{"id":6608,"date":"2024-08-12T21:55:05","date_gmt":"2024-08-12T19:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6608"},"modified":"2024-08-12T21:55:05","modified_gmt":"2024-08-12T19:55:05","slug":"collapse-under-the-empire-non-album-singles-bonus-tracks-finaltune-records-broken-silence-2023-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/collapse-under-the-empire-non-album-singles-bonus-tracks-finaltune-records-broken-silence-2023-2024\/","title":{"rendered":"Collapse Under The Empire \u2013 Non-Album Singles &amp; Bonus Tracks \u2013 Finaltune Records\/Broken Silence 2023\/2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Collapse-Under-The-Empire-Non-Album-Singles-Bonus-Tracks.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Collapse-Under-The-Empire-Non-Album-Singles-Bonus-Tracks.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6609\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (12.08.2024)<br><br>Das ist Dienst am Fan: Die ganzen teils lediglich digital ver\u00f6ffentlichten St\u00fccke, die nie auf Alben erschienen, als Compilation b\u00fcndeln und einige unver\u00f6ffentlichte Tracks dazupacken, das freut die Sammler, besonders jene haptischer Musikgen\u00fcsse. So verf\u00e4hrt das Hamburger Instrumental-Postrock-Duo Collapse Under The Empire auf dem recht pragmatisch betitelten \u201eNon-Album Singles &amp; Bonus Tracks\u201c, auf dem sich in fast 75 Minuten 15 St\u00fccke aus ebenso vielen Jahren finden; das Duo l\u00f6st damit eine Bonus-Disc aus ihrer 2023er Werkschau-Box mit dem ebenfalls programmatischen Titel \u201eWorks\u201c heraus \u2013 und bleibt dennoch unvollst\u00e4ndig. Zudem erscheint die Band ein wenig als One Trick Pony, denn gro\u00dfe Varianten oder Entwicklungen lassen sich im Vergehen der Zeit nicht ausmachen, au\u00dfer, dass alles bald runder geschliffen klingt als zu Beginn.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es bleibt, wie es immer war, egal, aus welchem Jahr das St\u00fcck stammt: typisches Post-Rock-Gitarrenflirren, Opulenz, Epik, Theatralik, die gro\u00dfe Geste, das himmelsst\u00fcrmende Herz, ein gelegentliches leicht heavy Riff wie in \u201eDragonfly\u201c, leichte Electro-Einschl\u00e4ge, Pianopassagen, Achteltakte, im Grunde der fett produzierte Kitsch. Der ist zwar echt ganz sch\u00f6n geworden, man mag sich das auch gern mal anh\u00f6ren, doch ist der Punkt mittlerweile \u00fcberschritten, an dem man diese Art der Musik wirklich durchgehend aush\u00e4lt. Liegt es an der eigenen Lebenssituation, zu der der Sound von CUTE dereinst passte und die sich so weit ver\u00e4nderte, dass man andere Musik braucht, um sie widerzuspiegeln, oder daran, dass sich im Sound von CUTE im Grunde nicht viel tat, das Duo das Rezept kaum ver\u00e4ndert, lediglich verfeinert, schlimmstenfalls sogar noch die fr\u00fchen Ecken gl\u00e4ttet?<br><br>\u00dcber Zeit wirkt der Sound von CUTE wie Gebrauchsmusik, was daran liegen kann, dass die Musik von CUTE tats\u00e4chlich Gebrauch findet, in Hollywood, TV und Werbung, und sich das Duo wom\u00f6glich danach schon in der Absicht ans Komponieren machte, solcherlei externe Anspr\u00fcche vorauseilend zu erf\u00fcllen, um abermals in Hollywood, TV und Werbung Verwendung zu finden. Soll hei\u00dfen: Es fehlt an Mut, die Erwartungen auch mal nicht zu erf\u00fcllen und die Fans vor den Kopf zu sto\u00dfen und trotzdem zu begeistern. Es fehlt der Bruch, es fehlt das Extrem, es fehlt die \u00dcberraschung.<br><br>Es geht ja auch anders, so eingestreute Riffs unterstreichen gelegentlich, dass Postrock ja eigentlich eine Gitarrenmusik ist, und in \u201eAbstracted\u201c etwa gibt es ein unerwartetes Break mit dickem Drumsound danach, manche Electro-Passage schiebt den Postrock ganz nett in Richtung Synthiepop, in \u201eSacrifice\u201c drischt einer mal im sich rhythmisch steigernden Tempo auf die artifizielle Snare ein, ansonsten ist die Formel recht einfach gestrickt: geachtelte Gitarren, dazu opulente Streichertapeten, geloopte Melodien, alles erhebt sich aus dem Nichts und wird zuh\u00f6rends gr\u00f6\u00dfer, bis es einmal kurz zusammensackt und dann in der vorherigen Intensit\u00e4t weiterrollt, bis zum chilligen Outro. Alles irgendwie emotional, aber unbestimmt \u2013 nicht melancholisch, nicht romantisch, nicht erbaulich, also eigentlich so formelhaft wie die Musik.<br><br>Nun ist \u201eNon-Album Singles &amp; Bonus Tracks\u201c nicht nur der Zw\u00f6lf-Vinyl- oder Elf-CD-Box \u201eWorks\u201c entrissen und als CD separiert, sondern beinhaltet auch noch zu gro\u00dfen Teilen Ausz\u00fcge aus der Vier-LP-Compilation \u201eThe End Of Something\u201c aus dem Jahr 2019, daf\u00fcr aber beim besten Willen nicht alle Tracks, die dem Titel gerecht w\u00fcrden; schnelles Beispiel: Von den schlicht durchnummerierten \u201eSection\u201c-Tracks ist lediglich der erste enthalten, die \u201ePaintball EP\u201c, das Quasi-Deb\u00fct aus dem Jahre 2008 mit dem quasi-selbstbetitelten Track \u201eCute\u201c, gar nicht. Sei\u2019s drum, sagt der Zyniker: So gro\u00df sind die Unterschiede ja eh nicht. Einen qualitativen Abfall zu den Album-Tracks indes kann man dennoch nicht ausmachen, die sind n\u00e4mlich auch so. Wer nicht genug bekommen kann, bekommt hier ausreichend mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.08.2024) Das ist Dienst am Fan: Die ganzen teils lediglich digital ver\u00f6ffentlichten St\u00fccke, die nie auf Alben erschienen, als Compilation b\u00fcndeln und einige unver\u00f6ffentlichte Tracks dazupacken, das freut die Sammler, besonders jene haptischer Musikgen\u00fcsse. 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