{"id":6437,"date":"2024-06-16T22:21:47","date_gmt":"2024-06-16T20:21:47","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6437"},"modified":"2024-06-16T22:21:47","modified_gmt":"2024-06-16T20:21:47","slug":"fly-cat-fly-freaks-fly-cat-fly-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fly-cat-fly-freaks-fly-cat-fly-2024\/","title":{"rendered":"Fly Cat Fly \u2013 Freaks \u2013 Fly Cat Fly 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Fly-Cat-Fly-Freaks.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Fly-Cat-Fly-Freaks.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6438\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.06.2024)<br><br>Schon jetzt eines der Top-Alben des Jahres: \u201eFreaks\u201c, lang erwartet von Fly Cat Fly aus Braunschweig, sowieso und weil man einige der neuen Songs schon live ins Herz schlie\u00dfen durfte. Und \u201eFreaks\u201c h\u00e4lt alle Versprechen. Indierock mit Strukturen jenseits des Gew\u00f6hnlichen, melancholisch, kraftvoll, energetisch und nicht selten sogar mit gebremster Aggression. Der zweistimmige Gesang, die hypnotische Vermengung von Gitarre und Bass, die dynamischen Drums, man kann nur niederknien. Und muss aufs Vinyl noch bis September warten!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Album beginnt mit einem der besten Songs, den es von Fly Cat Fly gibt, einem Primus inter pares quasi: \u201eKilling Time\u201c ist elf Minuten lang und war schon live ein G\u00e4nsehautgarant. Dabei beginnt es wie \u201e2001: Odyssee im Weltraum\u201c mit der akustischen Entsprechung zur schwarzen Leinwand, n\u00e4mlich mit einer Art Stille, die nat\u00fcrlich keine ist, sondern vier Minuten Gitarren-Ambient, aus dem sich der Song erst heraussch\u00e4lt. Und das dann mit Emotionen: Erst als freundlicher Rocksong, dann, sobald sich zur Stimme von Cord B\u00fchring auch die von Sina Lempke gesellt und beide ihre Instrumente gesteigert spielen, als schamanischer Trance-Track, mit Anlehnungen an Prog- und Gothic-Rock und doch weitab davon, in Schubladen zu passen.<br><br>Insbesondere der zweistimmige Gesang verleiht der Musik von Fly Cat Fly immer wieder eine zus\u00e4tzliche energetische Ebene. Gleich in \u201eSick My Dear\u201c spielt das Duo diese Karte als Trumpf aus, bis es sogar in Geschrei ausbricht \u2013 und sofort die Bremse zieht, um den Song reduzierter zum Ende zu bringen. Tempo brauchen die beiden nicht, um mitrei\u00dfend zu sein, die Rockmusik von Fly Cat Fly kommt bis hierhin auch mit Midtempo aus, eher sogar drunter. So auch jener Song. In \u201eStone Cold And Tired\u201c b\u00fcndeln die beiden ihre Stimmen dann zum Tr\u00e4ger des Songs, der sonst auf Akustikgitarre und durch ein Pedal gezogenes Saiteninstrument basiert. Eine klassische Ballade, mag man meinen, doch wie sie die in der Mitte stimmlich steigern, bekommt diese ihre eigene Auspr\u00e4gung.<br><br>Der Song funktionierte ohne Schlagzeug, was einem erst so richtig bewusst wird, wenn es f\u00fcr \u201eThe Die Is Cast\u201c pl\u00f6tzlich etwas beschleunigt wieder auftritt. Zun\u00e4chst gruppieren Sina und Cord groovend ihr Instrumentarium drumherum, dann steigern sie die Drums sogar noch, was wiederum die Wirkung der anderen Instrumente beeinflusst, abermals schwingen Fly Cat Fly die Energie eines Songs in h\u00f6here Sph\u00e4ren und lassen ihn dann milder ausklingen, ohne an Kraft einzub\u00fc\u00dfen. Im Gegentum: F\u00fcr \u201eGiving Blood\u201c steigern sie diese noch, das Tempo zieht an, die Snare geht auf die Eins, und wieder pushen die beiden den Song im Verlauf noch, musikalisch wie stimmlich, bis zu einem weiteren Schrei, es rei\u00dft einen vom Hocker. Da muss \u201eCoffee And Bed\u201c erstmal beim Runterkommen helfen, ein entspannt groovender Kopfnicker von einem Song, der wiederum im Verlauf an Intensit\u00e4t zunimmt. Das Schlagzeug wird wilder, die anderen Instrumente ebenso und der Gesang ausnahmsweise einmal nicht, was die Wucht der Musik nur umso effektvoller hervortreten l\u00e4sst.