{"id":6373,"date":"2024-05-27T21:06:29","date_gmt":"2024-05-27T19:06:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6373"},"modified":"2024-05-27T21:06:29","modified_gmt":"2024-05-27T19:06:29","slug":"enablers-almost-to-who-knows-where-atypeek-music-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/enablers-almost-to-who-knows-where-atypeek-music-2024\/","title":{"rendered":"Enablers \u2013 Almost To Who Knows Where \u2013 Atypeek Music 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Enablers-Almost-To-Who-Knows-Where.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Enablers-Almost-To-Who-Knows-Where.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6374\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.05.2024)<br><br>Nach 20 Jahren Existenz kann man ruhig mal eine Best-Of ver\u00f6ffentlichen, oder? Ein seltenes Format au\u00dferhalb der Weihnachtszeit, noch seltener in Bezug auf Bands, die aufgrund ihrer musikalischen und sonstigen Ausrichtung nicht eben massentauglich sind und vermutlich weder Club- noch Radiohits vorzuweisen haben. Also interessant sind, wie die Enablers, eine Band aus San Francisco, die Post-Punk-, Post-Rock- und Noiserock-Tracks als Grundlage f\u00fcr einen Textvortrag nutzen, der irgendwo zwischen Poetry und Rap sein Eigenleben f\u00fchrt. Sch\u00f6n, auf diese Weise \u2013 \u201eAlmost To Who Knows Where\u201c ist auch noch ein Doppel-Album mit 31 Tracks \u2013 auf die Band aufmerksam zu werden \u2013 es gilt nunmehr sieben vorausgehende Alben nachzukaufen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Erstaunlicherweise ist die erste Assoziation beim Auflegen von \u201eAlmost To Who Knows Where\u201c die zu MC 900 Ft. Jesus und dessen grandiosem Track \u201eNew Moon\u201c, auf dem jener zu einem trippigen Jazztrack zw\u00f6lf Minuten lang von einem Suizid per Auto erz\u00e4hlt, die dunkle Stimme und die musikalische Intensit\u00e4t tragen den Sog der Figur im Track. Auf die Enablers passt der Vergleich, weil diese ebenfalls dunkle, trippige Musik spielen, hier indes mit der Hand, und weil Pete Simonelli dazu auf \u00e4hnliche Weise Geschichten erz\u00e4hlt. Kuriosum: Ein fr\u00fcher Track der Band hei\u00dft dann auch noch so \u00e4hnlich, n\u00e4mlich \u201eNew Moon Knockdown\u201c, ver\u00f6ffentlicht 2006 auf einer Split-7\u201c mit Redpanda.<br><br>Simonelli selbst sieht sich in der Tradition der Beat Poetry, also ungef\u00e4hr bei Allen Ginsberg und Jack Kerouac; um das zu best\u00e4tigen, m\u00fcsste man sich intensiver mit den Texten auseinandersetzen, der Vortrag selbst weckt diese Assoziationen nicht, der passt sich n\u00e4mlich bestens an die Musik an und bildet mit ihr eine Einheit, dieser Eindruck steht vor allen weiteren Wahrnehmungen: wie gut das alles zusammenpasst. Die Band, seit 2004 in einigem Wandel befindlich, spielt ihre Rockmusik in nicht an Songstrukturen orientierten Kompositionen. Hier dominiert das Experiment, im Grunde wie bei MC 900 Ft. Jesus ebenfalls der Jazz, das Freie, aber basierend auf einer Art Nosierock, auf Post-Punk, auf Minutemen und fIREHOSE, auf etwas Sonic Youth, auf der unwuchtigen Variante der Swans (was nicht verwundert, wenn deren Ex-Mitmusiker Joe Goldring Mitglied der Gr\u00fcndungsbesetzung war), insbesondere w\u00e4hrend loopartig repetitiver Passagen. Gute Gesellschaft also.