{"id":7175,"date":"2025-01-08T21:21:50","date_gmt":"2025-01-08T20:21:50","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7175"},"modified":"2025-01-08T21:21:50","modified_gmt":"2025-01-08T20:21:50","slug":"albireon-effemeridi-toten-schwan-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/albireon-effemeridi-toten-schwan-records-2024\/","title":{"rendered":"Albireon \u2013 Effemeridi \u2013 Toten Schwan Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Albireon-Effemeridi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Albireon-Effemeridi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7176\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.01.2025)<br><br>\u00dcber 25 Jahre alt ist das Neofolk-Projekt Albireon aus der Emilia-Romagna, \u201eEffemeridi\u201c d\u00fcrfte das rund zehnte Studio-Album sein, abgesehen von haufenweise Split-Ver\u00f6ffentlichungen und Compilations. Auf diesem Album bleibt das Quartett dem Genre treu gewogen: kein Schlagzeug, haupts\u00e4chlich monoton gespielte Akustikgitarre, gehauchte, bisweilen chorartige Ges\u00e4nge, leichter Folklore-Einschlag, manches halbwegs exotische Instrument wie Fl\u00f6te oder Streicher eingesetzt und alles erheblich abgedunkelt. Angelehnt an die Ephemeriden, der in der Antike begonnenen Sammlung astronomischer Daten, tragen Albireon ihr Wissen weiter; das ist gottlob nicht so dunkel, wie es die Szene an sich vorgibt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Auch wenn \u201eEffemeridi\u201c vom ersten Ton an eindeutig im Neofolk zu verorten ist, vermeiden Albireon grufttypischen Kitsch und Plakativit\u00e4t. Sie gehen sehr zur\u00fcckhaltend zu Werke, sie durchsto\u00dfen nie die Schallmauer, weder in Tempo noch in Intensit\u00e4t. Die Akustische gibt mit monotonem und zartem Anschlag die Rhythmen vor, auf denen sich die Songs zaghaft bewegen. Selbst der Gesang ist wie aus Distanz aufgenommen, als st\u00fcnden die Singenden \u2013 nicht nur der m\u00e4nnliche Haupt-Gesang, auch die ihn begleitenden m\u00e4nnlichen und weiblichen Chorstimmen \u2013 etwas entfernt vom Mikrofon. Mehr Pr\u00e4senz haben daher die Instrumente, die dar\u00fcber hinaus zum Einsatz kommen, eben Fl\u00f6te, Geige oder eine lediglich einzelne T\u00f6ne anschlagende E-Gitarre.<br><br>Die so entstehende Stimmung ist barock oder mittelalterlich, allerdings dunkel gef\u00e4rbt, also so etwas wie gruftig, wie es sich f\u00fcr den Neofolk ja auch geh\u00f6rt. Alles hat trotz der Zur\u00fcckhaltung eine durchdringbare Klarheit, nichts verrauscht oder interferiert sich, und doch reicht der Blick nicht sonderlich weit, weil man sich ja in einem abgedunkelten Raum befindet. Oder in einer abgedunkelten Welt, schlie\u00dflich berichtet die Band, dass das Album bei Spazierg\u00e4ngen im Apennin entstand, als Folge des Wunsches nach Selbstreinigung und erh\u00f6htem Umweltbewusstsein, und nun eine Art \u201eTagebuch der inneren Forschung\u201c darstellt, in dem der Duft von Regen, das Durchqueren von W\u00e4ldern, Wanderungen \u00fcber vergessene Pfade durch \u00fcppige Moore und die Ruhe des Strandes bei golden untergehender Sonne wichtige Positionen einnehmen. Das klingt wiederum gar nicht nach Neofolk, oder?<br><br>Schlie\u00dflich ist der d\u00fcmmliche Okkultismus- und Satanskram noch das geringste Problem, mit dem sich der Neofolk seit den Achtzigern herumschl\u00e4gt: Eine N\u00e4he zu Nazithemen und \u2013ideologien r\u00fcckte die Szene aus dem rechten Licht heraus ins rechte Licht. Gottlob scheint sich davon bei oberfl\u00e4chlicher Betrachtung nichts bei Albireon niederzuschlagen, vielmehr stehen mindestens auf \u201eEffemeridi\u201c die ebenfalls szenetypischen Naturthemen im Vordergrund, obschon die Italiener bereits mit Tony Wakeford von Death In June zusammenarbeiteten, eben einer jener kontroversen Bands.<br><br>Doch haben Albireon laut eigener Aussage andere Inhalte im Fokus, die akustische Poesie italienischer Songwriter etwa sowie die rein musikalische Anlehnung an Neofolk und Artverwandtes wie Industrial oder Dark Ambient. Als deutliche Abgrenzung zu Nazis k\u00f6nnte folgender Hinweis gedeutet werden: \u201eAlbireon ist unser zerbrechlicher Schutzschild gegen die tiefen, schrecklichen Schatten der schwarzen Sonne und unsere endlose Hoffnung im Licht des Tages.\u201c<br><br>Auf \u201eEffemeridi\u201c besteht Albireon aus: Carlo Baja-Guarienti an den Keyboards, Marta Bizzarri mit Fl\u00f6ten, klassischen Instrumenten und Gesang, Davide Borghi mit Gitarre, Bass, Melodica und Gesang sowie Stefano Romagnoli mit Loops und Samples. Das erste Demo-Tape \u201eWhere Free Birds Sleep\u201c brachten Albireon 1999 noch in Duo-Besetzung aus Borghi und Baja-Guarienti heraus, seitdem kamen weitere Mitmusizierende hinzu und stapeln sich die Ver\u00f6ffentlichungen. Zu \u201eEffemeridi\u201c l\u00e4sst es sich winterlich einkuscheln, es ist so dunkel wie die Tage in dieser Zeit und h\u00e4lt trotzdem warm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.01.2025) \u00dcber 25 Jahre alt ist das Neofolk-Projekt Albireon aus der Emilia-Romagna, \u201eEffemeridi\u201c d\u00fcrfte das rund zehnte Studio-Album sein, abgesehen von haufenweise Split-Ver\u00f6ffentlichungen und Compilations. 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