{"id":7314,"date":"2025-02-11T21:27:26","date_gmt":"2025-02-11T20:27:26","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7314"},"modified":"2025-02-11T21:27:26","modified_gmt":"2025-02-11T20:27:26","slug":"dream-theater-parasomnia-inside-out-music-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/dream-theater-parasomnia-inside-out-music-2025\/","title":{"rendered":"Dream Theater \u2013 Parasomnia \u2013 Inside Out Music 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Dream-Theater-Parasomnia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Dream-Theater-Parasomnia.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7315\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (11.02.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Generalexkulpation vorweg: Der Schreibende dieses Artikels ist weder Dream-Theater-Fan noch -Sachverst\u00e4ndiger. Alles Geschriebene beruht auf pers\u00f6nlicher Meinung und solidem Halbwissen. Alsdann, gehen wir es an:<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich in den Kommentarspalten der Metalrezensionsheftchen umschaut, fragt man sich, warum man \u00fcberhaupt Dream Theater h\u00f6ren sollte: James LaBrie ist ein schlechter S\u00e4nger, John Petrucci immer lost in Gegniedel, der selbstverliebte Jordan Rudess r\u00fcckt sich und seine vielen Keyboards immer zu sehr in den Vordergrund, Mike Mangini ist nicht Mike Portnoy. Nun, zumindest sitzt jetzt Mike Portnoy wieder am Schlagzeug, und \u00fcber den Bassisten John Myung scheint es nichts Negatives zu vermelden zu geben.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Gehe ich also bei und mache mich \u2013 als Nicht-Fan, sondern nur Manchmal-ganz-gerne-H\u00f6rer \u2013 vorurteilsfrei mit dem neuen Songmaterial auf \u201eParasomnia\u201c vertraut. Insomnia kenne ich, aber was zum Teufel ist Parasomnia? Und gibt es auch Omisomnia oder Unisomnia? Hier hilft Wikipedia: Parasomnia sind Schlafst\u00f6rungen. Aha, die bekommt der Fan wahrscheinlich, weil James LaBrie ein schlechter S\u00e4nger ist, John Petrucci zu viel gniedelt und \u201eThe Shadow Man Incident\u201c auf einer L\u00e4nge von \u00fcber 20 Minuten gef\u00fchlt zu 75 % aus Jordan Rudesses Keyboardsoli besteht. Diese spielt er immer dann, wenn Petrucci mal nicht gniedelt, manchmal auch w\u00e4hrenddessen, und w\u00e4hrend all dieser Kapriolen h\u00e4lt James LaBrie die Klappe. Na, das ist doch schon mal besser als Nichts! Wobei ich hier jetzt echt mal eine Lanze brechen muss f\u00fcr James LaBrie (Hammer, oder? Schon viermal \u201eJames LaBrie\u201c geschrieben ohne einen einzigen Weichk\u00e4sewitz! Das, meine Damen und Herren, ist wahre Selbstbeherrschung): Im Gegensatz zu damals auf \u201eImages &amp; Words\u201c klingt sein Gesang inzwischen energischer, aggressiver, teilweise geradezu schneidend, und passt viel besser zu der von ihm seinen Bandkollegen teils urst eitel zur Schau gestellten Virtuosit\u00e4t. Kurz: Er nervt mich hier an keiner Stelle mehr. \u201eImages And Words\u201c ist sicher das originelle Album, nicht zuletzt, weil DT damals noch was Neues war und sich selbst nicht wiederholen oder zitieren konnte, aber LaBries Gesang war damals um ein Vielfaches schmieriger und scheu\u00dflicher und macht das \u2013 bei vielen als bestes DT-Werk geltende \u2013 Album f\u00fcr mich damit fast unertr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Also ziehe ich lieber das unmittelbare Vorg\u00e4ngerwerk \u201eA View From The Top Of The World\u201c aus dem Jahr 2021 zum Vergleich heran. Auch hier hat sich LaBrie gesangsm\u00e4\u00dfig besser im Zaum als auf seinem DT-Einstiegswerk, und hier trommelt noch Mike Mangini, so dass man einen direkten Vergleich zwischen seiner Arbeit und der seines Vorg\u00e4ngers und Nachfolgers Portnoy hat. Ansonsten sind beide Alben \u00e4hnlich: Ausufernd (unter 1:10 Std. L\u00e4nge geht bei DT anscheinend gar nix), melodisch-verspielt (Rudess), gniedelig (Petrucci), angenehm h\u00e4rter als \u201eI&amp;W\u201c, aber nicht wirklich hart und aus meiner Nicht-Fan-Sicht weder wiedererkennbar noch schlecht. Portnoys Schlagzeug gef\u00e4llt mir ausgezeichnet, nat\u00fcrlich ist er technisch brillant, nat\u00fcrlich ist er schnell, aber das ist Mangini auch, nur klingt Portnoy in meinen Ohren organischer und weniger wie eine Maschine.