{"id":7375,"date":"2025-02-28T15:58:45","date_gmt":"2025-02-28T14:58:45","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7375"},"modified":"2025-02-28T20:34:17","modified_gmt":"2025-02-28T19:34:17","slug":"der-schnellste-meereswetter-inverse-music-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/der-schnellste-meereswetter-inverse-music-2025\/","title":{"rendered":"Der Schnellste \u2013 Meereswetter \u2013 Inverse Music 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Der-Schnellste-Meereswetter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Der-Schnellste-Meereswetter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7376\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.02.2025)<br><br>Diese Deb\u00fct-EP wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt, und ist dabei auch noch ganz geil: Auf \u201eMeereswetter\u201c gibt es auf Deutsch vorgetragenen Crossover-Hardrock\u2019n\u2018Roll zu h\u00f6ren, dargeboten von einer finnischen Band namens Der Schnellste. Bis auf die kuriosen Pseudonyme ist \u00fcber diese Band absolut nichts herauszufinden, die Musik gibt es lediglich im Stream, die Texte sind \u2013 nun: vorhanden, und es macht irgendwie saum\u00e4\u00dfig Spa\u00df, sich diesen Quatsch anzuh\u00f6ren. Rammstein standen hier \u00fcbrigens nicht eindeutig Pate, gottlob!, obschon der S\u00e4nger in einem der vier eher albernen Videos zur EP ein Shirt von denen tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Vielmehr erinnert der erste Song \u201eGesch\u00fcttelt nicht gemischt\u201c an eine Kombination aus dem Crossover der Marke Rage Against The Machine mit dem Gesang von Laibach. Die Band rockenrollt dreckig, die Furcht vor NDH bleibt unbegr\u00fcndet, dazu ist die Gitarrenarbeit viel zu dreckig, eben nicht so klinisch kalt, und sind die Songs zu abwechslungsreich und organisch. Also geil gespielt auf jeden Fall, alle vier St\u00fccke. \u201eMeine Stadt\u201c pr\u00e4sentiert sich als Headbanger-Ballade mit atmosph\u00e4rischen Synthies und Laut-Leise-Dynamik. Das St\u00fcck ist der n\u00e4chste Beleg daf\u00fcr, dass die Band geil an der Gitarre arbeitet, einen lebensbejahenden Drummer dabeihat und gern mit den M\u00f6glichkeiten hantiert, die die Instrumente anbieten, also spontane Umstellung von Akkord auf Riff oder Einbau unerwarteter Breaks. Moment, was h\u00f6rt man da \u2013 \u201eSchnitzel\u201c, \u201eSchei\u00dfe-Dorf\u201c?<br><br>Ja, die Texte. Der erste Song handelt von James-Bond-Filmen und dem Vergn\u00fcgen der Finnen am deutschen Synchron. Lustig, dass sie dabei \u201eger\u00fchrt\u201c und \u201egemischt\u201c verwechseln, aber sei\u2019s drum. Der dritte Song handelt vom \u201eSkispringen\u201c und ist eine Uptempo-Nummer mit dezidiertem cheesy Keyboard-Einsatz zum Turbo-Rock\u2019n\u2019Roll. Der S\u00e4nger br\u00fcllt, und man br\u00fcllt zuletzt beherzt mit ihm: \u201eGarmisch-Partenkirchen!!!!\u201c Noch merkw\u00fcrdiger wird die, \u00e4hm, romantische Liebesballade \u201eDas Schnellste\u201c, mit beinahe klarem Gesang, Synthies, dramatischer Steigerung und als H\u00f6hepunkt einem gniedeligen Prog-Rock-Gitarrensolo. Hier ist man bisweilen damit einverstanden, dass man die Texte nicht ganz so eindeutig versteht, das klingt alles doch eher unromantisch. Und endet als wuchtige Metal-Ballade. Voll sch\u00f6n sogar.<br><br>Vor, zwischen und nach die vier echten Songs packt die Band Interludes, die sie als instrumentale Electro-Spielereien mit kuriosem U-Boot-Bezug gestaltet und nach dem Titel der EP benennt, also \u201eMeereswetter\u201c, mit aufsteigenden Uhrzeitangaben, von 05:50 bis 21:50, letzteres mit unverst\u00e4ndlichem Gemurmel. Das offenbart \u00fcberdies einmal mehr die stimmliche Verwandtschaft des S\u00e4ngers zu Milan Fras, dem S\u00e4nger von Laibach.<br><br>Dieser S\u00e4nger nun nennt sich Affe Kleinblatt, zur Gr\u00fcndung dieser Band tat er sich mit Gitarrist Arno Pferd zusammen; beides Pseudonyme, die ins Leere f\u00fchren. Der einzige Klarname, der hier zu lesen ist, lautet Sami Haavisto, und dem sind die mit \u201eNonsense Machines\u201c generierten Interludes zu verdanken. Man kann nur hoffen, dass es den Namen in Finnland mindestens zweimal gibt, und dass es sich bei diesem Sami Haavisto um den Musiker von FuzzyDice Producions handelt \u2013 und nicht um den Horror-Regisseur, der offenbar als rechtsextremer Aktivist bekannt ist. Weiter im Line-Up, die drei offenen Posten sind Timo Von Sauerkraut am Bass, Glen Scandal am Schlagzeug und Waldemar Panzer an den Keyboards.<br><br>In den Videos nun sieht man einen reichlich gut gebauten b\u00e4rtigen Mann mit Bierdosen der Marke Perlenbacher Lager und einem als Gitarre verwendeten Holzbrett in der Gegend herumposen (oder als Agent Leute erschie\u00dfen). Das sieht alles reichlich spa\u00dfig aus und passt sehr zu der Darstellung, die man auf der Bandcamp-Seite von Sami Haavisto zu sehen bekommt \u2013 dem experimentellen Musiker, nicht dem Horror-Regisseur. Der Schnellste sind in ihrer Wirkung mehr El\u00e4kel\u00e4iset oder Steve\u2019n\u2019Seagulls als Impaled Nazarene, bei denen der dubiose Regisseur mitmischte. Es bleiben also Fragen offen, nicht nur nach Affe und Pferd, und bis zur Kl\u00e4rung herrscht ausgezeichnetes \u201eMeereswetter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>[Edit 20.30 Uhr] Die Band half bei der Aufkl\u00e4rung: Der Gute der beiden Samis macht hier mit. Danke!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.02.2025) Diese Deb\u00fct-EP wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt, und ist dabei auch noch ganz geil: Auf \u201eMeereswetter\u201c gibt es auf Deutsch vorgetragenen Crossover-Hardrock\u2019n\u2018Roll zu h\u00f6ren, dargeboten von einer finnischen Band namens Der Schnellste. 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