{"id":7455,"date":"2025-03-26T21:00:05","date_gmt":"2025-03-26T20:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7455"},"modified":"2025-03-26T21:00:05","modified_gmt":"2025-03-26T20:00:05","slug":"front-line-assembly-mechviruses-artoffact-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/front-line-assembly-mechviruses-artoffact-records-2025\/","title":{"rendered":"Front Line Assembly \u2013 Mechviruses \u2013 Artoffact Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Front-Line-Assembly-Merchviruses.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Front-Line-Assembly-Merchviruses.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7456\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (26.03.2025)<br><br>Im Grunde ist \u201eMechviruses\u201c eine Werbeplattform f\u00fcr das Electro-EBM-Industrial-Label Artoffact Records und weniger ein sinnf\u00e4lliges Album von Front Line Assembly, denn haufenweise Label-Acts, die man sich zumeist als Mensch mit einigem Geschmack jenseits von Plakativit\u00e4t nicht anh\u00f6ren w\u00fcrde, remixen und erweitern Tracks des urspr\u00fcnglich vorrangig instrumentalen Videogame-Soundtracks \u201eWarMech\u201c aus dem Jahre 2018, also nicht einmal des j\u00fcngsten FLA-Albums, schlie\u00dflich kamen danach sogar noch zwei heraus. Kitsch-Pop mit Wumms kommt zu oft dabei heraus, nur wenige Tracks lassen wirklich auf-, die meisten eher weghorchen. Das ist umso bedauerlicher, da man noch \u201eEchoes\u201c im Ohr hat, das grandiose Remix-Album zu \u201eEchogenetic\u201c. Aber das war vor zehn Jahren, und auch die j\u00fcngsten Studio-Alben der EBM-Mitgestalter aus Vancouver waren bereits eher nicht so pr\u00e4chtig. Also bis auf \u201eWarMech\u201c alles nach \u201eEchoes\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Nun gut, bereits \u201eWarMech\u201c kam bei Artoffact heraus, einem Label, das sich auch vieler verdienter Helden der EBM- und Electro-Szene annimmt, darunter Front 242, aber ansonsten viel zu h\u00e4ufig auf \u2013 nun \u2013 billigst triggernden Electroschrott setzt. Das h\u00f6rt man den \u201eMechviruses\u201c dann leider auch an. Zum Auftakt f\u00fcgen die Br\u00fcsseler Ultra Sunn dem Quasi-Titeltrack \u201eMechvirus\u201c noch angenehm wenig Abseitiges hinzu; angenehm in der R\u00fcckschau, nachdem man das Album einmal durchhat, denn zun\u00e4chst befremdet es eher, dass da kaum etwas wahrnehmbar Neues passiert. Aber dann kommen so Hanseln wie Ayria und Sebastian Komor vom gleichnamigen Kommando, die aus demselben Track einen tanzbaren Schlager machen. Oh Graus.<br><br>Die Bootblacks aus Brooklyn bringen ihren wavigen Postpunk in \u201eForce Carrier\u201c unter, indem sie eine gruftig hallende Gitarre in den Dancetrack einbauen, als unendlichen Loop und ohne Variation. Es beatet vor sich hin. Ebenfalls aus New York kommt das Projekt Seeming, das \u201eMolotov\u201c abermals in den Dancepop r\u00fcckt, mit Vocoder und einem Anflug von Rap zum epischen, kraftstrotzenden Electro-Downbeat sowie einem himmelsst\u00fcrmenden Refrain.<br><br>Vergleichsweise interessant wird es erstmals mit \u201eAnthropod\u201c in der Bearbeitung von Deep Infirmaty, also Scott Hamilton vom kanadischen Somnambulist Sound System. Er macht aus dem St\u00fcck einen Harsh-Electro-Track mit verfremdetem Kreischgesang zu zerst\u00f6rter Musik im langsamen Tempo, was zwar an manche der vor zwanzig Jahren in Dunkel-und-D\u00fcster-Schuppen beliebten plakativen Vertreter des Harsh Electro erinnert, aber einige Schritte weiter geht, weil kompromissloser und h\u00e4rter, ohne gef\u00e4llige Anfl\u00fcge. Also doch mehr wie die Erfinder von Industrial Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, blo\u00df mit zeitgem\u00e4\u00dfem Equipment generiert. Vielleicht liegt\u2019s lediglich am Kontrast zum Rest dieses Albums, aber dieser Track verpasst den Anschluss an die Banalit\u00e4t.