{"id":6762,"date":"2024-10-09T20:55:10","date_gmt":"2024-10-09T18:55:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6762"},"modified":"2024-10-09T20:55:10","modified_gmt":"2024-10-09T18:55:10","slug":"spezial-schneider-collaborations-sechs-veroeffentlichungen-schneider-collaborations-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-schneider-collaborations-sechs-veroeffentlichungen-schneider-collaborations-2024\/","title":{"rendered":"Spezial: Schneider Collaborations \u2013 Sechs Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 Schneider Collaborations 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schneider-Collaborations.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schneider-Collaborations.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4700\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (09.10.2024)<br><br>Der vielbesch\u00e4ftigte Zauberdrummer J\u00f6rg A. Schneider haut gleich sechs international besetzte Ver\u00f6ffentlichungen am St\u00fcck heraus: Zwei seines, nun, Bandprojektes Teen Prime mit Gitarrist Sebastian F\u00e4th aus Berlin, zwei Collaborations mit Thisquietarmy alias Eric Quach aus Montreal, eine mit Dirk Serries aus Antwerpen und eine mit Lu\u00eds Lopes aus Lissabon. So entfesselt er auch bisweilen auf sein Schlagzeug eindrischt, so unterschiedlich sind diese improvisierten Alben geraten:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Teen-Prime-No.-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Teen-Prime-No.-9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6763\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Teen Prime \u2013 No. 9<br><br>\u201eNo. 9\u201c besticht zus\u00e4tzlich durch sein Format: Die f\u00fcnf Tracks erscheinen als 10\u201c. Daf\u00fcr nahm das Duo die A-Seite gemeinsam im Studio auf und die B-Seite in getrennten Sessions. Es erstaunt immer wieder, dass das tats\u00e4chlich funktioniert, nicht nur komplett durchstrukturierte Musik in Studios nacheinander aufzunehmen, sondern auch Impro-Mucke, bei der es ja darauf ankommt, dass die Muszierenden aufeinander eingehen. Ohne diese Kenntnis w\u00e4ren einem vermutlich die Unterschiede zwischen A und B gar nicht weiter aufgefallen, mit ihnen ist man geneigt, zu denken, die A-Seite sei etwas ungez\u00fcgelter als die B-Seite. Der Berliner F\u00e4th gibt seiner verst\u00e4rkten, aber nicht verzerrten Gitarre einen deformierten Surf-Twang, Schneider imaginiert sich dazu einen Rhythmus, den nur er sp\u00fcrt, die Tracks sind kantig, aufr\u00fcttelnd. Im Grunde auf der B-Seite ebenfalls, doch stellt sich da bis zum Finale \u201eAs Reference And\u201c das Ph\u00e4nomen ein, dass beide Instrumente zwar noch unb\u00e4ndiger zum Einsatz kommen, aber im Sound gemildert, sodass von dieser Melange eine entspannende Sch\u00f6nheit ausgeht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Teen-Prime-No.-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Teen-Prime-No.-10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6764\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Teen Prime \u2013 No. 10<br><br>\u201eNo. 10\u201c ist wieder ein Vollzeit-Album, und das beginnt mit etwas, von dem Schneider eigentlich vehement Abstand zu nehmen ank\u00fcndigte: In \u201eAvant Primitive\u201c ist Gesang zu h\u00f6ren. Gesampelt vermutlich, wie \u00fcberhaupt Teen Prime nicht selten von Sample-Eins\u00e4tzen leben, das zieht sich \u00fcber s\u00e4mtliche neun Ver\u00f6ffentlichungen (nur neun, denn \u201eNo. 6\u201c existiert nach wie vor nicht und wird wohl auch nie erscheinen).