{"id":7366,"date":"2025-02-26T21:05:33","date_gmt":"2025-02-26T20:05:33","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7366"},"modified":"2025-02-26T21:05:33","modified_gmt":"2025-02-26T20:05:33","slug":"die-drei-justus-jonas-gefaehrliche-gentlemen-kosmos-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-justus-jonas-gefaehrliche-gentlemen-kosmos-2025\/","title":{"rendered":"Die drei ??? \u2013 Justus Jonas\/Gef\u00e4hrliche Gentlemen \u2013 Kosmos 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Tauber-Pawlitza-Justus-Jonas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"145\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Tauber-Pawlitza-Justus-Jonas.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7367\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Evelyn-Boyd-Gefaehrliche-Gentlemen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"181\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Evelyn-Boyd-Gefaehrliche-Gentlemen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7368\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (26.02.2025)<br><br>Mord. Gleich mehrfacher. Das ist im Universum der drei ??? eher un\u00fcblich, so es sich nicht um veraltete Bluttaten handelt, die die Juniordetektive aus Rocky Beach nachtr\u00e4glich \u00fcberf\u00fchren. Im Rausch der anhaltenden ???-Ver\u00f6ffentlichungsflut erhalten zwei Spin-Off-Serien jetzt neues Futter: Einmal die \u201eEine Interpretation\u201c-Graphic-Novels mit \u201eJustus Jonas\u201c, dem zweiten Buch, das nunmehr der Auftakt zu einer Trilogie sein soll, ja, richtig gelesen, sowie mit \u201eGef\u00e4hrliche Gentlemen\u201c der f\u00fcnfte Band der Reihe \u201eRocky Beach Crimes\u201c mit ermittelnden Nebenfiguren, hier Chauffeur Morton. Ersteres erdacht von Christopher Tauber und gezeichnet von Marius Pawlitza, zweiteres verfasst von Evelyn Boyd \u2013 beides jedoch leider auf unterschiedlichem Qualit\u00e4tslevel.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Beginnen wir mit dem besseren Buch: \u201eJustus Jonas\u201c setzt das vor f\u00fcnf Jahren in die Welt geworfene \u201eRocky Beach \u2013 Eine Interpretation\u201c fort. Auch mit gewechseltem Illustratoren \u2013Pawlitza trat f\u00fcr Hanna Wenzel an den Zeichentisch \u2013 bleibt der wunderbar d\u00fcstere Noir-Stil erhalten, jetzt vielleicht etwas klarer als beim ersten Band, aber beide hard boiled, dunkel, ernsthaft. Das Erwachsene, das dem Auftaktbuch als Grundlage diente, findet hier eine Fortsetzung, in Inhalt wie in Darstellung, und das gelingt dem Autorengespann richtig gut.<br><br>\u201eJustus Jonas\u201c \u2013 Eingeweihte wissen, dass es sich bei der Figur um den ersten Detektiv des Trios handelt, den schlauen, aber gewichtsbedingt unsportlichen \u2013 findet auf mehreren Zeitebenen statt, vor wie nach den Erfolgen des Schn\u00fcfflertrios. Man sieht zun\u00e4chst, wie Justus in den Sechzigern als Kinderschauspieler in der Rolle als Baby Fatso f\u00fcr sein Dicksein gemobbt wird; das geschieht vor seiner Zeit mit Peter Shaw und Bob Andrews. Im Jahr 1975 hingegen liegt die Zeit mit diesen beiden bereits hinter Justus; Gr\u00fcnde daf\u00fcr muss man aus dem \u201eRocky Beach\u201c-Buch in Erinnerung behalten. Nun begegnet Justus als Achtzehnj\u00e4hriger seinen ehemaligen Mitdarstellenden (daf\u00fcr sollte man die Episode \u201eDer gestohlene Preis\u201c aus seinem Hinterkopf verdr\u00e4ngen) und ger\u00e4t in eine Szenerie aus Drogen, Alkohol und Sex, an der er indes nicht direkt teilhat, sowie \u2013 Mord, den er nat\u00fcrlich aufzukl\u00e4ren gedenkt. Dabei verwickelt er sich in eine Verschw\u00f6rung um mehrere Todesf\u00e4lle, die eigentlich ihn zum Ziel hat. N\u00e4chste Zeitebene ist das Jahr 1993, das quasi an \u201eRocky Beach\u201c anschlie\u00dft; was Peter und Bob, die man aus dem Vorg\u00e4ngerbuch optisch in Erinnerung haben muss, um sie hier \u00fcberhaupt zuordnen zu k\u00f6nnen, hier nebenbei bewegt, wird sich wohl in den folgenden zwei B\u00fcchern herausstellen, deren Titel man auch ohne detektivische F\u00e4higkeiten ahnen kann.