{"id":6876,"date":"2024-10-29T21:34:42","date_gmt":"2024-10-29T20:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6876"},"modified":"2024-10-29T21:34:42","modified_gmt":"2024-10-29T20:34:42","slug":"pixies-the-night-the-zombies-came-bmg-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pixies-the-night-the-zombies-came-bmg-2024\/","title":{"rendered":"Pixies \u2013 The Night The Zombies Came \u2013 BMG 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Pixies-The-Night-The-Zombies-Came.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Pixies-The-Night-The-Zombies-Came.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6877\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (29.10.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Hihi, p\u00fcnktlich zu Halloween kommen die Pixies aus Boston, MA, mit einem Album mit Zombiethematik um die Ecke. Hinter der sie h\u00e4tten mal sch\u00f6n bleiben sollen, um das Erbe ihrer f\u00fcnf (jahaa \u2013 ich z\u00e4hle \u201eCome On Pilgrim\u201c als vollwertiges Album) Alben z\u00e4hlenden Diskografie aus der Zeit ihres eigentlichen Bestehens von Mitte der Achtziger bis gerade mal knapp in die Neunziger hinein nicht zu beschmutzen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Charles Michael Kittridge Thompson IV (jahaa, ich wei\u00df, es ist total abgeschmackt, seinen vollen Namen immer und immer wieder auszuschreiben) a\/k\/a Black Francis hat nach der Pixies-Aufl\u00f6sung unter dem Namen \u201eFrank Black\u201c gef\u00fchlt 125 Soloalben herausgebracht, die es \u2013 mit Ausnahme von \u201eTeenager Of The Year\u201c aus dem Jahr 1994 \u2013 nicht gebraucht h\u00e4tte \u2013 nicht, dass irgendwas von Herrn Black auch nur ansatzweise schlecht gewesen w\u00e4re, aber seine immer und immer wieder auf schwarzen Schellack gebannte Vorliebe f\u00fcr Americana und sonstige Erwachsenenmusik machte mich doch tats\u00e4chlich immer und immer wieder heulen, wenn ich sie mit den unwiederholbaren Gro\u00dftaten der ersten f\u00fcnf (Ja, es sind f\u00fcnf. Denke ich.) Pixies-Alben vergleiche. When Man is five, then the Devil is six, and if the Devil is six, then God is seven, was auch immer das bedeuten mag. Rock me, Joseph Alberto Santiago. Und besagter Joey Santiago spielt auf den aktuellen Pixies-Alben immer noch die Gitarre und David Lovering die Drums, lediglich Kim Deal wurde zun\u00e4chst durch Paz Lechantin und vor dem aktuellen Album dann durch Emma Richardson ersetzt, die alle beide ihren Job total klasse machen; dennoch hinterl\u00e4sst es in den Herzen der Pixies-Fans von damals einen gewissen Schmerz, dass Deal nicht mehr von der Partie ist. Aber Schwamm dr\u00fcber: Was kann das neue Album?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun \u2013 sehr viel. Meine anf\u00e4ngliche Skepsis (jetzt h\u00e4tte ich beinahe \u201eSepsis\u201c geschrieben, ein Schwelm, der dabei denkt) anl\u00e4sslich einer Pixies-Reunion (immerhin handelt es sich dabei um die Band, um derentwillen Kurt Cobain Nirvana gegr\u00fcndet hat, weil er so klingen wollte wie die Pixies), deren Vorstellung seinerzeit auf der nach oben offenen Johnny-Marr-Skala \u00e4hnlich hohe Werte des Abscheus produzierte wie die einer Wiedervereinigung der Smiths, legt sich von Post-Reunion-Ver\u00f6ffentlichung zu Post-Reunion-Ver\u00f6ffentlichung mehr und mehr. Hatte ich im Jahr 2022 schon das 2022er Werk \u201eDoggerel\u201c recht positiv besprochen, mag ich dem heuer mit meiner Rezension zu \u201eThe Night The Zombies Came\u201c in Nichts nachstehen: Brutal vom Hocker wie damals hauen einen die Pixies mit dem Teil nicht, m\u00fcssen sie auch nicht, aber ein beachtliches und urst h\u00f6renswertes St\u00fcck Musik hauen sie einem damit durchaus um die Ohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich beim ersten St\u00fcck, \u201ePrimrose\u201c, beweisen Frank Black und seine Mitstreitenden, wie sch\u00f6n unaufgeregt man einen beknackt-unverst\u00e4ndlichen Text mit einer tollen Melodie und einem Gitarrenspiel, das mich sehr positiv an das 1990er Pixies-Album \u201eBossanova\u201c erinnert, hinterlegen kann. Toller Einstieg schon mal.