{"id":6518,"date":"2024-07-10T19:22:13","date_gmt":"2024-07-10T17:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6518"},"modified":"2024-07-10T19:22:13","modified_gmt":"2024-07-10T17:22:13","slug":"alcest-les-chants-de-laurore-nuclear-blast-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/alcest-les-chants-de-laurore-nuclear-blast-records-2024\/","title":{"rendered":"Alcest \u2013 Les Chants De L&#8217;Aurore \u2013 Nuclear Blast Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Alcest-Les-Chants-De-LAurore-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Alcest-Les-Chants-De-LAurore-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6519\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (09.07.2024) <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ja irgendwie immer so ein Sp\u00e4tentdeckender, wenn es um gute Musik geht. Und so wurde ich auf Alcest erst 2019 anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eSpiritual Instinct\u201c aufmerksam, also im 20. Jahr des Bandbestehens. Da h\u00e4tte ich gerne damals was dr\u00fcber geschrieben, was allerdings bis jetzt, zum Erscheinen von \u201eLes Chants De L\u2019Aurore\u201c (Hihi, jetzt h\u00e4tte ich beinahe \u201eLes Chats\u201c geschrieben, und Odin, Lilli und Fritz sitzen grinsend in der Ecke. Grinsekatzen.) warten musste, weil ich damals Dringenderes, wenn auch nicht Sinnvolleres zu tun hatte. Aber Wurscht, et k\u00fctt, wie et k\u00fctt, und auch die Chants von Aurora nehmen mich nicht minder gefangen als wie weiland der spirituelle Instinkt. Alcest bestehen vorwiegend aus Schnee, nee ohne Schei\u00df, ihr Gr\u00fcnder und einzigstes Dauermitglied St\u00e9phane Paut nennt sich allen Ernstes \u201eNeige\u201c, und das nicht, weil ihm die Einf\u00e4lle f\u00fcr neue Songs irgendwann mal zur Neige gehen, sondern weil das das franz\u00f6sische Wort f\u00fcr \u201eSchnee\u201c ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Er denkt sich also alle Alcest-Musik selber aus und spielt sie fast alleine ein, zusammen mit Schlagzeuger Jean \u201eWinterhalter\u201c Deflandre, und f\u00fcr die Konzerte findet er dann immer Musiker, die das Ganze mit ihm zusammen auf eine B\u00fchne auff\u00fchren. Und da ich nicht nur Sp\u00e4tentdeckender bin, sondern auch gelbe Autos liebe (Danke, Greta!), finde ich mit irgendwann dann immer wieder bei irgendwelchen \u201ePost\u201c-Genres wieder: Post Black Metal, Post Rock, DHL Ambient Goa Schweinerock EBM, egal. Und bei Leuten, die auf Schuhe starren. Shoegaze, Blackgaze, was glaube ich auch alles wieder Postrock ist. Klingt wie ein Teil der Dienstkleidung, nur d\u00fcsterer: Alcest machen irgendwas, das vom Black Metal kommt, dem Starren auf Schuhe dienlich ist und den Rock\u2019n\u2019Roll einerseits hinter sich l\u00e4sst und andererseits feiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt gut? Klingt gut! Alsdann, gehen wir es also an:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKomorebi\u201c er\u00f6ffnet das Album. H\u00e4lfte Kohlrabi, H\u00e4lfte Wasabi, h\u00e4tte ich jetzt fast gesagt, aber Komorebi bedeutet selbstverst\u00e4ndlich \u201eSonnenlicht, das durch die Bl\u00e4tter der B\u00e4ume f\u00e4llt\u201c. Und nun trete ein jeder zwei Schritte vor, dem das nicht gel\u00e4ufig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich nun schon mal hier vorne stehe, beschreibe ich doch mal gleich, welche Gef\u00fchle mich beim Anh\u00f6ren von \u201eKomorebi\u201c begleitet haben: Zuallererst f\u00e4llt mir \u2013 wie schon bei \u201eSpiritual Instinct\u201c \u2013 auf, mit welcher W\u00e4rme und Sanftheit die Songs von Alcest ihre H\u00f6renden umschmeicheln. \u201eKomorebi\u201c beginnt mit einem sph\u00e4rischen Keyboardsound, in den dann eine langsame Gitarre einf\u00e4llt, begleitet von Bass, merkw\u00fcrdigen Rufen und einem langsamen Schlagzeug. Dann beginnt Neige mit einem langsam vorgetragenen Gesang, der trotz der hohen Stimmlage d\u00fcster ist, und dann ballert der Winterhalter am Schlagzeug so richtig los, ohne dass der Song irgendwie hart, schnell oder aggressiv wird. Und schon nach den ersten Sekunden des Losballerns fangen