<br><br>Tauber und Pawlitza machen aus dem einst so vorwitzigen ersten Detektiv einen gebrochenen, depressiven, desillusionierten Mann. Zumindest 1993, wenn er mit Vollbart und stabiler Figur in Erscheinung tritt und sein Motorrad entmottet. Dieses Bild von Justus war schon im ersten Buch \u00fcberzeugend, wie auch die Bilder der beiden Kollegen. Ja, so kann man sie sich als Erwachsene vorstellen. Auch 1975 sieht Justus akzeptabel nach Justus aus, ein leicht angerundeter junger Mann mit leichter Matte, der seine Hoffnungen noch nicht begraben hat. Auch Tante Mathilda und Onkel Titus sind glaubw\u00fcrdig dargestellt; die vertrauten Personen \u00fcberzeugen hier in ihrer Visualisierung mehr als in den Verfilmungen.<br><br>Schwierig zuzuordnen sind indes einige der Nebenfiguren; nicht alle entstammen dem Umfeld der \u201eKleinen Strolche\u201c, und da ist es unklar, ob es sich um Neuerfindungen oder aus der Serie bekannte Charaktere handelt, trotz \u00e4hnlicher Namen. Ebenso schwierig sind manche Ideenspr\u00fcnge, die Justus absolviert \u2013 aber das macht der Fluss der Geschichte wett. Die Spr\u00fcnge von Bob und Peter sind in der Zukunft als l\u00f6sbar zu erwarten und somit ebenfalls kein gro\u00dfer Bremsklotz. Ein koksender Bob im Jahre 1975 l\u00e4sst zumindest erwarten, dass es k\u00fcnftig kaum weniger hard boiled zugehen wird.<br><br>Erstaunlicherweise \u00fcberzeugen Geschichten aus der fiktiven kalifornischen K\u00fcstenstadt zuletzt mehr, sobald sie nicht dem Hauptkanon zugeh\u00f6ren. Die vielen Graphic Novels sind \u00fcberwiegend gelungen, die Reihe \u201eRocky Beach Crimes\u201c ebenso. Zumindest bis zum f\u00fcnften Band \u201eGef\u00e4hrliche Gentlemen\u201c \u2013 der leider nicht einmal Mittelma\u00df erreicht.<br><br>Dabei ist der Auftakt gro\u00dfartig: Wie in den anderen F\u00e4llen der Reihe gelingt es Boyd, die Nebenfigur schl\u00fcssig in die Position zu man\u00f6vrieren, in einem Kriminalfall ermitteln zu m\u00fcssen. Hier wird Morton von einem Gesch\u00e4ftsmann dazu verpflichtet, ihm f\u00fcr die Dauer einer Tagung in einem Hotel zur Verf\u00fcgung zu stehen. Nun wird ausgerechnet dieser Gesch\u00e4ftsmann mit einem Dolch im R\u00fccken im Raum einer Wahrsagerin aufgefunden, die einem parallel stattfindenden Esoterik-Kongress angeh\u00f6rt. Die drei Fragezeichen sind \u2013 mal wieder, so muss das bei dieser Reihe \u2013 abwesend, zudem fand Morton Inspector Cotta nach einem Undercover-Einsatz vergiftet in dem Hotel auf und sieht sich nunmehr auf Eigeninitiative zur\u00fcckgeworfen.<br><br>Eine wunderbare Ausgangslage f\u00fcr einen klassischen Whodunnit also. Doch leider versteift sich Boyd darin, Fanfutter zu liefern, indem sie absurde Nebenfiguren und sonstige Anspielungen unterbringen muss, anstatt die Geschichte spannend auszuarbeiten. Bei der Wahrsagerin handelt es sich n\u00e4mlich um Patricia Osborne, die spinnerte Eso-Tante der wunderbaren Allie Jamison, die in \u201eDie singende Schlange\u201c erstmals auftrat. Boyd l\u00e4sst sie verl\u00e4sslich spinnert agieren, als sie sich von der Verd\u00e4chtigen zur Mitschn\u00fcfflerin mausern will und Morton einen besser zu seiner Aura passenden Vornamen erfindet.