<br><br>Auf diesem Album gebiert sich das Duo noch ungest\u00fcmer als auf der vorherigen EP, die Drums klingen durchdringend wie bei sehr harter Gitarrenmusik, daf\u00fcr bleibt die Gitarre zwar unverzerrt, aber noch chaotischer gespielt. Sobald man sich zwei Tracks lang an diese angenehm unbequeme Brutalit\u00e4t gew\u00f6hnt hat, fahren die beiden Musiker die Regler herunter: \u201eThe Singer\u201c ist eine dreizehnmin\u00fctige Live-Improvisation, gemeinsam im Studio aufgenommen. Der Track beginnt still, Schneider rollt auf seinem Schlagzeug, klickert, klackert, zischt, jazzt, und F\u00e4th findet dazu passende entspannte T\u00f6ne, alsbald gar Melodien. Die beiden versinken allm\u00e4hlich in ihrer Kontemplation und steigern sich mehr und mehr in die Sounds hinein, auf eine Weise, dass man die Intensit\u00e4tssteigerung kaum bewusst wahrnimmt, vielmehr einfach mitgerissen wird.<br><br>Die B-Seite er\u00f6ffnet mit dem zweiten und letzten gemeinsam im Studio aufgenommenen St\u00fcck: \u201eQueenie Le Boogie\u201c ist der Gegenentwurf zu \u201eThe Singer\u201c, brutal, schrammelig, aufm\u00fcpfig, l\u00e4rmend, mit dem dreit\u00f6nigen Gitarrenhook, das F\u00e4th fortw\u00e4hrend zwischenschiebt, an die Dekonstruktion von F\u00fcnfziger-Rock\u2019n\u2019Roll erinnernd. Der Rest des Albums ist, wie der Anfang, getrennt eingespielt \u2013 nein, ohne dieses Wissen k\u00e4me man nicht darauf. Den beiden gelingt es immer wieder, dass man als H\u00f6render den Eindruck bekommt, auf vertraute Strukturen zu sto\u00dfen, aus der Urzeit der Stromgitarrenmusik, irgendwann aus den Vierzigern, F\u00fcnfzigern, den Quellen des Rock\u2019n\u2019Roll, die hier als Relikt auf dem Grund des Brunnens durchschimmern, aus dem Teen Prime ihre eigensinnige Improvisationskunst sch\u00f6pfen. Damit setzen sie Ankerpunkte, von denen aus man als H\u00f6render einen leichteren Zugang in die Abgr\u00fcnde der freien Musik findet. F\u00fcr \u201eAn Assessment In The Course Of Empty Gestures\u201c etwa findet F\u00e4th einen Offbeat, den Schneider wiederum komplett ignoriert. F\u00e4th nach der H\u00e4lfte ebenfalls, daf\u00fcr findet Schneider ausnahmsweise mal einen durchgehenden Takt, zu dem F\u00e4th sanft gniedelt. Und das entstand tats\u00e4chlich getrennt voneinander? Das Duo entl\u00e4sst die H\u00f6renden mit einem entspannten \u201eWhen We\u2019ll Meet Up Yonder\u201c mit partiell r\u00fcckw\u00e4rts laufender Gitarre, und sobald es dazu kommt, m\u00f6chte man auch wieder mit dabei sein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Serries.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Serries.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6765\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schneider | Serries<br><br>Zuf\u00e4lle gibt\u2019s: Aus nicht rekonstruierbaren Gr\u00fcnden findet der Rezensent seine Mailadresse pl\u00f6tzlich im Verteiler von Dirk Serries wieder und h\u00f6rt sich seitdem gern durch dessen Oeuvre. Ein der Industrial-Szene entwachsener Impro-Gitarrist aus Antwerpen, der mit haufenweise Leuten zusammenarbeitet, mit Tomas J\u00e4rmyr, dem Ex-Drummer von Motorpsycho, etwa als The Void Of Expansion. Als der Text dazu zur Ver\u00f6ffentlichung auf dieser Plattform anstand, erz\u00e4hlte Freund Arni, dass er von Serries einige Platten habe, n\u00e4mlich vom Projekt Continuum, das Serries mit Steven Wilson von Porcupine Tree betreibt. Sowas. Wer in Serries\u2018 Impro-Reihe indes fehlte, war Schneider, und darauf angesprochen, erz\u00e4hlte der: Ja, Dirk kommt morgen zu mir, wir spielen das zweite Album ein. Ist das noch Zufall oder schon Koinzidenz? Danke, lieber Weltengeist!