{"id":6452,"date":"2024-06-19T22:23:40","date_gmt":"2024-06-19T20:23:40","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6452"},"modified":"2024-06-19T22:23:40","modified_gmt":"2024-06-19T20:23:40","slug":"was-meine-freundin-gerne-sieht-die-serienkolumne-the-wicker-man","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/was-meine-freundin-gerne-sieht-die-serienkolumne-the-wicker-man\/","title":{"rendered":"Was meine Freundin gerne sieht \u2013 die Serienkolumne: The Wicker Man"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4578\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>So wie ich mir jedes Jahr am 18. Mai den Film \u201eControl\u201c von Anton Corbijn zu Gem\u00fcte f\u00fchre, hat meine Freundin den Tick, immer an Ostern \u201eThe Wicker Man\u201c anzuschauen. Ich habe noch nicht rausgefunden, ob sie das Folk-Horror-Musical f\u00fcr den besten Film aller Zeiten h\u00e4lt oder von der Begeisterung f\u00fcr den jungen, dandyhaften Christopher Lee getrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist, der vor mehr als einem halben Jahrhundert ins Kino gekommene Film ist zeitlos, hat ein ganzes Genre gepr\u00e4gt und ist immer wieder sehenswert, weil kaltbl\u00fctig, hochatmosph\u00e4risch, skurril, schwarzhumorig, h\u00f6chst musikalisch, spannend sowie erotisch. Und wurde in Schottland gedreht!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eigentlich h\u00e4tte der Film ein Desaster werden m\u00fcssen. Die Anekdoten rund um seine Entstehung klingen fast so kurios wie die Geschichte, die er erz\u00e4hlt. Als der britische Regisseur Robin Hardy im Herbst 1972 an der schottischen K\u00fcste \u201eThe Wicker Man\u201c drehen lie\u00df, ging jede Menge schief. Um den Eindruck zu erwecken, das Geschehen trage sich im Mai zu, mussten zahlreiche Apfelb\u00e4ume von Hand mit k\u00fcnstlichen wei\u00dfen Bl\u00fcten ausgestattet werden. Die Schauspieler sollen in den Pausen auf Eisw\u00fcrfeln gelutscht haben, damit ihr Atem vor der Kamera nicht in der kalten Luft kondensierte. Von Handgreiflichkeiten am Set ist ebenfalls die Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe Wicker Man\u201c taucht in vielen Bestenlisten auf, bevorzugt als bester Horrorfilm. Man t\u00e4te diesem auf unwegsame Weise geschaffenen Meisterwerk jedoch keinen Gefallen, ihn als Genrearbeit abzutun. Es ist vielmehr ein durch und durch seltsamer Film, der im Zusammenspiel verschiedener gut kombinierter Elemente eine zeitlose Qualit\u00e4t als Klassiker gewinnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidenden Anteil daran hat die Musik und die Echos, die er im Pop hinterlassen hat. Man denke sich zu Beginn die T\u00f6ne einer sacht gezupften Gitarre, zu denen eine freundlich-warme M\u00e4nnerstimme ein Gedicht des schottischen Dichters Robert Burns singt: \u201eIt was upon a Lammas night \/ When corn rigs are bonnie \/ Beneath the moon\u2019s unclouded light \/ I held awhile to Annie\u201c. Dann w\u00e4re da noch die eigens f\u00fcr den Film zusammengestellte Band Magnet, die das Geschehen kauzig wie ein antiker Chor kommentiert. Die Heavy-Metal-Band Iron Maiden ver\u00f6ffentlichte im Jahr 2000 den Song \u201eThe Wicker Man\u201c. \u00c4u\u00dferst gelungen ist auch die Coverversion von \u201eWillow\u2019s Song\u201c, mit der der Pianist Michael Wollny auf dem Album \u201eGhosts\u201c aus der musikalischen Begleitung einer Verf\u00fchrungsszene mit Nackttanzeinlage ein stilles Jazzkleinod gezaubert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlung ist \u00fcbersichtlich. Inspektor Howie kommt mit dem Auftrag zur Insel Summerisle, um nach einem vermissten M\u00e4dchen zu suchen. Ein anonymer Brief hatte ihn von dort erreicht, mit einem Foto der gesuchten Rowan Morrison. Howie beginnt sogleich mit den Ermittlungen, st\u00f6\u00dft aber auf Desinteresse der Insulaner, die bekennende Heiden sind, der freien Liebe fr\u00f6nen und insgesamt reichlich schrullig wirken. Nackte M\u00e4dchen springen \u00fcbers Lagerfeuer und Lord Summerisle (Christopher Lee) goutiert lakonisch, dass es doch viel riskanter w\u00e4re, wenn sie das in ihren Kleidern t\u00e4ten. Das Unbehagen des Zuschauers steigt und steigt mit fortschreitender Laufzeit des Films und am Ende lauert ein \u00e4u\u00dferst einpr\u00e4gsamstes Ende der Filmgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Remake \u201eThe Wicker Man\u201c aus 2006 mit Nicolas Cage in der Hauptrolle gilt als gr\u00fcndlich missraten. Robin Hardy versuchte 2011 mit \u201eThe Wicker Tree\u201c eine Fortsetzung, die auch eher m\u00e4\u00dfig geraten ist. Unerreicht zu sein, ist ein weiteres Merkmal des Films.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe Wicker Man\u201c aus dem Jahre 1973 ist einer dieser seltenen F\u00e4lle, in den man seinerzeit nicht nur \u00fcberrascht und geschockt das Kino verlassen hat, sondern auch eine regelm\u00e4\u00dfige Sichtung von vorne bis hinten einen Genuss darstellt. Eine ikonische Wucht, der meine Freundin verfallen ist und nicht dem Saruman-Darsteller.<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Rosebud<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Onkel Rosebud So wie ich mir jedes Jahr am 18. Mai den Film \u201eControl\u201c von Anton Corbijn zu Gem\u00fcte f\u00fchre, hat meine Freundin den Tick, immer an Ostern \u201eThe Wicker Man\u201c anzuschauen. 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