{"id":6749,"date":"2024-10-04T16:21:41","date_gmt":"2024-10-04T14:21:41","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6749"},"modified":"2024-10-04T16:21:41","modified_gmt":"2024-10-04T14:21:41","slug":"niluefer-yanya-my-method-actor-ninja-tune-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/niluefer-yanya-my-method-actor-ninja-tune-2024\/","title":{"rendered":"Nil\u00fcfer Yanya \u2013 My Method Actor \u2013 Ninja Tune 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Niluefer-Yanya-My-Method-Actor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Niluefer-Yanya-My-Method-Actor.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6750\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (03.10.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2016 tummelt sich Nil\u00fcfer Yanya aus London, UK, auf dem Schallplattenmarkt, zun\u00e4chst mit einer Handvoll Singles und EPs und dann 2019 mit dem bescheiden und zur\u00fcckhaltend betitelten Deb\u00fctalbum \u201eMiss Universe\u201c. F\u00fcr mich eine der Albumsensationen eines an Albumsensationen nicht eben armen Jahres, somit finde ich pers\u00f6nlich, der Titel geht voll in Ordnung. Ebenso wie \u201ePainless\u201c aus 2022, ein ebenso tolles Album wie das Deb\u00fct. Und nun also \u201eMy Method Actor\u201c, auf dessen Cover Frau Yanya sp\u00e4rlich bekleidet vor einem Spiegel sitzt, als h\u00e4tte sie vor, mittels guten Aussehens von der dargebotenen Musik abzulenken. Aber wurscht, das hat sie nicht n\u00f6tig und das Cover-Artwork wirkt auch nicht irgendwie effekheischerisch, eher fragt man sich, warum sie da auf dem Sims vor dem Spiegel einer h\u00e4sslich\/muss-man-m\u00f6gen-aus-den-80ern gr\u00fcnbeige-rosa gestalteten WC-R\u00e4umlichkeit sitzt. Yanyas Gesichtsausdruck hingegen bildet die Stimmung des Albums perfekt ab: Leicht fragend, melancholisch, wie die Musik auf \u201eMy Method Actor\u201c, das musikalisch mit ein wenig weniger Schmackes daherkommt als die beiden Vorg\u00e4ngerinnenalben.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und das ist eher eine St\u00e4rke als ein Manko: Mit ihrer speziellen Art des Gitarrespiels, mal rein akustisch, mal dreckig (aber nie wirklich hart oder schmerzhaft, daf\u00fcr oft an die fr\u00fchen Cure aus dem Zeitalter des Coverartworkbadezimmers erinnernd) verzerrt, immer irgendwie schrammelig und ihrem speziellen Gesangsstil, leicht gelangweilt mit dennoch viel Gef\u00fchl und st\u00e4ndig in der Tonh\u00f6he zwischen dem, was ich mir als normalen Sprechtonfall (nicht zu verwechseln mit Brechdurchfall) vorstelle, und viel h\u00f6heren H\u00f6hen changierend, hat Nil\u00fcfer Yanya einen Trademark-Sound erschaffen, der mich auf \u201eMiss Universe\u201c bereits v\u00f6llig vereinnahmt hat und der mir beim ersten H\u00f6ren des aktuellen Albums gleich ein erleichtertes Grinsen ins Gesicht reingemacht hat: Prima, sie klingt wie immer, aber dennoch ist etwas anders, und das ist toll.