{"id":6362,"date":"2024-05-22T21:22:35","date_gmt":"2024-05-22T19:22:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6362"},"modified":"2024-05-22T21:22:35","modified_gmt":"2024-05-22T19:22:35","slug":"gatecreeper-dark-superstition-nuclear-blast-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gatecreeper-dark-superstition-nuclear-blast-2024\/","title":{"rendered":"Gatecreeper \u2013 Dark Superstition \u2013 Nuclear Blast 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Gatecreeper-Dark-Superstition.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Gatecreeper-Dark-Superstition.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6363\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (21.05.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>O haue ha, Gatecreeper machen jetzt Melodeath, las ich im Vorfeld der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eDark Superstition\u201c, und der Albumtitel klingt ja tats\u00e4chlich so, als k\u00f6nnten wir es hier mit dem Cold Lake oder dem Swansong des sympathischen Quintetts aus Arizona zu tun bekommen. Wie viel G\u00f6teborg steckt also in der neuen, dritten Vollel\u00e4ngever\u00f6ffentlichung von Gatecreeper, und tun sie sich jetzt irgendwo anders anbiedern, um mehr Tontr\u00e4ger zu verkaufen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Um es vorweg zu nehmen: Alles gut! Wenn auf \u201eDark Superstition\u201c irgendwelcher G\u00f6teborg-Melodeath zu h\u00f6ren ist, dann nur, um den Skandinaviern mal zu zeigen, wie man sowas \u00fcberzeugend gestalten kann. Auf Gatecreeper bin ich tats\u00e4chlich erst vor Kurzem aufmerksam geworden, und zwar durch durch die Januar-2022-\u201eKnotfest Death Metal Round Table\u201c (googelt das mal und genie\u00dft es) mit Cannibal-Corpse-Frontmann Corpsegrinder Fisher, Trevor Strnad von The Black Dahlia Murder (in der Tat wohl so ziemlich der letzte Auftritt des sympathischen S\u00e4ngers vor seinem Selbstmord im Mai desselben Jahres), Alexander Jones von Undeath und eben Chase Mason von Gatecreeper. Genial: Zwei junge Deathmetals\u00e4nger (Mason und Jones) unterhalten sich mit einer absoluten Death-Metal-Legende (Fisher) und einem \u00fcberaus sympathischen Frontmann einer gro\u00dfartigen Band, die sich ebenfalls schon Kultstatus in der Death-Metal-Szene erarbeitet hat (Strnad) \u00fcber den Death Metal, wie sie dazu gekommen sind und was sie davon halten. Onkel Corpsegrinder erz\u00e4hlt eine um die andere Anekdote aus seinem an Anekdoten nicht eben armen Leben, Chase Mason und Alex Jones himmeln ihn an und erl\u00e4utern ihren eigenen Bezug zum Death Metal und Erzsympath Trevor Strnad h\u00e4lt alles wie eine gro\u00dfe, growlende Klammer zusammen. Tau sch\u00f6\u00f6n! Nur, dass Chris Barnes, Fishers Vorg\u00e4nger bei Cannibal Corpse, derzeitiger Frontmann von \u201eSFU\u201c (Sachen f\u00fcr Unterwegs) und immerw\u00e4hrender \u201eSteven Seagal des Death Metal\u201c davon physikalisch krank werde und herumjammert, was denn blo\u00df aus dem Death Metal geworden sei. Mir dagegen wurde warm ums Herz und da ich immer bereit bin, neue Bands ans Herz gewachsen zu kriegen, begann ich mich mit Gatecreeper und Undeath zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vor allem Gatecreeper wussten mich mit \u201eSonoran Depravation\u201c (2016) und \u201eDeserted\u201c (2019) zu begeistern: Sch\u00f6n klingende und oft sehr doomige Gitarren, ein d\u00fcster-bollerndes Schlagzeug und vor allem Chase Masons sehr \u00fcberzeugender Gesangsvortrag, der au\u00dfer dumpfen Dr\u00f6hnen auch noch viel Platz f\u00fcr eine einzigartige Stimme \u00fcbrigl\u00e4sst, weckten viel Freude und sorgten zudem auf der 2021er EP \u201eAn Unexpected Reality\u201c f\u00fcr ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an \u00dcberraschung: Dort gab es insgesamt 8 Songs zu h\u00f6ren, deren erste 7 in nicht mal sieben Minuten Spielzeit durch die Boxen rauschten und sich dabei eher das Etikett \u201eHardcore Punk\u201c denn irgendwas mit Metal verdienten, inklusive Chase Masons Gesang. Mal Punkgegr\u00f6hle, mal Metalgegrowle. Verwirrend, zumal das letzte St\u00fcck, \u201eEmptiness\u201c, dann gut 11 Minuten dauert und komplett im