{"id":6529,"date":"2024-07-11T21:51:02","date_gmt":"2024-07-11T19:51:02","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6529"},"modified":"2024-07-11T21:51:02","modified_gmt":"2024-07-11T19:51:02","slug":"wildwood-morning-hurt-no-living-thing-dynamite-konzerte-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wildwood-morning-hurt-no-living-thing-dynamite-konzerte-2024\/","title":{"rendered":"Wildwood Morning \u2013 Hurt No Living Thing \u2013 Dynamite Konzerte 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Wildwood-Morning-Hurt-No-Living-Thing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"120\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Wildwood-Morning-Hurt-No-Living-Thing.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6530\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (11.07.2024)<br><br>H\u00f6rt sich anders an, als es sich liest: Das Duo Wildwood Morning sortiert sich irgendwie im Folk ein, aber sobald man dessen zweites Album \u201eHurt No Living Thing\u201c auflegt, erklingen Garagen-Fuzz, Surf-Twang, Mariachi-Trompeten, Reggae, krautige Psychedelik und Harmonien wie bei Nico, den Beatles oder Abba. Mit Geige, so viel Folk darf sein. So geht das: Genres funktionieren nur noch, wenn man sie \u00fcberzeugend \u00fcberkreuzt, und das begreifen Laura Lazzarin und Henning Wienecke, die beiden K\u00f6pfe hinter dem Berliner Projekt Wildwood Morning.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Musikgeschichte h\u00e4lt ja nun auch wirklich schon einiges bereit, auf das man zur\u00fcckgreifen kann. Und das tun Wildwood Morning: Gleich der Opener \u201eThe Mood I\u2019m In\u201c st\u00f6\u00dft Folklore-Puristen m\u00e4chtig vor den Kopf, mit seinem \u00fcbersteuerten Garagen-Fuzz zu honigs\u00fc\u00dfen Melodien; Wildwood Morning fassen dies als Tribut an Wiktor Zoi (\u0412\u0438\u043a\u0442\u043e\u0440 \u0426\u043e\u0439) auf, den verstorbenen Gr\u00fcnder der Gruppe Kino (\u041a\u0438\u043d\u043e). Also nix mit Duo, hier h\u00f6rt man eine voll besetzte Band. Weil nun aber das Wort Folk irgendwo im Etikett steht, gibt\u2019s auch die Geige zu h\u00f6ren, immer wieder mal eingestreut und zum ausgelassenen Tanzreigen ermunternd. Insbesondere die A-Seite h\u00e4lt haufenweise Ohrw\u00fcrmer bereit, in \u201eShout Out\u201c etwa singt Lazzarin wie Nico, der Song strotzt nur so vor wundervoller Melodien. Ihr Kollege Wienecke hingegen intoniert das Intro zu \u201eOn A Windy Day\u201c, als w\u00e4re er betrunken \u2013 bis das St\u00fcck allm\u00e4hlich in einen Reggae \u00fcbergeht, den Wienecke vermutlich von seiner Ex-Band Charlie\u2019s Choice mitbringt.<br><br>Die zweite Seite er\u00f6ffnet mit dem Elfeinhalbmin\u00fcter \u201eThe Lady\u201c, der Prog-Prog ist, wenn nicht sogar Prog-Prog-Prog, hier geht jedwede Prog-Post sowas von ab, st\u00e4ndig wechselt die Stimmungslage, wechseln die Schubladen, wechseln die Instrumente, \u00fcber psychedelische Kosmosreisen bis hin zum Orgelsolo, wieder mit Nico-Gesang, alles im Fluss und nachvollziehbar aufeinander folgend. \u201eWho Has Seen The Wind\u201c ist ein \u2013 wie der Albumtitel \u2013 von der viktorianischen Dichterin Christina Rossetti rezitiertes Interludium, das die H\u00f6renden auf einen Siebziger-Jahre-Kirchentag mit Schellenkranz und unerwartet psychedelisch dronender Gitarre entf\u00fchrt, Dann folgt abschlie\u00dfend das fast zehnmin\u00fctige Titellied, das die pastorale Stimmung zun\u00e4chst aufgreift und sich dann in einen griffigen Krautrock hineinorgelt. Bis zur Mitte, dann \u00fcbernimmt ein Saxophon die Regie und die Begleitmusizierenden halten sich dezent wie im Siebziger-Classic-Rock zur\u00fcck. Man kann sich denken, dass es so nicht bleibt \u2013 Wildwood Morning setzen abermals zum Sprung in andere Dimensionen an. Wir kl\u00e4ngen etwa Pink Floyd mit Orgel? Hier findet man es heraus.<br><br>Es sprengt nun wirklich alle denkbaren Rahmen, was Lazzarin und Wienecke hier von Berlin aus entstehen lassen. Nicht allein: Die gniedelnden Gitarren-Soli und das Cover-Design kommen von Kiryk Drewinski (von der Berliner Heavy-Psych-Band Wedge, zudem Ex-Magnificent Brotherhood und Ex-Liquid Visions), Schlagzeug und Elektrische Violine spielen David und Elias Engler (vom Berliner Soul-Funk-Duo Tanga Elektra), Farfisa und Synthies steuert Manuel Puschmann bei (einst bei den psychedelischen Krautrockern Sir Robin &amp; The Longbowmen aus Dresden) sowie weitere Gitarren und Ges\u00e4nge Eva Ottmer und Tilo Sch\u00f6nknecht (von der Akustik-Folk-Band KiwanoKey aus M\u00e4rkisch-Oderland). Eine Menge Verweise also zu weiteren Entdeckungen, falls man damit durch sein sollte, Wildwood Morning umfassend zu erfassen \u2013 das kann bei dem proppevollen Album schon eine Weile dauern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (11.07.2024) H\u00f6rt sich anders an, als es sich liest: Das Duo Wildwood Morning sortiert sich irgendwie im Folk ein, aber sobald man dessen zweites Album \u201eHurt No Living Thing\u201c auflegt, erklingen Garagen-Fuzz, Surf-Twang, Mariachi-Trompeten, Reggae, krautige Psychedelik &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wildwood-morning-hurt-no-living-thing-dynamite-konzerte-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-6529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6529"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6531,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6529\/revisions\/6531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}