{"id":6163,"date":"2024-03-07T17:52:11","date_gmt":"2024-03-07T16:52:11","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6163"},"modified":"2024-09-09T14:37:59","modified_gmt":"2024-09-09T12:37:59","slug":"spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-16\/","title":{"rendered":"Spezial: addicted\/noname Label aus Moskau, Teil 16"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/addicted-label.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3052\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.03.2024)<br><br>Neue und alte Musik vom Moskauer Label addicted\/noname! Dieses Mal mit Doom-Stoner von Clarity Vision, Impro-Prog und Afro-Beat von DEEBBBB, Doom-Metal von Dekonstruktor, hyperaktiven Alles-Mashup von Detieti, Sludgecore von JWH, psychedelische Folklore von KissLiar, Screamo-Sludge von Polarnik, organischem Dub-Rap von REBBBB, Stoner Rock von Spaceking, Depri-Doom von Thy Grave, reduziertem Piano-Indie-Rock von Verba, durchgeknallter Allesmusik zwischen Folk, Psychedelik, Jazz und sonstwas von \u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438 \u0438 \u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435 \u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b, Noiserock von \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430, Hip-Hop-Noisepunk von \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444, psychedelisch-schamanischem Folkrock von \u0428\u0430\u0439\u0439\u043c und tanzbarem Garage-Surf-Rock von \u0428\u043e\u043d.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Clarity-Vision-Clarity-Vision.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Clarity-Vision-Clarity-Vision.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6164\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Clarity Vision \u2013 Clarity Vision EP (2023)<\/strong><br><br>Das Sch\u00f6nste an dieser Oldschool-Doom-Neo-Stoner-Melange von Clarity Vision aus Moskau ist, dass mit Galina Shpakovskaya eine Frau am Mikro steht. Ihr durchdringender, fast tiefer Gesang bereichert die dunkle, schwere, heavy riffende Musik der drei anderen Musiker, Gitarrist Alexey Roslyakov, Bassist Denis Yakhryushin und Schlagzeuger Mikhail Markelov. Zudem singt sie auf Russisch, was dem Gesamtsound zus\u00e4tzlich \u2013 hoffentlich nicht nur f\u00fcr Nichtrussen \u2013 einen besonderen Anstrich verleiht.<br><br>Das ist ja nicht alles: Ist der Auftakt dieser Deb\u00fct-EP, \u201e\u0417\u0430\u0445\u043e\u0434\u044f\u0449\u0438\u0435 \u0441\u043e\u043b\u043d\u0446\u0430 \u043f\u0443\u0441\u0442\u044b\u043d\u0438\u201c, noch ein \u00e4therisches Fast-Instrumental, greifen die vier ab dem zweiten Song \u201e\u0422\u0440\u0430\u0431\u043b\u043c\u044d\u0439\u043a\u0435\u0440 \u0431\u043b\u044e\u0437\u201c in die vollen Riffbottiche: schwer, schleppend, niederdr\u00fcckend. \u201e\u041c\u0430\u0433\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0439 \u043b\u0435\u0441\u201c beginnt sogar mit einer Orgel und beschleunigt dann etwas, um die Stoner-Doom-Gemeinde zum angeregten Kopfnicken zu animieren. Das Quartett selbst sieht sich in der Tradition von Siebziger-Doom, den es mit modernem Stoner Metal kombiniert, und dem l\u00e4sst sich nicht widersprechen. Der Bluesrock steckt in den Songs, der Bong kreist, und in der Tat ist es der Gesang, der dieser Form von Metal eine spezielle Note verleiht; Siouxsie Sioux und Diamanda Gal\u00e1s k\u00f6nnten Referenzen sein, und beide sind ja eher nicht so Metal. Passt!<br><br>Die beiden selbstver\u00f6ffentlichten Vorabtracks \u201e\u041f\u0440\u043e\u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u0441\u0442\u0432\u0430\u201c und \u201eMotorcycle Madnes\u201c, die die Moskauer ab Januar 2023 herausbrachten, sind auf dieser Deb\u00fct-EP nicht enthalten. Auch nicht \u00fcberliefert ist ihre Version des Depeche-Mode-Hits \u201ePersonal Jesus\u201c, mit der die Band 2022 ihre Proben startete.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DEEBBBB-Episode-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DEEBBBB-Episode-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6165\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>DEEBBBB \u2013 Episode 1 (2015\/2021)<\/strong><br><br>Vor gut zehn Jahren begann die gemeinsame Reise zweier Moskauer Bands, die sich zu einem damals noch achtk\u00f6pfigen Improvisations-Ensemble zusammenschlossen: die Avantgarde-Prog-Punks Detieti und die experimentellen Post-Rocker I Will Kill Chita, die sich auch Evil Bear Boris nennen, was das K\u00fcrzel DEEBBBB erkl\u00e4rt, bis auf die letzten zwei B, die stehen f\u00fcr Big Band. Die erste Episode erschien noch in Eigenregie, bevor addicted\/noname es sechs Jahre sp\u00e4ter in seinen Katalog aufnahm, und besteht aus zwei Tracks von insgesamt gut einer halben Stunde Spielzeit.<br><br>Darauf mostet das Oktett los, in Tempo und Wucht, aber nicht in H\u00e4rte, darum geht es nicht. Die Musiker lassen alles los, was ihnen in den Sinn kommt, daher h\u00f6rt man funky Gitarre und Bass, Hip-Hop-Scratching, minimalistische Loop-Melodien, spacige Synthie-Effekte, und alle acht steigern sich in einen Rausch, mit dem sie H\u00f6rende anstecken. So etwas funktioniert, wenn man es mit versierten Musikern zu tun hat, die wissen, was sie tun, auch ohne sich weitr\u00e4umig abzusprechen.<br><br>An der \u201eEpisode 1\u201c beteiligt waren die Schlagzeuger Viktor Tikhonov und Nikita Samarin, die Bassisten Mikhail Ivanov und Nick Samarin, die Keyboarder Petr Bolotov und Andrey Silin, DJ Ivan Khvorostukhin und Gitarrist Artem Litvakovskiy. Die Bande entwickelt einen unglaublichen Flow und groovt sich sowas von hypnotisch tanzbar ein, da nimmt es nicht Wunder, dass diesem Auftakt weitere Episoden folgen sollten: F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter erweitern Detieti und IWKC ihr Impro-Ensemble um das Speedball Trio, eine Punk-Jazz-Band. Hei\u00dft: Mehr Drummer, mehr Bassisten und ein Saxophonist anstelle des DJs. Mehr dazu ist bereits auf KrautNick zu lesen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DEEBBBB-Episode-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/DEEBBBB-Episode-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6166\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>DEEBBBB feat. \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 \u2013 Episode 3 (2024)<\/strong><br><br>F\u00fcr die dritte Episode tun sich Detieti und IWKC abermals mit G\u00e4sten zusammen, hier sind es \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 (Rudolf). Die Herangehensweise an die f\u00fcnf neuen Tracks ist dieses Mal eine andere als zuvor: Das Ensemble verwendet bereits existierende Soundfiles, von Viktor Tikhonov generierte Drumpatterns und von Nick Samarin eingespielte Bassl\u00e4ufe, und kreiert die neue Musik um jene herum. Heraus kommt \u2013 Afrobeat. Ganz unerwartet und \u00fcberraschend. Insgesamt wirkt die Musik bei allem Session-Charakter komponierter als zuvor und steigert sich in dubbige Trips, trippige Dubs und hypnotische T\u00e4nze hinein. Stimme und Gesang haben einen h\u00f6heren Stellenwert als auf den fr\u00fcheren Episoden, chorartige Backgroundges\u00e4nge ebenso wie schamanisches Gemurmel. \u00dcberhaupt ist das Ensemble hier weit melodi\u00f6ser als zuvor, was den Zugang sehr erleichtert.