{"id":7205,"date":"2025-01-17T16:10:09","date_gmt":"2025-01-17T15:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7205"},"modified":"2025-01-17T16:10:09","modified_gmt":"2025-01-17T15:10:09","slug":"0-knaek-morke-mod-lys-audible-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/0-knaek-morke-mod-lys-audible-records-2024\/","title":{"rendered":"(0) \u2013 Kn\u00e6k.M\u00f8rke.Mod.Lys \u2013 Audible Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/0-Knaek.Morke_.Mod_.Lys_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/0-Knaek.Morke_.Mod_.Lys_.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7206\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.01.2025)<br><br>Das stellt die Black-Metal-Gemeinde vor Herausforderungen: Auf ihrem erst zweiten Album mit dem in Gro\u00dfbuchstaben gehaltenen Titel \u201eKN\u200b\u00c6\u200bK\u200b.\u200bM\u200b\u00d8\u200bRKE\u200b.\u200bMOD\u200b.\u200bLYS\u201c (ungef\u00e4hr \u201eBrich die Dunkelheit gegen das Licht\u201c) machen die unaussprechbaren D\u00e4nen (0) \u2013 offiziell \u201eparentes0parentes\u201c \u2013 nach eigener Auskunft Progressive Black Metal, was bedeutet, dass sie die Oldschool-Fans mit einem typischen Blastbeat-Geschrei-Brett anteasen und ihnen dann die gesegnete Vielfalt der Experimentierfreude unterjubeln, die weit \u00fcber den mittlerweile auch schon oldschooligen und ebenfalls hier vertretenen Post Black Metal mit seinen atmosph\u00e4rischen Fl\u00e4chen hinausgeht. Damit stellt D\u00e4nemark in doppelter Hinsicht eine Qualit\u00e4ts-Klammer um das Black-Metal-Jahr 2024: Im Januar Solbrud mit \u201eIIII\u201c, im Dezember (0) mit \u201eKn\u00e6k.M\u00f8rke.Mod.Lys\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Ja, \u201eDet sortner\u201c brettert los wie Black Metal, schnell, schreiend, energetisch. Bereits in dieses sechseinhalbmin\u00fctige St\u00fcck bauen (0) eine atmosph\u00e4rische Passage ins letzte Drittel ein, damit sind Fans des alten und des j\u00fcngeren Black Metal schon mal abgeholt. Okay, f\u00fcr richtig alten Black Metal ist die Produktion viel zu hervorragend, aber das ist ja f\u00fcr heutiges Geh\u00f6r ja ohnehin eher ein Pluspunkt. Auch das folgende zehnmin\u00fctige Titellied pendelt zwischen den zwei Aggregatzust\u00e4nden Brett und Watte, letztere wom\u00f6glich ausgeborgt im Siebziger-Prog, mit wundersch\u00f6nem elegischem Gniedeln: Nicht nur, dass die Gitarre wohlig klar dudelt, auch hieven der tiefe Bass und das satte Schlagzeug den Sound dann doch in die Gegenwart.<br><br>Und dann kommt Jazz. Das Zwischenspiel \u201eDr\u00e5be\u201c k\u00f6nnte es sich auf dem Soundtrack von \u201eTwin Peaks\u201c gem\u00fctlich machen \u2013 m\u00f6ge die Seele von David Lynch Frieden haben \u2013, mit Besenschlagzeug und hingetupften Saiteninstrumenten. \u201eTrukket tid\u201c danach hat etwas vom Doom, mit schwerem, langsamem Riff auf tiefsten Saiten \u2013 bis auf im Refrain, da wird die Stimmung beinahe positiv, konterkariert vom Grunzen des S\u00e4ngers. Zuletzt schmei\u00dfen (0) noch die Groovemaschine an und gehen dann \u00fcber in \u201eSkyldnersol\u201c, das das Schleppende des Doom \u00fcbernimmt und in eine Art Gothic Metal transferiert. Bald drehen (0) die Verzerrer heraus und kehren die Idee von Gothic noch deutlicher hervor, mit klaren, extrem verlangsamten Akkorden und tief-rauhem Gemurmel. Aber keine Angst, die Effektger\u00e4te funktionieren noch, und die Band schaltet sie zugunsten einer warmen, dichten Strecke wieder ein.