<br><br>Der Texaner Joseph Anger macht unter seinem Alias Mvtant aus \u201eHeatmap\u201c einen angenehm h\u00f6rbaren EBM-Track, den er mit dunkler gehaltenem, unaufgeregtem Industrial daf\u00fcr empfiehlt, die CD nach dem vorherigen Track doch noch nicht gleich wieder auszuschalten. Manche Sounds scheint er direkt dem EBM der Achtziger entnommen und in den modernen Soundkosmos eingebettet zu haben. Zu einer Achtziger-Radio-Ballade mit Wavegitarre und chilliger Melodie im Walzertakt machen Fotocrime aus Kentucky \u201e(Re)Creator\u201c, zwar gef\u00e4llig und so retro, dass man es bereits zu kennen scheint, aber doch irgendwie nett.<br><br>Die Growls und das Geschrei der Finnen von Cardinal Noire inmitten eines hypernerv\u00f6sen EBM-Electro-Tracks mit starker Harsh-Industrial-Note machen \u201eHeatmap\u201c noch einigerma\u00dfen interessant, doch man merkt, dass der Gipfel des Albums bereits \u00fcberschritten ist. Encephalon, ebenfalls Kanadier, nehmen sich erneut \u201eMolotov\u201c vor und orientieren sich schn\u00f6rkellos in Richtung Dancefloor. Bis sie dazu den hymnischen Schlager im m\u00e4nnlich-weiblichen Duett erkunden. Zum Schluss des regul\u00e4ren Albums gibt\u2019s nochmal \u201eMolotov\u201c in der Bearbeitung von gleich drei Parteien: Marty Famine aus Kanada, Lys Morke aus Barcelona sowie Stephen Seto alias S:cage aus Kanada bringen IDM-Glitches und \u00e4therischen Gesang in den Frickeltrack unter. Diese Variante stellt einen vers\u00f6hnlichen, weil ansprechenden Abschluss des Albums dar. Das ausschlie\u00dflich in der CD-Version diesen positiven Eindruck mit zwei Versionen des Titeltracks wieder zerst\u00f6rt: \u201eMechvirus\u201c einmal nur von Schlager-Ayria und einmal nur vom Ultra Sunn im Instrumental-Remix.<br><br>Es ist ja an sich eine geile Idee, ein instrumentales Album von anderen Leuten zu einem Album mit Texten umfunktionieren zu lassen. Das spornt die Kreativit\u00e4t an und erweitert den Kosmos der Originale. Nur: Dieses Original war ein Zweck-Album, n\u00e4mlich der Soundtrack zu einem Computerspiel, wiederum der Fortsetzung von \u201eAirMech\u201c aus dem Jahre 2012, zu der FLA ebenfalls den Score lieferten und zu der es keine Remix-Version gibt, aber das nur nebenbei. Ein Zweck-Album also wird zweckentfremdet, das kann spannend werden, wenn man daf\u00fcr vern\u00fcnftige, ernstzunehmende K\u00fcnstler einspannt \u2013 und nicht als Label einfach nur einmal quer in seine Karteik\u00e4sten greift und verpflichtet, wer nicht bei drei im Club verschwunden ist.<br><br>F\u00fcr die Auswahl von \u201eWarMech\u201c spricht, dass daran seinerzeit noch der verstorbene Jeremy Inkel beteiligt war, und dem trauert FLA-Kopf Bill Leeb sp\u00fcrbar nach. So ist dies quasi ein Requiem, wenn auch eines, das man ihm qualitativ ansprechender gew\u00fcnscht h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.03.2025) Im Grunde ist \u201eMechviruses\u201c eine Werbeplattform f\u00fcr das Electro-EBM-Industrial-Label Artoffact Records und weniger ein sinnf\u00e4lliges Album von Front Line Assembly, denn haufenweise Label-Acts, die man sich zumeist als Mensch mit einigem Geschmack jenseits von Plakativit\u00e4t nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/front-line-assembly-mechviruses-artoffact-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7455","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7455"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7455\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7457,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7455\/revisions\/7457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}