<br><br>Dadurch, dass hier au\u00dferdem mehr Percussion und Schlagzeug zum Einsatz kommen, erh\u00f6ht sich die Tanzbarkeit der Musik von DEEBBBB noch weiter, was man kaum glauben kann, denn tanzbar war die Musik der Gruppe schon immer. Hier tritt eine Orientierung in afrikanische Rhythmen und Strukturen hervor, die das Tanzbare noch bef\u00f6rdert und auf ein n\u00e4chstes Level hebt, quasi den Trance-Faktor steigert. Es erstaunt sehr, welche Ordnung diese Musik ausstrahlt, obwohl auch bei anderer Herangehensweise die Improvisation ein Kernelement bei der Entstehung dieses Albums war.<br><br>DEEBBBB sind dieses Mal: Alex Rtishev (Gesang und Stimmloops), Roman Karandaev (Gesang), Nick Samarin (Bass und Kontrabass), Mikhail Ivanov (Bass), Dmitry Kuzovlev (Gitarre), Viktor Tikhonov und Nikita Samarin (Schlagzeug), Ivan Khvorostukhin und Pavel Makarov (Percussion) sowie Andrey Silin und Petr Bolotov (Keyboards). Gemeinsam entwickeln sie mit ihrer Musik einen Sog, dem man sich bereitwillig aussetzt \u2013 \u201eEpisode 3\u201c macht bisher von allen DEEBBBB-Alben den meisten Spa\u00df, und Spa\u00df machen sie alle. \u201eEpisode 3\u201c ist ein sprudelnder Trip, der groovt und einnimmt, in den man sich versinkt und der ungeahnte Energien freisetzt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Dekonstruktor-Death-Beat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Dekonstruktor-Death-Beat.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6167\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Dekonstruktor \u2013 Death Beat (2024)<\/strong><br><br>Sein Zehnj\u00e4hriges feiert das Moskauer Doom-Metal-Trio Dekonstruktor mit einem neuen Album: Der Titel \u201eDeath Beat\u201c h\u00e4lt seine Versprechen, die drei walzen ihre Tracks mit stoisch repetitiven Rhythmen ewig aus und lassen dazu passende ebenso monotone Riffs von der Leine. Einmal mehr ist es ein Wunder, dass dieser brutale L\u00e4rm von nur drei Leuten entfesselt wird: Das fette Schlagzeug von Mitya DHS erzeugt einen wuchtigen Sound, Gitarre und Bass teilen sich seine Kollegen Garish und Memfis (manchmal auch Memphis) und klingen dabei, als w\u00e4ren sie zu viert.<br><br>Sechs St\u00fccke in \u00fcber 40 Minuten, das ergibt eine Menge Raum zum Herumwalzen f\u00fcr die drei, und den f\u00fcllen sie. Doom ist dabei nur ein vordergr\u00fcndiges Etikett, dem sie zwar ma\u00dfgeblich Folge leisten, doch mit ihrer episch riffenden Mucke \u00fcber alle Songs die Dynamik variieren, sie auch mal punkschnell vorantreiben, sie mit Thrash-Metal-Seele zum H\u00fcpfen bringen oder depressiv und reduziert in den Abgrund steuern. Dabei verleihen sie dem Bass gelegentlich Fuzz und drehen die Gitarren auf 11 \u2013 und lassen ihren St\u00fccken ausreichend Raum, um sich zu entfalten und bei aller stoischer Monotonie zu ver\u00e4steln und Schattierungen, Nuancen und Seitenarme auszubilden, die jeden Anflug von Langeweile verhindern. \u201eWe hope your comfort zone dies\u201c, sagen Dekonstruktor auf ihrer Bandcamp-Seite, und lassen das Album in einem Doom-Ambient trostlos ausgleiten.<br><br>Vor zehn Jahren ging Dekonstruktor aus der Band The Moon Mistress hervor, \u201eDeath Beat\u201c ist das dritte Album seitdem, zuz\u00fcglich EPs, Live-Alben und Split-Ver\u00f6ffentlichungen. Die Besetzung ist seit 2014 unver\u00e4ndert: Memphis, eigentlich Denis Petrov (\u0414\u0435\u043d\u0438\u0441 \u041f\u0435\u0442\u0440\u043e\u0432), spielt auch bei \u0418\u0433\u043e\u0440\u044c, Evil Cosmonaut und den Illegal Ones, Mitya DHS, eigentlich Dmitriy Makarov (\u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u041c\u0430\u043a\u0430\u0440\u043e\u0432), trommelt noch bei Vivisectors\u2018 Gulag Tunes und war bei Meister Leonhardt und Ulfhednar, und Garish nennt sich bisweilen auch Garish Cyborg \u2013 mehr verr\u00e4t er nicht \u2013 und macht au\u00dferdem Drone und Techno als Bass Tandem und Undo Tribe.<\/p>\n\n\n\n<p>[09.09.2024] Die Band bat um folgende Korrektur der Biografien:<\/p>\n\n\n\n<p>Ten years ago, Dekonstruktor emerged from the band The Moon Mistress; &#8222;Death Beat&#8220; is the third album since then, plus EPs, live albums and split releases. The line-up has remained unchanged since 2014: Memfis, also making music with \u0418\u0413\u041e\u0420\u042c, Nedonoshennost, and has been playing with Evil Cosmonaut, Unhealing Wound and the Illegal Ones; Mitya DHS, also a member of the bands \u0421\u041f\u0418\u0414\u0412\u0418\u0427, The Crawling Chaos, played drums for Vivisectors&#8216; Gulag Tunes and was with Meister Leonhardt and Ulfhednar; and Garish, sometimes calls himself Garish Cyborg \u2014 that&#8217;s all he reveals \u2014 makes techno, dub and noise, in projects Torchlighter, White Ninja, Undo Tribe, etc., and also runs the Kill Ego label.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Detieti-Ne-eP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"122\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Detieti-Ne-eP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6168\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Detieti \u2013 Ne eP (2013)<\/strong><br><br>\u201eNe eP\u201c war 2013 das zweite Album von Detieti, die man nur unzureichend als Rockband bezeichnen kann. Was hier n\u00e4mlich in nur einem Track passiert, bekommen andere in Lebenszeit nicht hin. Die Band hat ihren Zappa intus, ihren Mike Patton ebenso \u2013 in absurdesten Br\u00fcchen treffen hier Genres aufeinander, die zusammen einen Track ergeben und die man niemals zusammen gedacht h\u00e4tte. Chaos regiert, aus jeder noch so kleinen eingebauten Idee h\u00e4tten andere ganze Songs gemacht. Streicher, Saxophon, irgendwelche Kl\u00f6ppelinstrumente mit \u2013phon am Ende, pl\u00f6tzliche akute Aggro-Attacken, Gebr\u00fcll, Funk, Punk, Bossa Nova, Jazz, Folk, Orgel-Easy-Listening, Reggae, Metal, alles beherrschen sie und alles setzen sie ein, bisweilen in Sekundentakten wechselnd. Und dann g\u00f6nnen sie sich und den H\u00f6renden auch mal einige Zeit der Ruhe, indem sie chillig einen Synthieteppich ausrollen. Man kann sich gar nicht ausdenken, wie sich Menschen so etwas ausdenken k\u00f6nnen, und doch existiert es. Und funktioniert auch noch. Beeindruckend.