{"id":6365,"date":"2024-05-22T21:23:23","date_gmt":"2024-05-22T19:23:23","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6365"},"modified":"2024-05-22T21:23:23","modified_gmt":"2024-05-22T19:23:23","slug":"was-meine-freundin-gerne-sieht-die-serienkolumne-funeral-for-a-dog-die-liebe-ist-keine-verschwoerung-fuer-immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/was-meine-freundin-gerne-sieht-die-serienkolumne-funeral-for-a-dog-die-liebe-ist-keine-verschwoerung-fuer-immer\/","title":{"rendered":"Was meine Freundin gerne sieht \u2013 die Serienkolumne: Funeral For A Dog \u2013 Die Liebe ist keine Verschw\u00f6rung f\u00fcr immer"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Was-meine-Freundin-gerne-Logo-111.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4578\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Freundin mag es nicht, wenn innerhalb von den ersten f\u00fcnf Minuten im Piloten einer Serie gekotzt wird. Aber, das zeugt von Realit\u00e4t und sie bleibt erst einmal dran. Wenn dann auch noch Regel Nummer 1 eines guten Textes\/Serie eingehalten wird: Leser\/Zuschauer lieben Rahmenhandlung, und es sich um ein einheimisches Produkt handelt, dann guckt sie mit der Hoffnung, am Ende handlungstechnisch belohnt zu werden, gnadenlos bis zum Finale. So geschehen bei der achtteiligen Serie \u201eFuneral For A Dog\u201c. Und darum geht\u2019s:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das r\u00e4tselhafte finnische M\u00e4dchen Tuuli (Alina Tomnikov) und die beiden Jungs Felix (Daniel Str\u00e4\u00dfner) und Svensson (Friedrich M\u00fccke) lernen sich unbeschwert im Jahr 1998 bei der Arbeit f\u00fcr eine s\u00fcdamerikanisches NGO kennen und schlie\u00dfen sich zu einem komplizierten Liebesbund zusammen. Sie bestehen gemeinsam gef\u00e4hrliche Pr\u00fcfungen, in deren Verlauf dem titelgebenden Hund \u201eLua\u201c ein Bein amputiert werden muss. In der Erz\u00e4hlgegenwart, die mehr als ein Jahrzehnt nach den Ereignissen in S\u00fcdamerika spielt, ist Felix angeblich in einem norditalienischen See ertrunken. An dessen Ufer bewohnt Svensson, sein inzwischen als Schriftsteller zu Ruhm gekommener einstiger Kumpel und Nebenbuhler, eine wunderh\u00fcbsch vergammelte Villa. Der Autor bekommt dort Besuch von Tuuli, ihrem kleinen Sohn (zugespitzt geboren 9\/11 in New York) und einem Journalisten mit dem spitzenm\u00e4\u00dfigen Rollennamen Daniel Mandelkern (Albrecht Schuch).<\/p>\n\n\n\n<p>Es entspinnt sich ein Drama von Schuld, Liebe, Verdr\u00e4ngung, Neid, Eifersucht, Verlust und Verrat. Im Subtext geht es eigentlich um die Frage, was Liebe alles aushalten kann. Und um Freiheit und gro\u00dfer Tr\u00e4ume. Klingt kompliziert und \u00fcberladen, aber nein, weil sich die Serie auch aus der Perspektive eines Whodunit gucken l\u00e4sst. Der Cast inkl. der sensationellen Anne Ratte-Polle als Ehefrau des Mandelkern schafft es, die Figuren glaubw\u00fcrdig, die Emotionen wahrhaftig und die Geschichte spannend zu machen. Verst\u00e4ndnis, Leichtigkeit und Neugier entspinnen sich beim Sehen wie von selbst. Sich anderen n\u00e4hern, um sich selbst zu finden, das ist das Leitmotiv dieser Buchverfilmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorlage ist das gleichnamige, damals Feuilleton-gefeierte Romandeb\u00fct anno 2008 \u201eBestattung eines Hundes&#8220; von Thomas Pletzinger (*1975 in M\u00fcnster, aufgewachsen in Hagen, einer der traurigsten Orte dieses Landes), der auch das Drehbuch geschrieben hat. Da trifft tats\u00e4chlich Haruki Murakami auf Thomas Mann, ein gr\u00f6\u00dferes Lob kann ich an dieser Stelle nicht aussprechen. Buch und Serie sind ein Genremix aus Thriller, Liebesgeschichte, Roadtrip und Mystery \u2013 voll mit raffinierten Zeitspr\u00fcngen. Der einzige Kritikpunkt meiner Freundin besteht darin, dass haupts\u00e4chlich die Gef\u00fchle der M\u00e4nner verhandelt werden. \u201eFuneral For A Dog\u201c ist eine Art Endgame des Maskulinen mit Fokus auf der Suche nach dem eigenen Gl\u00fcck, Liebe und Best\u00e4ndigkeit in einer unbest\u00e4ndigen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die These ist vermutlich etwas gewagt, aber im Grunde handelt es sich bei \u201eFuneral For A Dog\u201c um eine moderne Adaption der Kombination von \u201eDas Wirtshaus im Spessart\u201c und \u201eDas kalte Herz\u201c von Wilhelm Hauff (*1802 in Stuttgart und gestorben ebenda 1827, quasi ein Gr\u00fcndungsmitglied des Club 27), dem Erfinder der Rahmenhandlung in der deutschsprachigen Literatur. Stichwort: Selbstentfremdung. Das weiter auszuf\u00fchren, w\u00fcrde ein Stipendium f\u00fcr eine Masterarbeit ben\u00f6tigen, das der Krautnick leider zu besorgen nicht im Stande ist. Ich w\u00e4re insofern qualifiziert, weil meine Eltern es anno dazumal als p\u00e4dagogisch sinnvoll erachteten, mir als Flitzpiepe das Oeuvre von Wilhelm Hauff in Form der Flimmerstunde nahezulegen. Meine Referenzen sind: Kalif Storch, Die Geschichte von der abgehauenen Hand, der verfickte kleine Muck, Zwerg (unheimlich) Nase und vor allem \u201eDas kalte Herz\u201c mit der \u00e4u\u00dferst gruseligen 1950er Defa-Verfilmung (mit Erwin Geschonneck als Holl\u00e4nder-Michel).<\/p>\n\n\n\n<p>Schatzhauser, Onkel Rosebud<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Onkel Rosebud Meine Freundin mag es nicht, wenn innerhalb von den ersten f\u00fcnf Minuten im Piloten einer Serie gekotzt wird. Aber, das zeugt von Realit\u00e4t und sie bleibt erst einmal dran. 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