{"id":6759,"date":"2024-10-08T21:03:51","date_gmt":"2024-10-08T19:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6759"},"modified":"2024-10-08T21:03:51","modified_gmt":"2024-10-08T19:03:51","slug":"the-the-ensoulment-cineola-ear-music-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-the-ensoulment-cineola-ear-music-2024\/","title":{"rendered":"The The \u2013 Ensoulment \u2013 Cin\u00e9ola\/Ear Music 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-The-Ensoulment.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-The-Ensoulment.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6760\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (08.10.2024)<br><br>Matt Johnson reaktiviert The The \u2013 und klingt wie fr\u00fcher, wie man ihn liebt, mit wundersch\u00f6nen Melodien, mit durchdringender Stimme vorgetragen, und sanften bis satten Songs, hier indes, anders als ganz fr\u00fcher, mit einer Rockband dargeboten, nicht mehr so elektronisch unterf\u00fcttert, also eher an die Neunziger ab \u201eDusk\u201c angelehnt. Dabei stellt man fest: Egal, was er wie macht, es wird gut. \u201eEnsoulment\u201c ist nach einigen Singles, Soundtracks, Official Bootlegs und dem Live-Album das erste Studio-Album von The The seit \u201eNakedSelf\u201c aus dem Jahr 1999. Obschon man auf ein neues Album von The The l\u00e4ngst nicht mehr wartete, hat sich die Zeit gelohnt: \u201eEnsoulment\u201c ist so gut, man w\u00fcrde f\u00fcr ein weiteres Album von Johnson in der Qualit\u00e4t auch weitere 25 Jahre ausharren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Die R\u00fcckkehr gestaltet Johnson angemessen: Er l\u00e4sst seine Band nicht brutal in den Raum brechen, sondern sich behutsam bemerkbar machen. Der Opener \u201eCognitive Dissent\u201c ist ruhig, man fadet in das Album quasi hinein, ein chilliger Beat, freundliche Atmosph\u00e4re, fuzzy Bass, Johnson singt herausfordernd, die Gitarre zerrt Einzelsounds, ein Chor setzt ein, und schon ist man wieder mittendrin im wundervollen The-The-Kosmos. Lass ihn seine eigenen Ideen recyclen, etwa die Schluss-Melodie aus \u201eHeartland\u201c gleich im zweiten Song mit dem tollen Titel \u201eSome Days I Drink My Coffee By The Grave Of William Blake\u201c, die gestopfte Trompete aus \u201eLung Shadows\u201c im Walzer \u201eKissing The Ring Of POTUS\u201c, das Piano-Intro von \u201eYour Cheating Heart\u201c in \u201eDown By The Frozen River\u201c, schei\u00dfegal, das erleichtert den Zugang nur noch mehr, und au\u00dferdem sind das ja Ausnahmen.<br><br>Insgesamt beh\u00e4lt Johnson die getragene, aber ausdrucksstarke und kraftvolle Stimmung bei. \u201eLife After Life\u201c an Position sechs ist etwas flotter, energetische Ausbr\u00fcche finden sich mehr auf instrumentaler Basis als im Tempo. Dabei hat er Ausbr\u00fcche gar nicht n\u00f6tig, um Intensit\u00e4t zu erzeugen. Der smoothe Mitternachts-Barjazz \u201eI Want To Wake Up With You\u201c etwa vereinnahmt gerade mit seiner tiefblauen Stimmung, dem Kontrabass und dem Gesang. Ja, dieser Gesang, Johnsons Stimme scheint gar nicht gealtert zu sein, man will ihm zuh\u00f6ren, jedem Ton, den er \u00e4u\u00dfert, ob er fl\u00fcstert, croont, beinahe rappt, normal singt oder seine Stimme fordernd erhebt, man h\u00e4ngt ihm an den Lippen. So viel Charakter, so viel Ausdruck!<br><br>Zwar bedient Johnson auch auf \u201eEnsoulment\u201c einen Drumcomputer, doch geschieht dies versteckter als auf seinen ersten Alben. Damals generierte er einen repetitiven Beat mit angepasstem Bass-Loop, auf dem er seine hypnotischen Songs errichtete. Mit dem Wechsel zum Bandgewand in den Neunzigern lie\u00df er davon zwar ab, beh\u00e4lt aber auch auf \u201eEnsoulment\u201c bei, gewisse Gesangsmelodien kurz anzuloopen, etwa in \u201eRisin\u2018 Above The Need\u201c. Ins alte Dunkel-Experimentelle f\u00e4llt hier \u201eLinoleum Smooth To Stockinged Foot\u201c zur\u00fcck, mit rhythmisch blubberndem Synthie und freundlichen Streicherkakophonien. Ungew\u00f6hnlich ist f\u00fcr The The der Kirmessound von \u201eI Hope You Remember (The Things I Can\u2019t Forget)\u201c, das klingt, als s\u00e4nge Johnson zu einem abgemilderten Lied von Tom Waits.