{"id":6352,"date":"2024-05-17T15:51:40","date_gmt":"2024-05-17T13:51:40","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6352"},"modified":"2024-05-17T15:51:40","modified_gmt":"2024-05-17T13:51:40","slug":"pearl-jam-dark-matter-republic-records-monkeywrench-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pearl-jam-dark-matter-republic-records-monkeywrench-records-2024\/","title":{"rendered":"Pearl Jam \u2013 Dark Matter \u2013 Republic Records\/Monkeywrench Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Pearl-Jam-Dark-Matter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Pearl-Jam-Dark-Matter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6353\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a><\/a> Von Matthias Bosenick (17.05.2024)<br><br>Ach ja, Pearl Jam gibt es ja auch noch! Neben Mudhoney und, hm, den Melvins die letzten \u00dcberlebenden des Seattle-Grunge. Zuletzt waren sie auf Alben eher so mittelm\u00e4\u00dfig bis langweilig, anders als die Soloalben von S\u00e4nger Eddie Vedder, und nach dem eher unterdurchschnittlichen \u201eGiganton\u201c aus dem Jahr 2020 stand schon zu denken, dass dies der Schwanengesang sein w\u00fcrde. Mitnichten, Pearl Jam sind still alive und rei\u00dfen sich auf \u201eDark Matter\u201c nochmal zusammen, kreieren einige ruppige und einige gef\u00fchlvolle Rocksongs, alles ganz ordentlich. Hier noch von Grunge zu sprechen, wirkt anachronistisch und im Vergleich zum 1991er-Deb\u00fct \u201eTen\u201c auch gar nicht mehr angebracht. \u201eDark Matter\u201c ist wunderbar r\u00e4udig, lediglich das hohe Energielevel pl\u00e4ttet den H\u00f6renden auf Strecke \u2013 und es wird sich zeigen, wie viele Songs nachhaltig im Ged\u00e4chtnis bleiben, denn nach den ersten Durchl\u00e4ufen scheinen es nicht so viele zu sein, so gern man das Album auch h\u00f6ren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die rockigen Songs rocken, die zur\u00fcckgenommeneren Songs rocken zur\u00fcckgenommener, erstere haben Ecken und Kanten, machen keine Kompromisse, knarzen einem mit Wucht ins Ohr, zweitere sind melodisch und energetisch, alle zusammen sind grandios gespielt, da gibt es nix, die f\u00fcnf oder sechs Musiker k\u00f6nnen das. Heute ist Pearl Jam ja eine etablierte Rockband mit Haltung, die eben schlichtweg Rockmusik macht. Bisweilen erschleicht einen der Eindruck, sie h\u00e4tten auf \u201eDark Matter\u201c einen Auftrag zu erf\u00fcllen gehabt, dem sie eben einfach mal mit Hochdruck nachkommen. Damit erinnern sie stark an die Foo Fighters, die auch fett und kraftvoll rocken, aber keine erinnernswerten Songs mehr kreieren. Nix gegen die bemerkenswerten Einf\u00e4lle auf dem Album, aber diese Druckdichte strengt ganz sch\u00f6n an, insbesondere der Sound der Drums.<br><br>Es gibt trotzdem so einige St\u00fccke, die es hervorzuheben gilt. Gleich der Opener \u201eScared Of Fear\u201c bedient den Sound der Pearl Jam von nach der Grunge-Hochzeit, rockig, voller Licks, Breaks und Soli, voranpreschend \u2013 ein vielversprechender Auftakt. Dem \u201eReact, Respond\u201c kantigen und sogar noch beschleunigten Knarzrock entgegensetzt, das geht also gut los. Das Gitarrenlick erinnert sogar an den groovenden Funk von den Red Hot Chili Peppers, wow! Als drittes kommt mit \u201eWreckage\u201c die erste Powerballade, und eigentlich sind wir da schon durch mit allem. Aber dann kommt der Titeltrack, und der knackt wieder richtig los, ein Riff wie aus den besten Mith\u00fcpf-Zeiten wie bei Rage Against The Machine, dazu spannende Breaks, sch\u00f6ne Melodien und \u00fcberzeugende Aggression.<br><br>\u201eWon\u2019t Tell\u201c klingt in den Strophen derbe nach Neil Young, den Godfather Of Grunge behalten Pearl Jam also deutlicher bei \u2013 siehe das gemeinsame Album \u201eMirrorball\u201c \u2013 als den klassischen Grunge selbst. Das folgende \u201eUpper Hand\u201c tr\u00e4gt dennoch die Grunge-Gene am st\u00e4rksten in sich und h\u00e4tte bereits vor 30 Jahren ver\u00f6ffentlicht worden sein k\u00f6nnen, im Midtempo, mit Gegniedel und abermals Neil-Young-Riff. Der fuzzy Bass im Bratzst\u00fcck \u201eRunning\u201c ist dem Noiserock entnommen. \u201eSomething Special\u201c ist ein Glamrock-Schunkler, der nicht so richtig zur Band passen mag. Im Rauswerfer \u201eSetting Sun\u201c \u2013 nicht mit dem Song von The Chemical Brothers verwandt \u2013 singt Vedder auf weiten Strecken ohne zu br\u00fcllen, da kommt seine Stimme richtig sch\u00f6n zur Geltung.<br><br>Hat man die Dreiviertelstunde \u201eDark Matter\u201c durch, f\u00fchlt man sich \u00fcberrannt, so druckvoll und energetisch geht die Band selbst in f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Zerbrechlichkeit geeigneten Momenten vor. Nicht alle Songs z\u00fcnden, man w\u00fcrde ohnehin die attraktivsten in eine Playlist schieben und sich ansonsten innovativerer Rockmusik zuwenden. Davon sind Pearl Jam 2024 leider etwas zu weit entfernt, und das, obwohl sie vor fast 35 Jahren zu den Innovatoren geh\u00f6rten. Musikalisch sind sie heute Bediener, nicht mehr Erfinder. Schade!<br><br>Ach ja, als Kaufgrund bietet die Band das Album auf CD in einer Buchversion mit zus\u00e4tzlicher BluRay an, auf der es im \u201eImmersive Mix\u201c zu h\u00f6ren ist. Ob der taugt, m\u00fcssen Leute mit BluRay-Playern beantworten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.05.2024) Ach ja, Pearl Jam gibt es ja auch noch! Neben Mudhoney und, hm, den Melvins die letzten \u00dcberlebenden des Seattle-Grunge. 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