{"id":6997,"date":"2024-11-25T13:19:08","date_gmt":"2024-11-25T12:19:08","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6997"},"modified":"2024-11-25T13:19:08","modified_gmt":"2024-11-25T12:19:08","slug":"puppengott-diamanten-ii-ich-verzeihe-niemals-xchnum-miiimiiikry-2023-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/puppengott-diamanten-ii-ich-verzeihe-niemals-xchnum-miiimiiikry-2023-2024\/","title":{"rendered":"Puppengott \u2013 Diamanten II\/Ich verzeihe niemals \u2013 Xchnum Miiimiiikry 2023\/2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Puppengott-Ich-verzeihe-niemals.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Puppengott-Ich-verzeihe-niemals.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6998\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Puppengott-Diamanten-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Puppengott-Diamanten-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6999\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.11.2024)<br><br>Sich in die Abgr\u00fcnde von Jonas Kolb zu begeben, stellt ein zusehends gr\u00f6\u00dferes Wagnis dar, je weiter er sich k\u00fcnstlerisch voranwagt. Sein aktuell bevorzugtes Alias ist Puppengott, als dieser ver\u00f6ffentlichte er vor einem Jahr die Kassette \u201eDiamanten II\u201c und ganz frisch die CD \u201eIch verzeihe nie\u201c. In Genreschubladen l\u00e4sst sich der Sch\u00f6ninger schon ewig nicht mehr stecken: Irgendwo klebt noch das Etikett Black Metal, doch verschwindet der harsche Gitarrenl\u00e4rm zugunsten von Dark Ambient, Shoegaze, Soundscapes, Industrial und h\u00f6rbuchartigen Horrorgeschichten voller Blut und anderer K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten. Damit entfernt sich sein Alias immer weiter vom Charakter der Person \u2013 so m\u00f6chte man jedenfalls hoffen!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Tape \u201eDiamanten II\u201c birgt satte 19 Tracks in einer guten Stunde Spielzeit. \u00dcberwiegend sind die Sounds hier zun\u00e4chst elektronisch gehalten, Dunkelheit liegt \u00fcber allem, und erst der neunte Track \u201eDer Stall\u201c l\u00e4sst sich tats\u00e4chlich in die alte Kategorie Black Metal einsortieren. \u201ePapst Xchnum II\u201c an elfter Stelle ebenfalls, dann war es das mit den Schreddergitarren. In \u201eThe Scent\u201c wagt sich Kolb sogar kurzzeitig an Drum And Bass heran, ansonsten bleibt er kalt, minimalistisch, leer, in den Grundlagen bisweilen gar sch\u00f6n, zumindest die Sounds betreffend, an anderer Stelle wiederum ausnehmend harsch.<br><br>Und das sind nur die Sounds \u2013 inhaltlich sollten Zartbesaitete nicht allzu deutlich hinh\u00f6ren. Manche Titel verraten bereits Absurdit\u00e4ten \u2013 etwa \u201eOink, oink! Mama, geh weg!\u201c \u2013, andere geben die Gem\u00fctslage wieder \u2013 \u201eKohlrabenschwarz\u201c. Doch unter manch unschuldiger Oberfl\u00e4che lauern Gruselst\u00fccke, oder noch \u00e4rger: Widerlichkeiten. Das achtmin\u00fctige \u201eA Visitor\u201c stellt da den wohl tiefsten Abgrund dar. Mit \u201eD.O.L.L.G.O.D.\u201c und \u201eIch akzeptiere diese Puppe als meinen Gott\u201c offenbart Kolb die f\u00fcr ihn charakteristischen Auseinandersetzungen mit Glauben und Religion, famili\u00e4re Pr\u00e4gungen sind ein weiteres wiederkehrendes Sujet.<br><br>Das ein Jahr sp\u00e4ter, also jetzt gerade, herausgebrachte \u201eIch verzeihe niemals\u201c vertieft einzelne Aspekte. \u201eMama blutet\u201c etwa den mit der dysfunktionalen Familie, von \u201eIch akzeptiere diese Puppe als meinen Gott\u201c gibt es einen industrial-artigen Remix. Das Thema Religion bekommt hier zudem eine Erweiterung vom Christentum auf den Islam, was sich auch im Artwork erkennen l\u00e4sst. Insgesamt ist das Album nur halb so lang wie das vorhergehende und bietet auch lediglich sieben Tracks, doch l\u00e4sst Kolb hier eben seinen Atmosph\u00e4ren mehr Raum. So beginnt er den Reigen mit Shoegaze-Soundscapes in \u201eLammfromm\u201c und f\u00e4hrt in \u201eDschahannam\u201c die kalten Black-Metal-Gitarren in den Hintergrund, um sein eigenes Keifen und das Weinen einer Frauenstimme zu begleiten. Zumeist keift Kolb jedoch nicht, sondern sprechsingt in einer Stimmlage, der eine starke Verzweiflung anzuh\u00f6ren ist.<br><br>Auch wenn der Puppengott wie zuvor Xchnum Miiimiiikry und Machyyre Kolbs Solo-Projekte sind, \u00f6ffnet Kolb sein Studio gern f\u00fcr G\u00e4ste. Am Titeltrack \u201eIch verzeihe nie\u201c etwa ist Marc Domin sprechend beteiligt, die Credits von \u201eDianamnten II\u201c listen noch Features von Ami-Bique, MVH und Jeanie auf. Sie alle helfen, den b\u00f6sartig-gruftigen Eindruck zu verst\u00e4rken, der von Kolbs Musik ausgeht. Der ideale Soundtrack f\u00fcr Depressive, Pessimisten und Verzweifler.<br><br>Interessant ist die seine Musik begleitende optische Selbstdarstellung. Kolb inszeniert sich in Social Media und auf den Covern als blutig geschminkter Vollb\u00e4rtiger, bisweilen mit Fetisch-Accessoires und einem in diesem Kontext verst\u00f6renden Grinsen. Die maltr\u00e4tierten Puppen, als deren Gott er sich darstellt, sind ein passendes Beiwerk. Dabei ist er doch so nett!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.11.2024) Sich in die Abgr\u00fcnde von Jonas Kolb zu begeben, stellt ein zusehends gr\u00f6\u00dferes Wagnis dar, je weiter er sich k\u00fcnstlerisch voranwagt. 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