{"id":7356,"date":"2025-02-24T20:56:54","date_gmt":"2025-02-24T19:56:54","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7356"},"modified":"2025-02-24T20:56:54","modified_gmt":"2025-02-24T19:56:54","slug":"fifth-daughter-stellar-season-fruits-de-mer-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fifth-daughter-stellar-season-fruits-de-mer-records-2025\/","title":{"rendered":"Fifth Daughter \u2013 Stellar Season \u2013 Fruits de Mer Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Fifth-Daughter-Stellar-Season.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"113\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Fifth-Daughter-Stellar-Season.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7357\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (24.02.2025)<br><br>Man muss bis zum letzten Song warten, um auf \u201eStellar Season\u201c tats\u00e4chlich etwas zu bekommen, das dem Etikett Prog Rock einigerma\u00dfen nahe kommt \u2013 der Rest dieses Deb\u00fcts des aus zwei M\u00e4nnern aus Brighton bestehenden Duos Fifth Daughter verliert sich angenehm eskapistisch zwischen Folklore, Ambient, Yacht Rock, Psychedelic und entr\u00fccktem Hippietum. Nicholas Whittaker und James Howarth fanden w\u00e4hrend der Corona-Lockdowns zusammen, um in der Isolation Isolationsmusik zu generieren, mit exotischen Instrumenten, die die \u00fcbliche Rockger\u00e4tschaft vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Mit allerlei Holzblasinstrumenten startet das Duo seine Reise durch die Jahreszeiten; ja, hinter \u201eStellar Season\u201c steckt eine Art Konzept. Es fl\u00f6tet und tr\u00f6tet dazu \u00e4therisch, dazu fallen Howarth und Whitaker in einen entr\u00fcckten Duettgesang, man mag Simon &amp; Garfunkel als Referenz herbeizitieren, aber nicht so hektisch, bitte. \u201eThe Eternal Dance\u201c ist ein transparent-transzendentaler neunmin\u00fctiger Auftakt, in dem erst nach sieben Minuten \u00fcberhaupt eine Art Schlagzeug zum Einsatz kommt. Nein, von Rockmusik ist hier nicht wirklich zu sprechen. Noch nicht: Die Intensit\u00e4t steigert sich noch, bleibt aber watteweich; wenn schon Rock, dann so etwas wie MOR, AOR oder Yacht Rock, aber Fifth Daughter haben es trotz des selbstgew\u00e4hlten Prog-Rock-Labels nicht wirklich auf Rock\u2019n\u2019Roll angelegt.<br><br>Daher generieren die beiden Musiker im zweiten Song \u201eBecome Sun\u201c auch vielmehr eine Art Psychedelic Folk, mit der Akustikgitarre als Zuwachs zu den omnipr\u00e4senten Blasinstrumenten. Bis zur H\u00e4lfte bleibt das St\u00fcck eher Ambient, wie eine Art Score zu einem melancholischen Film, m\u00f6glicherweise einem, in dem ein Wikinger stirbt, dessen Trauer-Lure einsam \u00fcber die Sch\u00e4ren weht. Nach der H\u00e4lfte verf\u00e4llt das Duo dann in das oben Genannte, was es unter Rock versteht. Erfreulicherweise liegt den Musikern \u00fcberdies auch der Hang zur Kakophonie inne, das verleiht den folgenden St\u00fccken etwas \u00dcberraschung und noch mehr Spannung, obschon sie es damit nicht \u00fcbertreiben, die Watte bleibt trotzdem der vertr\u00e4glichste Aggregatzustand. Aber dieses leicht Pand\u00e4monische setzen Fifth Daughter immer wieder mal dezent in den Songs ein.<br><br>Nun ver\u00e4ndern sich Jahreszeiten, und daher ergibt sich in \u201eHouse Of Ra\u201c pl\u00f6tzlich ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wilder Tanz, dennoch gleichbleibend zur\u00fcckhaltend, mit der Rock\u2019n\u2019Roll-Ger\u00e4tschaft wie aus der zweiten Reihe heraus musiziert, unterhalb der dominierenden Fanfaren. Man hat in bunte Wallekleidung gewandete tanzende Hippies mit Tamburinen auf einer Wiese vor Augen. Diese Mixtur aus zur\u00fcckhaltendem Rock und eskapistischer bis an\u00e4sthesierender Exotik beh\u00e4lt das Duo \u00fcber die Spielzeit des Albums bei, bis zum letzten Song \u201eEven Winter\u201c, der, anders als es der Titel ahnen l\u00e4sst, richtig wohlig warm klingt. Ein flackernder Kamin am Ende des Jahres quasi.<br><br>Die beiden Protagonisten hinter Fifth Daughter fanden sich aus anderen Bands zusammen: Whittaker spielt hauptamtlich bei der Prog-Rock-Band Diagonal, als deren Seitenarm man Fifth Daughter beinahe auffassen kann, weil der Saxophonist gleich mal einige seiner Bandkumpane als Unterst\u00fctzung f\u00fcr \u201eStellar Season\u201c mitbrachte, n\u00e4mlich Gitarrist David Wileman und Schlagzeuger Luke Foster. Whittakers Ambient-Kollege Will Howes guckte ebenfalls im Studio vorbei. Das zweite Haupt-Standbein Howarth war Bassist bei der Britpop-Band Running Dogs, die es 2013 auf eine von Killing-Joke-Bassist Martin Glover aka Youth produzierte EP brachte. Die Info erz\u00e4hlt au\u00dferdem, dass Howarth im Kontext von KLF in Erscheinung trat; darauf muss man sich dann wohl verlassen, dass das zutrifft.<br><br>Zu haben ist das Album als Stream und auf Vinyl. Beides ist bei Fruits de Mer nicht immer gegeben, vieles aus dem Katalog ist ausschlie\u00dflich physisch \u00fcber das Label erh\u00e4ltlich. Etwa die Best-Of-plus-Rarit\u00e4ten-Doppel-CDs der Reihe \u201eAn Introduction\u201c, j\u00fcngstens etwa zu den D\u00fcsseldorfern Vibravoid oder zu den US-Psychedelikern Sidewalk Society, jeweils gekr\u00f6nt mit haufenweise obskuren Coverversionen, sowie zu Schizo Fun Addict, ohne die es das Label in dieser Auspr\u00e4gung offenbar nie gegeben h\u00e4tte. Gibt\u2019s alles nicht digital, da muss man Kontakt nach England aufnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (24.02.2025) Man muss bis zum letzten Song warten, um auf \u201eStellar Season\u201c tats\u00e4chlich etwas zu bekommen, das dem Etikett Prog Rock einigerma\u00dfen nahe kommt \u2013 der Rest dieses Deb\u00fcts des aus zwei M\u00e4nnern aus Brighton bestehenden Duos &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fifth-daughter-stellar-season-fruits-de-mer-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7356","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7356"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7358,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7356\/revisions\/7358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7356"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7356"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}