<br><br>Das erste gemeinsame Album gibt\u2019s nun auf Vinyl, und darauf finden beide Musizierende stillere T\u00f6ne, als man erwartet h\u00e4tte. Beide halten sich zur\u00fcck, der gemeinsame Rausch umf\u00e4ngt die H\u00f6renden wie nebul\u00f6se Watte, in der feste Strukturen zu erahnen sind. F\u00fcr \u201eEnhance The Machine\u201c etwa w\u00e4hlte Serries einen leicht angezerrten Sound, den er akkurat und behutsam anschl\u00e4gt und damit T\u00f6ne erzeugt, die \u00e4hnlich auch auf \u201eLaughing Stock\u201c von Talk Talk zu h\u00f6ren gewesen sein k\u00f6nnten. Zwar haut Schneider dazu auch auf seine Felle, l\u00e4sst aber die Hi-Hats dominieren und sie den Eindruck von Rausch unterstreichen. Bald kippt Serries trunken ins Schr\u00e4ge und Schneider intensiviert sein Spiel, der Track erf\u00e4hrt dadurch eine Neigung, keine Steigerung.<br><br>Aber keine Angst, die beiden k\u00f6nnen L\u00e4rm, die beiden machen auch L\u00e4rm. Zumindest ist \u201eMechanical Collapse\u201c die Umsetzung des Titels in Sound und ein noisiger Abschluss der A-Seite. Daf\u00fcr beginnen sie die B-Seite mit \u201eComplex Particle System\u201c umso chilliger, wenn auch ebenso wenig auf herk\u00f6mmliche Weise strukturiert: Drones k\u00f6nnen schlie\u00dflich auch leise sein, steigern kann man sich immer noch, und das passiert hier auch, gem\u00e4chlich und gem\u00fctlich ins Unbequeme. F\u00fcr \u201eForce Regeneration\u201c zers\u00e4gt das Duo Hawai\u2019i-Musik, ein lysergsaurer Dick Dale taumelt am Strand herum und rempelt st\u00e4ndig die Surfer an, aber mit dem Tempo einer Flipperkugel, und damit ist nicht der Delphin gemeint. Insgesamt weniger Drone als erwartet, aber deshalb nicht weniger gut gelungen \u2013 auf das zweite gemeinsame Album darf man \u00e4u\u00dferst gespannt sein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Thisquietarmy-I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Thisquietarmy-I.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6766\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schneider | Thisquietarmy \u2013 I<br><br>Die Session mit Thisquietarmy alias Eric Quach aus Quebec, genauer: Montreal, aber da ist kein Q drin, schade also, dass er Gitarre spielt und nicht Quetschkommode, also: Diese Session gestaltete sich derart ergiebig, dass Schneider und er sie zweiteilen. Vier Zehnmin\u00fcter gibt es hier auf Vinyl, drei Viertelst\u00fcnder und einen Zwanzigmin\u00fcter schieben sie auf CD nach. \u201eI\u201c, also das Vinyl, beginnt damit, dass sich die beiden Raubkatzen behutsam umschleichen, und alsbald lassen sie ihre Kr\u00e4fte ungez\u00fcgelt heraus. F\u00fcr den zweiten Track \u201eBattle Of Anihilation\u201c (sic) st\u00fcrmt Schneider auf seinem Schlagzeug ungebremst los, nicht wutentbrannt, sondern ausdauernd, energetisch, kraftvoll, gehetzt, und Quach ringt seiner Gitarre noisige Drones ab, aber milde, und die Kombination ergibt f\u00fcr Menschen mit entsprechender Neigung einen angenehmen Entspannungssound.<br><br>In der Folge bearbeitet Quach sein Instrument mit allerlei Pedalen, l\u00e4sst es wabern, vibrieren, wimmern, kreischen, Fl\u00e4chen erzeugen, klimpern, Drones generieren, flirren, was ihm gerade einf\u00e4llt, was deutlich mehr ist, als man als H\u00f6render ahnt, folglich fortw\u00e4hrend \u00fcberrascht wird, und Schneider begleitet ihn wie auf einem Schlachtross, also nicht einem Ross, das geschlachtet wird, sondern das in die Schlacht zieht, und zwar umfassender bewaffnet als gew\u00f6hnlich, er l\u00e4sst keine L\u00fccken, f\u00e4hrt den vollen Angriff, komplett ohne Deckung, immer nach vorn.