{"id":6260,"date":"2024-04-04T22:29:13","date_gmt":"2024-04-04T20:29:13","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6260"},"modified":"2024-04-04T22:29:13","modified_gmt":"2024-04-04T20:29:13","slug":"cyril-bernhard-solo-cyril-bernhard-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/cyril-bernhard-solo-cyril-bernhard-2024\/","title":{"rendered":"Cyril Bernhard \u2013 Solo! \u2013 Cyril Bernhard 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Cyril-Bernhard-Solo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Cyril-Bernhard-Solo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6261\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.04.2024)<br><br>Allein an der Jazzgitarre: Nach seinen Arbeiten als \u201eTrio\u201c pr\u00e4sentiert Cyril Bernhard aus Toulouse seine bereits vor drei Jahren teils komponierten, teils improvisierten \u201eSolo!\u201c-Aufnahmen an seinem Lieblingsinstrument in seiner Lieblingsmusikrichtung. Bernhard beherzigt gern die alte Faustregel, nach der im Jazz besonders die Noten von Relevanz seien, die nicht gespielt w\u00fcrden, mag auch gern Halbt\u00f6ne und bleibt bei allem dennoch harmonisch, warm und entr\u00fcckt-entspannend, selbst bei gelegentlich eingeschaltetem Verzerrer. \u201eSolo!\u201c kann man sich auch gut n\u00e4hern, wenn man ansonsten mit Jazz nicht so viel am Hut hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Erst beim dritten Track \u201eBerceuse pour un enfant triste\u201c g\u00f6nnt Bernhard seinem Instrument ein Effektger\u00e4t, das f\u00fcr einen Hauch von Rockmusik sorgt. Er spielt das St\u00fcck an, und kaum denkt man an die experimentellen Alben von Neil Young, \u201eDead Man\u201c und \u201eLe Noise\u201c, verl\u00e4sst der Franzose auch schon die vertrauten Pfade und entlockt seinem Instrument Sounds, an denen man es nicht einmal mehr erkannt h\u00e4tte. Es klingt nun nach einer Sackpfeife, auf der Bernhard sich austobt. Hier wie bereits auf den beiden unverzerrt elektrisch gespielten St\u00fccken davor indes ist es die Leere, die verzaubert: Die fehlenden Zwischent\u00f6ne ergeben das Bild, die Stille zwischen den Melodien, Akkorden, Rhythmen und Notentupfern dr\u00e4ngt sich nach vorn. Damit erinnert Bernhards Musik an Mark Hollis solo oder \u201eLaughing Stock\u201c von Talk Talk, nur ohne zus\u00e4tzliches Instrumentarium.<br><br>An anderer Stelle erinnert \u201eSolo!\u201c kompositorisch an Kammermusik, an Klassik mithin, an weiterer Stelle an die Jazzgitarre, wie Bob Dylan sie auf sp\u00e4teren Alben retroselig einsetzte. Bei alledem muss Bernhard bis auf dezidierte Ausnahmen wie das gegniedelte \u201eEncore plus tard\u201c gar nicht freakig und ausgefallen sein, um einen besonderen Jazz zu machen, seine \u201eSolo!\u201c-Arbeiten sind zug\u00e4nglich und trotzdem ungew\u00f6hnlich. Zudem belegt er eine fabelhafte Fingerfertigkeit, indem er gelegentlich Dinge auf der Gitarre vollf\u00fchrt, bei denen sich einem schon beim Zuh\u00f6ren das innere Griffbrett verbiegt, und auch dies vollf\u00fchrt er ohne Eitelkeit und expliziten Hinweis auf K\u00f6nnerschaft, sondern musikdienlich. Inwieweit sich Bernhard an seinem Instrument von historischen Gr\u00f6\u00dfen wie Django Reinhardt, Wes Montgomery oder Freddie Green inspirieren lie\u00df, l\u00e4sst sich vom Rezensenten nicht erfassen, weil der die Alben der genannten Musiker nie verinnerlichte; das l\u00e4sst bei ihm eine weitere L\u00fccke klaffen.<br><br>Seit 2013 ver\u00f6ffentlicht der Punkgitarrist Bernhard Jazzmusik, zumindest ist das St\u00fcck \u201eOpaque Piece\u201c aus dem Jahr das \u00e4lteste, das sich auf Bandcamp finden l\u00e4sst. Das indes spielte er, wie die Alben und EPs danach, als Trio ein \u2013 und mit dem generiert er einen sehr, sehr freien, freakigen, rockaffinen und noisigen Jazz. Auf der \u201eCyril Bernhard Trio EP\u201c aus dem selben Jahr war auch der in Groningen arbeitende Bassist Esat Ekincio\u011flu (AVA Trio, Kuhn Fu) beteiligt, neben Schlagzeuger Yusuf Ahmed. Sp\u00e4tere Trio-Vervollst\u00e4ndiger waren wahlweise Bassist Louis-Nicolas Gubert, Schlagzeuger R\u00e9my Gouffault, Keyboarder Arthur Guyard, Kontrabassist Louis Navarro, Schlagzeuger Jonas Chirouze, Saxophonist Iscle Datzira oder Schlagzeuger Tim Alcorn. \u201eSolo!\u201c ist zudem abwechslungsreicher und bek\u00f6mmlicher als Bernhards erste Solo-EP \u201eOuirda\u201c aus dem Jahr 2020 sowie die zweite EP mit dem programmatischen Titel \u201eMaximum Distorsion\u201c aus dem Jahr 2022.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.04.2024) Allein an der Jazzgitarre: Nach seinen Arbeiten als \u201eTrio\u201c pr\u00e4sentiert Cyril Bernhard aus Toulouse seine bereits vor drei Jahren teils komponierten, teils improvisierten \u201eSolo!\u201c-Aufnahmen an seinem Lieblingsinstrument in seiner Lieblingsmusikrichtung. 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