{"id":6428,"date":"2024-06-12T21:08:33","date_gmt":"2024-06-12T19:08:33","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6428"},"modified":"2024-06-12T21:08:33","modified_gmt":"2024-06-12T19:08:33","slug":"halma-driving-by-numbers-kapitaen-platte-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/halma-driving-by-numbers-kapitaen-platte-2024\/","title":{"rendered":"Halma \u2013 Driving By Numbers \u2013 Kapit\u00e4n Platte 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Halma-Driving-By-Numbers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Halma-Driving-By-Numbers.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6429\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (12.06.2024)<br><br>Manche Sensationen brauchen eine Weile, bis sie zu allen durchdringen: Bei Halma handelt es sich um ein in Hamburg angesiedeltes Quartett, das bereits seit 24 Jahren existiert, anfangs sogar quasi als Nebenprojekt von Fink, und nun mit \u201eDriving By Numbers\u201c sein achtes Album herausbringt. Darauf enthalten sind vier \u00fcberlange Tracks \u2013 ohne Gesang, gem\u00e4chlich verschleppt, mit sanften Feedbacks, auch mal jazzigem Besenschlagzeug, angeschr\u00e4gt gebettet, still groovend, im Indie- oder Noiserock irgendwo zwischen Sq\u00fcrl, Yo La Tengo und \u201eLaughing Stock\u201c von Talk Talk zu verorten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Die vier Tracks erf\u00fcllen keine g\u00e4ngigen Songstrukturen, sie sind ausufernde Assoziationsst\u00fccke, die sich entwickeln, die einem m\u00e4andernden Fluss folgen, die den Kopf ausschalten und den K\u00f6rper dazu anregen, sich erst sanft, dann immer wilder in Trance zu bewegen. Los geht es mit \u201ePhlegraean Fields\u201c und einer Bratzgitarre, die melodiefrei, eher solierend und Feedbacks erzeugend zu einem gebrochenen, jazzigen Rhythmus den trotz leichter Kratzigkeit w\u00e4rmenden Mantel h\u00fcllt. Man ahnt, dass der Hintergrund einer harmonischen Akkordfolge verpflichtet ist, einer wundersch\u00f6nen und leicht groovenden gar, denn die Gitarre macht immer wieder Platz und l\u00e4sst die Tapete durchscheinen. Mark Hollis h\u00e4tte bestimmt seine Freude daran gehabt. Der erste Zehnmin\u00fcter also strahlt trotz seiner oberfl\u00e4chlichen Sperrigkeit Ruhe aus, und der zweite Zehnmin\u00fcter \u201eBy The Way\u201c intensiviert diesen Eindruck zun\u00e4chst noch. Das Schlagzeug agiert hier noch reduzierter, man h\u00f6rt beinahe lediglich das Hihat, Gitarre und Bass setzen auch ohne Fuzz und Melodien punktierte Akzente, erst im Verlauf entdeckt die Band, dass sie da noch einen Verzerrer und einige Effektger\u00e4te herumzustehen hat, dann kehrt das Bratzen zur\u00fcck, abermals bei unver\u00e4nderten Drums.<br><br>Der \u201eSlow Song\u201c, 13 Minuten lang, ist mehr ersteres als zweiteres: slow ja, Song nein \u2013 ein endloses assoziatives Spiel zu einem heruntergebremsten Besenschlagzeug. Auch hier schl\u00e4ngeln sich gesteigerte Energien aus den introvertierten Sounds heraus, ohne zu beschleunigen oder gar Rock\u2019n\u2018Roll zu generieren. Zuletzt beginnt das abermals zehnmin\u00fctige Titelst\u00fcck mit einem entspannten Gitarre-Bass-Korsett, das auf einen krautig-stoischen Beat im unteren Midtempo gespannt ist; es handelt sich um das noch schnellste St\u00fcck des Albums. Je l\u00e4nger die flie\u00dfenden Riffs auf dem Rhythmus spazieren, desto mehr Energie bekommen sie, das St\u00fcck wird bei gleichbleibendem Tempo immer wilder \u2013 und bricht dann abrupt in einen stillen Ambient.<br><br>Also echt: Bereits im Jahr 2000 ver\u00f6ffentlichten Halma ihr Deb\u00fct \u201eContainer verloren und gesunken\u201c, gemixt von Peta Devlin, man staune. Daran beteiligt war au\u00dferdem noch Bassist Lars Paetzelt, der auch bei Fink und Rantanplan Credits hinterlie\u00df. Von Fink brachte er die Gitarristen Andreas Vo\u00df und Thorsten Carstens mit. Als vierte ist seitdem Schlagzeugerin Fiona McKenzie dabei, die mit Vo\u00df auch die Bands Tasche und M Tzootz teilt. Nach dem Deb\u00fct wechselte Anna Bertermann an Bass und Keyboards, stieg aber 2018 wieder aus, um Gundi Voigt von Wallcrawler und Tenfold Loadstar diesen Platz zu \u00fcberlassen. Daf\u00fcr teilen sich Bertermann und McKenzie aktuell noch die Band House Of Zen. Gibt also eine Menge zum Reinh\u00f6ren \u2013 dabei wird man mit \u201eDriving By Numbers\u201c gar nicht so schnell fertig, so vielschichtig, wie es ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.06.2024) Manche Sensationen brauchen eine Weile, bis sie zu allen durchdringen: Bei Halma handelt es sich um ein in Hamburg angesiedeltes Quartett, das bereits seit 24 Jahren existiert, anfangs sogar quasi als Nebenprojekt von Fink, und nun &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/halma-driving-by-numbers-kapitaen-platte-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-6428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6428"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6430,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6428\/revisions\/6430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}