<br><br>An \u201eNe eP\u201c arbeiteten Detieti als Quartett. Den Bass slappt hier Han, die Gitarre spielt Vanish (au\u00dferdem bei Zlurad, Rudolf und Stone Cold Boys), das Keyboard kommt von Peyote R und am Schlagzeug sitzt Victoor Tikhonov (bekannt von The Grand Astoria, Kshettra, Slovo Mira und Sound Of Ground). Prominente G\u00e4ste halfen bei der Umsetzung: Roman Karandaev (von Zlurad, Rudolf und \u0411\u0440\u043e\u043c [Brom]) singt und spielt ein Instrument, das er als Trubophon bezeichnet. Sein Kollege Dmitry Kuzovlev (Izrazets sowie ebenfalls Zlurad, Rudolf und \u0411\u0440\u043e\u043c) spielt Duduk (armenisches Holzblasinstrument) und Zafun (auch Xaphoon, eine Art Bambus-Saxophon). Saxophon und Geschrei steuert Eugenia Sivkova von Der Finger und Lizzard G bei. Die Geige kommt von Alex Chernokrylov (\u0426\u0438\u043a\u043b\u043e\u043f\u044b \u0420\u043e\u043a\u0430 aka The Cyclopes Of Rock, Teashroom Time Band). So viel Rudolf unter den G\u00e4sten nimmt einiges an DEEBBBB vorweg!<br><br>Ein Irrsinnsritt, wie immer bei Detieti. Man k\u00f6nnte die Musik f\u00fcr unstrukturiert und willk\u00fcrlich halten, aber das kann man dann auch von Jazz, Fant\u00f4mas oder D\u00fcrefors\u00f6g sagen und damit allen Unrecht tun.<\/p>\n\n\n\n<p>[09.09.2024] Info von Anton: &#8222;Ne eP&#8220; ist das erste Album, die vorangehende Demo-CD z\u00e4hlt die Band nicht mit.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/JWH-\u0413\u0438\u0434\u0440\u0430.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/JWH-\u0413\u0438\u0434\u0440\u0430.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6169\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>JWH \u2013 \u0413\u0438\u0434\u0440\u0430 (2022)<\/strong><br><br>Harter Stoff, in jeder Hinsicht: Auf \u201e\u0413\u0438\u0434\u0440\u0430\u201c, also Hydra, behandelt das Quartett JWH (Jekkyl Will Hyde) die Drogenprobleme in seiner Heimatstadt Wladiwostok, wie Menschen miteinander umgehen, was die Drogen aus den Menschen machen, wie kaputt der ferne Osten Russlands ist. Die vier Musiker kleiden ihre Klage in etwas, das sie selbst als Sludge bezeichnen, was nicht ausreicht: Man h\u00f6rt die Emp\u00f6rung und die Wut heraus, da dringt nicht nur im Gesang Hardcore durch, an mancher Stelle preschen die vier auch musikalisch punkig hervor. Die acht Songs sind zwar verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurz, um die zwei, drei Minuten lang, und trotzdem schaffen JWH es, sie wirken zu lassen, als verginge viel Zeit; Feedbackstrecken und schleppende Riffpassagen zwischen den h\u00e4rteren und schnelleren Momenten tragen zu diesem Eindruck bei. Die zwei bis drei Stimmen zwischen Keifen und Grunzen bringen eine zus\u00e4tzliche Spannung in die Musik.<br><br>\u201e\u0413\u0438\u0434\u0440\u0430\u201c gilt trotz seiner K\u00fcrze als Deb\u00fct-Album von JWH, dem die Single \u201e\u0416\u0435\u043b\u0447\u044c \u0417\u0435\u043c\u043b\u0438\u201c voranging. 2015 gegr\u00fcndet, erfuhr das Quartett einige Umbesetzungen. An \u201e\u0413\u0438\u0434\u0440\u0430\u201c beteiligt waren: S\u00e4nger und Gitarrist Denis Viner (einst bei Khaos Labyrinth), Schlagzeuger Egor Bespalov, S\u00e4nger Zakhar \u201eBakhar\u201c Pshenitski (auch bei Rotcult) und Bassist Max Dikusar. Als Gasts\u00e4ngerin ist die Sludge-Doom-Bassistin Anastasia \u201eNastya\u201c Ratkevich (\u0410\u043d\u0430\u0441\u0442\u0430\u0441\u0438\u044f \u0420\u0430\u0442\u043a\u0435\u0432\u0438\u0447) alias Acid C\u00f8ma (ebenfalls bei Rotcult) bei zwei Songs zu h\u00f6ren. Einen ma\u00dfgeblichen Einfluss covern JWH zum Abschluss: \u201eI Hate The Human Race\u201c ist im Original von Grief.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/KissLiar-Rustic-Acid.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/KissLiar-Rustic-Acid.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6170\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>KissLiar \u2013 Rustic Acid (2024)<\/strong><br><br>Psychedelisch, freakig, spacig startet die Reise von KissLiar, einem aus Jams geborenen Ensemble, das das Jamhafte auch auf seinem Deb\u00fct mit dem vielsagenden Titel \u201eRustic Acid\u201c beibeh\u00e4lt. Fl\u00f6ten und Keyboards stechen hervor, nach Art der Siebziger s\u00e4gende Gitarren, chillige Rhythmen, repetitive, loopartige Melodien, Folk, Freaks. Die Musik ist reichlich retro, man w\u00e4hnt sich auf einer Landpartie irgendwo in England, befindet sich aber wahrhaftig in Moskau. Dort versteht man es, sich bei Bestehendem zu bedienen und es nach eigenem D\u00fcnken umzudeuten, umzuformen, zu erweitern: Hier finden sich beispielsweise Anleihen aus Funk und Northern Soul im psychedelischen Folk Rock.<br><br>Erstaunlicherweise sind KissLiar zwar zu siebt, aber niemand davon singt: \u201eRustic Acid\u201c ist ein rein instrumentales Album. Daf\u00fcr lebt halt jeder von ihnen seine Virtuosit\u00e4t umso mehr aus. Zur Band geh\u00f6ren: Aleksandr Lazarev (Gitarre), Andrey Bass (Gitarre und Bassgitarre), Artyom Levitskiy (Bassgitarre), Arseniy Volodin (Fl\u00f6te), Ivan Lugovoy (Keyboards), Sergei Iushin (Schlagzeug) und Andrey Formalnov (Percussion). Beide Vorabsingles aus dem Jahr 2022 sind \u00fcberdies inklusive B-Seiten auf dem Album enthalten \u2013 das dennoch sehr aus einem Guss ist, keine Sammlung von Tracks.<br><br>Da die Band ihren Rock nicht auf H\u00e4rte baut und auch erst im letzten Track einmal richtig Gas gibt, sondern den Groove und die Psychedelik in den Vordergrund stellt, f\u00e4llt es leicht, sich in der Musik fallenzulassen. Oder auch, sich wild und ausgelassen dazu zu bewegen. \u201eRustic Acid\u201c klingt aus der Zeit gefallen, aber aus keiner fest bestimmbaren, denn daf\u00fcr sind zu viele Komponenten enthalten, die damals, als diese Art Folk Rock aufkam, nicht Bestandteil derselben waren. Und als Vergleich zu Amorphous Androgynous sind sie zu analog. So geht das!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Polarnik-\u041f\u0440\u043e\u0442\u043e\u043a\u043e\u043b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Polarnik-\u041f\u0440\u043e\u0442\u043e\u043a\u043e\u043b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6171\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Polarnik \u2013 \u041f\u0440\u043e\u0442\u043e\u043a\u043e\u043b (2024)<\/strong><br><br>Gleich der Opener \u201e\u0412\u043e\u043b\u0447\u043e\u043a\u201c wirft einen um: Screamo-Hardcore kombiniert mit den Ges\u00e4ngen indigener Nordamerikaner. Und das von Polarnik, einem Quartett aus Kaliningrad. Einem Quartett, das man weitl\u00e4ufig dem Hardcore zuordnen w\u00fcrde, w\u00e4re der nicht f\u00fcr das, was hier auf dem Deb\u00fct \u201e\u041f\u0440\u043e\u0442\u043e\u043a\u043e\u043b\u201c (Protokoll) passiert, zu limitiert. Die vier entschleunigen den Hardcore und machen ihn zu einer Art Sludge Metal, das Schlagzeug scheint sich bisweilen schwebend \u00fcber Weglassungen in die Tracks zu hangeln, die Gitarre verwebt Fl\u00e4chen und epische Melodien, der Bass treibt den Groove voran und \u00fcber allem thront das hohe, keifende Geschrei aus dem Screamo. Das ist nicht einfach nur Geboller, das blickt in Richtung Post Metal, Post irgendwas mit H\u00e4rte, das ist effektvoll, weil es nicht mit plakativen Effekten arbeitet.