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Thisquietarmy-II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Thisquietarmy-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6767\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schneider | Thisquietarmy \u2013 II<br><br>Auf der CD setzt sich diese Vorgehensweise fort, und zwar noch ausufernder. Hier senkt Schneider seine Armierung auch mal ab, in \u201eBait And Bleed\u201c etwa, dessen Titel eher nach dem Gegenteil klingt, das der Track mit etwas Anlauf dann auch noch erzielt. Obschon die Tracks auf \u201eI\u201c f\u00fcr sich gesehen bereits \u00dcberl\u00e4nge haben, bekommt man den Eindruck, auf \u201eII\u201c h\u00e4tten sie noch mehr Zeit zum Atmen. Mehr Versunkenheit, mehr relaxtes Vorangehen, mehr Raum f\u00fcr weite Sounds; in \u201eHerringbone\u201c etwa scheint die Gitarre so weit weg zu agieren, dass sie eine Kuppel hoch \u00fcber dem Schlagzeug mit unendlichen dicken Linien bemalt.<br><br>Der letzte Track \u201eRainbow Codes\u201c ist die Antithese zu allen vorherigen: Er ist der reine Atem, die mit Instrumenten nachempfundene Stille, der akustische Blick ins Nichts. Aus der Tiefe, aus der Dunkelheit erheben sich zerbrechliche T\u00f6ne, ein leises Fiepen, ein verdeckt dr\u00e4uendes Schwirren, ein Tusch auf dem Hi-Hat, ein dumpfer Schlag auf die Pauke. Das Schlagzeug bekommt eine langsame, nachvollziehbare Form, die Gitarre generiert harmonische Drones, man w\u00e4hnt sich in den Siebzigern, in der Elegie des Krautrock, des Psychedelischen, in der Unendlichkeit zugerauchter Keller. Nach einer Viertelstunde senkt sich die endlos schreiende Gitarre herab, wird deutlicher, schwerer, das Schlagzeug ebenso, die Schl\u00e4ge werden dichter, der Raum f\u00fcllt sich mit Sound an \u2013 und ebbt ganz unvermittelt ab. Denn eh man sich\u2019s versieht, sind fast 22 Minuten vergangen. Gigantisch!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Lopes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Schneider-Lopes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6768\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a><\/a> Schneider | Lopes<br><br>Deutlich zur\u00fcckhaltender musizieren Lu\u00eds Lopes, Free-Jazz- und Impro-Gitarrist aus Lissabon, und Schneider auf ihrer Zusammenarbeit, die live im Studio entstand. Die LP bringt es auf je einen \u00fcberlangen Track pro Seite. \u201eOne Armed Bandit\u201c wirkt, als hielten sich beide Instrumentalisten erheblich zur\u00fcck, um dem anderen nicht in die Quere zu kommen. Jeder frickelt f\u00fcr sich herum, setzt sein Instrument wie abrupt ein und aus, erzeugt willk\u00fcrliche T\u00f6ne \u2013 gut, das ist auch der Sinn hinter Improvisationsmusik \u2013, tastet sich vorsichtig an den Mitspieler heran, l\u00e4sst etwas vom Stapel, guckt, wie der andere reagiert, setzt noch einen drauf und bringt so in Zusammenarbeit die Fragmente \u00fcbereinander. Alsbald trauen sie sich mehr zu, schalten auf Autopilot und vertraut darauf, dass inzwischen eine \u00dcbereinkunft gefunden ist, und so rumpeln und gniedeln beide drauflos. Melodien, Harmonien gibt es keine, es sind winzige, manchmal leicht gedehnte Einzelt\u00f6ne, die Lopes da in Schneiders s\u00e4mtliche Bauteile einbeziehendes Schlagzeugspiel wirft.<br><br>Auf der etwas l\u00e4ngeren B-Seite \u201eDanger Of Suffocation\u201c haben sie sich nun gefunden und intensivieren die Methode der A-Seite. Die Musik ist ein komplexer Brocken, der vieles zum Entdecken dabeihat, dessen Oberfl\u00e4che paradox verschachtelt ist, MC Escher und M\u00f6biusband Hilfsausdr\u00fccke, der vor einem steht und r\u00fcttelnd Aufmerksamkeit einfordert. Die bekommt er nat\u00fcrlich, aber sie verlangt einiges ab, zehrt an den Kr\u00e4ften. Von allen neuen Ver\u00f6ffentlichungen der Schneider Collaborations ist dies die am schwierigsten zug\u00e4ngliche, aber unzug\u00e4nglich ist sie nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Schneider Collaborations auf <a href=\"https:\/\/schneidercollaboration.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.10.2024) Der vielbesch\u00e4ftigte Zauberdrummer J\u00f6rg A. 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