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eYou\u2019re So Impatient\u201c legt dann sehr viel rockiger nach, und das nicht auf eine Frank-Black-soloalbumige Art, sondern sch\u00f6n Pixies-m\u00e4\u00dfig, dreckig und mit tollen Joey-Santiago-Soli angef\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJane (The Night The Zombies Came\u201c) kommt dann viel ruhiger, von sehr viel Black-Francis-Rhythmusgitarre und viel Stimmung getragen daher. Der Text beschreibt den Spaziergang von zwei vermutlich jungen Leuten, von denen Jane die eine war. \u201eHe was walking beside her \/ She was the only survivor \/ The night the zombies came\u201c. Zumindest Jane scheint den Spaziergang \u00fcberlebt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eChicken\u201c, ein ebenfalls ruhiger Song, besch\u00e4ftigt sich mit einem Protagonisten, der sich f\u00fchlt wie ein H\u00fchnchen, das es auf einmal mit Enthauptung zu tun bekommt und anstatt auf die Knie zu fallen einfach immer rundherum rennt. Sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHypnotised\u201c geht irgendwie so, tut aber auch nicht weh, w\u00e4hrend mich \u201eJohnny Good Man\u201c dann wieder begeistert: Eine irgendwie surf-jangle-m\u00e4\u00dfige Gitarre beginnt den Song, dann singt Francis aufger\u00e4umt und leider einige Tonlagen tiefer, als er das in den 1980ern getan h\u00e4tte, die Melodie beschwingt und begeistert, und zwischendurch immer wieder diese wunderbare quietschend-jaulend-schrammelige Gitarre. So muss Pixies.<\/p>\n\n\n\n<p>Und irgendwie haben sie sich jetzt auch irgendwie eingegroovt: \u201eMotoroller\u201c mit nur einem \u201er\u201c klingt so richtig l\u00e4ssig und wundersch\u00f6n \u2013 gerade so, als spielten die Pixies eines der besseren St\u00fccke von einem Frank-Black-Soloalbum, nur besser, pixiesm\u00e4\u00dfiger.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eI Hear You Mary\u201c beginnt ein wenig klimpernd, gibt dann Francis\u2019 Gesang viel Raum und entwickelt sich ab der Ein-Minuten-Marke dann zu einem kraftvollen und melodi\u00f6sen Midtempo-St\u00fcck, dass nicht wehtut, aber Laune macht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOyster Beds\u201c ist ein typisch punkig-altmodisches Pixies-St\u00fcck, bei dem es sich lohnt, David Lovering beim Trommeln zuzuh\u00f6ren. Santiagos Gitarre ist ohnehin immer ein Hinh\u00f6rer und sorgt auf diesem Album f\u00fcr zahlreiche unvergessliche Pixies-Momente.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kommt mein pers\u00f6nliches Highlight auf dem aktuellen Pixies-Album: \u201eMercy Me\u201c. Klingt wie ein beknackter ruhiger Frank-Black-Song, nur mit besserer Musik. Eben von Santiago, Lovering und Richardson (die auch beim Background-Gesang auf dem ganzen Album total bezaubert). Wenn schon Americana-Anleihen, dann mit Santiago an der Gitarre, dann haut das auch hin und nervt nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf \u201eErnest Evans\u201c wird wieder gesurft und geschrengelt, Francis murmelt sich den Gesang irgendwie aus der H\u00fcfte und alles ist gewaltig. Die Pixies haben Spa\u00df am Musizieren, merkt man ganz deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKings Of The Prairie\u201c ist das Zugest\u00e4ndnis der Pixies an ihren Bandleader, hier klingt alles nach Frank Black feat. The Pixies, aber das macht nix, denn alles zuvor Geh\u00f6rte war nicht weniger als gro\u00dfartig und das das Album abschlie\u00dfende \u201eThe Vegas Suite\u201c ist es ebenfalls: Francis singt, spricht, r\u00f6hrt und die Band spielt dazu zun\u00e4chst entspannt und dann kratzig-quietschig, um gleich danach wieder in tiefe Entspannung zu verfallen. Und irgendwann im Verlaufe dieses tollen Songs macht Black Francis mir eingeschwei\u00dftem Beatles-Fan deutlich, dass es sich doch noch ein wenig lohnt, sich in seine Texte reinzuh\u00f6ren: \u201eI paid a dollar three tim\u0435s for revolution number nine \/ And everything was fine, but, oh.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (29.10.2024) Hihi, p\u00fcnktlich zu Halloween kommen die Pixies aus Boston, MA, mit einem Album mit Zombiethematik um die Ecke. 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