{"id":6539,"date":"2024-07-15T21:10:21","date_gmt":"2024-07-15T19:10:21","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6539"},"modified":"2024-07-15T21:10:44","modified_gmt":"2024-07-15T19:10:44","slug":"fuzziliers-sail-the-seven-seas-fuzziliers-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fuzziliers-sail-the-seven-seas-fuzziliers-2024\/","title":{"rendered":"Fuzziliers \u2013 Sail The Seven Seas \u2013 Fuzziliers 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fuzziliers-Sail-The-Seven-Seas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fuzziliers-Sail-The-Seven-Seas.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6540\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (15.07.2024)<br><br>Von einem Autokraten zum n\u00e4chsten: Auf dem R\u00fcckzug vor Wladimir Putin lie\u00dfen sich russische Musiker ausgerechnet in Istanbul nieder. Kann man so machen. So jedenfalls wurde aus dem freakigen Stoner-Doom-Allesm\u00f6gliche-Duo Juice Oh Yeah die kaum weniger freakige Gute-Laune-Psychedelik-Pop-Rock-Band Fuzziliers. \u201eSail The Seven Seas\u201c ist nach einigen Singles und einer EP das Deb\u00fctalbum, und das strotzt vor Ideen und guter Laune, ist voll mit psychedelischem Northern Soul oder so. Die Fuzziliers klingen wie alte vertraute Bekannte, dabei k\u00f6nnen die das ja gar nicht sein. Aber werden!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es \u00fcberw\u00e4ltigt, wie voll mit Ideen dieses Album ist. So viele Ideen, dass es sich die Band sogar leisten kann, einige nur kurz anzurei\u00dfen und die Songs dann wieder mit etwas Anderem fortzusetzen. So viele Details, so viele Einf\u00e4lle, und dabei noch nicht mal \u00fcberladen, das Quartett agiert wohldosiert. Die Dunkelheit der Zeiten um Juice Oh Yeah legte der beteiligte Musiker ab, \u201eSail The Seven Seas\u201c ist heller, gutgelaunt, und doch nicht oberfl\u00e4chlich. Die Fuzziliers klingen wie alte Bekannte, man h\u00f6rt die Harmonien der Beatles heraus, die psychedelische Komponente von Spiritualized und das Durchgeknallte von Traffic, und doch gab es das in einer solchen Melange wie hier noch nicht.<br><br>Voller Energie und Kraft preschen die Fuzziliers los, schmei\u00dfen mal die Orgel an, lassen ein andermal ein Piano wild treibend klimpern, singen im Chor und generieren Ohrw\u00fcrmer und Hits, denen man sich gar nicht entziehen kann. Und auch gar nicht will. Die beschwingte Vorab-Single \u201eThis Is Love\u201c bekommt man nicht mehr aus dem Bewusstsein heraus, in \u201eNever Let You Down\u201c gibt\u2019s ein Slap-Bass-Solo und einen Samba in einem nicht synthetischen Sound, als w\u00e4re man in den Achtzigern festgehalten worden. So richtig deutlich wird der Fuzz aus dem Bandnamen in \u201eDirty Unicorn\u201c. Schmissige Bl\u00e4ser verleihen \u201eMention Me\u201c zus\u00e4tzlichen Schub. Und das recyclete \u201eTry\u201c deutet in Richtung Northern Soul.<br><br>Recyclet, oder besser: remastert, denn \u201eTry\u201c war 2021 der erste Song, den die Fuzziliers ver\u00f6ffentlichten. Die n\u00e4chsten Songs \u201eCa\u2019t See Me\u201c und \u201eTea Song\u201c bildeten 2023 die H\u00e4lfte der EP \u201eWould You Believe\u201c, alles Folgende, n\u00e4mlich \u201eLullaby\u201c und eben \u201eThis Is Love\u201c, findet sich auf dem vorliegenden Album. Eine Band wurden die Fuzziliers erst \u00fcber Zeit, denn urspr\u00fcnglich sollte es sich dabei um ein Solo-Projekt von Sviatoslav \u201eSlava\u201c Lobanov (\u0421\u043b\u0430\u0432\u0430 \u041b\u043e\u0431\u0430\u043d\u043e\u0432) handeln, der k\u00fcnstlerisch schon immer mit einem Bein in seiner Heimat St. Petersburg und mit dem anderen in Istanbul stand, daher lag der Auszug in seine zweite Heimat nahe. In Russland kennt man ihn nicht nur von Juice Oh Yeah, sondern auch als Teil des Duos \u041f\u0415\u0420\u0415\u0423\u0427\u0415\u0422 (Pereuchyot), das er mit Rapper Oxxxymiron bildet. In der T\u00fcrkei hingegen agiert er vielmehr in Jazz, Swing und Dixieland, und es nimmt Wunder, dass man alle drei Ausrichtungen bei den Fuzziliers nicht wirklich wahrnimmt.<br><br>Nun verhinderte die Pandemie das Voranschreiten der Aufnahmen f\u00fcr die Fuzziliers, weil auch Live-Darbietungen kaum m\u00f6glich waren; f\u00fcr diese suchte sich Slobanov, der selbst Gitarre, Bass, Posaune und Synthie spielt, Kollegen zusammen: die Jazzmusiker Semyon Fedotov (Schlagzeug, Percussion, Harmoniegesang) und Misha Paskov (Bass) sowie Georgy Kopylov (Keyboards, Gesang, Songwriting) von der Irish-Folk-Punkband Red Box, so erz\u00e4hlt es Slobanov in der Info. Jener und Letzterer zogen im M\u00e4rz 2022 \u201eaus politischen Gr\u00fcnden\u201c komplett in die T\u00fcrkei um, Paskov folgte und die Band pausierte zun\u00e4chst. Bis sie entschied, dunklen Zeiten mit Rockmusik zu begegnen, und das Programm mit Simon Shiriaev (Schlagzeug und Harmoniegesang) von Lollypop Lorry wieder aufnahm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.07.2024) Von einem Autokraten zum n\u00e4chsten: Auf dem R\u00fcckzug vor Wladimir Putin lie\u00dfen sich russische Musiker ausgerechnet in Istanbul nieder. Kann man so machen. 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