<br><br>Fett ist die Musik von Polarnik auch deshalb, weil hier mit Evgenii Gerashchenko (einst bei Gentle Tick und Silent Guide) und dem inzwischen leider wieder ausgestiegenen Mikhail Sulzhenko (ebenfalls Ex bei Gentle Tick, Nuclear Bear, Constructions und Ishimura sowie aktiv bei Threesingles) zwei Gitarristen am Werk sind. Bass spielt Artiom Nikolaitis (ehedem bei Constructions, Kocytos, Black Mark und KAF\u00d3) und Schlagzeug Evgenii Zalyzin (seinerseits Ex von Gentle Tick, Up To Times und Whirler Hang sowie nebenbei bei Grasping Veld), das Geschrei \u00fcbernimmt Sergei Lushchakov (auch bei Hierarchy, Open Here und Threesingles sowie Ex von Constructions, Crassus und We Set To Fire), im Opener begleitet von Varvara Maksimova. Wenn das Quintett hingegen nicht auch zu reduzierten, chilligen Momenten in der Lage w\u00e4re, k\u00f6nnte man \u201e\u041f\u0440\u043e\u0442\u043e\u043a\u043e\u043b\u201c wohl nur schwer h\u00e4ufig durchh\u00f6ren \u2013 das Energielevel w\u00e4re zu hoch, die entspannenden Passagen erh\u00f6hen die Spannung, so paradox es klingen mag.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/REBBBB-\u041c\u0438\u0440\u043e\u0437\u0434\u0430\u043d\u0438\u0435-\u044d\u0442\u043e-\u044f.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/REBBBB-\u041c\u0438\u0440\u043e\u0437\u0434\u0430\u043d\u0438\u0435-\u044d\u0442\u043e-\u044f.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6172\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>REBBBB \u2013 \u041c\u0438\u0440\u043e\u0437\u0434\u0430\u043d\u0438\u0435 \u2013 \u044d\u0442\u043e \u044f (2022)<\/strong><br><br>Bevor sich Detieti und IWKC mit Rudolf f\u00fcr \u201eEpisode 3\u201c zusammentaten, probten IWKC und Rudolf ohne Detieti als REBBB, also Rudolf Evil Bear Boris Big Band, auf \u201e\u041c\u0438\u0440\u043e\u0437\u0434\u0430\u043d\u0438\u0435 \u2013 \u044d\u0442\u043e \u044f\u201c (\u201eDas Universum bin ich\u201c) den Impro-Dub. Der Hip-Hop-Anteil von Rudolf tritt hier st\u00e4rker hervor als auf \u201eEpisode 3\u201c, es gibt russischen Rap und Scratches zum bekifften handgespielten Dub und Reggae, wenngleich nicht alle Tracks durchgehend im Offbeat gehalten sind; manche haben ein irrwitziges Tempo. Man h\u00f6rt, dass die sechs Musiker eine Menge Spa\u00df haben \u2013 das ist Party pur hier, zwischen Strand und Club, mit handgespielten organischen Beats und fr\u00f6hlichen Melodien, mit jeder Menge Energie und ansteckender Freude. Dabei dreht es sich thematisch um SciFi-Lyrik, sagt die Info, was ein Kontrast, aber dazu passt die spacige Psychedelik in manchen Tracks.<br><br>Hier begeistert insbesondere die Kombination aus organischem, hoch energetischem Instrumentarium und Scratches und Rap. Der auf Russisch formidabel funktioniert, auch ohne dass man ihn versteht, der Klang passt bestens zur Musik, und manchmal verfallen die Stimmbeitragenden auch in Chants und tragen damit eine Art Melodie zur Musik bei. Hinter allem sitzt ein Schlagzeuger, der, begleitet von Percussions, ein wildes Beatmonster entfesselt \u2013 er allein k\u00f6nnte die Party schon schmei\u00dfen.<br><br>An REBBBB beteiligt sind: Dmitry Kuzovlev (Gitarre und Stimme), Ivan Khvorostukhin (Stimme, Percussion und DJ-Scratches), Nikita Samarin (Schlagzeug), Nikolaj Samarin (Bass und Novation Bass Station), Alex Rtishev (Stimme und Live-Loops) und Andrey Silin (Keyboards). F\u00fcr die ersten f\u00fcnf der sechs Tracks lie\u00df sich das Ensemble f\u00fcr die Texte bei Igor Kholin inspirieren, einem Avantgarde-Autoren, dessen nonkonforme Arbeiten damals in der Sowjetunion abseits von Kinderb\u00fcchern nicht ver\u00f6ffentlicht wurden. Da steckt ja auch eine Menge Botschaft drin, sich heute in Russland eines solchen K\u00fcnstlers anzunehmen. Tanzbarer Protest, irrsinnig entfesselte Energie.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-Stardust-EP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"114\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-Stardust-EP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6173\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Spaceking \u2013 Stardust EP (2009)<\/strong><br><br>Seine Deb\u00fct-EP als Spaceking spielte Ivan Zakharov aus Sankt Petersburg 2009 noch komplett allein ein, gab die Richtung der sp\u00e4teren Band aber schon wegweisend vor: Auf der \u201eStardust EP\u201c versammelt er vier instrumentale Stoner-Rock-Tracks, mit denen er die H\u00f6renden urst bekifft ins All schickt. Man h\u00f6rt deutlich heraus, dass sein Hauptinstrument der Bass ist, denn der ist hier wesentlich pr\u00e4senter als auf vergleichbaren Ver\u00f6ffentlichungen des Genres. Entsprechend virtuos bedient er sein Instrument, das er nicht zum schlichten Achteln verwendet, sondern damit den Stoner-Groove befeuert. Tiefe Gitarrenmelodien und schleppende Drums geh\u00f6ren zum Arsenal, und genau das bekommt man hier auch. Inklusive einen kurzen Ausflug in die Disco und in den Ambient im abschlie\u00dfenden Titeltrack. Erstaunlich ist lediglich, dass der Spaceking es schafft, seine vier Tracks in nur 20 Minuten unterzubringen.<br><br>Als Bonus integriert Ivan einige Keyboard-Effekte in die Musik, mit denen er die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Tracks gestaltet und die die spacig-abgedriftete Atmosph\u00e4re nur unterstreichen. Dann widmet er sich wieder seinem dominanten Bass \u2013 oder l\u00e4sst auch mal die Gitarre ein sanftes Solo spielen. Ein vielversprechender Auftakt, von dem bekannt ist, dass ihm mehrversprechende Alben folgten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-Boot-Leg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-Boot-Leg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6174\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Spaceking \u2013 Boot Leg (2011)<\/strong><br><br>Zum Beispiel das \u201eBoot Leg\u201c, aufgenommen bei den Proben der vollst\u00e4ndigen Band Spaceking und sogar um eine Minute k\u00fcrzer als die Deb\u00fct-EP. Von der \u00fcbernimmt die Band den Track \u201eLabyrinth\u201c, der ausformuliert auch auf dem Deb\u00fct-Album \u201eIn The Court Of The Spaceking\u201c erscheinen wird, sowie mit \u201eTaklamakan\u201c und \u201eSpaceking\u201c zwei weitere Vorgriffe auf das zwei Jahre sp\u00e4ter erst erschienene Album. Der Rauswerfer \u201eThe Name Is An Anagram\u201c ist exklusiv.