{"id":6682,"date":"2024-09-13T13:59:51","date_gmt":"2024-09-13T11:59:51","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6682"},"modified":"2024-09-13T13:59:51","modified_gmt":"2024-09-13T11:59:51","slug":"beetlejuice-beetlejuice-tim-burton-usa-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/beetlejuice-beetlejuice-tim-burton-usa-2024\/","title":{"rendered":"Beetlejuice Beetlejuice \u2013 Tim Burton \u2013 USA 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (13.09.2024)<br><br>Reboots und Fortsetzungen erfolgreicher Hollywood-Filme der zur\u00fcckliegenden 20 bis 50 Jahre sind immer Schei\u00dfe \u2013 oder? Wenn nun also ein Tim Burton auf die Idee kommt, seinem versponnen-fantasievollen 1988er-Hit \u201eBeetlejuice\u201c \u00fcber einen \u201eLottergeist\u201c, der lebende Menschen aus einem von Geistern bewohnten Haus zu exorzieren hat, nach 36 Jahren einen zweiten Teil zu verpassen, darf man bei einem solch fantasievollen und kompromisslosen Regisseur doch etwas Sehenswertes erwarten, oder? Spoiler: nein.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es gibt genau eine gute neue Idee in \u201eBeetlejuice Beetlejuice\u201c: den Soul Train. Zum Titellied der TV-Show \u201eSoul Train\u201c der Soul Train Gang tanzt sich ein Zug voller teils entstellter Toter gutgelaunt ins Jenseits. Der Rest des Films ist eine Mischung aus Reboot und Fortsetzung, indem Burton alte Motive wiederk\u00e4ut, etwa \u201eDay-O\u201c, den sockigen \u201eDune\u201c-Sandwurm, das Modell des Ortes auf dem Dachboden des Spukhauses, die ellenlange Wartenummer, Schrumpfkopf Bob, und ansonsten die Geschichte 36 Jahre sp\u00e4ter quasi beliebig an den ersten Teil andockt, indem die damalige Jugendliche Lydia Deetz, jetzt traumatisierter Host einer TV-Grusel-Show und Mutter der Teenagertochter Astrid sowie nach wie vor Stieftochter der K\u00fcnstlerin Delia, nach dem Tod ihres Vaters ihren schleimigen Produzenten heiraten soll und sich aufgrund verwickelter Vorkommnisse dazu gezwungen sieht, dreimal den Namen \u201eBeetlejuice\u201c auszusprechen. Naja, der titelgebende Typ taucht halt auf, w\u00e4hrend sich Astrid in einen juvenilen M\u00f6rdergeist verliebt, der sie dazu missbraucht, aus den Klauen des Jenseits\u2018 zu entkommen, denen Mutti und Beetlejuice sie nun ihrerseits entrei\u00dfen m\u00fcssen.<br><br>Diese Halb-Handlung stellt den einzigen Aha-Moment des Films dar, ansonsten verliert sich Burton darin, (sinn-)lose F\u00e4den auseinanderfasern zu lassen. Eine zusammengetackerte d\u00e4monische Ex von Beetlejuice erhebt ein Anrecht auf eine Hochzeit mit ihm, obwohl er \u2013 wie im ersten Teil \u2013 Lydia heiraten will? Aha. Der neue Typ von Lydia ist ein Kackenhauer? Aha. Astrids Vater sitzt mit an ihm nagenden Piranhas an einer Verwaltungsstelle im Jenseits und freut sich \u00fcber eine dortige Familienzusammenf\u00fchrung? Aha. Delias Gatte taucht als kopfloses Haiopfer nach einem Flugzeugabsturz im Jenseits auf? Aha. Beetlejuices schrumpfk\u00f6pfige Helfer schl\u00fcpfen durch ein Portal ins Diesseits? Aha. Ein zweiter unterhaltsamer neuer Aspekt ist der verstorbene Schauspieler, der als Jenseits-Polizist verlorene Seelen aufsp\u00fcrt \u2013 aber auch nur, weil Willem Dafoe den so treffend verk\u00f6rpert.