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Einstieg l\u00e4sst sich \u201eParasomnia\u201c mehr Zeit als \u201eAvftTotW\u201c und beginnt auf \u201eIn The Arms Of Morpheus\u201c erstmal mit Sirenengeheul, T\u00fcrenknarren und danach einem ruhigen Piano, anstatt gleich voll auf die Zw\u00f6lf loszuballern wie 2021 \u201eThe Alien\u201c. Erst nach knapp 2 Minuten entfaltet sich dann das St\u00fcck, und das tut es d\u00fcster und polternd, ein sch\u00f6ner Einstieg, wie ich finde. Und der Bassgitarrist spielt wirklich sch\u00f6n. Portnoy rattert und knattert, sehr pr\u00e4zise, aber nicht technisch tot klingend. Und Petrucci beherrscht au\u00dfer Gegniedel nat\u00fcrlich auch das Riffing, sch\u00f6\u00f6n basslastig und ratternd, und Rudess liefert dazu Keyboardmelodien ab, die f\u00fcr mich DT zu dem machen, was DT ausmacht. Prog Metal mit Marillion-Keyboards und K\u00e4segesang n\u00e4mlich. Aber bevor der einsetzt, hat Petrucci schon das erste Solo am Start: Altmodisch, hymnisch und leicht kitschig, aber wundersch\u00f6n. Hernach \u2013 mittlerweile sind schon \u00fcber 5 Minuten ins Land gegangen \u2013 Auftritt H\u00e4uptling Camembert. Auf dem zweiten St\u00fcck n\u00e4mlich, denn \u201eIn The Arms Of Morpheus\u201c (dort ist man bei Schlafst\u00f6rungen gut aufgehoben, wie ich finde, denn schlie\u00dflich bedeutet \u201ein den Armen des Morpheus\u201c doch eigentlich nur \u201eschlafend\u201c, oder?) ist ein Instrumental.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00e4seprinz hat also erst auf dem zweiten Track \u201eNight Terror\u201c seinen ersten Auftritt. Und den bringt er gut \u00fcber die B\u00fchne. Der Song baut sich erstmal langsam mit einem sabbathesken Gitarrenriff auf, dann haut Portnoy nacheinander auf alle Bestandteile seines Schlagzeugs und rattert sich dann so richtig sch\u00f6n einen zurecht. Petrucci sabbathet weiter und dann setzt zum ersten Mal der Gesang ein, und er klingt richtig gut. Ab Minute 5 geh\u00f6rt das St\u00fcck dann Petrucci und Rudess, die sich abwechselnd wirklich gute Soli um die Ohren hauen, es orgelt und pfeift, es kreischt und es fiept, dass dass es eine wahre Freude ist \u2013 das klingt hier auch nicht nach Schema F, sondern nach einer voller Spielfreude aufspielenden Band, die bestens aufeinander eingestimmt ist \u2013 und eine Minute vor Schluss darf dann LaBrie seine letzte Strophe singen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eA Broken Man\u201c donnert dann gleich von Anfang an los wie \u201eThe Alien\u201c auf dem letzten Album. Schnelles Schlagzeug, schnelles Riffing, dann pendelt sich das Ganze zu immer noch begeisternden Riffs auf Midtempo ein und LaBrie f\u00e4ngt zu singen an \u2013 so richtig schnelles Tempo mit Gesang geht, glaube ich, bei DT nicht, und das finde ich schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem zugegebenerma\u00dfen hohen Niveau geht es weiter und weiter \u2013 das Album begeistert mich, wo Petrucci und Portnoy sich djentend und polternd die B\u00e4lle zuspielen, es begeistert mich auch, wenn Rudess seine vielen Tasten durchprobiert und dabei meistens etwas Tolles entstehen l\u00e4sst \u2013 nur leider holt LaBrie s\u00e4mtliche Songs mit seinem \u2013 wirklich guten und sch\u00f6n klingenden \u2013 Vortrag wieder auf langweiliges und gehobenes Mittelma\u00df zur\u00fcck. Ich vermisse beim Gesang immer die Momente, in denen ich mir sage: \u201eJahaaa \u2013 das k\u00f6nnen soo nur Dream Theater und keiner anders!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt auch f\u00fcr das letzte St\u00fcck, das neunzehneinhalbmin\u00fctige \u201eThe Shadow Man Incident\u201c. Musikalisch finde ich es gro\u00dfartig, und dem Gitarristen und dem Keyboarder \u2013 wir wissen ja, wie sie sind \u2013 ausreichend Raum f\u00fcr ausschweifende Soli zu geben, finde ich eine richtige Entscheidung, aber unterm Strich macht sich in mir beim H\u00f6ren eine gepflegte Langeweile breit. H\u00e4tte ich einen Fahrstuhl, liefe dort Dream Theater. Es w\u00e4re ein sehr hochwertig bespielter Fahrstuhl, aber immer noch kein Hubschrauber, der dieselbe Aufgabe umso ehrfurchgebietender erf\u00fcllte.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S: In dem Fahrstuhl w\u00fcrde ich aber das Albumcover an die Wand h\u00e4ngen, es ist n\u00e4mlich wirklich gro\u00dfartig und sehr stimmungsvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (11.02.2025) Generalexkulpation vorweg: Der Schreibende dieses Artikels ist weder Dream-Theater-Fan noch -Sachverst\u00e4ndiger. Alles Geschriebene beruht auf pers\u00f6nlicher Meinung und solidem Halbwissen. 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