<br><br>Nichts gegen die instrumentalen Qualit\u00e4ten der Bandkopfes Ivan Zakharov, doch es verleiht der Musik von Spaceking eine zus\u00e4tzliche Ebene, wenn sie von f\u00fcnf Leuten eingespielt wird, und das wie hier auch noch gemeinsam in einem Raum. Die f\u00fcnf befeuern sich gegenseitig, unterst\u00fctzen sich in der energetischen Darbietung, motivieren sich zu Ausfl\u00fcgen und Exkursen, verleihen der Musik ein neues Leben, auch wenn die sich grunds\u00e4tzlich nicht sehr \u00e4ndert. Hier liegt das Ohrenmerk nicht mehr allein auf den guten Tracks, sondern auch auf der sehr lebendigen Darbietungsform. Hier geschehen Dinge, die Ivan allein nicht hinbekommen h\u00e4tte, besondere Breaks, unerwartete Soli, sich gegenseitiges Hochschaukeln \u2013 die Entscheidung, den Spaceking als Band fortzuf\u00fchren, war eine gute. Instrumental bleibt der Spaceking \u00fcberdies auch als Band, im letzten Track sind lediglich einige Samples zu h\u00f6ren. Ein Anagramm wovon \u00fcberhaupt?<br><br>Zur Band stie\u00dfen damals: die Gitarristen Sergey Tumanov und Ilya Yakunov, Schlagzeuger Ilya Makarov und Denis Demchev, zust\u00e4ndig f\u00fcr Effekte. In dieser Besetzung spielten Spaceking auch ihr Deb\u00fct ein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-The-Piper-At-The-Gates-Of-Stone.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Spaceking-The-Piper-At-The-Gates-Of-Stone.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6175\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Spaceking \u2013 The Piper At The Gates Of Stone (2016)<br><\/strong><br>Wie schon das Deb\u00fct \u201eIn The Court Of The Spaceking\u201c tr\u00e4gt auch das zweite Album \u201eThe Piper At The Gates Of Stone\u201c eine konkrete Referenz im Titel: Dort waren es King Crimson, hier sind es Pink Floyd. Deren spacige Einfl\u00fcsse sind bei Spaceking nicht von der Hand zu weisen. Dennoch \u00fcberwiegt auch hier nat\u00fcrlich der Stoner Rock, riffdominiert und wuchtig, und, anders als auf dem \u201eBoot Leg\u201c, richtig fett produziert, der Unterschied ist erheblich. Die Band hat sich aufeinander eingespielt, die Kompositionen sind virtuos und spr\u00fchen vor Ideen, jeder Track biegt in ungeahnte Richtungen ab.<br><br>Denn Spaceking verharren l\u00e4ngst nicht mehr im Genre Stoner Rock, der Titel deutet es ja an: Die Band ist dazu bereit, \u00fcber die Ufer zu treten, und lauscht sich das weniger riffdominante Spacige beim Prog Rock der Siebziger ab, das sie zwischen ihre Riffs setzt. Auch scheuen sich Spaceking nicht davor, ihre Riffs mal in Richtung Metal zu dr\u00fccken, und bedienen auch mal mit flirrenden Gitarren den Post Rock. Das ganze Album erscheint dadurch noch abwechslungsreicher und birgt eine aufmerksamkeitsfordernde Spannung. Zudem ist das alles auch noch so unglaublich gut gespielt und produziert.<br><br>Auf diesem Album sind Spaceking nur noch zu viert, der Effektmeister Denis Demchev ist nicht mehr an Bord dieser Rakete. Auch gab es einige Wechsel: Stanislav Mateev ersetzt Sergey Tumanov an der Gitarre und Dabiil Kornev r\u00fcckte f\u00fcr Ilya Makarov auf den Schlagzeugschemel. Daf\u00fcr banden Spaceking vereinzelt G\u00e4ste in die Aufnahmen ein: Andrey Romanov spielt die nordafrikanische Rahmentrommel Bendir und die Maultrommel, Vladimir Kabanov Synthies und Ivan Rozmainsky Keyboards. Gemeinsam kreieren sie ein mitrei\u00dfendes, abwechslungsreiches, fett produziertes Album, das abermals einen Gesang nicht vermissen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Thy-Grave-Filth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Thy-Grave-Filth.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6176\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Thy Grave \u2013 Filth (2021)<\/strong><br><br>Die Welt ist Schei\u00dfe, und das muss man ab und zu auch mal in Musik ausdr\u00fccken. Thy Grave aus Moskau kotzen ordentlich ab, auch auf dem zweiten Album \u201eFilth\u201c, das acht Jahre nach dem Deb\u00fct \u201eAnhedonia\u201c erschien. Der Titel ist passend gew\u00e4hlt, die Musik entspricht dem sehr: Von Doom ist hier offiziell die Rede, doch sind Thy Grave wesentlich aggressiver und schlechter gelaunt als gew\u00f6hnliche Doomer. Da steckt Death Metal drin, Sludge, irgendwas B\u00f6ses noch, das Quartett nimmt sein Instrumentarium und spielt es besonders langsam und brutal. Jedes Riff braucht Minuten, um einmal vollst\u00e4ndig abgewickelt zu werden, und dazu keift und gr\u00f6hlt der S\u00e4nger seinen Unmut in die Welt.<br><br>\u00dcber die Spielzeit des Albums \u2013 sechs Songs in einer guten Dreiviertelstunde \u2013 variieren Thy Grave das Tempo kaum, es bleibt verschleppt, verst\u00f6rt, deprimierend und dabei gleichzeitig aggressiv. So ganz ohne Variationen geht es dann aber doch nicht ab: Innerhalb der Tracks ver\u00e4ndern Thy Grave die Intensit\u00e4t der Brutalit\u00e4t, sie fahren also auch mal die Energie zur\u00fcck und riffen ewig auf einer Gitarre herum, ohne dass Schlagzeug und Bass den Druck in Richtung Abgrund beibehalten. \u201eFilth\u201c ist schwere Kost und nicht dazu geeignet, dunkle Tage aufzuhellen.<br><br>Thy Grave ging seinerzeit ma\u00dfgeblich aus der Band Meister Leonhardt hervor. An \u201eFilth\u201c beteiligt waren Eugene, eigentlich Evgeniy Murashkin (\u0415\u0432\u0433\u0435\u043d\u0438\u0439 \u041c\u0443\u0440\u0430\u0448\u043a\u0438\u043d) und alias Rodislav, Gitarre und Gesang, Max (Gitarre), Ira (Bass) und Sergey (Schlagzeug). Damit fand ein Wechsel seit dem Deb\u00fct statt, dort hie\u00dfen Musiker noch R\u00f8t und Uporoller; Helferlein und Digger scheinen geblieben zu sein, nur umbenannt.<\/p>\n\n\n\n<p>[09.09.2024] Edit von Anton: Die Biografie ist nicht korrekt, eine offizielle gibt es <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1SRNYqITxL7d2gOCsb51xEl4F52iW2QN3qPSzMrpysrw\/edit#heading=h.e0nax4xdkg99\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1SRNYqITxL7d2gOCsb51xEl4F52iW2QN3qPSzMrpysrw\/edit#heading=h.e0nax4xdkg99\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Thy-Grave-My-Body-Is-A-Coffin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"113\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Thy-Grave-My-Body-Is-A-Coffin.