{"id":7087,"date":"2024-12-16T21:58:10","date_gmt":"2024-12-16T20:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7087"},"modified":"2024-12-16T21:58:10","modified_gmt":"2024-12-16T20:58:10","slug":"underworld-strawberry-hotel-smith-hyde-productions-virgin-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/underworld-strawberry-hotel-smith-hyde-productions-virgin-2024\/","title":{"rendered":"Underworld \u2013 Strawberry Hotel \u2013 Smith Hyde Productions\/Virgin 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Underworld-Strawberry-Hotel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Underworld-Strawberry-Hotel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7088\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.12.2024)<br><br>Vor 14 Jahren erschien mit der Doppel-CD-Version von \u201eBarking\u201c das letzte durchgehend richtig gute Album von Underworld. Die drei danach, inklusive dem neuen \u201eStrawberry Hotel\u201c, erreichen die alte Klasse nicht mehr. Was ist da los? Werden die Herren Rick Smith und Karl Hyde inzwischen alt und m\u00fcde, m\u00fcssen sie sich ausruhen, geht ihnen die Motivation abhanden? Das allein kann es nicht sein, der Vorg\u00e4nger \u201eDrift, Series 1\u201c bestand aus einem halben Dutzend Alben, \u201eStrawberry Hotel\u201c hat satte 15 Tracks. Aber irgendwie ist dem englischen Duo die Inspiration f\u00fcr mitrei\u00dfende, komplexe Techno-Elektronik abhandengekommen. Sie h\u00e4tten die Menge an Ideen auf weniger Tracks verteilen und besser ausarbeiten sollen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> \u201eBlack Poppies\u201c, die aktuelle Single, er\u00f6ffnet als eine Art Ambient mit Gesang. Die Stimme von Karl Hyde ist unangefochten einnehmend, er k\u00f6nnte sinnloses Zeug singen, man w\u00fcrde ihm folgen. Macht man ja so seit 40 Jahren, wenngleich die ersten Alben als Wave-Rock-Band \u2013 ganz abgesehen von denen als Freur \u2013 da ja nicht mitzuz\u00e4hlen sind, die Technoisierung von Underworld inklusive vermeintlich sinnbefreiter, dem Sound zutr\u00e4glicher Lyrics begann ja erst um 1990, als sich Darren Emerson als DJ dazugesellte, man sich tempor\u00e4r in Lemon Interupt umbenannte und 1994 mit dem Knaller \u201eDubnobasswithmyheadman\u201c wiederum als Underworld damit begann, den Techno zu revolutionieren, was 1996 rund um das Folgealbum \u201eSecond Toughest In The Infants\u201c darin gipfelte, dass der Track \u201eBorn Slippy.NUXX\u201c im Film \u201eTrainspotting\u201c eine elementare Szene begleitete und seitdem bis heute jede sonstwie ausgerichtete Party zum Kochen bringt. Es folgten dezidiert herausgebrachte Alben, die auch nach dem Ausstieg von Emerson dem tanzbaren und experimentellen Electro verpflichtet blieben. Viele waren das wirklich nicht, aber gute: \u201eBeaucoup Fish\u201c, \u201eA Hundred Days Off\u201c, \u201eOblivion With Bells\u201c, \u201eBarking\u201c, und da sind wir bereits im Jahr 2010.<br><br>Weitere sechs Jahre sp\u00e4ter markierte \u201eBarbara, Barbara, We Face A Shining Future\u201c den ersten Qualit\u00e4tsabfall mit einigen eher unaufgeregten Tracks. Hat man so hingenommen, jede Band darf mal schw\u00e4cheln. Kurz vor Corona erschien dann \u201eDrift Series 1\u201c, wahlweise als einzelne \u201eSampler Edition\u201c oder als Box mit sechs Alben, der \u201eSampler Edition\u201c und einer BluRay, also mehr Material, als ein Mensch allein an einem Tag h\u00f6ren kann, dazu noch so uninspiriert und langweilig, dass man das auch gar nicht m\u00f6chte, egal, wie oft man es versucht. Diesen Weg setzt das \u201eStrawberry Hotel\u201c nun fort.<br><br>Grunds\u00e4tzlich hat Rick Smith ja noch manch spannende Sounds im \u00c4rmel, hier \u00fcbrigens unterst\u00fctzt von seiner Tochter Esme Bronwen-Smith, aber es gelingt ihm nicht mehr, mehrere Ideen zu einem spannenden Track zu kombinieren. Stattdessen verl\u00e4sst er sich zu sehr auf die Wirkung einzelner Einf\u00e4lle und bastelt aus ihnen spannungsarme Tracks. Am wenigsten inspiriert scheint er zudem in Sachen Beats zu sein: Hatte er fr\u00fcher gebrochene Strukturen, die f\u00fcr sich schon massiv Spannung errichteten, bel\u00e4sst er es inzwischen beim Stumpfen Bumm-Paff, manchmal beim Bumm-Tss, oft sogar lediglich beim Bumm-Bumm. Die Tracks wirken leer, undynamisch, ersch\u00f6pft, langweilig, bisweilen gar f\u00fcrchterlich altbacken, und bieten nur wenige Ausnahmen, in denen Underworld spannend sind. Die h\u00e4tte das Duo zusammenraffen sollen; schlie\u00dflich belegen die ersten technoiden Alben, dass es den beiden sehr wohl inneliegt, epische Tracks zu kreieren, die man sich gern immer wieder anh\u00f6rt.<br><br>Dazu kommt, dass Underworld ihre Gefolgschaft mit Unvollst\u00e4ndigkeit zu Mehrausgaben zwingen. \u201eAnd The Colour Red\u201c erschien auf Vinyl als \u201eClub Mix\u201c vorab, die Version auf dem Album ist mehr als eine Minute k\u00fcrzer. Von \u201eDenver Luna\u201c immerhin sind sowohl die A-Seite als auch die \u201eAcapella\u201c-Version der B-Seite in das Album eingebaut. Die beiden rein digitalen Tracks mit Kettama sind gar nicht ber\u00fccksichtigt und in Japan hat das Album mit \u201eVelvet Does\u201c einen Track mehr. Andererseits \u2013 so mager, wie die Songs zuletzt ausfallen, f\u00fchlt man sich, anders als fr\u00fcher, auch gar nicht mehr dazu bem\u00fc\u00dfigt, sich um jeden Ton des Duos zu k\u00fcmmern. Was echt bedauerlich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.12.2024) Vor 14 Jahren erschien mit der Doppel-CD-Version von \u201eBarking\u201c das letzte durchgehend richtig gute Album von Underworld. Die drei danach, inklusive dem neuen \u201eStrawberry Hotel\u201c, erreichen die alte Klasse nicht mehr. Was ist da los? 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