{"id":6147,"date":"2024-03-01T15:43:08","date_gmt":"2024-03-01T14:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=6147"},"modified":"2024-03-01T15:43:08","modified_gmt":"2024-03-01T14:43:08","slug":"alessandro-adelio-rossi-opare-dddd-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/alessandro-adelio-rossi-opare-dddd-2023\/","title":{"rendered":"Alessandro Adelio Rossi \u2013 \u00d2pare \u2013 DDDD 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Alessandro-Adelio-Rossi-Opare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Alessandro-Adelio-Rossi-Opare.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6148\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.03.2024)<br><br>\u201e\u00d2pare\u201c ist ein elektronisch erstelltes Album, das man ganz gut unter Klassik einsortieren k\u00f6nnte, wenn Ambient allein nicht ausreicht. Als zur\u00fcckgenommene minimalistische Kammermusik bildet der Experimentalmusiker Alessandro Adelio Rossi aus Bergamo die Woche von Montag bis Samstag ab, unterteilt nach Tageszeiten, und wenn man sich vorstellt, dass die meisten Tracks den Morgen behandeln und dass der K\u00fcnstler in Bergamo nahe Mailand lebt, dann m\u00fcssen diese Tage br\u00fctend hei\u00df beginnen, so chillig, wie die Musik dazu ausgefallen ist. Das Album, zu Deutsch ungef\u00e4hr \u201eHoppla\u201c, beinhaltet haupts\u00e4chlich Soundkulissen, akustische leere Landschaften, Klangtapeten und erst sp\u00e4t einen Rhythmus und konkretere Strukturen. Wundersch\u00f6n watteweich, ein Labsal im stressigen Alltag.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die meisten T\u00f6ne sind in hohen Lagen gespielt, wie auf einem Glockenspiel, einem Metallophon oder \u00e4hnlichem Instrumentarium. Man h\u00f6rt bisweilen einen Anschlag wie mit einem Kl\u00f6ppel, zumeist erklingen die T\u00f6ne aber einfach, variieren leicht, ver\u00e4ndern die Tonh\u00f6hen, langsam und behutsam, wie ein schwerf\u00e4lliger Schmetterling im Sommerwind, der \u00fcber einen Olivenhain streicht. Mal f\u00fcgt Rossi wie am \u201eLuned\u00ec mattina\u201c, dem \u201eMontagmorgen\u201c, Streicher hinzu, mal eine tiefere Tonlage, mal einen angedeuteten Chor, und erst gegen \u201eVenerd\u00ec pomeriggio\u201c, \u201eFreitagnachmittag\u201c, gesellt er einen Beat hinzu, rhythmische Sounds, klar, die Arbeitswoche liegt hinter einem, die Party kann starten, und dann erg\u00e4nzen auch Gesang, Geschrei beinahe, Akkordeon, technoide Electro-Sounds die Gemengelage, und trotzdem ist der sich anschie\u00dfende \u201eVenerd\u00ec sera\u201c, der \u201eFreitagabend\u201c, wieder tiefenentspannt und gleitet in einen wiederum tiefer gespielten \u201eSabato mattina\u201c, den \u201eSamstagmorgen\u201c.<br><br>Eigentlich geht das komplette Album Track f\u00fcr Track ineinander \u00fcber, man kann die \u00dcberg\u00e4nge nicht akustisch ausmachen, mit der Ausnahme des \u201eVenerd\u00ec pomeriggio\u201c, dessen Party Rossi ausblendet, bevor der Abend beginnt. Trotz der vermutlich digital erstellten Sounds verzichtet Rossi darauf, Verfremdungen einzusetzen, also Glitches oder andere St\u00f6reffekte; seine Musik bel\u00e4sst er klar und sonnendurchstr\u00f6mt.<br><br>Eigentlich ist Rossi Grafikdesigner, bei Discogs findet man ihn haupts\u00e4chlich als Covergestalter. Auf seiner Bandcamp-Seite verr\u00e4t er, dass er mit zahllosen Musikern im Studio und live performte, quer durch alle erdenklichen Genres und mit der Gitarre als Basis f\u00fcr seine abstrakten Sounds. Das kann nat\u00fcrlich auch f\u00fcr \u201e\u00d2pare\u201c zutreffen \u2013 das k\u00f6nnen Techniker besser erkennen, dass die entspannte Arbeitswoche hier ebenfalls gitarrenbasiert ist. Auch ohne dieses Fachwissen ist das Album indes ein Genuss. Drei weitere Alben finden sich von ihm auf Bandcamp, eines aus dem Jahr 2008 unter dem Alias Ivonne Gut, deren Name au\u00dferdem bereits 2003 auf einer obskuren 10\u201c namens \u201eThe Vegetable Man\u201c auftaucht.<br><br>Von \u201e\u00d2pare\u201c f\u00fchlt man sich angenehm umschlungen, entschleunigt im Alltag, deeskalierend begleitet durch die Woche. Und irgendwie m\u00f6chte man glauben, man s\u00e4\u00dfe bereits am Morgen irgendwo im sommerlichen Norditalien, blicke \u00fcber jetzt schon hitzige Landschaften und nippe an einem selbstgebrannten Limoncello, w\u00e4hrend Rossis Album l\u00e4uft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.03.2024) \u201e\u00d2pare\u201c ist ein elektronisch erstelltes Album, das man ganz gut unter Klassik einsortieren k\u00f6nnte, wenn Ambient allein nicht ausreicht. 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