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6177\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Thy Grave \u2013 My Body Is A Coffin (2022)<\/strong><br><br>Die Folgende EP von Thy Grave mit zwei Tracks, \u201eMy Body Is A Coffin\u201c, markiert die R\u00fcckkehr des ersten S\u00e4ngers: R\u00f8t ist wieder dabei und grunzt ins Mikro, am Schlagzeug l\u00f6st Konstantin das Helferlein ab, sonst bleibt es bei Eugene, Ira und Max. Und dabei, mit so wenig BPM wie m\u00f6glich so brutal wie m\u00f6glich zu sein. Fett bleibt der Sound, aber ist ja auch kein Wunder bei zwei Gitarren, und es scheint, als hielte sich R\u00f8t, der sich hier jetzt A.C. nennt, mit seinem Organ etwas zur\u00fcck im Vergleich zu Eugene. Mit dieser EP dr\u00fccken Thy Grave abermals ihre Abscheu in Bezug auf Menschen und Menschheit aus. Angesichts der Weltlage eine nachvollziehbare Sicht: nicht besonders erhellend. Der Soundtrack f\u00fcr den Untergang.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Verba-\u041c\u043e\u043b\u0447\u0438-\u0433\u0440\u0443\u0441\u0442\u044c-\u043c\u043e\u043b\u0447\u0438.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Verba-\u041c\u043e\u043b\u0447\u0438-\u0433\u0440\u0443\u0441\u0442\u044c-\u043c\u043e\u043b\u0447\u0438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6178\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Verba \u2013 \u041c\u043e\u043b\u0447\u0438, \u0433\u0440\u0443\u0441\u0442\u044c, \u043c\u043e\u043b\u0447\u0438 (2005)<\/strong><br><br>\u201e\u041c\u043e\u043b\u0447\u0438, \u0433\u0440\u0443\u0441\u0442\u044c, \u043c\u043e\u043b\u0447\u0438\u201c, also \u201eStille, Traurigkeit, Stille\u201c, nannten Verba aus Moskau ihr Deb\u00fct-Album, und das passt bestens: Die instrumentale Musik ist reduziert und langsam gehalten, eine Art Indierock, selbstversunken und spartanisch. Nicht immer steht die Gitarre vorn, bei manchen Tracks handelt es sich um Pianoballaden, das Schlagzeug h\u00e4lt sich bei allem sehr zur\u00fcck, so kraftvoll es auch klingt. Traurigkeit bedeutet f\u00fcr Verba indes nicht Weinerlichkeit, ihre Balladen sind frei von Pathos. Und die Musik ist warm, eine bei Traurigkeit erwartbare K\u00e4lte liegt ihr nicht inne. Zudem m\u00f6gen Verba es auch psychedelisch und spacig, manche Tracks verlassen den Planeten, und kurios, die Bodenhaftung verlieren sie nie. Und erst im neunten Track rocken Verba mal etwas heftiger, begleitet von einem Ambient-Keyboard, und der Abschlusstrack rockt dreckig.<br><br>So reduziert wie in der Musik ist die Band auch in der Titelgebung: Die elf Tracks sind einfach in R\u00f6mischen Zahlen durchnummeriert. Zur Band geh\u00f6rten damals: \u0418\u043b\u044c\u044f \u0417\u0438\u043d\u0438\u043d (Ilya Zinin, Gitarre und Effekte), \u0410\u043d\u0442\u043e\u043d \u0414\u0438\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0435\u0432 (Anton Dimitriev, Bass, Gitarren, Ger\u00e4usche), \u041d\u0430\u0442\u0430\u043b\u044c\u044f \u0421\u0430\u043f\u043e\u0436\u043d\u0438\u043a\u043e\u0432\u0430 (Natalya Sapozhnikova, Keyboards und Gesang), \u0414\u043c\u0438\u0442\u0440\u0438\u0439 \u0414\u0440\u043e\u0437\u0434\u043e\u0432 (Dmitry Drozdov, Schlagzeug) und \u0421\u0435\u0440\u0433\u0435\u0439 \u041b\u0435\u0437\u0438\u043d (Sergey Lezin, Effekte und Elektronik). Drei G\u00e4ste listet die Info auf: Theodor Bastard mit Elektronik, \u0422\u0435\u0430\u0442\u0440 \u042f\u0434\u0430 (Theater des Giftes) mit Interferenz und psychedelischen Objekten und \u0418\u0433\u0440\u0430 \u0421\u043d\u043e\u0432 (Spiel der Tr\u00e4ume) mit Ger\u00e4uschen und Effekten.<br><br>Ein Jahr nach dem Deb\u00fct erschien die EP \u201eTemp\u201c, 2010 das zweite Album \u201eTok\u201c, dazu zwei Split-Singles, dann trennte sich die Band. Die H\u00e4lfte von Verba ging hernach in den gro\u00dfartigen \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 (Rezina) auf. \u201e\u041c\u043e\u043b\u0447\u0438, \u0433\u0440\u0443\u0441\u0442\u044c, \u043c\u043e\u043b\u0447\u0438\u201c ist jede Wiederentdeckung wert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438-\u0438-\u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435-\u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b-Hopa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438-\u0438-\u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435-\u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b-Hopa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6179\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438 \u0438 \u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435 \u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b \u2013 Hopa (2022)<\/strong><br><br>Soso: \u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438 \u0438 \u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435 \u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b nennt sich das Mega-Kollektiv aus Sankt Petersburg, also Tauben und verr\u00fcckte K\u00f6che. Demnach d\u00fcrfte \u201eHopa\u201c, so der Titel des sechsten Albums, \u201eNora\u201c hei\u00dfen. Die Musik auf diesem Album ist genrem\u00e4\u00dfig derartig weit gef\u00e4chert, dass man sich kaum vorstellen kann, wie all dies von nur einer Band kommen kann. Na ja, Band: \u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438 \u0438 \u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435 \u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b besteht aus 13 Musikern, es handelt sich vielmehr um ein Orchester, und dann erkl\u00e4rt sich wohl auch diese versponnene Vielfalt.<br><br>Und die Vielfalt hier ist versponnen \u2013 das Ensemble kennt seinen Zappa, wendet ihn aber anders an, n\u00e4mlich nicht so mosaikartig, dass die widerspr\u00fcchlichen Einzelteile blockartig aneinandergef\u00fcgt sind, sondern wahrhaftig miteinander kombiniert. Und was die 13 Musizierenden nicht alles so gut beherrschen, dass sie es gelungen und \u00fcberzeugend zusammenf\u00fcgen: Rockmusik aus Prog, Folk, Kraut, Space und Psychedelik, Melodief\u00fchrungen wahlweise aus dem Mittelalter oder dem Orient, Gesang wie von Lisa Gerrard oder von Milan Fras, besonders, wenn der Kehlkopfgesang konkrete Vokabeln transportiert, Country-Twang, Reggae-Offbeats, Saxophonrock, keltische Folklore, Rondo Veneziano und Andeutungen von Jazz. All dies kommt auf \u201eHopa\u201c zum Einsatz, und zwar immer so drei, vier Bausteine in einem Song und alle \u00fcber das Album verstreut. Bemerkenswert, wie gut das funktioniert: Man braucht schon einigen Sachverstand, um zu ahnen, was so gut wie hier zusammenpasst.