<br><br>Das n\u00e4chste Zwischenspiel \u201eVedhold\u201c entf\u00fchrt nach Lateinamerika, komplett unverzerrt klimpern die Musiker ein wenig herum. Wer jetzt seine Systeme heruntergefahren hat, wird mit \u201eVrede\u201c wieder wach: Dieses St\u00fcck tendiert mehr zum Thrash oder Death als zum Black Metal, groovt und fordert zum Headbangen auf, abermals mit Breaks und unvorhersehbaren Wendungen. F\u00fcr den Nachklapp \u201ePost Vrede\u201c fahren (0) so richtig alle Ger\u00e4te herunter und lassen die Stille atmen: Dark Ambient mit Gruselfl\u00fcstern, dreieinhalb Minuten lang, man w\u00e4hnt sich bereits in der Auslaufrille, doch dann kippen (0) noch \u201eHvad den sorte muld er for lyset\u201c nach, den kaum dreimin\u00fctigen Doom-Rauswerfer.<br><br>Hei\u00dft: Mehr als die H\u00e4lfte von \u201eKn\u00e6k.M\u00f8rke.Mod.Lys\u201c ist gar kein Black Metal. Ups, sorryyyyy! Vor allem daf\u00fcr, dass das, was die Band aus anderen Teichen herausfischt, trotzdem schmackhaft ist \u2013 man bekommt ein richtig gutes Album vorgesetzt und den Horizont erweitert. Um andere dunkle Farbt\u00f6ne zumeist, aber erweitert. Damit ist \u201eKn\u00e6k.M\u00f8rke.Mod.Lys\u201c f\u00fcr (0) eine Wegmarke auf einer Reifestrecke, ausgehend von der selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2017, auf der die vier Tracktitel einfach aus den L\u00e4ngenangaben bestanden, \u00fcber das Deb\u00fctalbum \u201eSkamHam\u201c aus dem Jahr 2020, auf dem sich die Band noch vergleichsweise einen Spa\u00df aus der Szenerie zu machen schien, die sie mit Qualit\u00e4tsmusik und Pseudo-Anonymit\u00e4t bediente. Das Zweitalbum nun strahlt eine gr\u00f6\u00dfere Ernsthaftigkeit aus und verlegt das Ironische in die Vielfalt der untergebrachten Stile, mit der es den Black Metal sehr weit \u00fcber die Ufer treten l\u00e4sst.<br><br>Tja, das mit der Anonymit\u00e4t, mit der (0) noch vor einigen Jahren au\u00dferhalb D\u00e4nemarks kokettierten, festgemacht an dem kryptischen Bandnamen und der Info, man verschweige die Identit\u00e4ten der Musiker, bel\u00e4chelten bereits die anderen Metal-Musiker aus Kopenhagen, die die Jungs selbstredend von B\u00fchnen und Theken kannten. \u00dcber den Umweg mit Initialen als Musikernamen sind (0) heute offenherzig: Jesper Ulrich und Martin Aakj\u00e6r (auch bei About.June) spielen die Gitarren, Frederik Bj\u00f8rn Jensen br\u00fcllt, Magnus Oulund Ipsen (auch bei BAB O.D \u2013 Battery Acid Bong Of Doom) \u00fcbernimmt den Bass und Neuzugang Mads Mortensen (auch bei Ethereal Kingdoms, Gespenst und Nebulas) das Schlagzeug.<br><br>Mit der Bezeichnung (0) wollten die D\u00e4nen seinerzeit von der allgegenw\u00e4rtigen Wichtigkeit einer Namensgebung ablenken und die Musik f\u00fcr sich sprechen lassen, weckten damit aber eigentlich erst das Interesse, irgendwas von ihnen neben die Sammlung von !!! einzusortieren. Die Musik nun best\u00e4tigt, dass korrekt war, sich davon verleiten zu lassen und der Band treu zu bleiben. Wer Gl\u00fcck hat, bekommt \u201eKn\u00e6k.M\u00f8rke.Mod.Lys\u201c \u00fcberdies in Gr\u00fcn-Schwarz marmoriertem Vinyl, nach einiger Versp\u00e4tung erst, aber \u00fcberhaupt, und es ist optisch wie akustisch jedes Warten wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.01.2025) Das stellt die Black-Metal-Gemeinde vor Herausforderungen: Auf ihrem erst zweiten Album mit dem in Gro\u00dfbuchstaben gehaltenen Titel \u201eKN\u200b\u00c6\u200bK\u200b.\u200bM\u200b\u00d8\u200bRKE\u200b.\u200bMOD\u200b.\u200bLYS\u201c (ungef\u00e4hr \u201eBrich die Dunkelheit gegen das Licht\u201c) machen die unaussprechbaren D\u00e4nen (0) \u2013 offiziell \u201eparentes0parentes\u201c \u2013 nach eigener &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/0-knaek-morke-mod-lys-audible-records-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,16],"tags":[],"class_list":["post-7205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7205"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7207,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7205\/revisions\/7207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}