<br><br>Das geht ja noch. Morton kommt bald dahinter, dass es sich bei dem Gentlemen Club um einen Kreis von Verbrechern handelt, verb\u00fcndet sich aber trotzdem mit dem brutalen Bodyguard eines Gesch\u00e4ftspartners seines neuen Auftraggebers \u2013 der Neffe des Toten \u2013, als der n\u00e4mlich ebenfalls zum Verd\u00e4chtigen wird. Cotta kann vor seiner Krankenhauseinlieferung etwas von einem Koffer mit Stern fl\u00fcstern und Morton findet den n\u00e4mlich genau bei dem Neffen. Aber es gibt noch zwei solcher Koffer. Und l\u00fcgende Hotelangestellte. Und einen zwielichtigen Anwalt. In dem Koffer machen die Schn\u00fcffelnden bald einen chemischen Kampfstoff aus und der genesene Cotta springt ihnen abermals undercover zur Seite, um den T\u00e4ter zu stellen.<br><br>Auch das ist noch nicht alles. Morton l\u00e4sst sich von Tante Mathilda einen Maulwurf bei den Cops vermitteln, den er dazu erpresst, sensible Daten herauszugeben. Morton nimmt den Kampfstoff in Hippiecamouflage an sich, indem der b\u00f6se Bodyguard den Kofferraum des Luxusaustos knackt, in dem der Koffer untergebracht ist. Der T\u00e4ter ger\u00e4t dadurch aber nicht in einen Fluchtmodus, sondern muss umst\u00e4ndlich auf einer Auktion \u00fcberf\u00fchrt werden, auf der sich auch Victor Hugenay herumtreibt, der Gentlemanverbrecher und neben Skinny Norris Hauptgegner der drei Fragezeichen, der mit dem Fall hier allerdings rein gar nichts zu tun hat. Der un\u00fcberf\u00fchrbare Unterweltboss Mr. Grey ist au\u00dferdem Teil dieses Gentlemen Clubs, tritt aber nicht in Erscheinung. Weil Cotta verschwunden ist, \u00fcbernimmt der b\u00e4rbei\u00dfige, arrogante und unf\u00e4hige Inspector Kershaw die Ermittlungen, seinerzeit von Andr\u00e9 Marx f\u00fcr \u201ePoltergeist\u201c erfunden. Das Hotel, das dem Fall als Schauplatz dient, ist die Ranch des Roten L\u00f6wen aus \u201eDer Doppelg\u00e4nger\u201c. Zuletzt treffen sich alle bei dem Finnen aus dem ersten Band dieses Spin-Offs im Caf\u00e9 und futtern, nun, naja, es muss ja nicht immer Kirschkuchen sein, nech; unsch\u00f6ne Erinnerungen an \u201eDie drei ??? Kids\u201c kommen auf. Und echt, post Morton in unbeobachteten Momenten zu \u201eBohemian Rhapsody\u201c von Queen, um mal seine britische K\u00fchle abzulegen?!<br><br>Nee, bei aller Liebe und bei aller Freude, die man an den ersten vier B\u00fcchern \u2013 von Kari Erlhoff und Boyd je zur H\u00e4lfte verfasst \u2013 hatte, dieser Band geht sehr in die Hose. Es scheint, als w\u00e4re Fandienlichkeit oberster Anspruch der Autorin; das findet sich zwar in allen diesen B\u00fcchern, aber nicht so sehr wie hier zuungunsten der Geschichte. Und die ist hier viel zu d\u00fcnn und haneb\u00fcchen. Egal, das sechste Buch wird sicherlich auch mitgenommen. Nach Tante Mathilda, Victor Hugenay, Kommissar Reynolds, Skinny Norris und nun Morton liegt die gr\u00f6\u00dfte Spannung in der Wahl der Nebenfigur, die den Zuschlag der Hauptrolle bekommen wird. An b\u00f6ten sich: Allie und Jelena im Duo, Kelly, Liz und Lys im Trio, Bobs Vater bei der Zeitung, Peters Vater beim Film, Onkel Titus, Alfred Hitchcock, Dick Perry und Mrs. Bennett. Um Gottes Willen nicht: Clarissa Franklin, Mr. Grey, Rubbish George, Jeffrey oder Eudora Kretschmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.02.2025) Mord. Gleich mehrfacher. 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