<br><br>Viele K\u00f6che verderben den Brei, hei\u00dft es, und wenn sie verr\u00fcckt sind, wie soll es dann nur werden \u2013 hier sind es 13 und sie verderben gar nichts. Die bestimmende Stimme tr\u00e4gt Natalya Grazhdankina bei, begleitet von Gitarrist und Organist Daniil Grazhdankin. Pavel Dombrovskiy spielt Bass, Gitarre und Synthesizer, Georgiy Medvinskiy Tenor- und Sopransaxophon, Valeriya Meshkova Oboe. Vladimir Polevikov und Liliya Akivenson bedienen Synthesizer, Alexandr Sokolov eine weitere Orgel. Rhythmisch ist man zu dritt: Alexandr Meertsuk mit Percussion sowie Egor Egorskiy und Gleb Pinskiy am Schlagzeug. Anatoliy Buchin spielt Fl\u00f6te und Dmitriy Ataulin Gitarre. Die Anf\u00e4nge von \u0413\u043e\u043b\u0443\u0431\u0438 \u0438 \u0411\u0435\u0437\u0443\u043c\u043d\u044b\u0435 \u041a\u0430\u0448\u0435\u0432\u0430\u0440\u044b liegen vor dem Jahr 2009, in dem das Deb\u00fctalbum \u201e\u0412\u043e\u044f\u0436\u201c erschien, auch ver\u00f6ffentlicht als \u201eLe Voyage\u201c unter dem Bandnamen Pidgeons &amp; The Insane Porridgemakers.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430-\u0413\u043e\u0432\u043e\u0440\u044e-feat.-\u0421\u0432\u0435\u0442\u0430-\u041c\u0430\u0442\u0432\u0435\u0435\u0432\u0430.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430-\u0413\u043e\u0432\u043e\u0440\u044e-feat.-\u0421\u0432\u0435\u0442\u0430-\u041c\u0430\u0442\u0432\u0435\u0435\u0432\u0430.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6180\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 \u2013 \u0413\u043e\u0432\u043e\u0440\u044e (feat. \u0421\u0432\u0435\u0442\u0430 \u041c\u0430\u0442\u0432\u0435\u0435\u0432\u0430) (2023)<\/strong><br><br>Seit \u201e1619\u201c bringen \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 all ihre Songs nur noch als verstreute Singles heraus, zuletzt \u201e\u0413\u043e\u0432\u043e\u0440\u044e\u201c, \u201eIch rede\u201c. Wie \u00fcblich sucht sich das Moskauer Instrumental-Projekt f\u00fcr seine Songs Stimmen, dieses Mal die von \u0421\u0432\u0435\u0442\u0430 \u041c\u0430\u0442\u0432\u0435\u0435\u0432\u0430, Sveta Matveyeva, auch bekannt als Wooden Whales. Ihre beinahe fern\u00f6stliche Art zu singen legt sich \u00fcber den Nosierock, den die Band entfesselt. Ohne Eile, aber ausnehmend intensiv. Seine Intensit\u00e4t baut der Song erst auf und l\u00e4sst dann den Fuzz von der Leine. \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 sind hier die Gitarristen Andrey Klimov und Ilya Zinin, Bassist Oleg Lisitsin und Schlagzeuger Dmitry Drozdov.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430-\u041a\u043e\u0441\u043c\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0435-\u0432\u043e\u0439\u0441\u043a\u0430-feat.-\u041e\u043d-\u042e\u043d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430-\u041a\u043e\u0441\u043c\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0435-\u0432\u043e\u0439\u0441\u043a\u0430-feat.-\u041e\u043d-\u042e\u043d.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6181\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 \u2013 \u041a\u043e\u0441\u043c\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0435 \u0432\u043e\u0439\u0441\u043a\u0430 feat. \u041e\u043d \u042e\u043d (2021)<\/strong><br><br>Die Musik der Noiserocker \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 funktioniert mit allen erdenklichen Stimmarten \u2013 so auch mit \u041e\u043d \u042e\u043d, On Yun, einem Hip-Hop-projekt aus St. Petersburg. Abermals halten \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 ihren Song \u201e\u041a\u043e\u0441\u043c\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0435 \u0432\u043e\u0439\u0441\u043a\u0430\u201c, \u201eWeltraumstreitkr\u00e4fte\u201c, langsam kopfnickbar mit kleinen l\u00e4rmigen Ausbr\u00fcchen, und \u041e\u043d \u042e\u043d rappen dazu, mit Nachdruck und Ausdruck, auf eine Weise, die weniger wie Rap wirkt als wie aggressiver Rock-Sprechgesang. Passt perfekt, dazu ist die Mucke auch noch unsagbar gut. Es wird Zeit, dass \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 all ihre Einzel-Songs zu einem Album b\u00fcndeln und physisch ver\u00f6ffentlichen, ebenso das Deb\u00fct.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444-\u041f\u0435\u0440\u0432\u0435\u043d\u0435\u0446.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444-\u041f\u0435\u0440\u0432\u0435\u043d\u0435\u0446.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6182\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 \u2013 \u041f\u0435\u0440\u0432\u0435\u043d\u0435\u0446 (2022)<\/strong><br><br>Wie klingen \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 (Rudolf) aus Moskau eigentlich ohne DEEBBBB oder REBBBB? Das l\u00e4sst sich auf dem Deb\u00fct-Album \u201e\u041f\u0435\u0440\u0432\u0435\u043d\u0435\u0446\u201c, \u201eErstgeborener\u201c, herausfinden: Hier herrscht das pure Chaos. Zwanzig Minuten Krach. L\u00e4rm. Geschrei, Geboller, Wutausbr\u00fcche. Die Grundlage k\u00f6nnte so eine Art Punk sein, Noisecore vielleicht, scheppernd l\u00e4rmender Rock\u2019n\u2019Roll, angereichert mit Scratchings. Und dazu br\u00fcllen die Leute herum und nennen es Hip Hop.<br><br>Es stimmt schon, Songs wie \u201e\u0422\u043e\u043c\u043d\u044b\u0439 \u0441\u043a\u0438\u0442\u201c lassen sich durchaus noch als Hip Hop einsortieren, mit der ausnahmsweise reduziert dargebotenen organischen Musik darunter vielleicht sogar als Crossover. Doch ist ein Song wie dieser eine Ausnahme, ansonsten bolzen die Rudolfs einfach mal los; steckt da nicht sogar Speed Metal drin? Zappa-Jazz? Die Band selbst schreibt noch Sludge in ihre Info, aber nee, daf\u00fcr sind sie zu flott unterwegs.<br><br>Eindrucksvoll, wie \u0420\u0443\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444 den Punkrock mit ihrer verbalen Darbietung und den Scratches kombinieren. \u201e\u041f\u0435\u0440\u0432\u0435\u043d\u0435\u0446\u201c beinhaltet zehn kurze Tracks, die so wahnsinnig sind, dass das Album viel l\u00e4nger wirkt. Die m\u00fcssen jede Menge Spa\u00df im Studio gehabt haben. Respekt vor den Einzelteilen, die sie da zusammenbauen, haben sie nicht, oder besser: Respekt vor den Puristen, denn die d\u00fcrften an diesem Album verzweifeln.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0428\u0430\u0439\u0439\u043c-\u0421\u043e\u043d-\u0434\u0430-\u043d\u0435-\u0441\u043e\u043d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0428\u0430\u0439\u0439\u043c-\u0421\u043e\u043d-\u0434\u0430-\u043d\u0435-\u0441\u043e\u043d.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6183\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0428\u0430\u0439\u0439\u043c \u2013 \u0421\u043e\u043d \u0434\u0430 \u043d\u0435 \u0441\u043e\u043d (2020)<\/strong><br><br>Was f\u00fcr eine Dynamik! \u0428\u0430\u0439\u0439\u043c (Shajjm) aus Moskau entwickeln vom ersten Takt an einen unentrinnbaren Sog. Ihr Deb\u00fct \u201e\u0421\u043e\u043d \u0434\u0430 \u043d\u0435 \u0441\u043e\u043d\u201c, \u201eEs ist kein Traum, sondern ein Traum\u201c, denkt Folk Rock weiter, in eine getriebene, energetische, druckvolle Richtung. Das Schlagzeug wummert wie bei manchen Alben von New Model Army, dazu erklingen Fl\u00f6ten, der auf Russisch gehaltene Gesang fordert jede Aufmerksamkeit ein, die Musik bekommt brutale Industrial-Hammerschl\u00e4ge wie bei den Swans. Der fast achtmin\u00fctige Opener \u201e\u041a\u0430\u043c\u043d\u0438\u201c hinterl\u00e4sst die H\u00f6renden atemlos.