{"id":7329,"date":"2025-02-13T22:59:41","date_gmt":"2025-02-13T21:59:41","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7329"},"modified":"2025-02-13T22:59:41","modified_gmt":"2025-02-13T21:59:41","slug":"clouds-desprins-loud-rage-music-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/clouds-desprins-loud-rage-music-2025\/","title":{"rendered":"Clouds \u2013 Desprins \u2013 Loud Rage Music 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Clouds-Desprins.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Clouds-Desprins.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7330\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (13.02.2025)<br><br>Die Ank\u00fcndigung ist spannender als die Musik, leider: Clouds startete 2013 als einmalig gemeintes Solo-Doom-Metal-Projekt mit G\u00e4sten, das sich schnell zu einem Sammelbecken der Szenestars entwickelte und das heuer mit \u201eDesprins\u201c sein sechstes Studioalbum pr\u00e4sentiert, nunmehr als rein rum\u00e4nische Band. Hei\u00dft: Growls und tiefe Gitarrenriffs \u2013 zu Kitsch-Keyboards und Pathos-Fl\u00f6ten. Trotz f\u00fcr Unge\u00fcbte unbequem anzuh\u00f6render Stimme ist die epische Mucke reichlich gef\u00e4llig. Da war bei der Konstellation weitaus mehr Kompromisslosigkeit zu erhoffen gewesen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a> Gitarre, Bass und Schlagzeug schleppen sich episch durch die dunkle Nacht, dazu growlt Bandkopf und einziges konstantes Mitglied Daniel \u201eN\u201c Neagoe aus tiefstem Halse, ab und zu auch mal klar wie Mikael \u00c5kerfeldt. Synthies, Piano und Fl\u00f6ten weben Kitsch in den gelangweilt riffenden Doomteppich ein. Jeder Akkord, jede Melodie, alles klingt nach Radio, nach Pop Meets Classic in Dur, nach Ohrschmeicheleien, man ist beinahe geneigt, zu sagen: nach Schlager. Das kennt man seit Jahrzehnten vom Gruftinachwuchs: niederschwellig getriggerte Emotionen, Wiedererkennbarkeit auf kleinstem gemeinsamem Nenner, simpelst vertonter Weltschmerz, allgemeing\u00fcltige Seelenpein unter vorgegaukelter Tiefgr\u00fcndigkeit. Dazu ein Metal, der sich keine M\u00fche gibt: simple Riffs, ab und zu mal beschleunigte Bassdrums, Hauptsache irgendwie tieft\u00f6nig. Keine \u00dcberraschungen, und dann auch noch so glattpoliert, dass die Mucke nicht mal Ecken und Kanten hat.<br><br>Okay, vier \u00dcberraschungen gibt es: Im letzten Drittel des zweiten Songs \u201eLife Becomes Lifeless\u201c, also nach \u00fcber zehn Minuten Album-Spielzeit, f\u00e4llt Neagoe pl\u00f6tzlich in den h\u00f6heren Klargesang. Erstmals, nicht letztmals. Nach der H\u00e4lfte des vierten Songs \u201eForge Another Nightmare\u201c kippt der Grundakkord pl\u00f6tzlich um einen Halbton, das ist interessant, und danach beginnt Neagoe kurz, mit grufttiefer Peter-Steele-Stimme zu murmeln; abermals erstmals, nicht letztmals. In \u201eChain Me\u201c an Position f\u00fcnf gibt\u2019s tiefe Friedhofsglockenschl\u00e4ge. In \u201eSorrowbound\u201c, dem achten Song und ersten von zwei Bonus-Tracks, solieren Twin-Guitars zu Fl\u00f6tent\u00f6nen. Das war\u2019s, bei neun Tracks in einer Stunde, der Rest malmt wie beschrieben vor sich hin.<br><br>Der aus Timi\u0219oara in Westrum\u00e4nien stammende Neagoe wollte 2013 einfach nur ein Album als Clouds herausbringen. Jenes \u201eDoliu\u201c erschien dann im Jahr darauf, bereits umgesetzt von Leuten aus ganz Europa, also Schweden, Finnland, F\u00e4r\u00f6er, Niederlande, Bulgarien, Griechenland, und von Bands wie Crippled Black Phoenix, Shape Of Despair, Scar Symmetry oder Officium Triste ausgeborgt; Clouds galt seitdem als Band mit Sitz in London. Synthies, Geigen und Fl\u00f6ten kamen erst 2016 beim Nachfolger \u201eDeparte\u201c ins Spiel, seitdem wechselten die Besetzungen in unterschiedlichem Tempo. Das vorletzte Album \u201eDesp\u0103r\u021bire\u201c war das letzte mit G\u00e4sten, seit 2021 ist Clouds nun ein rein rum\u00e4nisches Projekt, mit Bassist Alex Costin, Gitarrist Mihai Dinuta, Fl\u00f6tist Andrei Oltean, Schlagzeuger Casian Vlad, Gitarrist Alex Gheorghe und Violinistin Corina Gheorghe. Auch wenn einige von ihnen eine lange Liste an Neben- und Vor-Projekten haben, reicht keiner an Neagoe heran: Nicht nur gr\u00fcndete er 2010 mit Eyes Of Solitude einen Clouds-Nebenarm mit \u00e4hnlicher Auspr\u00e4gung, auch ist und war er Mitglied bei Bereft Of Light, Cursed Cemetery, Daius, God Eat God, Mourners, Obseqvies, Ustkara Ghost, Deos, Fogland, My Shadow, Vaer, Winter&#8217;s Eve, Colosus, Aeonian Sorrow, Aphonic Threnody, Ennui, Genune, Gothic, Mistralth, Panthe\u00efst, Pathogenic Virulence, Shape Of Despair, Sidious, Unfathomable Ruination, Tableau Mort und Tiarra, bisweilen unter Aliassen wie Klepsy, Colosus, Dark Raven oder Khrud. Uff!<br><br>Man wundert sich, dass bei dieser Verzweigung mit \u201eDesprins\u201c \u2013 ja, alle Albentitel bestehen aus einem Wort und beginnen mit D \u2013 ein so mediokres Album herauskommt. Punkrock geht anders! Mit Etiketten wie Funeral Doom, Death Doom, Doom Metal oder Melodic Death Doom um sich zu werfen, weckt zwar hohe Erwartungen, macht aber keine bemerkenswerte Musik. Merkw\u00fcrdig genug, dass Aspekte wie \u201eFolk\u201c, \u201eSymphonic\u201c oder \u201eOrchestral\u201c bei der Eigenbezeichnung gar nicht vorkommen. Dunkelheit ist hier jedenfalls kaum mehr als eine Maske mit verkaufsf\u00f6rdernder Bemalung, aber nichts, was man wahrhaftig empfinden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.02.2025) Die Ank\u00fcndigung ist spannender als die Musik, leider: Clouds startete 2013 als einmalig gemeintes Solo-Doom-Metal-Projekt mit G\u00e4sten, das sich schnell zu einem Sammelbecken der Szenestars entwickelte und das heuer mit \u201eDesprins\u201c sein sechstes Studioalbum pr\u00e4sentiert, nunmehr &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/clouds-desprins-loud-rage-music-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7329","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7329"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7329\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7331,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7329\/revisions\/7331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}