{"id":6227,"date":"2024-03-24T21:54:07","date_gmt":"2024-03-24T20:54:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6227"},"modified":"2024-03-24T21:54:07","modified_gmt":"2024-03-24T20:54:07","slug":"der-nino-aus-wien-endlich-wienerlieder-sony-music-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/der-nino-aus-wien-endlich-wienerlieder-sony-music-2024\/","title":{"rendered":"Der Nino aus Wien \u2013 Endlich Wienerlieder \u2013 Sony Music 2024"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Der-Nino-aus-Wien-Endlich-Wienerlieder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Der-Nino-aus-Wien-Endlich-Wienerlieder.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6228\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (24.03.2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Bin ich grunds\u00e4tzlich zu bl\u00f6d, um mitzubekommen, wenn meine \u00f6sterreichischen Lieblingsk\u00fcnstler neue Musik ver\u00f6ffentlichen, schreiben die Medien zu wenig dar\u00fcber, oder sind 2022 so viele gute Alben erschienen, dass ich einfach den \u00dcberblick verloren habe? Von der Ver\u00f6ffentlichung der beiden Weltklasse-Alben \u201eOame S\u00f6\u00f6\u201c von Ernst Molden (ein wunderbares Album \u00fcber den Tod, nee, Quatsch, \u00fcber M\u00e4rchen und Sagen. Also doch \u00fcber den Tod.) und \u201eWie die Nocht noch jung wor\u201c von Voodoo J\u00fcrgens aus 2022 nahm ich zumindest erst im vergangenen Jahr Notiz. \u00dcber \u201eEndlich Wienerlieder\u201c, die aktuelle Ver\u00f6ffentlichung von Der Nino aus Wien, las ich immerhin nur eine knappe Woche versp\u00e4tet in den Medien, und dabei bekam ich dann auch zuf\u00e4llig mit, dass auch Nino Mandl (der hei\u00dft n\u00e4mlich gar nicht \u201eaus Wien\u201c mit Nachnamen) bereits 2022 ein neues Album ver\u00f6ffentlicht hatte (\u201eEis Zeit\u201c), das komplett spurlos an mir vor\u00fcbergegangen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also \u201eEndlich Wienerlieder\u201c vom Bob Dylan vom Praterstern, wie der Kritiker:innenliebling von den Kritiker:innen liebevoll genannt wird, und ich bin gespannt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend \u201eEis Zeit\u201c sich zwischen Indierock\/-pop und Singer\/Songwritermusik bewegte, deckt Mandl auf dem neuen Album eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite ab: Bereits beim ersten Song \u201eKoarl\u201c macht das Album dem Titel alle Ehre. Nach einem einleitenden \u201eOK, gemma voran\u201c nimmt Nino die H\u00f6renden mit auf eine bizarre Reise mit dem Karl durch die Gassen und die Tschocherln und l\u00e4sst sich dabei vom Protagonisten was erz\u00e4hlen, der fr\u00fcher mal Messerstecher war, einige Zeit im Zuchthaus zugebracht hat, literweise Weinbrand s\u00e4uft aber unterm Strich doch recht leiwand ist. Und \u201eEs wor a langes Johr, weil i so langsam wor\u201c ist ja auch schon mal eine Aussage.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eAlles 1 Scheiss\u201c folgt dann eine jammernde Tirade dar\u00fcber, dass alles \u2013 inklusive des Liedes, bei dem es nicht um \u201enet grod a Hit\u201c handele \u2013 ein Schei\u00df sei. Abgehackte Gitarrenakkorde, Slidegitarre und indierockiges Jaulen von ebenfalls der Gitarre wechseln sich ab, dazu Zeilen wie \u201eUnd wos soll i mochn aus meinem Leid, i hob ja nix g\u2019lernt und kenn keine Leit\u201c \u2013 Selbstmitleid klang das letzte Mal im Jahr 1983 so sch\u00f6n, und zwar bei den Violent Femmes, woran mich \u201eAlles 1 Scheiss\u201c auch musikalisch erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend ert\u00f6nen uns Nordlichtern vertraute Kl\u00e4nge, wieder einmal mehr zum Klang der Slidegitarre stimmt der Nino n\u00e4mlich \u201eLa Paloma\u201c (nur hei\u00dft es bei ihm \u201eAuf die Wienerinnen\u201c) an und was soll i noch song \u2013 der Nino aus Wien steht dem blonden Hans aus St. Pauli in Sachen Fernweh- und Melancholieerzeugung in nichts nach. Sogar den Gemeindebau hat er in seine Lyrik eingebaut, ansonsten hat er Albers\u2019 Hymne auf die Reeperbahn vortrefflich in eine auf das Leben in Wien im Allgemeinen und deren Einwohnerinnen im Besonderen umgedichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem folgenden \u201eUrlaub\u201c geht es dann weg vom Wienerlied und hinein ins Liedermacherische in bester Bernd-Begemann-Tradition (mit den Hamburgern hat er es irgendwie). Ich habe auf den Pferdefu\u00df gewartet bei diesem Lied, aber nein, Mandl besingt den Urlaub mit der Liebsten komplett unironisch als etwas so Sch\u00f6nes.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNo a bisserl foischer\u201c ist eins meiner Lieblingsst\u00fccke auf \u201eEndlich Wienerlieder\u201c. Hier betreten wir die Arena des melancholischen, leicht schrammeligen Indierocks, einen Ort also, an dem der Nino aus Wien quasi Heimvorteil genie\u00dft. Dazu gibt es einen quasi sinnfreien Text \u00fcber das Falsch-Singen von Songs, sei es aufgrund handwerklichem Unverm\u00f6gens oder ob einer ausgefallenen Monitorbox: \u201eNur mei Gesang den her i net, drum sing i ohne mi zu hean, doch das passt zu meinem Werk, das no a bisserl foischer gsungen g\u2019heat\u201c. Passt, aber ich liebe diesen Gesang.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchnackerl\u201c ist wieder ein Wienerlied, und es thematisiert den Schluckauf (Schnackerl), den die Liebste bekommt, weil der Protagonist an sie denkt. \u201eV\u00fcles muss i zoin, monches hob i g\u2019stoin, dass Du ein Geschenk bist, wei\u00df ich eh\u201c \u2013 sch\u00f6ner geht eine Liebeserkl\u00e4rung kaum, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwie reiht sich auf diesem Album \u2013 auch das eigentlich typisch f\u00fcr den Nino aus Wien \u2013 eine Perle an die andere wie auf einer W\u00e4scheleine, genauer hinh\u00f6ren lohnt immer und die Musik ist durchweg eh leiwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorheben m\u00f6chte ich noch \u201eGrau\u201c, ein sehr sch\u00f6nes Duett mit Natalie Ofenb\u00f6ck, und \u201eDiamond Time\u201c mit seinem spinnerten Synth-Gefiepe und einem sch\u00f6nen Mischmasch aus Englisch und Wiener Schm\u00e4h (\u201eIt\u2019s diamond time f\u00fcr Dich. Diamantenzeit for you.\u201c) und nat\u00fcrlich den wundersch\u00f6nen Abschlusstrack \u201eMehr von Wien\u201c, der sich von Singer-Songwritergeklampfe bis hin zu Stadion-Mitgr\u00f6hl-Hymnentum bewegt und zur\u00fcck und der wundervollen Stimme vom Nino aus Wien eine bestm\u00f6gliche B\u00fchne bietet. Quasi Ambros, Fendrich und ein wenig Danzer in nur knapp \u00fcber drei Minuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (24.03.2024) Bin ich grunds\u00e4tzlich zu bl\u00f6d, um mitzubekommen, wenn meine \u00f6sterreichischen Lieblingsk\u00fcnstler neue Musik ver\u00f6ffentlichen, schreiben die Medien zu wenig dar\u00fcber, oder sind 2022 so viele gute Alben erschienen, dass ich einfach den \u00dcberblick verloren habe? 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