{"id":7473,"date":"2025-03-31T20:42:29","date_gmt":"2025-03-31T18:42:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7473"},"modified":"2025-03-31T20:42:29","modified_gmt":"2025-03-31T18:42:29","slug":"marshall-allen-new-dawn-week-end-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/marshall-allen-new-dawn-week-end-records-2025\/","title":{"rendered":"Marshall Allen \u2013 New Dawn \u2013 Week-End Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Marshall-Allen-New-Dawn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Marshall-Allen-New-Dawn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7474\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (31.03.2025)<br><br>Mit 100 Jahren sein Deb\u00fctalbum herausbringen? Kann man machen. Nochmal so lange warten bis zum Nachfolger wird indes eher unwahrscheinlich. Deb\u00fctant ist Marshall Allen allerdings lediglich als Solist, denn allein mit dem Sun Ra Arkestra ist der Saxophonist und Freejazzer unz\u00e4hlbare Male zu h\u00f6ren. Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung an seinem Album \u201eNew Dawn\u201c ist daher wohl, dass es sich weit weniger free oder spacig anh\u00f6rt, als es in dem Kontext zu erwarten w\u00e4re. Jazz ja, aber eher chillig-loungig oder beschwingt. Ohne den Beitrag der Tochter von Kumpel Don Cherry w\u00e4re es ein Instrumental-Album geworden, und Neneh veredelt den Titeltrack gekonnt. Allein die Streicher sind etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, aber auch mit ihnen macht das vorwiegend mit Arkestra-Freunden eigespielte Album eine Menge Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Die Streicher kamen nachtr\u00e4glich erst hinzu, l\u00e4sst die Musikpostille wissen. Bis dahin war das Album von versierten Leuten eingespielt, die sich um den Altsaxophonisten Marshall Allen gruppierten. Wie sie es bereits von ihrer gemeinsamen Arbeit beim Sun Ra Arkestra kannten, denn von dort holte sich der Einhundertj\u00e4hrige Knoel Scott, Bruce Edwards, Cecil Brooks und Michael Ray ins Studio dazu. Aber nicht nur, auch andere Mitmusizierende sind zu h\u00f6ren, etwa Ornette-Coleman- und The-Roots-Gast Jamaaladeen Tacuma. Nachdem das Album also aufgenommen war, landete es \u00fcber Umwege in K\u00f6ln, wo die Streicher dazukamen, eingespielt von lokalen klassischen Musikern, darunter Sabine Ahrendt vom Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld. Nun sind also Streicher drauf, die den Sound mildern, weichzeichnen, und es ist irgendwie nicht schlimm, auch wenn es die erwarteten Extreme verhindert. Aber gut, mit 100 darf man auch mal altersmilde werden.<br><br>Zum \u201ePrologue\u201c getauften Auftakt bedient der Boss eine Kora, eine westafrikanische Harfenlaute, und Labelbetreiber Jan Lankisch verewigt sich dazu mit Percussions. Der folgende \u201eAfrican Sunset\u201c hat vielmehr etwas Lateinamerikanisches, auf jeden Fall schwingt eine schwere Schw\u00fcle mit. Ein chilliger Einstieg, chillig fortgesetzt mit dem Titeltrack, den Neneh Cherry mit ihrer Stimme bereichert. Zu gestopften Trompeten singt wie weiland \u201eI\u2019ve Got You Under My Skin\u201c auf der Cole-Porter-Tribute-Compilation \u201eRed Hot + Blue\u201c. Allen schwenkte mittlerweile zum Altsaxophon \u00fcber und beh\u00e4lt dies bis zum Finale bei.<br><br>Mit \u201eAre You Ready\u201c poppt das Leben auf, das St\u00fcck ist ein schmissiger Blues, mit haufenweise Solos, darunter einem Trompetenbeitrag wie von Cab Calloway und einem Gitarrengniedeln. Das St\u00fcck k\u00f6nnte man sich so beinahe auf einem j\u00fcngeren Album von Bob Dylan vorstellen. In Richtung Late Night Swing Jazz geht danach \u201eSonny\u2019s Dance\u201c, und hier l\u00e4sst Allen seinem Saxophon erstmals so richtig freien Lauf. Das \u00fcberlange \u201eBoma\u201c, urspr\u00fcnglich 2015 auf der Bonus-DVD zu \u201eLive At Babylon\u201c vom Sun Ra Arkestra Under The Direction Of Marshall Allen ver\u00f6ffentlicht, ist ein energetischer Gniedler, ein epischer Kopfnicker, mit mitrei\u00dfenden Solos von Schlagzeug und Geige; damit werden die Streicher nicht nur zum Hintergrundbegleiter, und das ist sinnig so.<br><br>Der Abschluss \u201eAngels And Demons At Play\u201c, erstmals 1965 auf dem gleichnamigen Sun-Ra-Album ver\u00f6ffentlicht, zeigt, wie das Album ohne Streicher geklungen h\u00e4tte: durchl\u00e4ssig, l\u00e4ssig, mit Groove und verspielten Experimenten, n\u00fcchtern, einnehmend. Also sehr ansprechend, aber wie gesagt, es ist nicht schlimm, dass die Streicher nun enthalten sind. \u201eNew Dawn\u201c ist sicherlich Jazz f\u00fcr Leute, die sonst kaum Jazz h\u00f6ren, aber f\u00fcr die, die dies tun, ist es ebenso ein Gewinn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (31.03.2025) Mit 100 Jahren sein Deb\u00fctalbum herausbringen? Kann man machen. Nochmal so lange warten bis zum Nachfolger wird indes eher unwahrscheinlich. 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