{"id":6286,"date":"2024-04-17T21:28:27","date_gmt":"2024-04-17T19:28:27","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6286"},"modified":"2024-04-17T21:28:27","modified_gmt":"2024-04-17T19:28:27","slug":"project-pitchfork-elysium-trisol-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/project-pitchfork-elysium-trisol-2024\/","title":{"rendered":"Project Pitchfork \u2013 Elysium \u2013 Trisol 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Project-Pitchfork-Elysium.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Project-Pitchfork-Elysium.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6287\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.04.2024)<br><br>Man darf ja noch hoffen, dass Peter Spilles nach Corona-Pandemie und Krankheitsausfall an sein n\u00e4chstes Album als Project Pitchfork anders herangeht als zuvor, aber nein, \u201eElysium\u201c, der dritte Teil einer 2018 begonnenen und auch gleich unterbrochenen und wie auch immer strukturierten Trilogie, setzt den Schlager-Weg der einstigen Electro-Darkwave-Helden aus Hamburg fort. Pluspunkt f\u00fcr Spilles ist, dass er Scheubi, seinen Mitstreiter seit 1988 \u2013 damals noch als Demoniac Puppets \u2013, vor die T\u00fcr setzte, weil jener in der Coronazeit zu schwurbeln begann. Ist doch alles recht billig hier im \u201eElysium\u201c, auch wenn es teilweise hart her\u00fcberkommen will: Melodien und Harmonien mit einigen Clicks am PC zusammengeschoben und dr\u00fcbergekr\u00e4chzt, bisschen Bummbumm, paar Balladen, dazwischen Meeresrauschen, wie schon 1995 auf \u201e\u03b1 \u03a9\u201c. Wann kam das letzte gute Album der Mistgabeln heraus \u2013 ist es wirklich schon mehr als 20 Jahre her? Man darf ja noch hoffen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Ja, einige Sounds knallen mit H\u00e4rte aus den Boxen, gleich der Opener \u201eGalaxies\u201c etwa oder auch \u201eDer Tanz\u201c, angereichert mit typischen D\u00fcster-und-dunkel-Electrobeats, drei Schritte vor und drei zur\u00fcck, erh\u00f6htes Tempo, jau, das wummst. Aber reimt der da wirklich \u201eGedanken\u201c auf \u201eSchranken\u201c? Gottchen, und dabei ist das noch nicht mal der Tiefpunkt in diesem Song \u2013 hier wollen \u201eMikroben\u201c endlich \u201enach oben\u201c und so. Doch sind die Akkordwechsel wie auf diesem gesamten und den Alben davor auch schon so extrem billig und vorhersehbar \u2013 und, noch schlimmer, dem Schlager so nahe, dass der Kitsch-Vorwurf allein schon nicht mehr ausreicht, um diese Frechheit zu klassifizieren. Das bekommen Amateure zu Hause mit Cubase und Pro Tools zusammengeclickt, das erfordert ja nicht einmal kompositorisches K\u00f6nnen. Einige Presets laufen lassen, einige Effekte dazu, l\u00e4uft.<br><br>Effektvoll ist das hier sehr wohl, es erf\u00fcllt, was sich die Leute heute unter Gruftmucke so vorstellen: plakativ, einfach, zug\u00e4nglich, niedrigschwellig, bek\u00f6mmlich, mithin kitschig. Immerhin nicht ganz so furchtbar wie Szenekollegen wie Lord Of The Lost, Blutengel, ASP, Gothminister oder Mono Inc, von den Rammstein-Klonen und den Mittelalterpiraten ganz abgesehen (obwohl ein Dreivierteltakt-Song wie \u201eMemories\u201c da leider gut hineinpasst). Man hat die Sounds und Modulationen schon unz\u00e4hlige Male geh\u00f6rt, nicht nur im Electro- und Wave-Bereich, sondern seit den Flippers auch schon ganz woanders. Zum Schlageresken tragen die Backingvocals von jemandem namens Sue bei den Songs \u201eUnity\u201c und \u201eLearning To Live\u201c, letzteres eine furchtbare Pianoballade, bei, die partybef\u00f6rdernde Gro\u00dfb\u00fchnentauglichkeit erprobt \u201eAxiom\u201c mit dem Mitgr\u00f6lrefrain.<br><br>Nicht zuletzt sind diese neuen Songs von Spilles\u2018 Songs auf seinen vorhergehenden Alben nicht wirklich unterscheidbar, es fehlen die Alleinstellungsmerkmale und somit die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, diese Alben \u00fcberhaupt aufzunehmen. Sch\u00f6n, er hat einen Mitteilungsdrang, in \u201eBlind Mice\u201c etwa prangert er den Umgang der Menschen mit der Erde an, doch fehlen hier die musikalischen Besonderheiten, die h\u00e4ngenbleibenden Songs. Au\u00dferdem wird der Zusammenhang zu den 2018 erschienene Alben \u201eAkkretion\u201c und \u201eFragment\u201c nicht klar, mit denen \u201eElysium\u201c eine Trilogie bilden soll; auch wenn man zur\u00fcckbl\u00e4ttert, was macht Alben wie \u201eLook Up, I\u2019m Down There\u201c (2016), \u201eBlood\u201c (2014), \u201eBlack\u201c (2013), \u201eQuantum Mechanics\u201c (2011), \u201eContinuum Ride\u201c (2010), \u201eDream, Tiresias!\u201c (2009) oder \u201eKaskade\u201c (2005) einzigartig? Erst ab \u201eInferno\u201c (2002) r\u00fcckw\u00e4rts bekommen die Alben, die Songs ein wiedererkennbares Format, bis hin zu den noch von Skinny Puppy und anderen EBM- und Darkwave-Gr\u00f6\u00dfen beeinflussten Neunziger-Alben und \u2013EPs.<br><br>Wie auch schon die genannten Alben gibt es auch \u201eElysium\u201c als limitierte Version, hier abermals im \u00fcberteuerten Buchfomat und mit einer Bonus-CD, auf der mit \u201eIs It You?\u201c ein okayer exklusiver Track enthalten ist, dazu verzichtbare Remixe von den Kitschsongs \u201eUnity\u201c und \u201eDer Tanz\u201c und eine clubbige Langversion von \u201eTransformation\u201c, einem der tanzbaren Radiopopsongs des Albums, die nicht weiter auffallen, mit ihren vorprogrammierten Drumfills und dem D\u00fcdel\u00fc. Und ewig pl\u00e4tschern die Wellen, bringen aber nur abgewetztes, nutzloses Strandgut mit. Hier ist wirklich kein Song drauf, den man anderen auf ein Mixtape spielen w\u00fcrde, und das mit sechs Jahren Vorlauf. Es h\u00e4tte ja sein k\u00f6nnen, man darf ja hoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.04.2024) Man darf ja noch hoffen, dass Peter Spilles nach Corona-Pandemie und Krankheitsausfall an sein n\u00e4chstes Album als Project Pitchfork anders herangeht als zuvor, aber nein, \u201eElysium\u201c, der dritte Teil einer 2018 begonnenen und auch gleich unterbrochenen &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/project-pitchfork-elysium-trisol-2024\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,10],"tags":[],"class_list":["post-6286","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-buch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6286"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6288,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6286\/revisions\/6288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}