{"id":6401,"date":"2024-06-04T22:47:39","date_gmt":"2024-06-04T20:47:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6401"},"modified":"2024-06-04T22:47:39","modified_gmt":"2024-06-04T20:47:39","slug":"thou-umbilical-sacred-bones-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/thou-umbilical-sacred-bones-records-2024\/","title":{"rendered":"Thou \u2013 Umbilical \u2013 Sacred Bones Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Thou-Umbilical.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Thou-Umbilical.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6402\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Thou-Umbilical-LP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Thou-Umbilical-LP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6403\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (03.06.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist besser als Doom Metal? Doom Metal ohne Klargesang nat\u00fcrlich. Wenn man dann noch, wie Thou, aus Baton Rouge, Louisiana stammt, mischt man noch ein wenig Hardcore Punk und Stoner Rock mit rein und macht dann keinen Doom-, sondern Sludge Metal (auch bekannt als \u201eNew Orleans, Louisiana-Sound\u201c, erfunden von EyeHateGod und den Melvins, die jedoch nicht aus Louisiana, sondern aus Seattle, Washington stammen, womit wir unseren Unn\u00fctzes-Wissen-Exkurs auch schon wieder beenden wollen). Und noch besser als Sludge Metal ist noch mehr Sludge Metal, und auch das kriegen Thou \u00fcberzeugend hin: Nach meiner vorl\u00e4ufigen Z\u00e4hlung hat die Band seit 2007 minnichstens sechs Fullsize-Alben, drei Compilations, knapp zwei H\u00e4nde voller EPs und zahllose Split-Alben ver\u00f6ffentlicht. Heuer warfen sie beispielsweise neben dem aktuellen Studio-Album noch die von Matthias bereits auf diesen Seiten gew\u00fcrdigte Doppelvinylversion der 2020er Nirvana-Cover-Compilation \u201eBlessings Of The Highest Order\u201c auf den Markt. Um die soll es hier allerdings nicht gehen, sondern um das besagte aktuelle Studio-Album. \u201eUmbilical\u201c hei\u00dft es, was auf deutsch \u201eNabelschnur\u201c bedeutet. Also das, was sich Vokalist Bryan Funck offensichtlich beim Singen mehrfach um den Hals gewickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nun aber mal Schluss mit dem albernen Geplapper, dessen Existenz einzig meiner Begeisterung ob dieses grandiosen Albums geschuldet ist. F\u00fcr alle Freunde des langsam sich aus den Lautsprechern qu\u00e4lenden Metals und des keifenden Schreigesangs ist \u201eUmbilical\u201c wahrhaft ein Fest, und auch Freunde schnellerer Rhythmen werden hier ihre Freude haben, zumindest wenn es krachig und ungehobelt klingen darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eNarcissist\u2019s Prayer\u201c (allein schon der Songtitel haut ordentlich rein) legen Thou gleich ordentlich los: Ein langsam und brutal stampfendes Schlagzeug versucht, Ordnung in einen Song zu bringen, was ihm auch fast gelingt, w\u00fcrde nicht Bryan Funck andauernd mit den s\u00e4genden Gitarren um die Wette keifen. Dazu bollert ein Bass, und der Text l\u00e4dt zum Schwelgen ein: Kannst Du die Schreie der abgenutzten Phrasen h\u00f6ren? Verloren in leerer Dialektik, in der Kunst des Aufbauens und Einrei\u00dfens, des Diskutierens und Nicht-Beendens s\u00e4mtlicher Dinge? Ich denke, das haben viele von uns schon unendliche Male miterlebt, und die Schlusszeile \u201eAt last, it\u2019s time to die, so die.\u201c beendet die Diskussion ein f\u00fcr allemal.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eEmotional Terrorist\u201c geht es dann \u00e4hnlich bedrohlich, aber ein klitzekleines Bisschen weniger monoton weiter. Die Gitarren rattern ein wenig mehr, zwischendrin wird es langsamer, ohne an Aggressivit\u00e4t nachzulassen, und Funck begeistert weiterhin mit seinem m\u00e4chtig b\u00f6se klingenden Vortrag. Was sich auch hier wieder textlich manifestiert, es wird mit Dolchen gestochen, alles ist irgendwie schei\u00dfe, mit Ketten am Hals, nichts k\u00f6nnte zwischen die beiden Tr\u00e4umenden kommen, aber am Ende sind alle tot, erdr\u00fcckt von irgendeinem Gewicht, bis zum Ende ihrer Leben. Und weil das nicht reicht, f\u00fcgt Funck noch an: Bis zum Ende der Zeit. OK, das ist mal eine Ansage.