{"id":6732,"date":"2024-09-30T22:04:13","date_gmt":"2024-09-30T20:04:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6732"},"modified":"2024-09-30T22:04:13","modified_gmt":"2024-09-30T20:04:13","slug":"ghostwhale-divetwo-p-o-g-o-bitume-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ghostwhale-divetwo-p-o-g-o-bitume-2024\/","title":{"rendered":"Ghost:Whale \u2013 Dive:Two \u2013 P.O.G.O.\/Bitume 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Ghost-Whale-Dive-Two.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"123\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Ghost-Whale-Dive-Two.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6733\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.09.2024)<br><br>Dieser Geisterwal verbindet auf seinem zweiten Album Dub und Doom. So geht das: Wenn es alles bereits gibt, einfach einiges davon neu kombinieren. Aber Vorsicht, die Musik hier klingt nicht wie das, was man sich unter der Kombi aus den zwei genannten Stilen vorstellt \u2013 sondern eher wie Industrial. \u201eDive:Two\u201c von den Br\u00fcsseler Doppelpunkt:Liebhabern Ghost:Whale ist au\u00dferdem gleich ein Doppel-Album geworden, ohne Punkt, aber mit instrumentalem Doom, den er zum Ende der ersten CD und besonders ausgepr\u00e4gt auf der zweiten ordentlich toastet und stampft. Gesang braucht der Sound tats\u00e4chlich nicht, die endlos ausufernden Tracks \u2013 mit zwei B\u00e4ssen und ohne Gitarre \u00fcbrigens \u2013 sind abwechslungsreich genug, um damit zu fesseln, obschon Walgesang eine interessante Erg\u00e4nzung w\u00e4re. Vielleicht auf dem dritten Album?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eine Art Walgesang tritt im Opener \u201eUnder Pressure\u201c dennoch auf, ein gesampelter choartiger Aufschrei, ein St\u00f6hnen, ein \u00c4chzen, das immer mal wieder in den dichten Gitarrensound eindringt. Schon hier belegt das Trio, dass Doom nicht sein alleiniges Steckenpferd ist: Nachdem sich der Track eine Weile lang genregem\u00e4\u00df dahinschleppt, l\u00e4sst er dem Meeress\u00e4uger bald freien Lauf und poltert los wie im Punk, im Metal beinahe. Die kurzen Loop-Passagen des Genres geh\u00f6ren auch in die Tracks, doch mit Abweichungen solcher Art und eingebauten Samples l\u00e4sst die Band nicht den Eindruck von Wiederholung aufkommen. F\u00fcr \u201eLe danse de soci\u00e8res\u201c etwa bindet sie eine Art Glockenspiel in den Loop ein, bevor der Track verstonert weitermostet. Und zwar so richtig.<br><br>Der Sound ist dominiert von fuzzy Bass, s\u00e4gendem Gitarrensubsitut-Bass und fetten Drums, genau so, wie man es mag. Dunkel, dreckig, schlechtgelaunt, repetitiv, hypnotisch, aggressiv, Hardcore-Trance, mit etwas Stille oder Sprachsamples zwischen den \u00fcberlangen Tracks. Man w\u00e4hnt sich halbwegs sicher in einem vertrauten, mostenden, w\u00fctenden, holprigen Bassl\u00e4rm, bis dann pl\u00f6tzlich in \u201eEye Of The Storm\u201c, dem letzten Track der A-CD, in den rauschenden Ambient-Drone leichte Electro-Synthie-Melodien einflie\u00dfen. Diese trancige Synthiesequenz bleibt fortw\u00e4hrend gleich, \u00e4ndert lediglich ihre Intensit\u00e4t und begleitet, was da so im Hintergrund geschieht, n\u00e4mlich, dass die analogen Instrumente einen dezenten L\u00e4rm veranstalten, frei von jedem Rhythmus, strukturiert lediglich von der Synthie-Wiederholung. Der Track erinnert streckenweise an manche Remixe, die Youth gern f\u00fcr Killing Joke anfertigt. Die Band nimmt sich die Freiheit heraus, den Track 21 Minuten lang in dieser Darreichungsform zu belassen \u2013 quasi als noisigen \u00dcbergang von der Bandmusik zum Doom-Dub.<br><br>Doch auch auf der zweiten CD f\u00fchren Ghost:Whale die Erwartenden in die Irre: Der erste der drei schlicht \u201edub:whale\u201c betitelten Tracks beginnt wie die Tracks auf CD 1, also regul\u00e4r doomsludgestonerrockend. Allerdings liegen hier bald Echos auf Instrumenten, die ansonsten ohne Echo auszukommen haben, zumeist, weil sei ihre Beitr\u00e4ge von sich aus schon wiederholend einbringen \u2013 der Dub h\u00e4lt also Einzug. Jedoch anders, als man es erwartet h\u00e4tte: Die Tracks werden mitnichten elektronisch, sie bleiben im weitesten Sinne Rockmusik, lediglich manche Effekte sind dem Dub entnommen. So k\u00f6nnte es ewig weitergehen, und gef\u00fchlt tut\u2019s dies auch, schl\u00e4gt sich noch in Richtung monotonem Industrial, wie man ihn etwa von den fr\u00fchen Swans oder von Human Impact kennt.<br><br>Die Band Ghost:Whale besteht aus: Bassist, P.O.G.O.-Records-Gr\u00fcnder und Illustrator Lionel Beyet aus Frankreich, mit zweien seiner Br\u00fcder und einem Bonusmusiker seit 1998 als Industrial-Noise-Projekt [P.U.T] aktiv und bei den Sludge-Punks Missilies Of October sowie ehedem unter den Aliassen Monsters Eaters und No Hope For All. Zweiter Bassist ist Yves Vranckx, hauptberuflich bei den Punk\u2019n\u2019Rollern mit dem vortrefflichen Namen Frau Bl\u00fccher And The Dr\u00fcnken Horses, gern mit wechselnden Umlauten. Am Schlagzeug sitzt Vincent de Santos, manchmal auch DeSantos oder Desantos, und mehr ist \u00fcber ihn nicht so einfach herauszufinden. Zwar sind die Samples auch die Aufgabe der beiden Bassisten, doch mischt sich Lionels bei [P.U.T] ausgeborgter Bruder Lo\u00efc Beyet als Garlic.lab unter die Effektmanager, insbesondere auf der zweiten CD.<br><br>Neben P.O.G.O. (Belgien, Frankreich) und Bitume Prods (Frankreich) k\u00fcmmern sich folgende Labels um die Verbreitung: Collector&#8217;s Series DIY Rec (Spanien), Forbidden Places (USA), Romantic Songs Recordings (Spanien), Syrup Moose Records (Kanada) und Urgence Disk (Schweiz). Zudem ist vorgesehen, das Album im Januar auf Vinyl herauszubringen, \u201ewith differents songs version\u201c, was auch immer das dann f\u00fcr den Sammler hei\u00dfen mag. Den Download gibt\u2019s bei Bandcamp wie immer f\u00fcr frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.09.2024) Dieser Geisterwal verbindet auf seinem zweiten Album Dub und Doom. So geht das: Wenn es alles bereits gibt, einfach einiges davon neu kombinieren. 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