Doom Metal verhaftet ist, und alles zuvor Geh\u00f6rte nochmal in den Schatten stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was k\u00f6nnen wir also von Gatecreeper Anno 2024 erwarten? Ank\u00fcndigungsgem\u00e4\u00df auf jeden Fall viel Melodie, aber ich h\u00f6re hier wenig G\u00f6teborg, Bullerb\u00fc oder sonstwas durch. Die Gitarren s\u00e4gen und rattern, das Schlagzeug h\u00e4mmert und Chase Mason klingt ebenso b\u00f6se wie auf den letzten Gatecreeper-Ver\u00f6ffentlichungen. Eine tolle Band mit einem tollen S\u00e4nger. Bereits der Opener \u201eDead Star\u201c \u00fcberzeugt mich vollends von Gatecreepers Qualit\u00e4ten: Harte Gitarren, authentischer Gesang und dazu ein \u00fcberzeugendes Songwriting mit tollen Soli mittendrin. Wenn es so weitergeht, ist das Album sein Geld wert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eOblivion\u201c geht es erstmal so weiter: Schnell, mit sch\u00f6nen Bassger\u00e4uschen durchsetzt und von Masons rauher Stimme vorangetrieben. Aber gehen Gatecreeper nicht so langsam die guten Ideen f\u00fcr neue Riffs aus? Nein, tun sie nicht: \u201eThe Black Curtain\u201c wird von einem gotisch anmutenden Riff vorangetrieben, nur dass eben Chase Mason dazu nicht ganz tief wie ein Karl McCoy singt, sondern einfach so tut, als w\u00e4ren wir hier weiterhin im Death Metal. Finde ich sehr gut. \u201eMasterpiece Of Chaos\u201c ist dann wieder Death Metal, wie ich ihn mir w\u00fcnsche: Supertollmelodische Riffs, viel H\u00e4rte, quietschende Ger\u00e4usche mit den Gitarren und, nee, die Lobhudelei auf Masons \u00fcberzeugenden Gesang lasse ich jetzt mal weg. Er singt einfach immer super und \u00fcberzeugend, der Chase-Mason-Typ da am Mikro. \u201eSuperstitious Vision\u201c f\u00e4ngt mit einem \u201e1000 mal schon geh\u00f6rt gehabt\u201c-Riff an und klingt dennoch frisch und authentisch, wie machen die das? \u201eA Chilling Aura\u201c f\u00e4ngt sogar ausgesprochen langweilig an, so dass ich jauchze und frohlocke und mir sage \u201eDie kochen ja auch nur mit Wasser!\u201c Ja, aber mit was f\u00fcr einem: Nach dem langweiligen Intro hauen Gatecreeper auf \u201eA Chilling Aura\u201c ein faszinierendes Riff nach dem anderen raus, und Masons Gesangsleistung w\u00e4re selbst dann noch \u00fcberzeugend, wenn die Musikanten dazu anstelle des hier gebotenen, famosen Death Metal einfach nur Fahrstuhlmetal f\u00fcr mehrst\u00f6ckige Kaufh\u00e4user zum Besten geben t\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter geht es mit \u201eFlesh Habit\u201c \u2013 ein toller Bass zur Einstimmung und beinahe schon poppige Gitarrenriffs, und dann wieder ein gro\u00dfartig knurrender S\u00e4nger. Und als ob die Band f\u00fcrchtete, sich zu sehr in Midtempogefilde verirren zu k\u00f6nnen, folgt anschlie\u00dfend mit \u201eMistaken For Dead\u201c ein Song mit Thrash-Tempo, weniger als drei Minuten lang, und danach beschlie\u00dft \u201eTears Fall From The Sky\u201c mit knapp sechs Minuten Spielzeit und doomiger Langsamkeit das Album. Und ohne Schei\u00df: Ich habe mich auf Alben von ausgewiesenen Doom-Spezialisten wie My Dying Bride oder Candlemass schon mehr gelangweilt als hier. \u201eMach es ordentlich oder lass es gleich ganz\u201c scheint das Motto der Band zu sein; egal in welche Stilspielereien innerhalb der extremen Metallmusik sich die Band jemals hineinverirrt, es kommt immer ein \u00fcberzeugendes St\u00fcck Musik heraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (21.05.2024) O haue ha, Gatecreeper machen jetzt Melodeath, las ich im Vorfeld der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eDark Superstition\u201c, und der Albumtitel klingt ja tats\u00e4chlich so, als k\u00f6nnten wir es hier mit dem Cold Lake oder dem Swansong des &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gatecreeper-dark-superstition-nuclear-blast-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-6362","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6362"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6362\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6364,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6362\/revisions\/6364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}