<\/p>\n\n\n\n<p>So geht es weiter und weiter (jahaa, ich wei\u00df, das schreibe ich regelm\u00e4\u00dfig, aber ich f\u00fcge es nicht als Textbaustein ein, sondern tippe es jedesmal Buchstabe f\u00fcr Buchstabe auf dem altersschwachen Thinkpad mit dem kaputten L\u00fcfter, dem hier auch endlich mal ein Denkmal gesetzt geh\u00f6rt, und das passt ja auch sch\u00f6n zu diese Ende-Thematik des Songs), au\u00dfer, dass sich auf dem folgenden \u201eLonely Vigil\u201c die Intensit\u00e4t des Bedrohlichklingens noch einmal erh\u00f6rt, ansonsten bleiben Zutaten und Tempo erstmal gleich. Was ob der Virtuosit\u00e4t des Dargebotenen aber nicht langweilt, im Gegenteil, man m\u00f6chte mehr und mehr von demselben, vermutlich, weil es erst durch fortw\u00e4hrende Repetition sein gesamtes Potential endg\u00fcltig abzurufen in der Lage ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann \u2013 \u00dcberraschung! Auf \u201eHouse Of Ideas\u201c wird \u2013 wiederum unter Beibehaltung der bew\u00e4hrten und bereits oben besprochenen Zutaten \u2013 das Tempo erh\u00f6ht, was der Musik von Thou wunderbar zu Gesicht steht und mittendrin Raum l\u00e4sst, rumpelnd, dr\u00e4uend und heulend das Tempo ein wenig herauszunehmen und dank des mir mittlerweile derma\u00dfen ans Herz gewachsenen Geschreis des S\u00e4ngers die Dynamik unver\u00e4ndert zu lassen, zumindest bis zu dem palmgemuted-mahlenden Gitarrenpart mit dem langsamen und umso mehr donnernden Schlagzeug, an dessen Ende die Gitarren sehr melodisch und sch\u00f6n langsam an zu jaulen fangen. Sowas darf man dann auch mal gerne zum Ende des Songs ausfaden lassen, ohne sich der Einfallslosigkeit zeihen lassen zu m\u00fcssen. Dies gilt umso mehr, weil am Ende des Ausfadens, also quasi da, wo die Rezipierenden die Lauschlappen aufstellen, um sich auch nur ja kein bisschen des verblassenden Soundgewitters entgehen lassen zu m\u00fcssen, auf einmal der folgende Song losbricht, als g\u00e4be es kein Morgen: \u201eI Feel Nothing When You Cry\u201c ist verglichen mit den bisherigen Songs geradezu thrashmetalverd\u00e4chtig schnell, wartet mit unvorhergesehenen Breaks auf und der S\u00e4nger behauptet, er sei der Fels im Meer des Chaos\u2019. Klingt genau so.<\/p>\n\n\n\n<p>Und \u201eUnbidden Guest\u201c haut dann exakt in dieselbe Kerbe und auch wieder nicht: Die Geschwindigkeit ist \u00e4hnlich hoch wie beim Vorg\u00e4nger, aber alles ist basslastiger, monotoner, Funck kreischt zwar, aber das klingt weniger hysterisch als zuvor, hier dominiert dann auch der Bass die Gitarren, und das ist sch\u00f6n, weil es Abwechslung schafft. Abwechslung schaffen durch Einf\u00fcgen eines monotoneren Songs, toll, oder? Am Ende h\u00e4mmern dann Schlagzeug und Bass um die Wette, bis Funck wieder dazwischenkreischt, das ist gro\u00dfe Klasse und ganz weit entfernt von langweilig. \u201eI Return As Chained And Bound To You\u201c ist dann wieder langsamer, aber auch grooviger als die ersten St\u00fccke des Albums. Es geht um leere Gr\u00e4ber und offene Wunden, also um Themenfelder von hoher Relevanz, die Thou um unglaublich treffende und tats\u00e4chlich hochgradig originelle Zeilen wie \u201eRepetition clouds my vision, no one listens\u201c anreichern. Gegen Ende wird der Song richtig ruhig und Mitch Wells am Bass kann mal so richtig zeigen, was er kann, bevor dann alle anderen Instrumente nochmal weiterhin basslastig mit Funcks Gekeife um die Wette eifern. Auf \u201eThe Promise\u201c wird die Geschwindigkeit wieder geringf\u00fcgig gesteigert, aber der eigentliche Hammer an dem St\u00fcck ist, dass hier unter dem Mantel der Sludgigkeit mit dreckigen Gitarren, polterndem Schlagzeug und dem vielbesungenen Gesang eigentlich von der Melodie her ein eing\u00e4ngiges St\u00fcck Hardrock dargeboten wird, ohne dass man es so wirklich mitbekommt. Und am Ende dann sogar noch mannigfaltiges Geh\u00e4mmer und Krach. Ja geiel!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePanick Stricken, I Flee\u201c ist dann nochmal das, was man schon zuhauf auf diesem Album geh\u00f6rt hat, und das auf dem gewohnt hohen Niveau, und zum Schluss folgt \u201eSiege Perilous\u201c; langsam, groovy und mit viel kreischenden Gitarren beschlie\u00dft dieses St\u00fcck ein ganz wunderbares Album.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in Schwarzwei\u00df gehaltene Cover zeigt \u00fcbrigens einen Jungen mit einem Blumenpott in der Hand neben einer Mauer, im Hintergrund ein Mistk\u00fcbel. Passt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (03.06.2024) Was ist besser als Doom Metal? Doom Metal ohne Klargesang nat\u00fcrlich. 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