{"id":7372,"date":"2025-02-27T22:26:39","date_gmt":"2025-02-27T21:26:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7372"},"modified":"2025-02-27T22:26:39","modified_gmt":"2025-02-27T21:26:39","slug":"onioroshi-shrine-bitume-prods-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/onioroshi-shrine-bitume-prods-2025\/","title":{"rendered":"Onioroshi \u2013 Shrine \u2013 Bitume Prods 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Onioroshi-Shrine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Onioroshi-Shrine.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7373\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.02.2025)<br><br>Viele Gr\u00fc\u00dfe aus Itoolien! In Cervia an der Adria, zwischen Ravenna und Rimini, sitzen drei Musiker, die unter dem Bandnamen Onioroshi \u2013 die japanische Bezeichnung f\u00fcr eine teuflische Gem\u00fcsereibe aus Bambus \u2013 extremst progressive Rockmusik machen, mit allerlei Spielereien in Wiederholung, Fuzz, Epik, Psychedelik und Melancholie. Drei Tracks in fast einer Stunde bastelt die Band auf dem zweiten Album \u201eShrine\u201c zusammen, maximalst komplex und mit einer mal mehr, mal weniger deutlichen N\u00e4he zu Tool. Nur weit dreckiger und mehr in Richtung Post Rock, Shoegaze oder Noise Rock.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Die ersten vier Minuten des Openers \u201ePyramid\u201c bestehen aus zaghaftem Gitarrengeklimper, das an Post Rock erinnert und die Idee von Wiederholung, die Onioroshi auf \u201eShrine\u201c fortw\u00e4hrend wiederholen, schon mal behutsam einf\u00fchrt. Dann bricht der Sturm los, langsam, aber malmend, impulsiv, intensiv, und \u00fcberraschenderweise mit Gesang, was in dem Genre nicht zu erwarten w\u00e4re, da bleibt man ja eher instrumental. Die Stimme ist angenehm in mittlerer Tonh\u00f6he gehalten, bisweilen auch als Chor, der oftmals sph\u00e4risch-entr\u00fcckt erklingt, w\u00e4hrend die Mucke dazu m\u00f6rtelt. Nun, hier geht der Druck bald wieder heraus und r\u00fcckt den Track in einen angerauhten progressiven Rock, der das Repetitive fortsetzt. Das Schlagzeug ist nun das erste Instrument auf diesem Album, das mit seinen Kapriolen sehr eindeutig an Tool denken l\u00e4sst; der Takt ist nur mit gebrochenem Genick bangbar. Dann bricht ein episches Solo zum Walzertakt los, dann driftet das ganze St\u00fcck in die Tool-Kiste. Die Spr\u00fcnge in diesem Track kommen so \u00fcberraschend, dass es auch mehrere Tracks sein k\u00f6nnten. Wie zur Best\u00e4tigung bricht \u201ePyramid\u201c nach \u00fcber 18 Minuten einfach ab.<br><br>In \u201eLaborintus\u201c klingt der Bass sehr, sehr nach Tool, das rollende Schlagzeug passt dazu perfekt. Lediglich die Gitarren bekommen mit dem Flanger einen spacigen Anstrich, den es bei Tool so nicht gibt. Als n\u00e4chste Etappe begleitet die Gitarre die Gesangsmelodie zu einem monotonen rhythmischen Unterbau, nach einiger Zeit abrupt gestoppt von einem l\u00e4rmbegr\u00fc\u00dfenden Fuzz. Abermals dehnt sich eine repetitive Passage ins Unendliche aus, naja, beinahe, denn sie geht in ein komplexes Frickeln \u00fcber. Das war die n\u00e4chste Viertelstunde.<br><br>Das zwanzigmin\u00fctige \u201eEgg\u201c startet mit einer tieft\u00f6nenden fuzzy Gitarre, der rhythmische Hintergrund ist allerdings zu schnell, um von Doom sprechen zu k\u00f6nnen. Auch der Bass ist pl\u00f6tzlich sehr fuzzy. Abermals pl\u00f6tzlich f\u00e4hrt das Trio den Track komplett herunter, leitet ein melancholisches, minimalistisches Klimpern mit \u00e4therischem Gesang ein und \u00fcberf\u00fchrt dies in gedehnte Akkorde ohne Beats, aber mit schamanischen Chants. Der Abschluss ger\u00e4t latent aggressiv und steht dem Album ausgezeichnet. Von Tool ist hier jetzt kl\u00e4ngst keine Rede mehr.<br><br>Warum Onioroshi, \u9b3c\u304a\u308d\u3057, \u00fcbersetzt ungef\u00e4hr \u201eReibeisen des Teufels\u201c hei\u00dft, l\u00e4sst sich so schnell nicht ermitteln; lediglich, dass diese Reibe aus Bambus besteht. Irgendwas mit Teufel geht im Rock\u2019n\u2019Roll ja immer, obschon man bei der Beschreibung eher Appetit bekommt: Man verwendet die Reibe etwa, um Rettich f\u00fcr Shimotsukare zu zerkleinern, was \u201eIch bin m\u00fcde\u201c hei\u00dft und ein Gericht aus gekochtem Lachskopf, Sojabohnen, Gem\u00fcse und Resten ist, popul\u00e4r in S\u00fcd-Kyushu und Okinawa. So nimmt es jedenfalls nicht Wunder, dass der Opener des Onioroshi-Deb\u00fcts \u201eBeyond These Mountains\u201c aus dem Jahr 2019 ausgerechnet \u201eDevilgrater\u201c hei\u00dft. Die Band besteht aus Bassist und S\u00e4nger Manuel Fabbri, Schlagzeuger und S\u00e4nger Enrico Piraccini sowie Gitarrist Matteo Sama.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.02.2025) Viele Gr\u00fc\u00dfe aus Itoolien! 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