<br><br>Burton h\u00e4tte sich auf eine Linie konzentrieren sollen, denn so stolpert \u201eBeetlejuice Beetlejuice\u201c zun\u00e4chst orientierungslos vor sich hin und ackert sich ruckartig an Wortwitzen und Flashbacks ab, um das Achtziger-Publikum abzuholen. Erst die Geschichte von Astrid sorgt f\u00fcr etwas Ruhe und Atmosph\u00e4re, die Burton allerdings schnell wieder zunichtemacht. Ganz abgesehen davon, dass man auf eine Coming-Of-Age-Teenage-Romanze eigentlich keinen Bock hatte, wenn man die Fortsetzung von \u201eBeetlejuice\u201c im Kino angucken geht. Die Erwartungen daran bedient Burton zwar auch, aber derart mit der Brechstange, dass ihnen der Humor und die \u00dcberraschung abgehen. Deformierte, blutige K\u00f6rper, weder Horror noch Witz, vielmehr albern, wie die meisten Wortwitze und Wendungen.<br><br>Zudem geht dem Film Burtons geleibte Versponnenheit ab, seine visuelle Einzigartigkeit und seine filmische Kunst kommen kaum zum Tragen. Das Baumhaus des M\u00f6rdergeistjungen passt noch ins alte Bild, der Rest sind sporadisch eingebaute Kopien des ersten Teils. Man bekommt den sehr starken Eindruck, Burton wolle ein Mainstream-Publikum ansprechen, indem er Mainstream-Kino macht \u2013 belanglose Bilder, Kameraeinstellungen, sogar Sounds; der Score von Denny Elfman bedient eher den Kitsch als die Kunst. Deutlich wird an einer Stelle lediglich, wie gut Sigur R\u00f3s zu Zeiten von \u201eSvefn-g-englar\u201c noch waren. \u00dcberdies scheint Burton sich verpflichtet gef\u00fchlt zu haben, den Spagat zwischen Altfans und deren Kindern hinzubekommen: Einerseits verpflichtet er Teile des Original-Casts wie Michael Keaton, Winona Ryder und Catherine O\u2019Hara, baut mit Astrids Geschichte aber auch Jungstars wie \u201eWednesday\u201c Jenna Ortega und den noch unverbrauchten Arthur Conti ein. Abermals an gesetztes Publikum richten sich Verpflichtungen wie Monica Bellucci, Willem Dafoe sowie Danny DeVito in einer kurzen Minirolle, bei der es sich um kein Cameo handelt, da er im Abspann explizit entlarvt wird. M\u00f6glich ist, dass Burton hiermit am ehesten Zuschauer be-geist-ert bekommt, die den ersten Teil noch nicht kennen und deshalb von manchem Schabernack \u00fcberrascht werden k\u00f6nnten.<br><br>\u201eBeetlejuice\u201c war 1988 Burtons zweiter Langfilm, von dem es anschlie\u00dfend eine TV-Zeichentrickserie gab, danach pr\u00e4gte er das Bild von \u201eBatman\u201c zweimal neu, erweckte \u201eEdward mit den Scherenh\u00e4nden\u201c, huldigte dem verlorenen Regisseur \u201eEd Wood\u201c, \u00fcberdrehte Endzeit-Alien-Filme mit \u201eMars Attacks!\u201c und spreizte seine Visionen mit dem dunklen \u201eSleepy Hollow\u201c und dem bunten \u201eBig Fish\u201c auf, w\u00e4hrend er dem \u201ePlanet der Affen\u201c eine \u00fcberfl\u00fcssige neue Politur verlieh. Danach wurde es um Burtons Werk etwas beliebig, bunt oder so tiefb\u00f6se, dass man es sich zwar gern einmal, aber ungern ein zweites Mal ansehen wollte. \u201eSweeny Todd\u201c? Gut, aber ersch\u00f6pfend. \u201eCharlie und die Schokoladenfabrik\u201c und \u201eAlice im Wunderland\u201c? Gut, aber bunt und \u00fcberdreht. Und dann: \u201eDark Shadows\u201c? Schon vergessen. \u201eBig Eyes\u201c? Gar nicht erst geguckt. \u201eDumbo\u201c? Furchtbar. So betrachtet passt \u201eBeetlejuice Beetlejuice\u201c wiederum gut ins Bild \u2013 und birgt mit dem t\u00f6dlichen Baby Beetlejuice, den Astrid am Ende gebiert, auch noch die Option auf \u201eBeetlejuice Beetlejuice Beetlejuice\u201c.<br><br>Und dann f\u00e4llt es einem wie Schuppen von den Augen: Warum sollte ausgerechnet Tim Burton eine gelungene Fortsetzung drehen? Bei all den egalen bis vergurkten Remakes, die bereits auf sein Konto gehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.09.2024) Reboots und Fortsetzungen erfolgreicher Hollywood-Filme der zur\u00fcckliegenden 20 bis 50 Jahre sind immer Schei\u00dfe \u2013 oder? 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