{"id":7397,"date":"2025-03-06T20:36:21","date_gmt":"2025-03-06T19:36:21","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7397"},"modified":"2025-03-06T20:36:21","modified_gmt":"2025-03-06T19:36:21","slug":"candycash-lombre-des-fauves-deluxe-edition-atypeek-music-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/candycash-lombre-des-fauves-deluxe-edition-atypeek-music-2025\/","title":{"rendered":"CandyCash \u2013 L\u2019ombre des Fauves (Deluxe Edition) \u2013 Atypeek Music 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/CandyCash-Lombre-des-Fauves.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/CandyCash-Lombre-des-Fauves.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7398\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (06.03.2025)<br><br>Mit vier Liedern mehr und auf einem Label bringt das Pariser Duo CandyCash sein drittes Album \u201eL\u2019ombre des Fauves\u201c, im Jahr 2023 zuerst und nach \u00fcber zehn Jahren Pause ver\u00f6ffentlicht, nochmal so richtig mit Nachdruck unter die Leute. Electrofrickler James Saucerfull generiert IDM-nahe, chillige und fantasievolle Grundlagen f\u00fcr den jazzig-soulig-chansonesken Gesang von Pandra Vox. Klingt alles viel skandinavischer, als es ist, und setzt gottlob eher fort, was es bereits gibt, als es zu kopieren. Das Schr\u00e4ge in der minimalistischen Musik tut dem Gesamtbild ausnehmend gut, das Album sprengt die Grenzen des Pop und eignet sich eher zum Zuh\u00f6ren, vielleicht in einem sehr aufgeschlossenen Stra\u00dfencaf\u00e9, als zum Tanzen, aber wenn doch, dann vertr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Es knarzt, glitcht, frickelt, blubbert, was Saucerfull da seinem Fuhrpark entrei\u00dft, w\u00e4hrend er eigentlich melodi\u00f6se Strukturen f\u00fcr die Songs liefert, dargeboten mit minimalem Besteck, also nicht opulent, aber dennoch effektiv, eher br\u00fcchig und reduziert, dennoch atmosph\u00e4risch, eher k\u00fchl, aber durchgehend reizvoll, insbesondere in der Mixtur aus Experiment und Zweck. Die Experimente \u00e0 la Autechre, Mouse On Mars oder so bestimmen ja auch nicht jeden Song; \u201eContre-ordres, corps \u00e0 corps\u201c etwa hat etwas von Vaudeville, von synthetischem Cabaret, \u201eL\u00e0 d\u2019o\u00f9 je viens, les hommes dorment\u201c klingt nach Bambus-Marimba plus Trompete, \u201eD\u00e9livrez-nous du vide\u201c versetzt mit Harfe und klassischen Blasinstrumenten in einen Fantasy-Film, bevor das St\u00fcck zu einer fr\u00f6hlichen Mississippi-Beerdigung wird. \u201eLa lune \u00e0 bout portant\u201c hat in den Strophen etwas Dunkel-Clubbiges, dazu an anderer Stelle Military-Drums. Akustikgitarre, synthetische Singende S\u00e4ge und Spieluhr vermeint man in \u201ePasseuse d\u2019\u00e2mes\u201c zu h\u00f6ren, ein deformiertes Piano kommt in \u201eDrama Queen\u201c kurzzeitig zum Einsatz.<br><br>Ist die Musik auch bewusst artifiziell, steht der Gesang dazu wie ein organischer Kontrapunkt. Vox, Schwester im Geiste von Herrn Bono?, singt in mittleren Lagen, ist zum Dunkel-Tiefen ebenso bereit wie zum ausdrucksstarken Anheben ihrer Stimme, singt ganz leicht rauh, stets freundlich, sympathisch, einnehmend. Ihr Gesang gibt den Tracks eine zus\u00e4tzliche Struktur, auch wenn und gerade weil diese nicht vordergr\u00fcndig den klassischen Strophe-Refrain-Schemata zu folgen scheinen. Und weil die Stimme so gut passt, verwendet das Duo sie bisweilen auch gesampelt und verfremdet als zus\u00e4tzlichen Soundeffekt. Referenzen schwingen mit: Gry Bag\u00f8ien, Bj\u00f6rk, No Hay Banda und Alison Moyet kommen beim H\u00f6ren in den Sinn, also tats\u00e4chlich vornehmlich skandinavische K\u00fcnstlerinnen.<br><br>Die urspr\u00fcnglichen neun Song von \u201eL\u2019ombre des Fauves\u201c sind auf Franz\u00f6sisch gesungen, die zus\u00e4tzlichen vier dieser \u201eDeluxe Edition\u201c kurioserweise auf Englisch. Noch kurioser ist, dass das Duo verlauten l\u00e4sst, es handele sich um ein Konzeptalbum; das scheint dann im November 2023 bei der Erstver\u00f6ffentlichung noch nicht ganz ausgereift gewesen zu sein. Thema ist Realit\u00e4t und was es darunter noch so alles gibt, das h\u00f6rt man durchaus heraus; eine Ahnung von \u201eAlice im Wunderland\u201c erh\u00e4lt man durchaus zwischendurch.<br><br>Noch noch kurioser ist, dass sich das Duo mehr als zehn Jahre Zeit lie\u00df, um sein drittes Album zu ver\u00f6ffentlichen. Startschuss war 2009 \u201eAnticraft\u201c, wahlweise auch \u201eCandyCash\u201c getauft, gefolgt 2012 von \u201eMindJam\u201c. Dann war Pause. Vox ver\u00f6ffentlichte zwischendurch diverse Solo-EPs und \u2013Alben, zuletzt 2021 \u201eAux invisibles l&#8217;essentiel\u201c, und war Gast bei anderen Projekten, etwa 2020 bei der EBM-Band M.O.K.O. auf deren EP \u201eForce\u201c. Auch Saucerfull bet\u00e4tigte sich solo, von ihm gab es 2016 das Album \u201eOb\u00e9dience\u201c. Jetzt also fanden sie wieder zusammen, und \u201eL\u2019ombre des Fauves\u201c ist der Beleg daf\u00fcr, dass dies eine gute Entscheidung war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.03.2025) Mit vier Liedern mehr und auf einem Label bringt das Pariser Duo CandyCash sein drittes Album \u201eL\u2019ombre des Fauves\u201c, im Jahr 2023 zuerst und nach \u00fcber zehn Jahren Pause ver\u00f6ffentlicht, nochmal so richtig mit Nachdruck unter &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/candycash-lombre-des-fauves-deluxe-edition-atypeek-music-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7397"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7399,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7397\/revisions\/7399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}