<br><br>Die Gitarre in \u201eEight Minute Run\u201c spielt mit Echos und errichtet eine psychedelische Stoner-Atmosph\u00e4re. Doch mit dem Duett-Gesang und dem sich allm\u00e4hlich einschleichenden dumpf pochenden Beat bekommt das St\u00fcck eine leichte Blues-Schlagseite \u2013 bis es dann ausbricht, das Schlagzeug unged\u00e4mpft hinzutritt, alles mehr Power bekommt und das St\u00fcck wie eine schleppend verlaufende Eruption einen alles niederdr\u00fcckenden Lavastrom ausgie\u00dft. Dem muss einfach Besinnung folgen: Das Titellied ist ein introvertiertes Zwischenst\u00fcck, zur Akustikgitarre vorgetragen, melancholisch und in seiner Zerbrechlichkeit ausdrucksstark. Mit \u201eFeed The Wolves\u201c kehren Fly Cat Fly zum Groove zur\u00fcck, dieses ist das wohl poppigste St\u00fcck auf dem Album, wenn man von Pop \u00fcberhaupt sprechen mag; hier \u00fcberwiegen Harmonien, die unterschwellige Aggression bleibt au\u00dfen vor, der Song hat insgesamt etwas Waviges, und Fly Cat Fly verraten sich damit nicht, wenn die einmal so klingen wie hier, das passt perfekt ins Album, es setzt eine eigene Fassette.<br><br>Mit \u201eHere To Tell You\u201c legen Fly Cat Fly eine falsche F\u00e4hrte, der Song beginnt wie \u201eFreaks\u201c als Akustikgitarrenballade, aber er fadet kurz vor Schluss in einen treibenden Indierocksong mit Drones und Samples \u00fcber, der es trotzdem nicht an Harmonie fehlen l\u00e4sst. Wie sie das nur immer hinbekommen! Und zum Schluss gibt\u2019s mit \u201eCat Pictures\u201c, hier in einer neu abgemischten Variante des St\u00fcckes, das Fly Cat Fly 2022 f\u00fcr die Ukraine-Benefiz-Compilation \u201e\u043d\u0430\u0448\u0438\u043c \u0434\u0440\u0443\u0437\u044f\u043c \u2013 For Our Friends\u201c angefertigt hatten, nochmal einen H\u00f6hepunkt: Bassiges Uptempo-Schlagzeug, wuchtige Gitarren und B\u00e4sse, beide gebremst, wie unterdr\u00fcckt, als w\u00e4ren die Melodien des Gesangs wichtiger als die instrumentalen, und das sind sie auch, Cord und Sina k\u00f6nnen singen, sie passen zusammen wie der Regler auf die 11, wo er hier und jetzt nicht stehen muss, um Energien freizusetzen. Der Song treibt mit Riffs und Drums, eingestreute Ziselierungen strukturieren ihn, ohne von der Richtung abzulenken, denn die geht voran, immer voran, weiter und weiter. Da ist es nur folgerichtig, den Song einfach abbrechen zu lassen, schlie\u00dflich ist Vinyl endlich, im Herzen geht der Song aber ewig weiter. Oder man dreht das Vinyl einfach um und h\u00f6rt \u201eFreaks\u201c von vorn, am Schluss kommt er ja nochmal.<br><br>Bei Fly Cat Fly begeistert immer so einiges, und zus\u00e4tzlich zum ganzen Genannten ist es der Umstand, dass die aus nur zwei Menschen bestehende Band Mucke macht wie mindestens ein Quartett. Und das auch live. Daf\u00fcr loopen Sina und Cord selbst eingespielte Drums oder programmieren auch mal welche, und nie klingt es nach unechtem Schlagzeuger, nie geht Dynamik verloren, im Gegenteil, die holen das H\u00f6chstma\u00df an Dynamik aus dem Instrument heraus, jeweils passend zu den Songs. \u201eFreaks\u201c ist das dritte Album von Fly Cat Fly in \u00fcber zehn Jahren: \u201ePocketful Of Pain\u201c erschien 2015 noch als Trio, nach dem Ausstieg des Schlagzeugers spielten sie \u201eLet\u2019s Hear It For The Chosen\u201c 2019 erstmals als das Duo ein, f\u00fcr das sie seitdem beliebt sind. 2020 b\u00fcndelten sie B-Seiten und Akustikversionen auf \u201eNo Fame No Glory\u201c, und nun f\u00fcgen sie eben mit \u201eFreaks\u201c ihrer grandiosen Diskografie einen weiteren Edelstein hinzu. Und das Cover ist auch wieder geil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.06.2024) Schon jetzt eines der Top-Alben des Jahres: \u201eFreaks\u201c, lang erwartet von Fly Cat Fly aus Braunschweig, sowieso und weil man einige der neuen Songs schon live ins Herz schlie\u00dfen durfte. Und \u201eFreaks\u201c h\u00e4lt alle Versprechen. 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