{"id":6394,"date":"2024-05-31T22:26:26","date_gmt":"2024-05-31T20:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6394"},"modified":"2024-05-31T22:27:26","modified_gmt":"2024-05-31T20:27:26","slug":"jan-friedrich-conrad-crime-scenes-bartling-schallplatten-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jan-friedrich-conrad-crime-scenes-bartling-schallplatten-2024\/","title":{"rendered":"Jan-Friedrich Conrad \u2013 Crime Scenes \u2013 Bartling Schallplatten 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Jan-Friedrich-Conrad-Crime-Scenes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Jan-Friedrich-Conrad-Crime-Scenes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6395\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (31.05.2024)<br><br>Von Jan-Friedrich Conrad stammt der zweitwichtigste Titelsong der H\u00f6rspielreihe \u201eDie drei ???\u201c: Die Synthpopmelodie mit den Vocoderstimmen, die den Seriennamen wiederholen. Auch sonst tr\u00e4gt der Komponist seit Jahrzehnten Musik zu dieser und anderen Kopfkino-Serien bei. Auf \u201eCrime Scenes\u201c sammelt er satte 60 Tracks nicht nur aus Rocky Beach, und zwar als Stream und Doppel-CD sowie in reduzierter Fassung auch als Doppel-LP. Diese Sammlung belegt: Einen Teil der Tracks erkennt man durchaus aus den H\u00f6rspielen wieder, ein Teil der Tracks w\u00fcrde auch f\u00fcr sich als attraktive Musik durchgehen und einen Teil der Tracks kann man als kaum mehr denn als funktionalen Zweck betrachten. Ein gro\u00dfer Kaufgrund sind die enthaltenen Rarit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Nat\u00fcrlich er\u00f6ffnet Conrad die Sammlung mit dem Titelst\u00fcck, hier in der 1991er-Version mit alternativen Vocals, also der raren Fassung, in der auch die Namen der Detektive vorgevocodert werden. Track zwei bricht dann gleich mit den Erwartungen: \u201eBeautiful Bay (With Guitar)\u201c kommt dem Rezensenten gar nicht bekannt vor, und anstelle von reinen Synthiefl\u00e4chen gniedelt der Musiker titelgem\u00e4\u00df zu solchen auf seiner E-Gitarre herum. Nicht der einzige Track in der Kombi, die wendet er h\u00e4ufiger an. Bis zum n\u00e4chsten St\u00fcck, das man wiedererkennt, dauert es dann etwas, und das, obwohl man sich auf der ersten CD noch in der Sektion \u201eClassic Crime Scenes\u201c befindet, man also die Tracks aus der Anfangszeit von Conrads Beteiligung am Der-Fragezeichen-Soundtrack vorgesetzt bekommt, die man h\u00e4ufiger geh\u00f6rt haben wird als die von CD 2, die \u201eModern Crime Scenes\u201c. Dennoch: Die wenigsten sind einem vertraut, und bei noch viel wenigeren hat man sofort eine konkrete Story im Ohr oder am besten gleich die Stimme von Peter Pasetti.<br><br>Auch da stellt man fest, dass sich der Schwerpunkt der Kompositionen nach dem unsch\u00f6nen Rauswurf von Carsten Bohn verlagerte: Dessen Musik kann man losgel\u00f6st von den H\u00f6rspielen auch heute noch wunderbar genie\u00dfen, erkennt jeden Ton wieder, f\u00fchlt sich wie zu Hause und freut sich \u00fcber Komposition, Instrumentierung, Arrangement sowie die wohligen Emotionen, die all dies sofort ausl\u00f6st. Bei allen folgenden H\u00f6rspielmusikern reduzierte sich die Menge solcher Tracks erheblich, der \u00fcberwiegende Teil dient reinen Zwecken \u2013 n\u00e4mlich, L\u00fccken zu f\u00fcllen. Da muckeln die Mucker ein bisschen vor sich hin, wenden ihren Fuhrpark an und generieren Funktionales, Verwechselbares und Egales.