{"id":7081,"date":"2024-12-12T21:36:58","date_gmt":"2024-12-12T20:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7081"},"modified":"2024-12-12T21:36:58","modified_gmt":"2024-12-12T20:36:58","slug":"sendelica-requiem-for-mankind-fruits-de-mer-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sendelica-requiem-for-mankind-fruits-de-mer-records-2024\/","title":{"rendered":"Sendelica \u2013 Requiem For Mankind \u2013 Fruits De Mer Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Sendelica-Requiem-For-Mankind.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Sendelica-Requiem-For-Mankind.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7082\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (12.12.2024)<br><br>Der vierte Teil einer Trilogie, auf solcherlei Paradoxien verstehen sich Briten ja, und wie Douglas Adams verbringt auch das Trio Sendelica auf \u201eRequiem For Mankind\u201c einen gro\u00dfen Teil seiner Spielzeit im All. Aber nicht vollst\u00e4ndig, dieses Doppel-Vinyl mit vier extralangen instrumentalen Tracks wechselt so manches Mal die Richtung, wenn auch dem Genre angemessen gem\u00e4chlich: Ambient, Gniedel-Prog, Space-Dub, Neo-Klassik, Doom-Metal, Filmscore \u2013 und \u00fcber allem liegt ganz viel Hall. Setzt man sich mit den Themen auseinander, die die Waliser besch\u00e4ftigen, auch ohne dar\u00fcber zu singen, gibt die Menschheit kein besonders gutes Bild ab. Dieser Soundtrack zum Weltuntergang f\u00e4llt umso besser aus.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Auch wenn Sendelica strukturell vier Einzeltracks auf vier LP-Seiten verteilen, k\u00f6nnte man die Tracks jeweils auch noch einmal mit separierten Indizes versehen; die meisten haben einen unerwarteten Bruch in der Mitte, der sich auch anhand des Spiegelstrichs im Titel erahnen l\u00e4sst. Von den 23 Minuten des ersten Tracks \u201eCosmic Slop (In The Beginning) \u2013 Let There Be Light\u201c besteht die erste H\u00e4lfte aus Ambient mit einem Bisschen Saxophon, der abrupt in einen langsamen, von der ganzen Band dargebrachten Gniedel-Space-Prog \u00fcbergeht. Progressiv hei\u00dft hier nicht verschachtelt, sondern episch: Die Gitarre brummt mit ganz viel Hall, es klingt, als riefen in der Ferne irgendwelche gigantischen Tiere, Saurier etwa oder Wale. Der Bass dazu klingt nach Metall, das Schlagzeug wirbelt aufgeregt.<br><br>Mit einer Art Siebziger-Kraftwerk-Monotonie beginnt \u201eLet There Be Life \u2013 Requiem For The Planet\u201c, wird alsbald zu einem trippig-tanzbaren Space-Dub, handgespielt wie bei Automat, nur zus\u00e4tzlich mit psychedelischen Gitarrensounds dar\u00fcber. Nach dem Bruch wird der Track zu einer Piano-Ambient-Ballade mit textlosem Frauengesang. Das St\u00fcck verst\u00f6rt allm\u00e4hlich leicht mit seinen Soundscapes, trotz melodi\u00f6ser Elemente wirkt es, als habe es so abstrakte Harmonien wie die stilleren St\u00fccke von Future Sound Of London. Das Piano weicht der Akustikgitarre, und wieder bekommt der Onkel B\u00fcrgermeister seinen gew\u00fcnschten Halllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll.<br><br>Das einzige St\u00fcck ohne Bruch geht flie\u00dfend aus dem Vorg\u00e4nger hervor, entwickelt sich dann aber ganz anders: \u201eThe Downfall\u201c startet mit Streichern und Orgeln und wird dann zu einem Gothic-Doom-Metal. Ja. In der Tat. Schwer, m\u00e4chtig, riffig, geil. Ein repetitiv verschleppt geloopter Unterbau tr\u00e4gt ein tonnenschweres Solo, Black Sabbath nicken dazu anerkennend. Sobald pl\u00f6tzlich ein Saxophon das Solo \u00fcbernimmt, denkt man an Mope aus Genua, die der Welt noch immer ein zweites Album schuldig sind. \u00c0 propos Ligurien: Einige der unz\u00e4hlbaren Sendelica-Alben brachte Davide Pansolin aus Savona auf seinem Label Vincebus Eruptum heraus. Das nur nebenbei, hier \u00fcbernimmt derweil ein Gitarrengniedeln wieder das Solo-Ruder und die ganze Musik verwischt zu einem Rausch. \u00dcber den legt sich bald ein spookiger Chor, der die R\u00fcckkehr zum Doom einleitet \u2013 abermals mit Saxophon \u2013, der indes wie zu Beginn des St\u00fcckes der Orgel den Platz r\u00e4umt.<br><br>Bleibt \u201eChaos \u2013 Requiem For Mankind\u201c: Zum Auftakt bereitet ein Electro-Space der Band den Weg, die das Spacige einfach beibeh\u00e4lt, bis eine Mark-Knopfler-Gitarre mit Hall drauf \u00fcbernimmt. Sobald das Schlagzeug einen energetischen Kopfnicker-Beat hervorwirbelt, wird die Gitarre bratzig. Bis zum Break: Mit Klavier und Streichern generiertes Ambient wird zu einer Art Filmscore, der sich zu einem dramatischen, m\u00e4chtigen Drone steigert. Das Ende der Menschheit, und es ist nicht mal schlimm drum. Denn es gibt Hoffnung: Wie bei dem Titelst\u00fcck des Albums \u201eOutside The Gate\u201c von Killing Joke folgt auf den Untergang ein fragiles neues Erwachen, hier mit einer Akustikgitarre, die nach einer Harfe klingt. Hoffentlich geht dieses Mal alles gut.<br><br>Eine runde Sache, dieser vierte Teil der Trilogie. Die begann 2021 mit \u201eAnd Man Created God\u201c, setzte sich 2022 mit \u201eOne Man\u2019s Man \u2026\u201c fort und sollte eigentlich 2023 mit \u201eMan, Myth &amp; Magic\u201c zum Abschluss kommen. Doch stellten Pete Bingham (Gitarren und Synthies), Colin Consterdine (Beats und Synthies) und Glenda Pescado (Bass) im unruhigen Schlaf fest, dass sie das Ende der Geschichte noch nicht auserz\u00e4hlt hatten, und kreierten \u201eRequiem For Mankind\u201c. Das es in limitierter Fassung auch noch mit Bonus-Tracks gibt, die aus Outtakes und Remixen bestehen; da hatten sie offenbar noch einiges schweigend mitzuteilen. Als G\u00e4ste beteiligt waren hier der finnische Thrash-Doom-Psychedeliker Santtu Laakso als Keyboarder im Abschnitt \u201eChaos\u201c sowie in \u201eRequiem For The Planet\u201c die nicht weiter benannte S\u00e4ngerin Calli.<br><br>Wer jetzt staunt, dass das Trio diese opulente Quadilogie mit je einem Album pro Jahr vervollst\u00e4ndigte, dem sei mitgeteilt, dass Sendelica seit 2005 mehr Alben ver\u00f6ffentlichten, als menschlicher Geist erfassen kann. Viel Spa\u00df beim Sammeln!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.12.2024) Der vierte Teil einer Trilogie, auf solcherlei Paradoxien verstehen sich Briten ja, und wie Douglas Adams verbringt auch das Trio Sendelica auf \u201eRequiem For Mankind\u201c einen gro\u00dfen Teil seiner Spielzeit im All. 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