{"id":6936,"date":"2024-11-13T23:21:38","date_gmt":"2024-11-13T22:21:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6936"},"modified":"2024-11-13T23:21:38","modified_gmt":"2024-11-13T22:21:38","slug":"paul-heaton-the-mighty-several-emi-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/paul-heaton-the-mighty-several-emi-2024\/","title":{"rendered":"Paul Heaton \u2013 The Mighty Several \u2013 EMI 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Paul-Heaton-The-Mighty-Several.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Paul-Heaton-The-Mighty-Several.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6937\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (12.11.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Still und heimlich hat der Housemartins- und Beautiful-South-Mastermind und ehemals schwere Trinker Paul Heaton ein neues Album ver\u00f6ffentlicht. Leider ohne die mittlere Beautiful-South-S\u00e4ngerin und Soloalbenmitstreiterin Jacqui Abbott (bekannt und gefeiert sp\u00e4testens seit \u201eDon\u2019t Marry Her, Fuck Me\u201c von der 1996er Beautiful-South-Gro\u00dftat \u201eBlue Is The Coulour), dennoch sind mit Heatons regul\u00e4rer Livekonzertkollaborat\u00f6rin Rianne Downey und Yvonne Shelton zwei S\u00e4ngerinnen dabei, um einige von Heatons neuen Kompositionen vorzutragen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Heaton selbst sieht auf dem Albumcover aus wie Pettersson, nur hat er keine Katze dabei. Er singt aber, wie wir ihn seit seligen Housmartins-Tagen kennen und lieben, seine Stimme ist hell und leicht nasal wie eh und je. Mit \u201eNational Treasure\u201c beginnt das Album leicht und beschwingt mit einem fr\u00f6hlichen Folk-Pop-Song mit dezent schrengelnder Gitarre und Streichern. Im Text besch\u00e4ftigt sich Heaton mit dem Umstand, dass sein Land unbedingt Helden braucht (bzw. anf\u00e4llig daf\u00fcr ist, denjenigen auf den Leim zu gehen, die sich als solche darstellen, interpretiere ich hier mal vor dem Hintergrund, dass sich Heaton auf der B\u00fchne erfreulich brexitkritisch darstellt \u2013 \u201edie meisten Nationen wie unsere ben\u00f6tigt Narren als Helden\u201c). Ein liebevoller, aber doch bissiger Blick auf Heatons Heimatland. Weiter geht es mit \u201eQuicksand\u201c, einem Ska-St\u00fcck mit hervorragendem Posaunenpart, gesungen von Downey, die stimmlich ebensogut mit Heaton und seiner Musik harmoniert wie weiland Jacqui Abbott.<\/p>\n\n\n\n<p>Derart eingestimmt, l\u00e4uft Heaton auf \u201eAfter The Sugar Rush\u201c zu ganz gro\u00dfer Form auf: Der Song beginnt mit einer verspielten Akustikgitarre und sanftem Gesang Heatons. Nach gut einer Minute setzt das Schlagzeug ein, ein Klavier kommt hinzu und Heaton steigert seinen Gesang in eine Stadionmitsingmelodie hinein, um dann wieder ruhig und sanft zu werden, dann wieder laut und immer bleibt es sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFish\u2019n\u2019Chip Supper\u201c k\u00f6nnte auch gut von den Kinks stammen, es swingt, f\u00fchlt sich leicht an und strahlt dennoch Ernst und W\u00fcrde aus, Heaton singt von sich gegenseitig entt\u00e4uschenden Liebenden, die mit dem Arsch alles einrei\u00dfen, was sie vorne aufgebaut haben, schw\u00f6ren, von nun an alles anders zu machen, und daran scheitern. Und das alles vorgetragen mit Heatons wunderbarer Stimme und zu einer durchaus beschwingt-fr\u00f6hlichen Melodie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH Into Hurt\u201c f\u00fcgt ein wenig Country zur musikalischen Bandbreite des Albums hinzu, was Rianne Downey durch ihren Gesang unterstreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eSilly Me\u201c, einer Ballade mit viel Akustikgitarre, singen Rianne Downey und Yvonne Shelton gemeinsam, Glasgow trifft Manchester, wunderbar, und eins meiner Lieblingsst\u00fccke auf diesem Album. Und auch hier f\u00e4llt mir wieder die Sixties-angehauchte, nur leicht verzerrte Gitarre ins Ohr, die zur leicht altmodischen Soundgesamtanmutung beitr\u00e4gt, gespielt von Heatons Co-Komponisten Jonny Lexus.