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zu den Songs:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKeep On Dancing\u201c kommt zun\u00e4chst mit einer Akustikgitarre und flatterndem Schlagzeug daher, dann setzen Synthie-Streicher ein, das Schlagzeug wird marschmusikm\u00e4\u00dfiger, bleibt aber weit im Hintergrund und die Synths gewinnen die Oberhand \u00fcber die Gitarre. Nil\u00fcfer Yanya l\u00e4sst sich davon nicht beirren und liefert eine ihrer typisch l\u00e4ssig klingenden Gesangsperformances ab, die von Mal zu Mal H\u00f6ren immer mehr gewinnen. Ebenso bei \u201eLike I Say (I Runaway)\u201c: Die Gitarre beginnt mit tieft\u00f6nender Rhythmusarbeit und l\u00e4sst Yanya Raum, die Melodie zu entwickeln, auf einmal schnellt der Gesangston in die H\u00f6he, die Gitarre schrammelt, Yanya singt weiter und alles wird wieder ruhiger, um dann gegen Ende nochmal zu explodieren, ohne weh zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Das folgende Titelst\u00fcck \u201eMethod Actor\u201c beginnt mit einer Gitarrenr\u00fcckkopplung und entpuppt sich hernach als wunderbarer Singer\/Songwriter-Pop, bis nach einer Minute eine verzerrte Gitarre die Idylle unterbricht und ich nun fest davon ausgehe, dass die S\u00e4ngerin jetzt zu schreien anf\u00e4ngt oder wenigstens die Stimme erhebt. Yanya hingegen macht einfach entspannt weiter wie zuvor und wird trotzdem von den Instrumenten nicht an die Wand gedr\u00fcckt. Auf \u201eBinding\u201c wird sich dann ausgeruht oder entspannt zur\u00fcckgelehnt, h\u00f6ren Sie hier einfach nur konzentriert dem Gesang zu, es lohnt sich. \u201eMutation\u201c besticht mit einem f\u00fcr Abwechslung sorgenden Schlagzeug, der Rest bleibt auf gewohnt hohem Niveau, bei \u201eReady For Sun (Touch)\u201c kommen am Anfang noch interessante elektronische Effekte hinzu und der ganze Song ist wunderbar ruhig, mit einer hypnotischen Melodie versehen und wundersch\u00f6n. \u201eCall It Love\u201c ist ebenfalls ruhig, wobei das Schlagzeug sch\u00f6ne Effekte setzt und die Gitarre in den Hintergrund tritt, um den synthetischen Streichern den Vortritt zu lassen. \u201eMade Out Of Memory\u201c mit seinem anf\u00e4nglichen Schlagzeuggeklapper besticht dann zus\u00e4tzlich noch mit einer sch\u00f6nen Orgel, und bei \u201eJust A Western\u201c gewinnt endlich wieder die Gitarre die Oberhand (wenn auch eigentlich nur gerade mal so gegen\u00fcber den auch hier recht dominanten, aber wundersch\u00f6nen synthetischen Streichern). Und die wollen wir bei Nil\u00fcfer Yanya ja schlie\u00dflich h\u00f6ren. Der Gesang ist hier sehr zur\u00fcckgenommen, aber nicht weniger sch\u00f6n als auf den zuv\u00f6r geh\u00f6rten St\u00fccken. \u201eWingspan\u201c beschlie\u00dft das Album mit viel Keyboard und wieder einmal mehr tollem Gesang.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich h\u00e4tte mir das Album nach dem ersten H\u00f6ren weniger ruhig und mehr gitarrenlastig gew\u00fcnscht. Nach h\u00e4ufigerem Abspielen hingegen merke ich, dass \u201eMy Method Actor\u201c sich immer besser anh\u00f6rt, je \u00f6fter ich es h\u00f6re. Nil\u00fcfer Yanyas Stimme und ihr Gesangsstil sind unverwechselbar und faszinierend, die Musik bewegt sich zwischen Alternative (die mehr gitarrenlastigen St\u00fccke, die mich zun\u00e4chst mehr ansprachen) und gef\u00fchlvollem Pop (der ganze Rest, den ich mit jedem Durchlauf besser und besser finde), und niemand au\u00dfer ihr h\u00f6rt sich an wie sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (03.10.2024) Seit 2016 tummelt sich Nil\u00fcfer Yanya aus London, UK, auf dem Schallplattenmarkt, zun\u00e4chst mit einer Handvoll Singles und EPs und dann 2019 mit dem bescheiden und zur\u00fcckhaltend betitelten Deb\u00fctalbum \u201eMiss Universe\u201c. 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