<br><br>Grundlegend nett ist ja, dass man auch Conrads St\u00fccken anh\u00f6rt, in welcher Zeit sie entstanden; ein synthetischer Bass wie aus dem \u201eMiami Vice Theme\u201c von Jan Hammer ist eben oldschool wie nix. Von cheesy Effekten gar nicht zu reden, fiepsige Synthiesounds, Glockenkeyboards wie auf der Dorfhochzeit, simple Arrangements und Strukturen wie bei Stock Aitken Waterman, das schreit nach Achtzigern; manchmal \u00fcbertreibt es Conrad indes, einiges ist nur schwer zu ertragen. Die meisten Tracks nun wollen Atmosph\u00e4ren generieren, andere sind flotte Uptempopopsongs, zwischendurch g\u00f6nnt sich der Gitarrist ein Solo. Oder einen Harfentrack, \u201eMountain Ride\u201c ist wirklich sch\u00f6n geworden, br\u00fcchig, einsam, melancholisch. Lustig: Das Intro von \u201eBrass Paradise (With Lead)\u201c zitiert \u201eSonne in der Nacht\u201c von Peter Maffay, der Rest indes scheint nie in einem H\u00f6rspiel eingesetzt worden zu sein, was auch gut ist, der nervt. \u201eHacienda Sanches\u201c klingt nach einem mexikanischen Suspense-Score.<br><br>Den \u00dcbergang von \u201eClassic\u201c zu \u201eModern\u201c markiert die Titelmelodie, zum Schluss von CD 1 in der chilligen Version mit der Fl\u00f6te, zum Beginn von CD 2 die neue Version, die im \u201eBobcast\u201c zum Einsatz kommt, in dem Andreas Fr\u00f6hlich, Sprecher des f\u00fcr Recherchen und Archiv verantwortlichen dritten Detektivs Bob Andrews, mit Kai Schwind unter dem Motto \u201eHaschimitenf\u00fcrst\u201c historische Geschichten aus dem Tonstudio erz\u00e4hlt. Im Verlauf der nun folgenden Tracks f\u00e4llt auf: Zwar fehlt der Nostalgie-Faktor, weil es sich um eben neuere Tracks handelt, aber jener Faktor war auf CD 1 ja auch schon nur sp\u00e4rlich gegeben, da einem das meiste gar nicht bekannt vorkam. Und es f\u00e4llt auf, dass die Sounds insgesamt vertr\u00e4glicher klingen, mehr auf dem Boden, weniger cheesy, wo n\u00f6tig kompakter oder atmosph\u00e4rischer, bisweilen sogar angenehm experimentell und mit mutigeren Instrumentenkl\u00e4ngen, etwa Saxophon oder Sitar. Die Trompete in \u201eInto The Void\u201c k\u00f6nnte glatt echt sein und verweist mit dem Ambient-Pluckern im Hintergrund auf Till Br\u00f6nner. \u201eThird Street\u201c mit dem Gesang von Schauspielerin Schirin Kazemi hingegen ist ein trashiger moderner Autotune-Clubtrack. In \u201eKnarzen im Geb\u00e4lk\u201c spielt Conrad mit wilden Drumpatterns herum. \u201eBallspiel\u201c ist ein schw\u00fcler Achtziger-Popsong mit St\u00f6hnchor. \u201eAneunminusarp\u201c kommt in der Serie so oft zum Einsatz, dass man es als liebgewonnenen Ohrwurm mit sich herumtr\u00e4gt und nun dar\u00fcber freut, es auf Tontr\u00e4ger zu besitzen. Losgel\u00f6st vom Verwendungszweck funktioniert die zweite CD als reines Musikalbum wesentlich besser als die erste.<br><br>Das Nicht-Wiedererkennen kann indes auch daran liegen, dass hier offenbar nicht ausschlie\u00dflich bei den drei Detektiven verwendete Tracks zusammengetragen wurden, sondern auch solche f\u00fcr andere Serien wie \u201eDas Schlo\u00df-Trio\u201c, \u201e5 Freunde\u201c, \u201eTKKG\u201c, \u201eKnight Rider\u201c, \u201eAir Wolf\u201c, \u201eHanni &amp; Nanni\u201c, \u201eA Nightmare On Elm Street\u201c und weiteren. Die kann und will man ja gar nicht alle geh\u00f6rt haben. So \u00e4hnlich war es auch schon auf der CD \u201eH\u00f6rspielmusik\u201c, die Conrad 2010 bei Sony herausbrachte. Lediglich als Download gab es noch \u201eBest Of H\u00f6rspielmusik, Vol. 1\u201c und \u201eH\u00f6rspielmusik: Die Drei ??? \u201aMyst\u2018\u201c sowie \u201e\u201aAction\u2018\u201c mit auch nochmal \u00fcber 100 Tracks zusammen, die vereinzelt auch auf der \u201eCrime Scenes\u201c vertreten sind. Erstaunlich ist, dass Conrad im Parallelleben Mitglied von Punk- und Post-Punk-Bands ist, mit so wundervollen Namen wie Razzia und Milzbrand. Davon h\u00e4tte man gern etwas mehr in den H\u00f6rspielen wahrgenommen; \u201eClavinet-a-Gogo\u201c kn\u00fcpft daran als einziges ein bisschen an.<br><br>Conrads Titellied l\u00f6ste 1991 das Theme von Manuel Backert ab, das der Musik von Carsten Bohn als erstes gefolgt war, und behielt diese Position bis 2008 bei. Ab Folge 125 musste ein neues Theme her, das Simon Bertling und Christian Hagitte unter dem prima googlebaren Namen Stil seitdem beisteuern. Wie wenig identifikationsstiftend dieser Track ist, belegt, dass es nicht lang dauerte, bis Conrads Thema nicht nur im Abspann, sondern auch zwischendurch immer wieder eingebaut wurde. H\u00e4tte man mal durchgehend als Er\u00f6ffner beibehalten sollen, wenn man schon das Kriegsbeil mit Bohn nicht begraben bekommt.