<br><br>Den Pfad der Brutalit\u00e4t verlassen \u0428\u0430\u0439\u0439\u043c danach, bleiben aber so dringlich wie zuvor und verlagern sich auf Psychedelik, mit der sie ihre Version von Folkrock aufbocken. Auch mit reduzierter gespieltem Instrumentarium behalten \u0428\u0430\u0439\u0439\u043c das hohe Energielevel bei, am st\u00e4rksten ausgedr\u00fcckt per Gesang, aber auch mit lebendigen Percussion-Eins\u00e4tzen und der jazzigen Fl\u00f6te. Die gesamte Darbietung bekommt zusehends etwas Schamanisch-Rituelles, was die Band auch damit ausdr\u00fcckt, dass sie die nur f\u00fcnf Songs dieses Albums unendlich ausdehnt \u2013 ohne dass sie langweilig werden. Zum Schluss nehmen \u0428\u0430\u0439\u0439\u043c kurzzeitig auch das Eruptive des Openers wieder auf und versetzen ihrer psychedelisch-freakigen Folkmusik einen Tritt.<br><br>Nur vier Leute waren an diesem \u00fcppigen Album beteiligt: Schlagzeuger Ilya Borodin, Kontrabassist Roman Komlev, Fl\u00f6tist Nikita Bobrov (auch bei Dry River) sowie S\u00e4nger und Gitarrist Nikita Chernat (auch bei \u0425\u0430\u0434\u043d \u0414\u0430\u0434\u043d). 2023 folgte das zweite und bislang letzte Album \u201e\u0420\u0430\u0434\u043e\u0441\u0442\u043d\u044b\u0435 \u0434\u043d\u0438\u201c, in identischer Besetzung eingespielt.<\/p>\n\n\n\n<p>[09.09.2024] Die Band lie\u00df folgende Vervollst\u00e4ndigung weiterleiten:<\/p>\n\n\n\n<p>Only four people were involved in this lush album: drummer Ilya Borodin (studio\/base Motherbase, bands Saving Hands, Ivan Suraev, Toma\u200b-\u200bTo\u200b!\u200b, Tot Kexit, \u042e\u0440\u044b\u043d \u041c\u0438\u0451\u043c\u0438 aka Yuryn Miyomi, \u0414\u043e\u043c \u043c\u0430\u043b\u044e\u0442\u043a\u0438 aka My Small House, Perth, Foojitsu), double bassist Roman Komlev (\u0414\u0436\u0430\u0436\u0434\u0430 aka Jahjda, \u0417\u0430\u0442\u0432\u043e\u0440\u043d\u0438\u0446\u0430 aka Zatvornica, \u0410\u0433\u0430, \u0432\u043e\u0442-\u0432\u043e\u0442 aka Aga, vot-vot, \u041a\u043e\u043d\u0443\u0441 \u041c\u0430\u0445\u0430 aka Konus Makha), flautist Nikita Bobrov (Kshettra, Dry River, Trna, Mount Ant) and singer and guitarist Nikita Chernat (\u0425\u0430\u0434\u043d \u0414\u0430\u0434\u043d aka Hadn Dadn, \u0421\u043e\u0437\u0432\u0435\u0437\u0434\u0438\u0435 \u041e\u0442\u0440\u0435\u0437\u043e\u043a aka Sozvezdie Otrezok, \u0421\u0430\u0434 \u0438\u043c\u0435\u043d\u0438 \u0424\u0451\u0434\u043e\u0440\u0430 aka The Fyodor&#8217;s Garden, &#8222;\u0410\u0433\u0430, \u0432\u043e\u0442-\u0432\u043e\u0442&#8220; aka Yep Well-Well, \u0412\u044b\u0441\u0430\u0434\u043a\u0430 aka Landing, \u041c\u043e\u043b\u043e\u043a\u043e \u043d\u0430 \u0433\u0443\u0431\u0430\u0445 aka Milk on the Lips). The second and so far last album &#8222;\u0420\u0430\u0434\u043e\u0441\u0442\u043d\u044b\u0435 \u0434\u043d\u0438&#8220; (Joyful Days) followed in 2023, recorded with the same line-up.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0428\u043e\u043d-SOeN.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/\u0428\u043e\u043d-SOeN.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6184\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>\u0428\u043e\u043d \u2013 \u0160\u00d6\u0147 (2012)<\/strong><br><br>Von \u0428\u043e\u043d (Shon) aus \u041a\u043e\u0440\u043e\u043b\u0451\u0432 (Koroljow) etwas n\u00f6rdlich von Moskau scheint es ausschlie\u00dflich das quasi selbstbetitelte Album \u201e\u0160\u00d6\u0147\u201c zu geben, lediglich der einzelne Track \u201e\u041d\u0435 \u0433\u043e\u0432\u043e\u0440\u0438 \u043d\u0438\u043a\u043e\u043c\u0443\u201c erschien zehn Jahre nach diesem Auftakt, und zwar als Opener der Label-Compilation \u201eAddicted Tuens\u201c. Das Album ist instrumental gehalten \u2013 und die Musik nicht ganz einfach zu fassen: Irgendwie Sechziger-Garage-Rock, also scheppernder Proto-Punk, aber mit einer anderen Haltung dargeboten, gar nicht so konkret auf retro gedreht. Da stecken zu viele andere Einfl\u00fcsse drin, die sich auch schon in den Songs und den Titeln ausdr\u00fccken. So covern sie etwa den Breakbeat-Hit \u201eRockit\u201c von Jazzmeister Herbie Hancock als elektrifizierte Garage-Rock-Bombe, nennen einen Track mit gutgelauntem Ska-Beat \u201eSlack Babbath\u201c \u2013 und \u201e\u0413\u043e\u0442\u0438\u0447\u043d\u044b\u0439 \u0441\u0451\u0440\u0444\u0435\u0440\u201c trifft den Nagel auf den Kopf: \u201eGothic Surfer\u201c.<br><br>In ihrem musikalischen Ausdruck sind \u0428\u043e\u043d dabei sehr vielseitig: Einerseits versehen sie ihren Bass ganz gern mit Fuzz und schaufeln gern eine Schippe Dreck auf ihren Sound, andererseits gibt es auch so klar, beinahe poppig gespielte Surf-Songs wie \u201e\u0417\u043e\u0440\u044c\u043a\u0430 \u0438 \u0425\u0443\u0434\u0435\u043d\u044c\u043a\u0438\u0439\u201c. Auch schrecken sie nicht vor Disco-Beats zur\u00fcck, die unter den schr\u00e4gen Fuzz-Sounds liegen. Bei aller Vielseitigkeit zeichnet sich die Band durch erhebliche Spielfreude aus, die Songs tragen Dynamik und ansteckende gute Laune, die nicht an der Oberfl\u00e4che pappt.<br><br>Interessanterweise l\u00e4sst sich \u00fcber die Bandbesetzung gar nichts herausfinden; vielleicht hat man mit Russischkenntnissen mehr Erfolg, aber selbst danach sieht es nicht aus. Erstaunlich genug, dass man heutzutage noch ein Geheimnis bleiben kann. Umso mehr Ohrenmerk liegt eben auf der Musik. \u00dcbrigens: Das \u201eRockit\u201c-Cover ist bedauerlicherweise nicht auf allen Versionen des Albums enthalten.<br><br><a href=\"https:\/\/noname666.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">addicted\/noname auf Bandcamp<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.03.2024) Neue und alte Musik vom Moskauer Label addicted\/noname! Dieses Mal mit Doom-Stoner von Clarity Vision, Impro-Prog und Afro-Beat von DEEBBBB, Doom-Metal von Dekonstruktor, hyperaktiven Alles-Mashup von Detieti, Sludgecore von JWH, psychedelische Folklore von KissLiar, Screamo-Sludge von &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-addicted-noname-label-aus-moskau-teil-16\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,15,19],"tags":[],"class_list":["post-6163","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-besonderes","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6163","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6163"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6676,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions\/6676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}