{"id":6347,"date":"2024-05-16T21:52:54","date_gmt":"2024-05-16T19:52:54","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6347"},"modified":"2024-05-16T21:52:54","modified_gmt":"2024-05-16T19:52:54","slug":"anandammide-eura-anandammide-sulatron-records-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/anandammide-eura-anandammide-sulatron-records-2024\/","title":{"rendered":"Anandammide \u2013 Eura \u2013 Anandammide\/Sulatron Records 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Anandammide-Eura.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"112\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Anandammide-Eura.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6348\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.05.2024)<br><br>Als \u201eUtopian Psych Folk\u201c bezeichnet Michele Moschini die Musik seines Projektes Anandammide, sein zweites Album \u201eEura\u201c gibt ihm Recht. Mit Musikern aus halb Europa wildert der in Paris arbeitende Italiener aus Bari in der langen Historie psychedelischer Folkmusik von den Sechzigern bis heute, f\u00fcgt die Puzzleteile zusammen und generiert Musik, die nur oberfl\u00e4chlich chillig wirkt, denn in den Eingeweiden von \u201eEura\u201c geschieht eine Menge, dem aufmerksam zuzuh\u00f6ren sehr lohnt. Gute Laune ist auch nicht eben die Kernaufgabe von Anandammide, dem Album wohnt bei aller vermeintlich leichtf\u00fc\u00dfigen Instrumentierung eine Schwere inne. Am Ende des Albums ist man mindestens bekifft.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bl\u00fcmchenwiese of Doom, es ist, als schaue man einer Horde depressiver Hippies dabei zu, wie sie einen Totentanz vor der Kulisse einer Atomexplosion auff\u00fchrt. Die Stimmung auf \u201eEura\u201c ist mindestens getragen, melancholisch, der Summer Of Love ist l\u00e4ngst entzaubert, hier f\u00e4llt allen die Wucht der Realit\u00e4t auf die sich ern\u00fcchtert dahinschleppenden F\u00fc\u00dfe. F\u00fcr Moschini und seine Gefolgsleute ist dies kein Grund, das Musizieren deshalb sein zu lassen, im Gegenteil, vielmehr erschaffen sie den Soundtrack zum Untergang, die Tapete zur Depression, und das auf eine kompositorisch wundersch\u00f6ne Weise: Die Musik selbst ist n\u00e4mlich ausnehmend ansprechend, und f\u00fcr die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde k\u00f6nnen Anandammide ja nix, nutzen sie aber eben als Inspiration f\u00fcr ihre Kunst.<br><br>Die zehn Lieder auf \u201eEura\u201c sind so vielseitig wie ihr Personal, obschon sie die Schwermut allesamt mittragen. Einige St\u00fccke kommen komplett ohne Schlagzeug aus, und wenn dies zum Einsatz kommt, dann auf eine sanfte, unaufdringliche Weise. Weite Strecken deckt die folkloristisch wie am Lagerfeuer geklampfte Akustikgitarre ab, Fl\u00f6ten tirilieren bisweilen, Synthies mit angeschr\u00e4gten Sounds, ein Bass, wie man ihn sp\u00e4ter bei Air zu h\u00f6ren bekam, kraftvoll und punktiert, manches klingt nach Neofolk, der Gesang in seiner dunklen Gedehntheit erinnert an den von Nico, auch, wenn er chorartig dargebracht wird, Geigen unterstreichen die Schwere, Harmonien umh\u00fcllen alles, einige Lieder haben sogar etwas Sakrales. Alles gipfelt in der Mitte des Albums im am ausf\u00fchrlichsten ausformulierten Titeltrack, der voll und abwechslungsreich instrumentiert die H\u00f6renden in die zweite Albumh\u00e4lfte und wieder zur\u00fcck in die Zerbrechlichkeit \u00fcberf\u00fchrt. Die Musiker arbeiten feinf\u00fchlig und filigran, Impresario Moschini bringt sie wunderbar zum Einsatz.<br><br>Die Liste der Mitstreiter ist lang, Moschini rekrutiert sie in Frankreich, England, Italien und Schweden, verr\u00e4t er, teilweise nahmen diese G\u00e4ste ihre Beitr\u00e4ge auch in lokalen Studios auf. Der Kopf selbst \u00fcbernimmt hier Gesang, Gitarre, Synthies, Orgeln und Schlagzeug. Die weiteren Musizierenden sind: die umtriebige Lisa Isaksson (Me And My Kites, Piu, Second Oracle, The Entheogens) mit Gesang, Audrey Moreau an der Fl\u00f6te, Stella Ramsden mit Geige und der Lesung eines Poe-Textes, S\u00e9bastien Grignon am Cello, Lelio Mulas und Pascal Vernin teilen sich mit ihren B\u00e4ssen die Songs auf und Lorenzo \u201eCobbro\u201c Castigliego steuert ein Gitarrensolo bei. Moschini selbst sammelte vor 20 Jahren noch in Bari Erfahrungen in der Psychedelic-Prog-Band Floating State, diese Grundausstattung h\u00f6rt man auf \u201eEura\u201c noch heraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.05.2024) Als \u201eUtopian Psych Folk\u201c bezeichnet Michele Moschini die Musik seines Projektes Anandammide, sein zweites Album \u201eEura\u201c gibt ihm Recht. 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