<br><br>Nett ist, dass Conrad mit Andreas Ruch einen Illustratoren f\u00fcr das Coverdesign gewann, der alternierend zu Silvia Christoph sowieso schon h\u00e4ufiger Drei-Fragezeichen-Cover beitr\u00e4gt und sich hier an alte Themen der Ur-Zeichnerin Aiga Rasch anpasst. Auf Vinyl muss das besonders bombig aussehen \u2013 schade nur, dass da aus Platzgr\u00fcnden nicht alle 60 Tracks enthalten sind. Conrad habe zwar die St\u00fccke mit dem gr\u00f6\u00dften Drei-Fragezeichen-Bezug daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt, nur stimmen die nicht zwingend mit der eigenen Verkn\u00fcpfung \u00fcberein:<br><br>Die ausgew\u00e4hlte Playlist des Rezensenten mit dem Wiedererkennungs-Nostalgie-Faktor:<br>CD1<br>01 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Edit 1991, Alternate Vocal)<br>03 Take Off<br>15 Without A Trace (With Percussion)<br>16 Shadows<br>18 Sedona Theme<br>19 Brass Paradise (With Lead)<br>21 Mountain Ride<br>22 Lottery (Slow Tempo)<br>29 Demonius (Shortened, With Overdubs)<br>31 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Acoustic Version, With Flute)<br><br>CD2<br>32 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Bobcast Version)<br>33 Kidnappers Track Reloaded<br>36 Into The Void<br>38 Feuersturm<br>39 Reinstalled<br>40 Aneunminusarp<br>41 Ballspiel<br>43 Sagenhafte Stabs<br>44 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Vocoder-Chor-Version)<br>53 Angstfieber<br>60 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Abspann)<br><br>Enthalten auf der Vinyl-Version (mit den CD-Tracknummern vorweg (in Klammern, wenn abweichender Titel)):<br>Classic Crime Scenes A-Seite:<br>01 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Edit 1991, Alternate Vocal)<br>02 Beautiful Bay (With Guitar)<br>04 Energetic (Slow Tempo)<br>05 Fountain (Consonant Version)<br>06 Tear Down The Shady Place (With Lead)<br>07 Rubicon Point (Slow Tempo)<br>(14) Lies (With Drums)<br>15 Without A Trace (With Percussion)<br><br>Classic Crime Scenes B-Seite:<br>18 Sedona Theme<br>(19) Brass Paradise<br>20 Sierra Madre Volcano<br>21 Mountain Ride<br>22 Lottery (Slow Tempo)<br>24 Iceblade (Fast Tempo)<br>25 Hacienda Sanchez<br>28 Tunnel Tide (Without Overdubs)<br>30 Suspicious Dusty (Fast Tempo)<br>31 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Acoustic Version, With Flute)<br><br>Modern Crime Scenes A-Seite:<br>32 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Bobcast Version)<br>34 Goblins Walk<br>35 Mighty Ozone<br>36 Into The Void<br>38 Feuersturm<br>40 Aneunminusarp<br>42 Der Siebte Weg<br>44 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Vocoder-Chor-Version)<br><br>Modern Crime Scenes B-Seite:<br>46 Third Street (ft. Schirin Kazemi)<br>48 Spied Out<br>49 Electric Boogie (Taipan Version)<br>52 Glubschding<br>53 Angstfieber<br>56 Sparkle Degree Darkness<br>58 Uni Harpsi<br>59 Shooting Star (Reproduction)<br>60 \u00bbDie drei ???\u00ab-Thema (Abspann)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (31.05.2024) Von Jan-Friedrich Conrad stammt der zweitwichtigste Titelsong der H\u00f6rspielreihe \u201eDie drei ???\u201c: Die Synthpopmelodie mit den Vocoderstimmen, die den Seriennamen wiederholen. Auch sonst tr\u00e4gt der Komponist seit Jahrzehnten Musik zu dieser und anderen Kopfkino-Serien bei. Auf &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jan-friedrich-conrad-crime-scenes-bartling-schallplatten-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-6394","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-compilation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6394"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6394\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6397,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6394\/revisions\/6397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}