{"id":6798,"date":"2024-10-14T21:31:57","date_gmt":"2024-10-14T19:31:57","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6798"},"modified":"2024-10-15T20:42:36","modified_gmt":"2024-10-15T18:42:36","slug":"verstaerker-v-finaltune-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/verstaerker-v-finaltune-records-2024\/","title":{"rendered":"Verst\u00e4rker \u2013 V \u2013 Finaltune Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verstaerker-V.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verstaerker-V.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6799\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (14.10.2024)<br><br>Merkst du, was ich merke? Instant-Ohrwurm, sobald man den Bandnamen Verst\u00e4rker liest. Die Musik auf \u201eV\u201c indes hat mit Blumfeld nicht sonderlich viel gemein: Instrumental-Postrock, verteilt auf f\u00fcnf live eingespielte neue Tracks dieses M\u00fcnchener Trios (und nicht der Band aus Kentucky!). Nun ist der Postrock in seinem Genre etwas limitiert und in den Jahren, die er existiert, reichlich auserz\u00e4hlt worden. Da muss man sich also unterscheiden, wenn man dem noch etwas hinzuf\u00fcgen will, und nachdem Verst\u00e4rker zwei Tracks lang zwar die klassische Anmutung, aber mit mehr Fuzz bedienen, schlagen sie Kapriolen, die mehr als nur aufhorchen lassen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Opener \u201eGadd\u201c, m\u00f6glicherweise benannt nach Drummer Steve, lenkt mit diesem Link schon mal die Aufmerksamkeit auf eindeutige Unterschiede: Das Schlagzeug von Verst\u00e4rker klingt satter, fetter, rockiger als das bei vielen anderen Postrockern, denen die Kontemplation wichtiger ist als der Rock. Als zweites Merkmal f\u00e4llt der Fuzz auf den Saiten auf, der dem Sound die erforderliche Schippe Dreck zuf\u00fcgt, und man denkt noch kurz, dass Verzerrer der treffendere Bandname w\u00e4re. Man nickt zum verschleppten, aber dynamischen Takt automatisch mit dem Kopf. Auch \u201eFliegender Fluss\u201c ist mit seinem Tempo noch im Genre verhaftet, ebenso mit den typischen flirrenden Gitarren, und doch mischen sich Drones und Dr\u00f6hns in den Sound, die schon reichlich die Grenzen \u00fcberschreiten.<br><br>Und dann kommt Track 3, \u201eEchoes In Motion\u201c, fast acht Minuten lang und viel zu schnell f\u00fcr Postrock, also: echt mal was los in der Schublade. In dem Track passiert eine Menge, das Tempo wechselt, die Rhythmen ebenso, man ist mitgerissen und gefesselt. F\u00fcr \u201eElephants\u201c finden Verst\u00e4rker einen angemessenen Offbeat, den man ebenso nicht erwartet h\u00e4tte, und generieren zum Schluss mit Klickerdrums eine Art Stepptanz-Anmutung. In eine ganz andere Richtung geht das finale \u201eHazarai\u201c, fast eine Viertelstunde lang und ganz anders strukturiert als der Rest: Leise schleicht sich der Track an, steigert sich behutsam, l\u00e4sst chillig an Siebziger-Artrock denken, entwickelt eine bemerkenswert r\u00e4tselhafte, uneindeutige Stimmung, die lang h\u00e4ngen bleibt, und ebbt dann allm\u00e4hlich wieder ab, indem er in repetitiven Loops ausl\u00e4uft, die an Minimal Music erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> Vergleicht man Verst\u00e4rker mit den Labelinhabern Collapse Under The Empire, gehen die M\u00fcnchener glasklar als Sieger \u00fcber die Hamburger hervor. Mehr Mut, mehr Dreck, mehr Eigenst\u00e4ndigkeit, und das in diesem begrenzten Genre, so muss das. Zu diesem Trio geh\u00f6ren: Bassist Alexander K. Gilli, einst Mitglied der Band von Peter Coretto, mit dem Verst\u00e4rker die Split-CD \u201eBandentreffen\u201c herausbrachten, Gitarrist Dr. Roberto Cruccolini und Schlagzeuger Wolfgang Walter.<br><br>\u201eV\u201c ist das f\u00fcnfte Album der Band, der Titel verr\u00e4t dies, h\u00e4tte aber auch zu einem Deb\u00fct gepasst, sofern das zweite Album \u201eE\u201c hie\u00dfe und so fort. Doch w\u00e4hlen die M\u00fcnchener eine noch merkw\u00fcrdigere Taktik: Das Deb\u00fct hie\u00df 2002 \u201eJaku\u201c, die Band bestand aus f\u00fcnf Musikern und von denen ist heute nur noch Cruccolini dabei. Das zweite Album hie\u00df kurioserweise \u201eB-Seiten\u201c, hier war Walter bereits Teil des Quintetts. Es folgten drei durchnummerierte Alben namens \u201eMehrwerk\u201c, zum Teil zu siebt eingespielt, und zuletzt in der nunmehr aktuellen Besetzung vor vier Jahren \u201eThemes &amp; Variations\u201c als offiziell viertes Album. Mehr als 20 Jahre Bandgeschichte also, und die Erfahrung h\u00f6rt man \u201eV\u201c auch an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.10.2024) Merkst du, was ich merke? Instant-Ohrwurm, sobald man den Bandnamen Verst\u00e4rker liest. 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