Alcest alles wieder sanft und melodisch ein, um dann ein weiteres Mal loszuballern, ohne dabei unsanft zu werden. Der zweite Song, \u201eL\u2019Envol\u201c, f\u00e4ngt dann deutlich rockiger an, es ist ein Fest, den Gitarren zuzuh\u00f6ren, und dann kommt wieder dieser entr\u00fcckte Gesang von Neige, also Einlullen kann der Mann wie kein Zweiter. Und melodisch, das Ganze, so dass einem die schiere Geschwindigkeit des Schlagzeugs wieder einmal mehr nicht auff\u00e4llt. Und WOW!, irgendwo nach der f\u00fcnften Minute beginnt Neige dann zu schreien und zu growlen, derweil er auf der Gitarre eher so auf Cure Anno 1989 macht \u2013 das ist gro\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann \u201eAm\u00e9thyste\u201c: Die Gitarre flirrt zu Beginn wie 80er-Jahre-Indie oder The Edge, dann eine schrammelnde Wand von Gitarre mit dumpfen, langsamen Beats, Neiges klagendem Klargesang, schon mal alles sehr sch\u00f6n, und kurz nach einer Minute drei\u00dfig beginnt das St\u00fcck loszurocken, als bef\u00e4nde man sich zwischen zwei Welten (also die Helden sind gerade mal alles andere als still), dann kurze Pause und dann? Erstmal Gitarre, Gitarre Poparre und dann Bass, Keyboard und Schlagzeug und anschlie\u00dfend br\u00fcllt Neige sich die Seele aus dem Leib, ohne dass der Song an H\u00e4rte oder Sonstirgendwas zunimmt. Gro\u00dfartig. Dann wieder Indie-Instrumentalmusik vom Feinsten mit gef\u00fchlvollem Klargesang und einem perfekten Instrumentalfinale und acht Minuten drei\u00dfig sind um in weniger als 500 Metern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eFlamme Jumelle\u201c lullt einen Neige dann wieder ein. Viel Post, viel Metal, viel Edge-m\u00e4\u00dfiges Gitarrengeklingel, entspannter Gesang (sorry, liebe Lesende, mein Franz\u00f6sisch ist leider so <em>merde<\/em>, dass ich f\u00fcr eine Textexegese leider nicht zur Verf\u00fcgung stehe), supersch\u00f6n das alles. Genau wie das Intro des folgenden \u201eR\u00e9miniscence\u201c, sehr sch\u00f6n mit Klavier und einem Gesang, wie ich ihn eher von den von mir inzwischen verabscheuten Coldplay erwartet h\u00e4tte und nicht von Alcest. Aber wirklich drauf geschissen: Der Song ist Kacke und mit knapp unter drei Minuten auch quantitativ vernachl\u00e4ssigbar, anschlie\u00dfend liefern Alcest auf \u201eL\u2019Enfant de la Lune\u201c wieder wie gewohnt ab, Neige singt toll, das Schlagzeug h\u00e4mmert, Gitarren und Synthesizer klingen sch\u00f6n am Ohr wie Sau und am Ende wird geschrammelt, als g\u00e4be es keinen weiteren Tag als heute. Anschlie\u00dfend baut sich \u201eAdieu\u201c langsam auf einer hart angeschlagenen Akustikgitarre, drapiert vor Synth-W\u00e4nden, auf und ich bin gespannt, welche Pfeile Neige hier noch aus dem K\u00f6cher zaubert. Erstmal nat\u00fcrlich seinen Gesang, bei dem mir hier etwas weniger Weeknd sehr lieb gewesen w\u00e4re. Wie schallt\u2019s von der H\u00f6h? Nerv! Es wird hier auch echt nicht besser, so dass ich dem Album, wenn Krautnick.de eine Punktewertung h\u00e4tte, nur 8 von 10 Punkten geben kann. Aber ansonsten gilt uneingeschr\u00e4nkt: \u201eLes Chants de L\u2019Aurore\u201c k\u00f6nnte man, wenn man wollte, auch 30 Mal hintereinander abspielen, ohne zu kotzen, aber man muss es nicht: Von Alcest lassen sich ganz prima mehrere Alben am St\u00fcck genie\u00dfen und am Ende bleiben die H\u00f6renden verzaubert zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (09.07.2024) Ich bin ja irgendwie immer so ein Sp\u00e4tentdeckender, wenn es um gute Musik geht. Und so wurde ich auf Alcest erst 2019 anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eSpiritual Instinct\u201c aufmerksam, also im 20. Jahr des Bandbestehens. Da &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/alcest-les-chants-de-laurore-nuclear-blast-records-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-6518","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6518"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6518\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6520,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6518\/revisions\/6520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}