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eSmall Boats\u201c erweitert Heaton dann wieder einmal mehr das musikalische Spektrum: Zusammen mit Danny Muldoon haut er einen Irish-Folk-Song auf die B\u00fchne, der so von den Men They Couldn\u2019t Hang in den 80ern nicht besser h\u00e4tte dargeboten werden k\u00f6nnen. Ich bin hin und weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab jetzt k\u00f6nnte Paul Heaton das sprichw\u00f6rtliche Telefonbuch von Kingston upon Hull mit verteilten Rollen vorlesen, schiet wat op, mich hat er auf seiner Seite. Und obwohl ich mich bisher ausdr\u00fccklich und mit voller Absicht nicht \u00fcber zu wenig Abwechslung auf \u201eThe Mighty Several\u201c beklagt habe, geht Heaton bei und dreht die Abwechlungsschraube auf 11: Auf \u201eJust Another Family\u201c kann Rianne Downey noch einmal die Country-und-Western-Seite ihres Gesangs betonen, dazu klappert ein schnelles Rock\u2019n\u2019Roll-Klavier und der Kontrast zwischen Heatons eher indiem\u00e4\u00dfigem Gesang und Downeys Country-Darbietung. Egal, welche Musik dazu spielt, Heaton bleibt immer Heaton und das finde ich toll und das unterscheidet ihn von vielen seiner Kollegen, die vom Alternative in mehr traditionelle Genres gewechselt sind und deren Gesangsdarbietung dann auf einmal alles verlor, was wir fr\u00fcher an ihr so sehr mochten, siehe Black Francis\/Frank Black. Heaton entt\u00e4uscht hier nicht und bleibt im Kern immer der junge Mann, der bei den Housemartins hinterm Mikro stand. Wenn er den Gesang anders haben will, \u00fcberl\u00e4sst er ihn anderen \u2013 so zum Beispiel auf \u201ePull Up A Seat\u201c, wo wieder Danny Muldoon daf\u00fcr sorgt, dass sich das Lied akkurat Old School nach Country an der Grenze zum Kitsch oder zur Schnulze anh\u00f6rt, was zusammen mit dem Backgroundgesang der Damen gro\u00dfartig funktioniert, Heatons Stimme h\u00e4tte hier nicht gepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eThe Blues Came In\u201c kommt dann auch noch der Blues herein, hier toll gesungen vom Chef selber, das h\u00e4tte auch toll auf eines der vielen von mir sehr geliebten Beautiful-South-Alben gepasst. Selbiges trifft auf \u201eCouldn\u2019t Get Dead\u201c zu, das Liebhaber von Orgelkl\u00e4ngen und Rianne Downeys Gesang gleicherma\u00dfen zufriedenstellt, Heaton selber singt auch ein wenig und wertet damit den Song zus\u00e4tzlich auf. Auf \u201eWalk On, Slow Down\u201c bekommt zun\u00e4chst der Bass, dann das Keyboard (irgendwie schliddert der Song am Anfang so richtig sch\u00f6n achtzigerjahrem\u00e4\u00dfig und leicht schmalzig vor sich hin) und dann Heaton selber die B\u00fchne, die er verdient. Das hier ist gro\u00dfer Pop, ein klein wenig Kitsch und viel Heatons Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Produziert wurde \u201eThe Mighty Several\u201c vom Lightning-Seeds-Frontmann Ian Broudie, und er hat seine Arbeit gut gemacht. Die Stimmen kommen gro\u00dfartig zur Geltung und jedes einzelne Instrument bekommt den Raum, den es ben\u00f6tigt. Ein auf den ersten Blick unspektakul\u00e4res, aber beim intensiven H\u00f6ren sehr abwechslungsreiches und wundersch\u00f6nes Album.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (12.11.2024) Still und heimlich hat der Housemartins- und Beautiful-South-Mastermind und ehemals schwere Trinker Paul Heaton ein neues Album ver\u00f6ffentlicht. 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