<br><br>Auch ohne feste Songstrukturen bildet die Musik der Enablers einen Sog, es gibt Melodien, zart vorgetragen auf einer unverzerrten E-Gitarre, es gibt Riffs, es gibt laute Ausbr\u00fcche, w\u00e4hrend derer auch Simonelli seine ansonsten zur\u00fcckhaltende Stimme erhebt, es gibt filigrane Spielereien, es gibt chillige kontemplative Momente, die dann sehr in den Post Rock weisen, es gibt beabsichtigt angeschr\u00e4gte Akkorde, es gibt gelegentlich auch mal verschachtelte Rhythmen, und was bei allem Sch\u00f6nen hier das Sch\u00f6nste ist: Es nervt niemals, dass der Gesang hier keiner ist, sondern jemand quasselt, denn man h\u00f6rt seine Stimme gern und er passt seinen Vortrag der spr\u00f6den Musik bestens an. Sofern er denn \u00fcberhaupt zu h\u00f6ren ist, nicht selten l\u00e4sst er auch der Musik freien Lauf.<br><br>Vom verwirrenderweise \u201eEnd Note\u201c betitelten, auf Neurot Recordings erschienenen Deb\u00fct des Jahres 2004 bis zum j\u00fcngsten Album \u201eSome Gift\u201c aus dem Jahr 2022 sind Alben, EPs und Split-Releases der nach mehreren Wechseln inzwischen \u00fcber die ganzen USA verstreuten Band enthalten. Die Reihenfolge ist nicht so ganz chronologisch, was die Homogenit\u00e4t der Tracks \u00fcber die Jahrzehnte hinweg nur best\u00e4tigt. Vollst\u00e4ndig ist die \u00dcbersicht nat\u00fcrlich auch nicht, es fehlen einige B-Seiten, besonders von den reinen Download-Ver\u00f6ffentlichungen. Als \u00dcberblick f\u00fcr Neueinsteiger ist \u201eAlmost To Who Knows Where\u201c bestens geeignet und f\u00fcr manche Sammler, die nicht alle Vinyl-Releases besitzen, ebenfalls.<br><br>CD1<br>01 Pauly&#8217;s Days In Cinema (von \u201eEnd Note\u201c, 2004)<br>02 And Last Night? (von \u201eEnd Note\u201c, 2004)<br>03 Five O&#8217;Clock, Sundays (von \u201eOutput Negative Space\u201c, 2006)<br>04 Output Negative Space (von \u201eOutput Negative Space\u201c, 2006)<br>05 Suburban Death March (von \u201eSome Gift\u201c, 2022)<br>06 Ghosting (von \u201eOutput Negative Space\u201c, 2006)<br>07 The Destruction Most Of All (von \u201eTundra\u201c, 2008)<br>08 Februaries (von \u201eTundra\u201c, 2008)<br>09 New Moon Knockdown (von \u201eEnablers\/Redpanda\u201c 7\u201c, 2006)<br>10 The Achievement (von \u201eTundra\u201c, 2008)<br>11 Hy (von \u201eNow You Can Answer My Prayers\u201c 10\u201c, 2009)<br>12 The Reader (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br>13 Rue Girardon (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br>14 Morandi: Natura Morta #86 (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br>15 Cliff (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br><br>CD2<br>16 The Percentages (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>17 Solo (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>18 Went Right (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>19 West Virginia (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>20 She Calls After You (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>21 Berlinesque Excerpt #1 (von \u201eBerlinesque\u201c Download, 2014)<br>22 Patton (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br>23 And Other Oddities Of The Brain (von \u201eSome Gift\u201c, 2022)<br>24 Look (von \u201eThe Rightful Pivot\u201c, 2015)<br>25 In McCullin&#8217;s Photograph (von \u201eZones\u201c, 2019)<br>26 Furthermore (von \u201eZones\u201c, 2019)<br>27 Broke (von \u201eZones\u201c, 2019)<br>28 Zones (von \u201eZones\u201c, 2019)<br>29 Pigeon Diaries (von \u201ePigeon Diaries\u201c 12\u201c, 2020)<br>30 Career\u200b-\u200bMinded Individual (von \u201eBlown Realms And Stalled Explosions\u201c, 2011)<br>31 End Note (von \u201eEnd Note\u201c, 2004)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.05.2024) Nach 20 Jahren Existenz kann man ruhig mal eine Best-Of ver\u00f6ffentlichen, oder? 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