Mikescottness zu abgeschmackt, nein, er beleuchtet hier was und da was, erzeugt mannigfache Stimmungen und l\u00e4sst die H\u00f6renden eintauchen in das Leben, das Schaffen und alles Drumherum im Leben und Schaffen von Dennis Hopper.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dieses beginnt in Kansas, denn dort, in Dodge City, wird Dennis Hopper im Jahr 1936 geboren. Mike Scott tritt gleich beim ersten Song, der treffenderweise \u201eKansas\u201c hei\u00dft, in die zweite Reihe zur\u00fcck und \u00fcberl\u00e4sst einem wahrhaft gro\u00dfen zeitgen\u00f6ssischen Songwriter das Mikro, n\u00e4mlich niemand Geringerem als Steve Earle. Und der l\u00e4sst in kurzen, aber h\u00e4ngenbleibenden 2:14 Minuten die Anf\u00e4nge Hoppers Paroli laufen, singt in seinem wundervollen heiser gemurmelten Steve-Earle-Stil und schafft es, gleich zu Anfang des Albums eine Kindheit in Kansas mit dem Ende von \u201eEasy Rider\u201c, Hoppers erster Regiearbeit, zu verkn\u00fcpfen: \u201eSome day I\u2019m on the blow, Kansas, some day I\u2019m on the blow.\u201c Ich denke, nicht nur ich muss hier an \u201eYou know, Billy, we blew it\u201c denken, und am Ende von Easy Rider sind alle tot. You\u2019ll never get out of this world alive.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann \u00fcbernimmt Scott und erinnert auf \u201eHollywood \u201855\u201c an Hoppers Anf\u00e4nge in der Filmstadt, mit \u201eDenn sie wissen nicht, was sie tun\u201c. Der Song swingt mit Kontrabass und Bl\u00e4sern und Scotts toll gealterte, leicht angerauhte Stimme passt wunderbar dazu. Stimmung, Baby. Anschlie\u00dfend wird es auch musikalisch rauh: Ein Schrei, eine Orgel, treibendes Schlagzeug und l\u00e4ssig schrammelnde Gitarre, dazu singt Mike Scott \u00fcber James Dean, das ist \u201eLive In The Moment, Baby\u201c. Dann ert\u00f6nt streicherlastige Filmmusik (\u201eBrooke \/ 1712 North Crescent Heights\u201c, ein Instrumental-Interlude), dann klingt es auf \u201eAndy (A Guy Like You)\u201c sehr sixties-m\u00e4\u00dfig relaxed, auch das folgende \u201eThe Tourist\u201c ist sehr in den 60ern verhaftet, klingt aber v\u00f6llig anders, Beat trifft Americana irgendwie, Scotts Stimme fasziniert, das Album \u00e4ndert von Song zu Song den Stil und dennoch passt alles wunderbar zueinander.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHopper\u2019s On Top (Genius)\u201c markiert den n\u00e4chsten H\u00f6hepunkt auf \u201eLife, Death And Dennis Hopper\u201c, der Song perlt (er perlt tats\u00e4chlich) auf swingender Gitarre und lockerem Klavier dahin und Mike Scott erz\u00e4hlt heiser-begeistert vom Genie Dennis Hoppers auf seinem kreativen H\u00f6hepunkt. Auf den n\u00e4chsten Songs spinnt Scott die Hopper-Story weiter, wechselt munter die Stilrichtungen von Americana bis Dschingis Khan (\u201eFreakout At The Mud Palace\u201c, keine Angst, er zeugte keine sieben Kinder in nur einer Nacht und man h\u00f6rt ihn auch nicht lachen), und mit \u201eTen Years Gone\u201c erreichen wir einen weiteren H\u00f6hepunkt: Der Song rockt, klingt auf der einen Seite superrelaxt und auf der anderen spannungsgeladen, und wenn man denkt, gleich springen irgendwelche Vampire auf den Tisch, greift sich der wohl ber\u00fchmteste Einwohner New Jerseys das Mikro (neien, nicht John Bon Jovi) und zeigt Mike Scott, wie sich eine gut gealterte, rauh gewordene Stimme anh\u00f6ren muss. Bruce Springsteen und Mike Scott r\u00f6cheln um die Wette, what a time to be alive!<\/p>\n\n\n\n<p>Und als ob man das nicht mehr toppen k\u00f6nnte (jahaa \u2013 hihi \u2013 Mike Scott kann selbst DAS noch toppen), f\u00e4hrt Mike Scott danach die absolut un\u00fcbertreffbare Geheimwaffe des Klaviers und Gesangs auf: Fiona Apple. Und Mike Scott tut gut daran, hier keine The Big Music aufzufahren, sondern Ms Apple an wundervoll hallendem Klavier und Mikrofon alle Freiheiten zu lassen, die sie braucht, um unter Beweis zu stellen, dass wir es hier mit einer der mitrei\u00dfendsten K\u00fcnstlerinnen der letzten Jahrzehnte zu tun haben: Auf \u201eLetter From An Unknown Girlfriend\u201c singt sie leidenschaftlich und bedrohlich, schreit bisweilen und zeigt aufs Neue, dass man oft nicht mehr als ein einziges Instrument ben\u00f6tigt, um maximale Wirkung zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anscheinend, um nicht zu Folk- oder Americana- oder Irgendein-anderes-Genre-f\u00fcr-Woodstock-Fans-lastig zu werden, haut Mike Scott dann auf \u201eFrank (Let\u2019s Fuck)\u201c nochmal so richtig auf die Zw\u00f6lf und legt stolz in die Worte \u201eLet\u2019s fuck\u201c, \u201eYou fucking fuck!\u201c und \u201eFuck you fucking Fucker!\u201c Pubert\u00e4t revisited, und das mit toller Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rest des Albums besteht aus tollen Melodien, Sprachsamples \u00fcber das Leben und Wirken Hoppers, einem gro\u00dfartigen Folksong (\u201eGolf, They Say\u201c) mit Mike Scotts gro\u00dfartiger Stimme und zwei Klangcollagen \u00fcber Hoppers Beerdigung und seine Nachwirkung. Und dann ist eine bewegende, mitrei\u00dfende und musikalisch gro\u00dfartige Stunde auch schon wieder rum.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke, Mike Scott, f\u00fcr ein wunderbares Album \u00fcber das Leben, den Tod, Dennis Hopper und den ganzen Rest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (05.04.2025) Sie sind ein Unikum, die Waterboys: 1983 auf dem selbstbetitelten Deb\u00fct-Album mit wunderbarem Folk-Rock gestartet, haben sie mit dem mit einem \u00fcberaus ikonischen Cover versehenen sophomoren Zweitlingswerk \u201eA Pagan Place\u201c das Musikgenre \u201eThe Big Music\u201c begr\u00fcndet &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-waterboys-life-death-and-dennis-hopper-sun-label-group-llc-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7506"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7508,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7506\/revisions\/7508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}