<br><br>Der Rauswerfer \u201eA Rainy Day In May\u201c greift den Rhythmus und die Struktur von \u201e$1 One Vote\u201c auf, der grandiosen Vorab-Single, die vor einem Jahr Johnsons Comeback als Songwriter fortsetzte, die auf \u201eEnsouled\u201c indes nicht zu finden ist. Tats\u00e4chlich w\u00fcrde der Song nicht passen, er ist zu ruppig, rockig f\u00fcr das Album, das eine mildere Grundstimmung hat, wenn auch keine altersmilde. Hier f\u00fcgt sich alles in einen Fluss, der aus zw\u00f6lf Etappen besteht, und da alle Songs zwischen drei und vier Minuten lang sind, konzentriert Johnson seine Eingebungen auf einen enger abgesteckten Zeitraum und l\u00e4sst damit ein sehr abwechslungsreiches, wechselvolles Album entstehen. Ein guter Songwriter ist er also geblieben, auch wenn ihm ein Vierteljahrhundert lang nicht danach war, einer zu sein, nach diversen R\u00fcckschl\u00e4gen von Seiten seiner Plattenfirmen.<br><br>Ebenso nicht enthalten ist die wahrhaftige Comeback-Single \u201eWe Can\u2019t Stop What\u2019s Coming\u201c aus dem Jahr 2017, der Nachfolger \u201eI Want 2 B U\u201c aus dem Jahr 2020 auch nicht, nicht minder die Download-Single \u201eMrs. Mac\u201c aus dem Jahr 2007, die Johnson bereits in den Sechzigern schrieb und erst im vergangenen Jahr als B-Seite von \u201e$1 One Vote\u201c physisch zug\u00e4nglich machte. Das Album begleiten drei 7\u201c-Vinyl-Auskopplungen: \u201eCognitive Dissent\u201c, \u201eLinoleum Smooth To Stockinged Foot\u201c und \u201eSome Days I Drink My Coffee By The Grave Of William Blake\u201c, f\u00fcr deren Artwork Matt Johnson auf Grafiken seines 2016 verstorbenen Bruders Andy Dog zur\u00fcckgriff und die allesamt B-Seiten beinhalten, die es nicht auf dem Album gibt, \u201eWhen The Heart Is Waiting\u201c, \u201eMycelium Muse\u201c und \u201eFrozen Clouds\u201c.<br><br>F\u00e4lle f\u00fcr die Sammler, ebenso die anderen Ver\u00f6ffentlichungen in diesem Jahrtausend, nach \u201eNakedSelf\u201c, das damals nicht ohne schl\u00fcssigen Zusammenhang auf dem Nothing-Label von Trent Reznor erschien. Die ganzen Soundtracks geh\u00f6ren dazu, \u201eTony\u201c, \u201eMoonbug\u201c, \u201eHyena\u201c und \u201eMuscle\u201c, die Dreifach-CD \u201eRadio Cin\u00e9ola Trilogy\u201c inklusive der Remix-CD, auf der \u201eWe Can\u2019t Stop What\u2019s Coming\u201c dann doch noch zu haben ist, die Erst-Ver\u00f6ffentlichung des 1978er-Demos \u201eSee Without Being Seen\u201c, die \u201eOfficial Bootleg\u201c genannten Live- und Demo-CDs, von denen es mittlerweile bereits acht Ausgaben gibt, sowie das Live-Album \u201eThe Comeback Special\u201c.<br><br>In dieser Besetzung fehlt \u00fcbrigens Johnny Marr, der fr\u00fcher h\u00e4ufig als Begleiter von Johnson zu h\u00f6ren war. Keyboarder David Collard ist hier Mit-Songwriter und neben Gitarrist Barrie Cadogan wichtigster Beitragender zu \u201eEnsoulment\u201c. Den Bass spielt James Eller, das Schlagzeug Earl Harvin und die Percussions Daniel \u201eDanny\u201c Cummings. Als Background-S\u00e4ngerin ist au\u00dferdem Gillian Glover zu h\u00f6ren, Tochter von Deep Purples Roger Glover und Mitarbeiterin im Shop von The The. Jedenfalls ziemlich sehr die Besetzung des Live-Albums, und doch ist diese Studio-Variante der aktuellen Band The The erheblich besser ausgefallen. Gottlob!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.10.2024) Matt Johnson reaktiviert The The \u2013 und klingt wie fr\u00fcher, wie man ihn liebt, mit wundersch\u00f6nen Melodien, mit durchdringender Stimme vorgetragen, und sanften bis satten Songs, hier indes, anders als ganz fr\u00fcher, mit einer Rockband dargeboten, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-the-ensoulment-cineola-ear-music-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-6759","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6759"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6761,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6759\/revisions\/6761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}