{"id":608,"date":"2013-10-06T15:25:05","date_gmt":"2013-10-06T13:25:05","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=608"},"modified":"2013-11-15T13:08:00","modified_gmt":"2013-11-15T12:08:00","slug":"gravity-alfonso-cuaron-usagb-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gravity-alfonso-cuaron-usagb-2013\/","title":{"rendered":"Gravity \u2013 Alfonso Cuar\u00f3n \u2013 USA\/GB 2013"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-667\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Kino-Film1.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (06.10.2013)<\/p>\n<p>\u201eGravity\u201c ist der erste Hollywoodfilm seit Ewigkeiten, der so richtig und umfassend begeistert, und der einen speziellen Fakt umso nachdr\u00fccklicher deutlich macht: welcher haarstr\u00e4ubende Schei\u00df in Hollywood n\u00e4mlich f\u00fcr extrem viel Geld ansonsten so produziert wird. \u201eGravity\u201c sticht solit\u00e4r aus der Masse bestenfalls halbgarer Ideen heraus. Dabei ist die Grundidee so simpel, dass man sich wundert, warum es den Film nicht l\u00e4ngst schon gibt: Zwei Astronauten versuchen nach einer technischen Katastrophe, lebend zur Erde zur\u00fcckzukehren. Mehr nicht. Wie aber Cuar\u00f3n das Ganze filmisch umsetzte, setzt Ma\u00dfst\u00e4be. Daf\u00fcr wurden Special Effects erfunden. Und das war sicherlich auch der Grund, warum der Film erst 2013 herauskam: Die Technik war noch nicht so weit.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn man sich w\u00e4hrend des Filmguckens fragt, wie \u201esie\u201c \u201edas\u201c denn gemacht haben, wenn man vor Staunen den Mund nicht zubekommt, und wenn man diese Gedanken schon bald wieder vergisst, weil es einfach zu sch\u00f6n und zu spannend wird, um etwas anderes im Bewusstsein zu haben als die umwerfende Mischung aus \u00c4sthetik und Suspense, und wenn man sich w\u00fcnscht, dass der Film niemals endet, weil er den Betrachter schlichtweg mitrei\u00dft ins lebensfeindliche Weltall, dann \u2013 hat jemand wohl etwas richtig gemacht. Von Anfang an \u00fcberw\u00e4ltigt das, was man sieht und h\u00f6rt: Die Kamera rotiert um das Geschehen, das daraus besteht, dass zwei Astronauten an einer Raumf\u00e4hre herumbasteln und ein weiterer mit einem Jetpack um sie herumkreist. Minutenlang ohne Schnitt. Und was die Kamera alles macht: Einmal n\u00e4hert sie sich der Astronautin, man h\u00f6rt ihre Stimme \u00fcber Funk, man n\u00e4hert sich ihrem Helm, gleitet durch das Glas, nimmt den Platz neben ihrem Kopf ein und h\u00f6rt ihre Stimme direkt, dann gleitet die Kamera wieder zur\u00fcck ins All. Die Erde wechselt mit der Kamera st\u00e4ndig die Position. Umwerfende filmische Sch\u00f6nheit f\u00e4ngt den Betrachter ein, und das auch noch in unaufdringlichem 3D.<\/p>\n<p>Die Katastrophe n\u00e4hert sich langsam: Houston meldet, dass \u201edie Russen\u201c einen eigenen, veralteten Satelliten abschossen haben und dass dessen Tr\u00fcmmer um die Erde rasen, das Raumschiff aber nicht bedrohen. Und pl\u00f6tzlich meldet Houston doch die Bedrohung. Einer Kettenreaktion zufolge vergr\u00f6\u00dfert sich der Tr\u00fcmmerschwarm und zerfetzt auch die Raumf\u00e4hre. Es \u00fcberleben lediglich Astronautin Ryan und Astronaut Matt. Weil durch die zerst\u00f6rten Satelliten der Funkkontakt zu Houston abrei\u00dft, versuchen die beiden, sich auf eigene Faust zu retten. Es bleibt nun aber nicht bei einer Katastrophe, zumal der Tr\u00fcmmerschwarm alle anderthalb Stunden die Position der Schiffbr\u00fcchigen erreicht und auch die rettenden Inseln bedroht.<\/p>\n<p>Die beiden Figuren bekommen zwar eine leichte \u2013 ja, klischeehafte \u2013 Tiefe, entwickeln ihre Charakterst\u00e4rke aber vielmehr mit ihren Handlungen. George Clooney spielt dabei eher sich selbst und bringt ein bisschen Humor ein, Sandra Bullock hingegen \u00fcberrascht als Schauspielerin, die mehr kann als ihre gewohnten Stereotypen. Ihre Filmfigur ist diejenige, auf die es zuletzt ankommt, und wie diese eigentlich hoffnungslose Frau angesichts der Katastrophe nicht nur Lebensmut, sondern auch Ripley-artig Strategien entwickelt, ist vorbildlich.<\/p>\n<p>Bild und Ton gehen eine \u00fcberw\u00e4ltigende Symbiose ein. Cuar\u00f3n wei\u00df, wie er Stille und anschwellenden L\u00e4rm angepasst an die Ereignisse zwischen Action und Entspannung einzusetzen hat, um das Geschehen noch intensiver wirken zu lassen. Dabei ist er zwar nicht ganz so konsequent wie Stanley Kubrick in \u201e2001\u201c, denn wie er auch im Vorspann sagt, gibt es im Weltall keine Ger\u00e4usche, l\u00e4sst er aber dennoch welche erschallen. Als Kontrastmittel ist das aber absolut entschuldbar. Ebenso wie so manche andere physikalische Schw\u00e4che den Gesamtgenuss nicht tr\u00fcben kann \u2013 das gelingt nicht jeder ernstzunehmenden Geschichte.<\/p>\n<p>Obwohl der Film voller Spezialeffekte steckt, zeigt Cuar\u00f3n nicht jede Katastrophe. Wenn die ISS offenbar ausbrennt, nimmt Ryan das lediglich als heftiges Zittern in ihrer Rettungskapsel wahr. Explosionen sind dennoch gen\u00fcgend zu sehen, daran ist nicht gespart. Die Folge der Ereignisse folgt dabei Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, geht auch schief, und zwar noch schiefer, als man glaubt, und auch dann noch, wenn die Schiffbr\u00fcchigen l\u00e4ngst gerettet zu sein scheinen. Der Film bedient sich dabei bei klassischen Horrormechanismen, nur mit dem Unterschied, dass die Bedrohung real ist, abgesehen von dem Umstand, dass die wenigsten Filmgucker vermutlich jemals im Weltall sein werden. Wenn dann der Abspann kommt, findet man sich atemlos in den Sitz gedr\u00fcckt wieder. Und wie bei der Achterbahn will man eigentlich sofort nochmal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.10.2013) \u201eGravity\u201c ist der erste Hollywoodfilm seit Ewigkeiten, der so richtig und umfassend begeistert, und der einen speziellen Fakt umso nachdr\u00fccklicher deutlich macht: welcher haarstr\u00e4ubende Schei\u00df in Hollywood n\u00e4mlich f\u00fcr extrem viel Geld ansonsten so produziert wird. &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gravity-alfonso-cuaron-usagb-2013\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=608"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":671,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions\/671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}